Nebenberufliche Selbstständigkeit: Und wenn Sie sich erst einmal herantasten…?

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Was genau ist nebenberufliche Selbstständigkeit?

Als Angestellter hat man vermeintlich mehr Sicherheiten als als Selbstständiger. Man ist direkt versichert und geht auch kein finanzielles Risiko ein. Allerdings hat man auch weniger Freiheiten. Man muss hinter der Idee des Unternehmens stehen und für die Branche brennen, damit man auch als Angestellter voll und ganz in dem Thema aufgeht.

Das ist natürlich nicht immer der Fall. Als Selbstständiger kann man ganz drastisch gesagt seinen Traum leben. Das ist natürlich nicht immer eins zu eins umsetzbar, aber man kann zumindest eine Idee verfolgen, die man hat. Nicht jede Idee lässt sich auch in einem Geschäftsmodell umsetzen, aber viele schon.

Dennoch schaffen viele Menschen den Absprung in die Selbstständigkeit nicht, weil sie nicht wissen, ob sie sich am Markt durchsetzen können und sie möchten kein großes Risiko, vor allen Dingen in finanzieller Hinsicht, eingehen. Geht es schief, kann man schnell viel Geld verlieren, welches man in sein eigenes Unternehmen investiert hat. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, sich nur nebenberuflich selbstständig zu machen.

Sich an die Selbstständigkeit herantasten

Genau diese Ängste, die die meisten vor der Selbstständigkeit haben, werden mit einer nebenberuflichen Selbstständigkeit nahezu umgangen. Beziehungsweise kann man mit einer nebenberuflichen Selbstständigkeit die Selbstständigkeit üben.

Man kann seine Geschäftsidee schon am Markt testen und schauen, wie sie bei den Kunden ankommt und wie man sich gegen die Konkurrenz durchsetzt. Aber auch hier muss man gut vorbereitet sein und keine halben Sachen machen. Man kommt um einen Businessplan nicht herum und muss auch die Vor- und Nachteile abwägen.

Mittlerweile hat die nebenberufliche Selbstständigkeit in Deutschland immer mehr an Bedeutung gewonnen. Über die Hälfte aller Gründungen finden in nebenberuflicher Form statt.

Punkte, die man beachten sollte

Obwohl man die nebenberufliche Selbstständigkeit als eine Art Test ansehen kann, muss man einige Punkte dennoch beachten. Folgende Punkte sollte man vor der Gründung also prüfen:

  • Nebenberuflich versus hauptberuflich
  • Anmeldung der Selbstständigkeit
  • Arbeitgeber informieren
  • Auf die Sozialversicherungspflicht achten
  • Genehmigungen
  • Steuern
  • Kleinunternehmerregelung

Damit die Selbstständigkeit auch in nebenberuflicher Form stattfindet, müssen einige Kriterien beachtet werden. Augenmerk sollte hierbei vor allen Dingen auf die Arbeitszeit und das Einkommen gelegt werden. Man sollte also schauen, welche Arbeit den Mittelpunkt der Beschäftigung bildet.

Bei der Arbeitszeit sollte man also höchstens 18 Stunden pro Woche der nebenberuflichen Selbstständigkeit widmen. Außerdem darf das Einkommen aus der nebenberuflichen Selbstständigkeit das der anderen Arbeit natürlich nicht übertreffen. Auch darf man keine Mitarbeiter anstellen.

Des Weiteren müssen Sie ihre nebenberufliche Selbstständigkeit auch anmelden. Dazu müssen die gleichen Kriterien beachtet werden wie bei einer vollen Selbstständigkeit. Dem Papierkram geht man also nicht aus dem Weg. Auch der Arbeitgeber muss informiert werden. Natürlich steht einem erstmal frei, sich nebenberuflich selbstständig zu machen.

Allerdings muss man den Anforderungen des Arbeitgebers weiterhin entsprechen und darf diesen nicht vernachlässigen. Auch darf man nicht in Konkurrenz mit ihm treten. Des Weiteren sollte man auf die Regelungen im Arbeitsvertrag achten. Oft ist es auch Pflicht, den Arbeitgeber über die nebenberufliche Selbstständigkeit zu informieren. Davon mal abgesehen, wäre es auch ratsam dies zu tun, um den Arbeitgeber nicht gegen sich aufzubringen oder Missverständnisse entstehen zu lassen.

Wenn man nur nebenberuflich selbstständig ist, muss man keine weiteren Sozialversicherungen zahlen. Dennoch sollte man sich bei seiner Krankenkasse melden, da der Beitrag auch entsprechend des Einkommens aus der Selbstständigkeit angepasst wird. Denn diese wird mit berücksichtigt.

Wenn irgendwann die nebenberufliche Selbstständigkeit überwiegt, kann man den Status als Selbstständiger beantragen. In diesem Status ist man versicherungsfrei und muss keine Beiträge für Renten- und Arbeitslosenversicherung zahlen. Man kann dann auch zwischen einer gesetzlichen und privaten Krankenkasse wählen.

Wie bereits gesagt: Der Papierkram bleibt einem nicht erspart. Man muss auch bei einer nebenberuflichen Selbstständigkeit bestimmte Qualifikationen und Genehmigungen vorweisen. Das ist auch bei einer vollen Selbstständigkeit der Fall. Und auch bei den Steuern muss man sich informieren. Hier spielt es keine Rolle, ob man nebenberuflich oder hauptberuflich selbstständig ist. Am besten informiert man sich vorab beim Finanzamt, welche Steuern man zahlen muss und auf welche Punkte man zu achten hat.

Weiter geht es mit organisatorischen Dingen. Man kann eine nebenberufliche Selbstständigkeit nicht mit dem Kleinunternehmerstatus vergleichen. Bei diesem Punkt geht es beispielsweise um die Befreiung von der Umsatzsteuer. Hier muss man sich erkundigen, was genau für einen gilt.

Rechtsform für die Selbstständigkeit

Nebenberufliche Selbstständigkeit hält einen nicht von vielen Fragen der hauptberuflichen Selbstständigkeit ab. Man sollte sich zum Beispiel auch Gedanken zu der Rechtsform machen. Hierbei werden oft Fragen aufgeworfen. Deshalb sollte man sich am besten juristische Hilfe suchen.

Auch wenn man arbeitslos gemeldet ist, kann man nebenberuflich selbstständig sein. Man darf dann jedoch nicht mehr als 15 Stunden pro Woche arbeiten. Ebenso bleiben einem im Monat 165 Euro steuerfrei. Allerdings muss man die nebenberufliche Selbstständigkeit dem Arbeitsamt sofort melden.

Vor- und Nachteile

Wie bei den meisten Dingen gibt es bei der nebenberuflichen Selbstständigkeit auch Vor- und Nachteile. Die Vorteile sind zum Beispiel folgende:

  • Die Geschäftsidee kann getestet werden: Vielleicht ergibt sich dann auch eine hauptberufliche Selbstständigkeit
  • Risiko ist nicht so hoch wie bei einer hauptberuflichen Selbstständigkeit. Man hat immer noch ein gesichertes Arbeitseinkommen
  • Man muss nicht so viel Zeit investieren, wie bei einer hauptberuflichen Selbstständigkeit
  • Man hat immer die Möglichkeit die nebenberufliche Selbstständigkeit in eine hauptberufliche umzuwandeln
  • Durch die nebenberufliche Selbstständigkeit kann das bisherige Einkommen erhöht werden

Allerdings gibt es auch Nachteile, die man beachten sollte:

  • Man wird doppelt belastet und hat vermutlich weniger Zeit für Familie und Privatleben
  • Man muss genügend Zeit haben, um ein eigenes Unternehmen als Nebenberuf zu führen. Dies muss vorher klar sein
  • Eventuell akzeptieren Kunden, Partner und Lieferanten die nebenberufliche Selbstständigkeit nicht und legen sie als Nachteil aus
  • Man ist aufgrund der anderen Arbeitsstelle zeitlich nicht so flexibel, um auf Wünsche der Kunden zu reagieren
  • Eine nebenberufliche Selbstständigkeit ist auch nicht immer sicher und kann scheitern.

Man muss also auch bei einer nebenberuflichen Selbstständigkeit viele Dinge beachten und sollte den Aufwand nicht unterschätzen. Allerdings geht man auch ein geringeres Risiko ein und kann auf diesem Weg seine Geschäftsidee testen und sich an die Selbstständigkeit herantasten.

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