10 Gründe warum Franchisegeber ihre Partner regelmäßig besuchen sollten

23.06.2018 07:30 | Ein Unternehmen gründen

partner regelmäßig besuchen

Es muss kein Zeichen für wachsendes Misstrauen sein, wenn der Franchisegeber selbst oder einer seiner Abgesandten in schöner Regelmäßigkeit vor Ort aufschlägt, auf diese Weise lassen sich auch Kontakte pflegen. Das geht eher privat besser als bei einberufenen Zusammenkünften, wo dem Einzelnen notwendigerweise nur eine beschränkte Zuwendung widerfahren kann. In vivo fehlt zwar gelegentlich die reflektierende Distanz, doch Ausflüchte sind nicht zugelassen und jemand, der von draußen kommt, kann unverblümt ins Innere sehen. Das mag erhellend sein.

1. Franchisenehmer brauchen praktische Unterstützung

Theoretische Überlegungen, in kompakten Seminaren einprägsam aufbereitet, sind schön und gut, Franchisenehmer aber dennoch mit ihrer praktischen Ausführung in der Wirklichkeit gelegentlich überfordert. Da ist es ganz und gar nicht verkehrt, wenn ab und zu jemand einspringen kann, der sich das alles ausgedacht oder zumindest mehr Erfahrung damit hat. Das fördert beidseitige Lernerfolge, sowohl auf der einen als auch auf der anderen Seite ist ein Crashkurs mitunter angebracht. Es festigt die Beziehung und bringt an den Tag, was sonst leicht im Verborgenen gären könnte, und alles, was sich in diese Richtung entwickelt, dürfte schädlich sein für das gesamte System.

2. Das Franchising lebt von fruchtbaren Begegnungen

Wer sich allein gelassen fühlt, verliert das gemeinsame Ziel schneller aus den Augen. Im Franchising kommt es jedoch darauf an, sich gegenseitig bei der Stange zu halten und auf neue Ideen zu bringen. Für die Zentrale können häufige Basiskontakte nur nützlich werden, und wer an vorderster Front kämpft, sollte für jede Rückenstärkung dankbar sein. Es wäre auch vorstellbar, dass gravierende Probleme soeben im Entstehen begriffen und in diesem Stadium noch wesentlich einfacher ihrer Lösung zuzuführen sind. Anstatt sie unter dem Deckel zu halten, weil einer meint, er wäre selbst dafür zuständig, können sie vor allem auch bei unangekündigten Besuchen offensichtlich und direkt angegangen werden.

3. Individuelle Bedürfnisse sind besser wahrzunehmen

Neben der Einhaltung von Standards kommt es darauf an, die persönliche Sichtweise derer, die sie erfüllen sollen, näher kennenzulernen. Vielleicht tun sich ja Widerstände auf, die ausgeräumt werden können, möglicherweise wäre der generelle Blickwinkel auch ein wenig zu verschieben. Zwischen Überzeugungsarbeit und der Offenheit für frische Impulse muss kein Spalt klaffen, wenn man sich wechselseitig um vertieftes Verständnis bemüht. Das kann im Dialog auf Tuchfühlung früher und intensiver geschehen, als es anderer Stelle zu realisieren ist. Hinzukommt ein Praxiseffekt, der handgreiflicher kaum sein könnte. In der unmittelbaren Konfrontation sieht man manches klarer.

4. In der Gegenüberstellung wird unverblümt gedacht

Schließlich kann der Besucher auch mit Neuigkeiten aufwarten, die sich durch unverzügliches Umsetzen gleich erproben lassen. Realistischer und zeitnäher könnte ein Feedback kaum sein, spontane Reaktionen stehen anstelle von verzögerten Antworten, die immer Raum zum Überdenken des Standpunkts geben. Sie sollten nicht überbewertet werden, doch bringen oft den erhofften Aufschluss. Außerdem lassen sie unter Umständen Charakterzüge erkennen, um deren Unterdrückung man ansonsten sehr bemüht sein könnte. Das soll keine inquisitorische Qualität annehmen, doch oftmals ist es besser zu wissen, woran man wirklich ist.

5. Ursachenforschung ohne Beisein von Zuschauern

Nicht zuletzt bietet der Gedankenaustausch im intimen Rahmen Gelegenheit dazu, Motiven auf die Spur zu kommen. Gehen Sie erarbeitete Aufstellungen gemeinsam durch und überlegen dabei, warum es an der einen oder anderen Stelle haken mag. Es kann ja sein, dass es gute Gründe dafür gibt, die nicht nur aus einer Position heraus zu beseitigen oder abzuändern wären. Nicht jeder kommt mit den übergreifend eingeräumten Konditionen gleichermaßen problemlos zurecht, was nicht heißen muss, dass sie im Einzelfall modifiziert werden könnten. Gemecker darf nicht geduldet werden, eventuell Schwerwiegendes jedoch ist auf alle Fälle ernst zu nehmen.

6. Aufarbeiten, was in der Eile liegen geblieben ist

Und vieles lässt sich eher einschätzen, wenn man sich Aug in Auge gegenübersitzt. Papier ist geduldig, Leitungen sind manchmal verstopft, oft bleibt auch nicht die Zeit dafür, sich in Warteschleifen aufzuhalten. Auf langen Wegen kommt es leicht zu Missverständnissen, von allergrößter Wichtigkeit ist es jedoch, sich von Zeit zu Zeit zu vergewissern, dass man noch auf derselben Seite steht. Ist in der Hektik des Funkverkehrs etwa ein Disput aufgetreten, der nach wie vor in der Luft hängt, muss spätestes beim nächsten Aufsuchen darauf zurückgekommen werden. Dabei wird kein Schuldenkonto vorgerechnet, sondern das nachgeholt, wofür der Alltag nicht immer genügend Chancen lässt.

7. Belastendes viel einfacher von der Seele reden

In einer vertraulichen Atmosphäre fällt es weniger schwer, auch mal seine Sorgen anzusprechen. Das muss nicht einseitig beschränkt bleiben, auch Franchisegeber brauchen einmal Trost und Zuspruch. Wer sich am meisten ziert, hat eine Gelegenheit vertan, darf jedoch auch ermuntert werden. Die herrschende Beziehung ist nicht unbedingt von tiefer Freundschaft geprägt, kann sich jedoch mit der Zeit dahin entwickeln. Auf jeden Fall sollte man sich solidarisch den Geschäftszweck betreffend verständigen können.

8. Einhellig Pläne für die Zukunft schmieden

Wenn zwei zusammen an einem Tisch sitzen und dabei schon manch Haariges bewältigen konnten, ist das genau der richtige Moment dafür, weiterzudenken und tragfähige Perspektiven zu entwickeln. Lassen Sie sich beflügeln von den Träumen Ihres Partners, folgen Sie ihnen, wenn Sie können, oder dämpfen Sie einen allzu überschwänglichen Enthusiasmus. Übereinstimmung zu erzielen erfordert mitunter Feingefühl.

9. Vertrauen bedarf beständiger Erneuerung

Ist die Basis für eine fruchtbare Zusammenarbeit erst gelegt, kann man sich kaum darauf verlassen, dass es auch so bleibt. Zu schnell gerät in Vergessenheit, was seinerzeit als abgesprochen galt, wenn man sich nicht ab und zu eine Auffrischung gönnt. Es ist gar nicht ausgeschlossen, dass vormals gebrochenes Eis sich erneut gebildet hat, sollte bis zur wiederholten Begegnung zu viel Zeit verstrichen sein. Halten Sie sich geknüpfte Verbindungen warm, die Mühe wäre vergeblich gewesen, wenn sie erkalten.

10. Mal inoffiziell Köpfe zusammenstecken

Es muss nicht immer nur todernst zugehen beim Franchising, höchstens so lange, bis die Arbeit getan ist. Zum Feierabend kann man sich ruhig auch einmal eine gelockerte Sichtweise erlauben, die weder in voreilige Verbrüderung noch in ein gepflegtes Besäufnis auszuarten braucht. Der Humor sollte dabei nicht zu kurz kommen, man aber dennoch darauf achten, dass man nicht über die Stränge schlägt. Der nächste Morgen graut schon, und manchmal zeigt der andere ein besseres Gedächtnis.

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