Öffentlichkeitsarbeit im Franchising: Unsere Empfehlungen aus der Praxis

06.05.2018 07:30 | Ein Unternehmen gründen

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Kampagnen-Management kann man studieren, der Alltag sieht oft anders aus. Manchmal heißt es, auf veröffentlichte Meinungen zu reagieren, grundsätzlich folgt der Auftritt nach außen hin festgelegten Richtlinien. Das Franchising muss dabei seinen eigenen Standpunkt anderen gegenüber deutlich machen, damit nicht alles über einen Kamm geschoren wird, was der Vielzahl von Anbietern und ihrer Individualität kaum gerecht werden würde. Die Unterschiede sind immens, und das bedarf der akzentuierten Darstellung.

Das Franchising spielt sich auf zwei Ebenen ab

Was intern beschlossen wird, geht nicht jeden etwas an, mitunter aber doch. Es kann vorkommen, dass bestimmte Richtlinien von Franchise-Unternehmen zum Gegenstand der allgemeinen Auseinandersetzung werden. Dann sind sie in einem erweiterten Rahmen zu vertreten, wobei Verfängliches möglichst unter der Decke gehalten werden muss. Dabei ist insofern viel Geschick gefragt, als Verlautbarungen glaubhaft und nachvollziehbar sein müssen, aber eventuell nicht alles preisgegeben werden darf. Zur Bewältigung solcher kitzligen Angelegenheiten gibt es Spezialisten, wenn man sie sich leisten kann. In der Praxis wird die Pressearbeit meist vom Sekretariat erledigt, solange alles seinen gewohnten Gang geht.

Unzählige Augen schauen auf das Franchising

Was einst in schöner Regelmäßigkeit der Druckerpresse entsprang, hat sich seitdem beträchtlich ausgeweitet. Medien erscheinen in einer schier unabsehbaren Vielfalt, viele möchten am liebsten ins Fernsehen. Einiges hat ihm mittlerweile den Rang abgelaufen, obwohl es nach wie vor ein nicht zu unterschätzendes Maß an Seriosität vermittelt. Man kann nicht alle, die sich dazu berufen fühlen, aus einer Hand bedienen und sollte sich schon für den richtigen Kanal entscheiden, es dabei jedoch an Flexibilität nicht mangeln lassen. Ein Video am rechten Platz sagt mehr als tausend Worte, Breitenwirkung lässt sich nicht nur durch systematisches Vorgehen erreichen.

Im bisweilen grellen Licht der Öffentlichkeit

Der erklärte Sinn der ständig zu verfolgenden und gelegentlich ausufernden Angelegenheit ist es,

  • mehr als bisher ins Gespräch zu kommen,
  • Vertrauen in die Redlichkeit des Unterfangens aufzubauen und zu stärken,
  • nicht zuletzt natürlich: neue Kunden anzulocken und sie wie auch den Stamm dauerhaft an sich zu binden.

Um nicht übersehen zu werden, muss man vor allem bei Interesse problemlos aufgefunden werden können. Gezielte Hinweise darauf sind nicht verkehrt, eher zufällige Begegnungen unaufdringlich zu lancieren. Neben der dauerhaften oder auch einer abwechslungsreichen Werbung kommt weitergehenden Aktivitäten dabei erhebliche Bedeutung zu.

  • Laden Sie geeignete Multiplikatoren zu sich ein, wenn Sie Bedeutendes zu sagen haben,
  • pflegen Sie Ihre Kontakte in der Medienwelt durch die Übermittlung von Botschaften, die aufhorchen lassen.

Wer ein gut funktionierendes Netzwerk unterhält, muss keine spektakulären Auftriebe veranstalten, am besten funktioniert es, wenn man dem Anlass entsprechend zweigleisig fährt. Es dürfen auch mehrere sein.

Nicht nur klotzen, sondern auch mal kleckern

Vergreifen Sie sich nicht im Ton oder verwechseln Berichtenswertes mit Werbendem. Die Grenze zwischen den klassischen Kategorien verläuft allerdings zunehmend fließend, und mit etwas Übung ist das eine vom anderen kaum zu unterscheiden. Es geht jedoch stets darum, glaubwürdig zu bleiben, und gerade in diesem Punkt hat man schnell einmal ins Fettnäpfchen getreten. Wer erst den Ruch des heimlichen Schleichers an sich hat, wird ihn kaum noch los. Ehrlichkeit ist das, was überzeugt, vieles in vermeintlich guter Absicht von sich Gegebene einfach zu leicht durchschaubar. Trennen Sie Aktuelles von dem, was sonst noch für Sie spricht, lassen Sie es sich etwas kosten, wenn Sie als großzügig gelten wollen.

Der Etat sollte nicht den Rahmen sprengen

Die Öffentlichkeitsarbeit kann auch professionell gemanagt werden, was jedoch mitunter gar nicht nötig ist, es sei denn, eine feine Krise stünde ins Haus oder bräche urplötzlich aus. Dann muss jemand, der von außen kommt, sich erst einarbeiten, und das kostet unter Umständen wertvolle Zeit. Besser ist es, wenn eine Pressestelle im Hause eingerichtet ist oder zumindest immer jemand da, der Anfragen schnell und kompetent beantworten kann. Es hat auch den Vorteil, dass man sich auskennt und den Stil des Hauses pflegt. Aufgedrücktes dagegen kann bizarr wirken, die diesbezügliche Verständigung einiges an Energien binden. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass man beständig im eigenen Saft kocht.

Engagement für eine gute Nachbarschaft

Suchen Sie sich Unterstützung, wenn Sie Großes vorhaben, halten Sie sich den Rücken frei, solange keinerlei Ambitionen in dieser Richtung bestehen. Es soll ja schon Feldzüge gegeben haben, die heute noch als denkwürdig gelten, sie jedoch zu toppen, fällt gar nicht leicht und verzehrt vielleicht horrende Mittel. Haken Sie sich bei der zweiten Kreisliga unter, engagieren Sie sich nicht betont für den Hunger in der Welt, interessieren Sie sich lieber für das, was in Ihrer Umgebung geschieht. Sollte Ihr Einzugsbereich natürlich bereits halb Europa umspannen, fällt das schon schwerer. Gefördertes muss zu den Unternehmenszielen passen, auch hierbei kommt es darauf an, authentisch zu bleiben.

Klarer Kurs auf lange Sicht

Das in der Öffentlichkeit erzeugte Bild hängt von vielerlei Faktoren ab, wichtig ist auch, dass sie harmonisch aufeinander abgestimmt sind und man nicht mit den Füßen umstößt, was mit fleißiger Hände Arbeit aufgebaut worden ist. Die PR sollte schon einer erkennbaren Linie folgen, und dafür kann entscheidend sein, dass sie anders als ein Stiefkind behandelt wird. Genauso wenig sollte man es aber damit übertreiben und jede Kleinigkeit ins Fenster hängen. Bombardieren Sie Ihre potenzielle Kundschaft nicht, bringen Sie ihr die gebührende Achtung entgegen. Man weiß es auch zu schätzen, wenn Gelder offensichtlich alles andere als verschleudert werden und stattdessen sinnvoll im Sinne vieler eingesetzt.

Ab und zu frischer Wind

Wer ständig auf die Pauke haut, dem muss man ja unterstellen, dass er womöglich an der Qualität seiner Produkte spart. Lassen Sie sich etwas einfallen, reden Sie nicht nur darüber, Gutes zu tun und nutzen die Chancen der immer noch relativ jungen Verbreitungswege. Gerade traditionsreichen Unternehmen rechnet man es hoch an, wenn sie zeigen, dass sie hinzulernen können. Aber blamieren Sie sich dabei nicht! Es sollte keinesfalls als pure Anbiederung verstanden werden, was Sie sich da ausgedacht haben, sondern dafür sprechen, dass Sie besonnen mit der Zeit gehen. Klammern Sie sich dagegen an das schick Moderne, als wäre es ein Rettungsanker, scheint es wohl an der Zeit für Sie zu sein, allmählich zu gehen.

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