Unternehmer-Porträt: Nordsee-Chefin Hiltrud Seggewiß unter der Lupe

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hiltrud seggewiss

Hiltrud Seggewiß, eine erfolgreiche Business Frau, die noch nie ein richtiges Gehaltsgespräch hatte und es trotzdem – oder aber gerade deshalb – ganz nach oben auf die Karriereleiter geschafft hat. In diesem Artikel stellen wir die Unternehmerin und ihre erfolgreiche Lebensart vor. Meist sind es die Unternehmer, denen andere Dinge als das große Geld im Job wichtiger sind, die es ganz nach oben schaffen. Hier verraten wir die geheimen Tipps der Hiltrud Seggewiß!

Hiltrud Seggewiß – eine bodenständige, glückliche Managerin!

Hiltrud Seggewiß kommt ursprünglich aus Bocholt in Nordrhein-Westfalen. Dort ist sie auf einem Bauernhof aufgewachsen. Selbst heute zieht es die erfolgreiche Business Frau noch immer in ihre westfälische Heimat zurück. Vielleicht liegt das auch daran, dass dem Familienleben im Hause Seggewiß immer sehr viel Bedeutung zugeschrieben wurde: Ihre Mutter genießt es selbst im hohen Alter für alle Mitbewohner des Hauses zu kochen. Ein Mehrgenerationenhaushalt, bei dem das Miteinander sehr groß geschrieben wird. So überrascht es nicht, dass das große Vorbild der Hiltrud Seggewiß auch ihr Vater ist! Das Besondere an ihm ist, dass er eine so positive Lebenseinstellung hat. Seggewiß ist begeistert davon, dass er so geerdet ist und seinen Optimismus nicht verliert. Egal, was passiert, ihr Vater ist der Meinung, dass alles schon irgendwie gut gehen wird.

Heimatgefühle und Familie

Hiltrud Seggewiß liebt das Landleben. Sie empfindet, dass es sich auf dem Land einfacher als in den Städten lebt. Das Land habe eine höhere Lebensqualität! Sie genießt es, ausgiebige Fahrradtouren durch Wald und Wiesen zu machen, sich mit Freunden am Wochenende in ihrer Stammkneipe zu treffen und zu Hause, die Arbeit einfach Arbeit sein zu lassen. Denn für Bocholt gilt: Wenn sie zu Hause ist, wird nicht über die Arbeit gesprochen! Zu Hause dreht sich alles um ihre Patenkinder, mit denen sie auch gerne Urlaub macht und die Welt gemeinsam erkundet. Auch wenn Seggewiß keine eigenen Kinder hat, so kann sie sich durchaus vorstellen, später auf den familiären Hof zurück zu kehren und mit ihrem Bruder und seiner Familie zusammen unter demselben Dach zu wohnen. Die erfolgreiche Unternehmerin, die die Welt gesehen hat, würde gerne auf dem flachen Land nahe der holländischen Grenze alt werden. Familie ist alles für sie!

Als Frau vom Land in einer Männerdomäne Karriere machen

Ursprünglich plante Seggewiß Lehrerin zu werden. Damals unterrichtete sie ihre Freunde im Garten und spielte Schule. Als Lehrerin besaß sie eine Tafel und Kreide und gab Rechenunterricht. Allerdings entschied sich die Unternehmerin dann doch für ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an den Universitäten in Münster und Köln, so dass sie eine ausgebildete Diplomkauffrau ist. Im Anschluss des Studiums begann sie bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu arbeiten. Den Zahlen ist sie also in gewisser Weise treu geblieben.

Als sie in den Beruf als Wirtschaftsprüferin einstieg, war sie fast die einzige Frau in dem Job. Auch wenn heutzutage der Frauenanteil höher ist, so ist sich Seggewiß sicher, dass Sie und die wenigen Frauen damals die Nachteile in der Branche als Frau noch leidvoll erfahren haben. Nichts desto trotz ist sie kein Fan von der Frauenquote. So würde man sich als Frau so vorkommen, als hätte man den Posten nur der Quote wegen bekommen. Am Ende sollte letztlich die Leistung über Führungspositionen entscheiden.

Im Laufe ihres jungen Berufslebens erhielt Frau Seggewiß in verschiedenen Branchen Einblicke. Sie übernahm leitende Positionen im Finanz- und Rechnungswesen im Mittelstand in der Computerbranche sowie der Textilindustrie, bevor sie bei der Bäckerei Kamps einstieg.

Auf das Brötchen gekommen – Seggewiß bei Kamps

Bei Kamps war sie verantwortlich für die Finanzen. Ihrem Chef Heiner Kamps ist sie sehr dankbar: Sie hätte sehr viel bei ihm gelernt. Alle paar Jahre hätte sie einen neuen Job ausgeführt, ständig hätte sich bei Kamps was verändert, ihr war nie langweilig. Heiner Kamps war mehr als ein Chef für sie: Er war zudem auch ein wichtiger Mentor. Sie hat ihm Vieles zu verdanken und sieht ihn wie einen großen Bruder an. Auf ihn konnte sie sich immer verlassen, er hat ihr stets Rückendeckung gegeben. Beide haben eine ähnliche Einstellung zu arbeiten: Sie arbeiten beide nach der Devise lieber 80 Prozent sofort geben als 100 Prozent in zehn Jahren.

Von 1994 bis 2002 war sie mit Herzblut im Brötchen Business aktiv.1998 war ein sehr anstrengendes, herausforderndes Jahr für sie. Damals bereitete sie den Börsengang der Kamps AG vor. Dies war eine wilde, anstrengende Zeit mit ständigen Meetings in New York und endlosen Treffen mit Bankern. So lernte die Frau vom Land das Frankfurter Bankenviertel genauso wie das in New York kennen. Allerdings verlangte der Börsengang viel Kraft und Mühen, so dass Seggewiß entschied, sich im Jahr 2002 eine Auszeit zu nehmen.

Mal die Arbeit, Arbeit sein lassen – ein Sabbatjahr zum Krafttanken

Als ihr Vertrag ohnehin auslief, nahm sich Seggewiß Zeit für sich selbst. Nach anstrengenden Jahren in der Arbeitswelt war die Zeit reif für eine berufliche Auszeit. In ihrem Sabbatjahr setzte sich sie für längere Zeit nach Italien ab, lernte die Sprache und genoss la dolce vita in Bella Italia. Zudem nutzte sie die Zeit für ausgiebige Fahrradtouren und zum Durchatmen.

Auf den Fisch gekommen…

Nach ihrer Auszeit übernahm sie einige beratende Tätigkeiten mit Fokus auf Reorganisation und Akquisition, bevor sie in das Geschäft mit dem Fischbrötchen einstieg.

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Von 2011 bis 2015 übernahm Seggewiß den Posten als Vorsitzende der Geschäftsführung bei der Nordsee Holding GmbH in Bremerhaven. Das Unternehmen Nordsee wurde bereits im Jahre 1896 von einer Gruppe Kaufleute in Bremen eröffnet. Die Führung dieser Gruppe wurde damals in die Hände des Reeders Adolf Vinnen gelegt. Das Unternehmen konnte im Laufe der nächsten Jahrzehnte viele Restaurants gründen und selbst mehrere Kriege, Krisen und Revolutionen brachten das Unternehmen Nordsee nicht zu Fall. Trotzdem wechselte das Unternehmen mehrmals Besitzer, bis es im Jahre 2005 von dem Geschäftsmann Heiner Kamps übernommen wurde. Kamps und Seggewiß stehen sich sehr nahe. Seggewiß sieht ihren Freund und Chef vor allem als eine Art Bruder an, weswegen es nur natürlich ist, dass Heiner Kamps sie mit diesem Posten betraute.

Der Job ergab sich also über ihre beruflichen Beziehungen. „Ich hatte noch nie ein richtiges Gehaltsgespräch“ – gibt Hiltrud Seggewiß zu. Für einige Jahre managte sie die Imbiss- und Handelskette Nordsee, ihre Aufgabe war es den Pionier der Systemgastronomie im Bereich Fisch und Meeresfrüchte zu modernisieren. Denn auch wenn das Unternehmen in ganz Deutschland und Österreich als DAS Restaurant und DER Einzelhandel für Fisch und Meeresfrüchte bekannt war, stagnierten die Einnahmen dennoch. Fisch galt vor allem nach dem Weltkrieg als Luxusgut und die Preise für die Leckereien wurden immer mehr in die Höhe getrieben. Wer sich also etwas Gutes tun wollte, setzte sich damals und noch Jahrzehnte später in eine Filiale von Nordsee und ließ sich den leckeren Fisch schmecken. In den folgenden Jahren jedoch, nahm die Nachfrage nach den Meeresprodukten immer mehr ab.

Mit Franchising auf Erfolgskurs

Seggewiß versuchte mittels Franchising Nordsee zu modernisieren.

Denn auch, wenn das Unternehmen in ganz Deutschland und Österreich als DAS Restaurant und DER Einzelhandel für Fisch und Meeresfrüchte bekannt war, stagnierten die Einnahmen dennoch. Fisch galt vor allem nach dem Weltkrieg als Luxusgut und die Preise für die Leckereien wurden immer mehr in die Höhe getrieben. Wer sich also etwas Gutes tun wollte, setzte sich damals und noch Jahrzehnte später in eine Filiale von Nordsee und ließ sich den leckeren Fisch schmecken. In den folgenden Jahren jedoch, nahm die Nachfrage nach den Meeresprodukten immer mehr ab. Die Menschen orientierten sich nun eher auf Fast Food, welches aus fremden Ländern nach Deutschland eindrang.

Burger aus Amerika, Pizza und Pasta aus Italien, Gebäck aus Frankreich, Sushi aus Japan und der Döner aus der Türkei. Der Fisch geriet langsam aber sicher in Vergessenheit, denn das Fischbrötchen ist eher bei den älteren Herrschaften sexy, Jugendlichen stehen eher weniger auf den Fisch. Seggewiß musste sich also schnell etwas überlegen, um den Ruf des Fisches wieder aufzuwerten. Die studierte BWLerin startete eine Kampagne, welche durch clevere Marketingsprüche die Aufmerksamkeit der Kundschaft auf sich ziehen sollte. Seggewiß gab sich jedoch keinen Illusionen hin. Die damalige Jugend und die jungen Erwachsenen hatten einfach kein Interesse an Fisch und konnten sich mit dem Geschmack größtenteils nicht anfreunden. Deswegen galt es vor allem Kunden in den 40ern und 50ern für sich zu gewinnen. Durch diesen Schritt senkte Seggewiß die angestrebte Zielgruppe trotzdem um 20 Jahre und vergrößerte auf raffinierte Art und Weiße den Kundenkreis.

Im Zuge dessen wurden zahlreiche Restaurants umgebaut, mehr als 20 Millionen Euro wurden dafür in die Hand genommen, um mehr als 400 Restaurants aufzumöbeln. Mithilfe von Franchisenehmern wollte sie zusätzlich das Geschäft beleben: Neue Unternehmer sollten somit neue Ideen in das Unternehmen Nordsee bringen. Aus diesem Grund wurden einige Filialen in Franchisebetriebe umgewandelt. Allerdings geschah das nur dort, wo sie auch geeignete Mitarbeiter dafür vorfanden. Frischer Wind war vor allem deshalb wichtig, da das Unternehmen sich auf einem stark wandelnden Markt der Systemgastronomie durchsetzen musste. Immer neue, jüngere Konkurrenten mischten den Markt auf, so dass der Umsatz der Kette stagnierte. Franchising konnte hier Abhilfe schaffen.

Hiltrud Seggewiß: Vom Bauernhof an die Spitze der Karriereleiter

Seit 2016 übernahm die geschätzte Business Frau diverse Aufsichtsratsmandate und sie machte sich letztlich als Wirtschaftsberaterin selbstständig. Heutzutage berät sie zu den Themen Existenzgründung, Finanzierung, Reorganisation und Akquisition. Hier gibt sie ihre Expertise und ihr Wissen weiter.

In ihrem erfolgreichen Berufsleben hat Hiltrud Seggewiß zahlreiche Erfahrungen machen dürfen, die ihr Vieles beigebracht haben. Nichts desto trotz ist sie bodenständig geblieben und lebt die optimistische Lebenseinstellung ihres Vaters – und genau das dürfte ihr Geheimrezept für eine erfolgreiche, glückliche Karriere sein.

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