Nachfolger gesucht? Erfahren Sie mehr über die Unternehmensnachfolge im Franchising

18.10.2018 16:00 | Ein Unternehmen gründen

unternehmensnachfolge im franchising

Nichts ist für die Ewigkeit – an dem Spruch ist was Wahres dran. Auch beim Franchising kann es der Fall sein, dass ein Franchisenehmer seinen Betrieb vorzeitig verkaufen möchte. In diesem Fall würde ein Nachfolger gesucht werden. Dieser Artikel klärt Sie auf, was es bei der Unternehmensnachfolge im Franchising zu beachten gibt. Denn der Nachfolgeprozess in einem Franchisesystem unterscheidet sich von den Prozessen in anderen Unternehmen.

Nachfolger im Franchising – was gilt es hier zu beachten?

Wenn ein Franchisenehmer vorzeitig seinen Betrieb verkaufen möchte, dann gilt es zunächst erst einmal einen Blick in den Franchisevertrag zu werfen. Dieses Dokument enthält zunehmend mehr Informationen und Regelungen für die Suche eines Nachfolgers. Hier ist unter anderem auch das Sonderkündigungsrecht geregelt, was dem Franchisegeber bei Betriebsübergängen zugestanden wird. Dies ist quasi sein Vetorecht, sollte er dem Verkäufer einen Strich durch die Rechnung machen möchten. Generell gilt: Der neue Käufer des Betriebes braucht die Unterschrift des Franchisegebers, nur so ist sein Franchisevertrag rechtens.

Was sind die Gründe für den Ausstieg oder Verkauf eines Franchisenehmers?

  • Ruhestand
  • Berufliche Umorientierung
  • Erkrankung

Wie lange dauert in der Regel die Suche eines Nachfolgers?

Der Nachfolgeprozess kann sich über einige Monate ziehen. Wer einen Nachfolger für seinen Betrieb sucht, der sollte auch bedenken, dass Zeit für die Einarbeitung eingeplant wird. Es ist wichtig, dass der potentielle Käufer den Betrieb hospitieren kann, um ein Gefühl für das Franchisesystem und den Standort zu bekommen.

Wer ist für die Suche eines Nachfolgers verantwortlich?

Als Franchisenehmer sollten Sie unbedingt den Franchisegeber in den Nachfolgeprozess mit einbeziehen. Dieser sollte sich nicht übergangen fühlen. Darüber hinaus ist der Franchisegeber derjenige, der sein gesamtes Franchisesystem im Blick hat und managt.

Was sind die Vorteile der Unternehmensnachfolge beim Franchising?

Die Übernahme eines Franchisebetriebes als Nachfolger kann durchaus vorteilhaft sein. So kann es für Sie durchaus interessant sein, einen bereits bestehenden Franchisebetrieb zu übernehmen, als aufwändig in Eigenregie zu gründen und den Betrieb hochzuziehen. So profitieren Sie beispielsweise von einem bereits vorhandenen Kundenstamm. Ebenso handelt es sich in der Regel um eine bekannte Marke, so dass sich der Nachfolger schnell am Markt durchsetzen kann.

Ein weiterer Vorteil ist, dass sich der Nachfolger auf die Unterstützung der Systemzentrale und das Franchisenetzwerk verlassen kann. Dank des Know-How-Transfers und einer umfassenden Einarbeitung werden etwaige Informationslücken zwischen Verkäufer und Käufer auf einer schnellen und vertrauensvollen Art und Weise geschlossen. Diese zusätzliche Sicherheit hat man natürlich nur bei einer Unternehmensnachfolge im Franchising.

Worauf sollten Sie Nachfolger achten, wenn Sie einen Franchisebetrieb übernehmen?

Auch als Käufer profitieren Sie von der Übernahme eines Franchisebetriebes. Und zwar können Sie sich den Entwicklungsstand und die Kennzahlen des Standortes zu Nutze machen. So kaufen Sie nicht die Katze im Sack. Da es sich um eine Franchisemarke handelt, kann das Image am Markt, die Personalstruktur sowie die Stellung am Markt überprüft werden.

Darüber hinaus können Sie auch mehrere wirtschaftliche Aspekte für die Prüfung des Betriebes heranziehen: So erhalten Sie meist Einsicht in die Abschlüsse der letzten Jahre. Ebenso gibt der Übernahmepreis eine gute Idee darüber, wie wirtschaftlich rund der Standort läuft. Je höher der Preis: Bingo! Dann handelt es sich sicher um eine Goldgrube! Für die Festsetzung des Übernahmepreises würden extra Gutachten erstellt werden, die sich an klare Vorgaben zu halten haben, so dass Sie dem Preis vertrauen könnten. Und letztlich können Sie sich ein weiteres Bild über die Wirtschaftlichkeit des Betriebes machen, indem Sie systeminterne Betriebsvergleiche und Kennzahlen prüfen. Als Nachfolger eines Franchisebetriebes befinden Sie sich also in einer besseren Position als ein individueller Existenzgründer.

Wie gestaltet sich der Nachfolgeprozess?

Für den Verkäufer gilt, dass er den Prozess gut planen sollte und einen ausgefeilten Plan entwerfen sollte. An diesen sollte er sich dann halten. Wichtig ist zudem, dass der Franchisegeber der Übergabe zustimmen sollte, was nicht immer gelingt. Aus diesem Fall ist eine Einbindung des Franchisegebers von Anfang an dringend geraten!

Im besten Fall finden Sie sogar unternehmens- oder betriebsintern einen interessierten Nachfolger vor. Das Gute hieran ist, dass der Nachfolger das System bereits kennt und so größtmögliche Kontinuität gewährleistet ist. Allerdings sollte hier beachtet werden, dass sich nicht jeder dazu eignet, Manger eines Betriebes zu sein.

Der Käufer sollte auf jeden Fall die nötige Branchenexpertise mitbringen und fachlich fit sein. Sollten Sie als Käufer zum ersten Mal einen Betrieb übernehmen, dann sollten Sie sich in keinem Fall mit dem Projekt übernehmen: Fangen Sie klein an. Wir raten, dass der Betrieb eine Mitarbeiteranzahl im kleinen zweistelligen Bereich nicht übersteigt.

Im Rahmen einer sogenannten Due Diligence Prüfung stellt der Käufer sicher, dass er weiß, worauf er sich mit der Nachfolge einlässt. Solch eine sorgfältige Prüfung dient dazu, mögliche Risiken zu erkennen und abzuschätzen. Je größer der Betrieb und das zu übernehmende Unternehmen ist, desto mehr Zeit sollten Sie für die Prüfung einplanen. Bei der Unternehmensbewertung sollten Sie unbedingt die Vertragslaufzeit beachten: Auf wie viele Jahre wird diese angesetzt? Bedenken Sie, dass der Cashflow hier mit der Laufzeit korrelieren sollte. Zudem hilft es, wenn ein gewissen Vertrauensverhältnis zwischen Verkäufer und Nachfolger aufgebaut wird.

Bei den Vertragsverhandlungen sollten Sie darauf achten, dass alle zentralen Punkte berücksichtigt werden. Das beugt mögliche Konflikte vor und führt eher zum Abschluss eines Kaufvertrages. Hier sollte auch die Art der Bezahlung geregelt werden. Denn erst wenn der Nachfolger die gesamte Summe des Kaufvertrages bezahlt hat, ist er auch tatsächlich der neue Manager des Betriebes.

Inwieweit ändert der Nachfolgeprozess, wenn für den Franchisegeber ein Nachfolger gesucht wird?

Wenn der Franchisegeber sein gesamtes System verkaufen möchte, dann handelt es sich um einen regulären Unternehmensverkauf, was die Sache um Einiges vereinfacht. Und das obwohl an dem Franchisegeber das gesamte Franchisesystem hängt! Denn die Franchisenehmer haben keine Sonderrechte wie der Franchisegeber, wenn es um die Bestimmung eines Nachfolgers geht.

Wichtig für den Nachfolger, der das gesamte System übernehmen möchte, ist nur, dass er die finanziellen Mittel dafür hat sowie fachlich und unternehmerisch auch geeignet für die Stelle ist. Damit ein runder Übergang vom alten zum neuen Franchisegeber gewährleistet wird, ist es wichtig, dass der Nachfolger rechtzeitig Kontakt zu den Franchisenehmern aufnimmt, um ein gutes Verhältnis zu diesen aufzubauen.

Andere aktuelle Artikel

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Übrige Zeichen: 250