Optimale Bestellmenge berechnen: So geht es Schritt für Schritt!

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waren bestellung franchise

In einem Unternehmen spielen viele Kosten auch eine Rolle. Es ist wichtig, dass das Unternehmen einen guten und detaillierten Finanzplan aufstellt, damit es zu keinen großen finanziellen Lücken kommt, die überbrückt werden müssen.

Gerade zu Beginn, wenn das Unternehmen nach der Gründung noch nicht lange besteht, ist es schwierig einzuschätzen, wie das Produkt oder die Dienstleistung bei den Kunden ankommt. Aber auch im späteren Verlauf ist es wichtig, dass zumindest annähernd die passende, also optimale, Bestellmenge berechnet und bestellt wird.

Was ist die optimale Bestellmenge?

Bei der optimalen Bestellmenge geht es darum, dass man als Unternehmer die aus wirtschaftlicher Sicht gesehene optimale Menge des Artikels beziehungsweise Produktes bestellt. Grundsätzlich ist die optimale Bestellmenge erreicht, wenn die Lager- und die Bezugskosten, also die Gesamtkosten, insgesamt minimal ausfallen. Folgende Punkte werden bei der Berechnung der Größenordnung mit einkalkuliert:

  • Bestellkosten
  • Mengenrabatt
  • Jahresabsatz
  • Lagerkosten

Die optimale Bestellmenge ist keine feste Größe und variiert, da sie vom Herstellungs- und Vertriebsprozess abhängt. Wenn man als Unternehmen Waren bei einem Lieferanten bestellt, werden einem zusätzlich die Versandkosten berechnet, allerdings kann man hier ab einer bestimmten Menge einen Rabatt erhalten. Natürlich sind die Kosten für die Lagerung der Produkte nicht auf der Rechnung aufgeführt. Diese fallen allerdings unter die Betriebsausgaben, die das Unternehmen berücksichtigen muss. Ebenso

  • Die Miete für die Räumlichkeiten
  • Strom
  • Arbeitszeit für die Lagerung der Produkte oder die Aufbereitung

Es gibt also viele Aspekte, wovon die optimale Bestellmenge abhängt. Grundsätzlich hängt die Bestellmenge von zwei Größen ab:

  • Bezugskosten
  • Lagerkosten

Das ist zunächst nicht sehr kompliziert. Allerdings verhalten sich diese beiden Größen konträr zueinander. Wenn das Unternehmen eine große Menge an Produkten bestellt, sind auch automatisch die Lagerkosten größer. Zudem ist auch eine größere Menge des Kapitals gebunden bei großen Bestellungen. Es ist also der Fall, dass die Lagerhaltungskosten bei großen Bestellungen steigen. Allerdings sind nebenbei die Bezugskosten geringer, da durch große Bestellungen Mengenrabatte bei den Lieferanten erreicht werden können.

Auf der anderen Seite ist es auch nicht ideal, sehr kleine Mengen zu bestellen. Zunächst ist es ein positiver Aspekt, dass die Lagerkosten bei einer kleinen Menge sehr gering gehalten werden können.

Bei der Bestellung kleinerer Mengen (oder gar bei reinen Dienstleistungen) ist auch nur ein geringer Anteil des Kapitals gebunden. Allerdings steigen auf der anderen Seite die Bezugskosten, da man bei gleichbleibendem Bedarf in diesem Falle öfter bestellen muss. Also steigen die Kosten für die Logistik und auch mit Mengenrabatten kann nicht mehr gerechnet werden.

Aus dieser Beschreibung ergibt sich, dass eine optimale Bestellmenge errechnet werden muss. Als optimale Bestellmenge wird der Punkt bezeichnet, bei dem die Lagerkosten und die Bezugskosten, zusammengefasst die Gesamtkosten, minimal sind. Natürlich möchte jedes Unternehmen seine Kosten möglichst gering halten, weshalb es ratsam ist die optimale Bestellmenge zu errechnen und dies auch regelmäßig zu kontrollieren und aktualisieren. Denn die optimale Bestellmenge ist ein variabler Punkt, der sich je nach Trend anders entwickeln kann und flexibel angepasst werden muss.

Wie wird die optimale Bestellmenge errechnet?

Es gibt die Möglichkeit, die optimale Bestellmenge anhand einer Funktion zu bestimmen. Allerdings muss man dafür die Funktionen der Bezugskosten und der Lagerkosten kennen. Zeichnet man diese in ein Koordinatensystem ein, ergibt sich die optimale Bestellmenge an dem Punkt, an dem sich die Gerade der Bezugskosten mit der Geraden der Lagerkosten schneidet. Dies wäre die grafische Lösung, um die optimale Bestellmenge zu ermitteln. Es gibt aber auch eine rechnerische Lösung. Dafür muss man im Unternehmen ebenfalls die Lagerkosten und die Bestellkosten kennen. Daraus werden anschließend die Gesamtkosten gebildet. Die Bestellkosten ermittelt man wie folgt:

Bestellkosten pro Auftrag=Gesamtmenge/Bestellmenge*Bestellkosten pro Auftrag

Also wie folgt:
KB=m/q*kB

Auf diese Weise können die Bestellkosten innerhalb eines Unternehmens errechnet werden. Des Weiteren benötigt man die Lagerkosten. Diese werden wie folgt ermittelt:

Lagerkosten pro Auftrag= Bestellmenge/2*Wert pro Stück(Kapitalbindungskosten+physische Lagerkosten)

Also wie folgt:
KL=q/2*w(ik+iph)

Daraus kann dann die Formel für die Gesamtkosten ermittelt werden:

Gesamtkosten=Bestellkosten+Lagerkosten=Gesamtmenge/Bestellmenge*Bestellkosten pro Auftrag+Bestellmenge/2*Lagerkosten pro Stück

Also wie folgt:

KG=KB+KL=m/q*kB+q/2*w(ik+iph)

Nach der Ermittlung der Formel der Gesamtkosten muss diese noch abgeleitet werden, mit 0 gleichgesetzt werden und nach q umgestellt werden. Ist dies erfolgreich geschehen, erhält man die Formel für die Errechnung der optimalen Bestellmenge. Diese Formel wird auch Andler Formel genannt.

√(2*m*kB)/(w(ik+iph))

Dabei ist m die Gesamtmenge, kB sind die Bestellkosten pro Auftrag und w(ik+iph) sind die Lagerkosten pro Stück.

Als Unternehmer möchte man natürlich die höchstmöglichen Erträge erzielen. Auf diese Weise wird auch festgelegt, wie man sein Kapital einsetzt, nämlich auf eine effiziente Art und Weise. Vor allen Dingen in der Gründungsphase ist es wichtig zu wissen, über wie viel Kapital man verfügt. Denn es ist eine Voraussetzung, dass man liquide ist, um Investitionen zu tätigen, Rechnungen zu begleichen und ungeplante finanzielle Lücken decken zu können.

Bei einer Bestellung von höheren Mengen bindet man automatisch auch größere Mengen des Kapitals. Außerdem steigen die Lagerkosten. Diese Punkte müssen bei der Entscheidung bedacht werden. Denn auf diese Weise wird die Liquidität in einem Unternehmen verringert. Auf der anderen Seite bindet man mit kleineren Bestellungen zwar weniger Kapital, allerdings muss bei gleichbleibender Nachfrage öfter bestellt werden und auf Mengenrabatte kann nicht mehr gebaut werden. Also haben beide Wege ihre Vor- und Nachteile.

Deshalb ist es wichtig, vor allen Dingen in der Gründungsphase die optimale Bestellmenge zu errechnen. Diese muss fortwährend aktualisiert und angepasst werden, da sich die Nachfrage der Kunden ändern kann und dementsprechend größere oder kleinere Mengen des Produktes bestellt werden müssen. Die optimale Bestellmenge ist also variabel und muss flexibel angepasst werden können. Daraus kann man schlussfolgern, dass es DIE optimale Bestellmenge eigentlich nicht gibt.

Es ist ein fortlaufender Prozess, da die Bestellmenge ständig an die Gegebenheiten angepasst werden muss. Dementsprechend ist es wichtig, dass man sich in einem Unternehmen ständig mit dem Bestellprozess beschäftigt. Dadurch kann man einen Informationsvorsprung erlangen, die Bestellmenge dementsprechend anpassen und damit unnötige Kosten einsparen.

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