Persönlichkeitstest für Gründer: Schwächen, Stärken und die Ableitung des Geschäftsmodells

02.04.2019 08:00 | Diverse Themen - Trends

Persönlichkeitstest

Dass es mehrere Faktoren sind, die über Erfolg oder Misserfolg einer Gründung entscheiden, ist schon lange bekannt. Aber welche Rolle spielt dabei die Persönlichkeit der Gründer und wie wird diese definiert? Wird man als Gründer geboren oder kann man diese Eigenschaft erlernen?

Diese 4 Faktoren sind entscheidend für eine erfolgreiche Unternehmensgründung:

  • Die Qualität der Gründungsidee.
  • Die Professionalität bei der Analyse, Planung und Durchführung der Gründung.
  • Die äußeren Rahmenbedingungen der Gründung (Finanzierungsmöglichkeiten, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Technologie, Gesetzgebung, Ökologie und Wertevorstellungen).
  • Die Persönlichkeit des Gründers.

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Welcher Unternehmertyp sind Sie?

Die 4 folgenden Unternehmertypen entsprechen der einfachsten Form der Einteilung:

Der Pionier ist der kreative und risikofreudige Unternehmertyp. Er ist in der Regel nicht kaufmännisch geschult, sondern intuitiv gelenkt. Er ist offen für Veränderungen. Seine Schwächen liegen im administrativen Bereich, was mit dem Größerwerden des Unternehmens zu einem Problem werden könnte.

Der Organisator handelt rational und nach Regelungen. Er eignet sich als Verwaltungsgenie, der einen klaren Durchblick hat und effizient arbeitet. Das analytische Vorgehen ist seine Stärke, jedoch verfolgt er seine Konzepte eher emotionslos. Dieser Unternehmertyp packt an und führt aus. In einem Unternehmen könnte ein kreativer Partner das perfekte Gegenstück sein.

Der Allrounder ist ein Multitalent. Dieser Unternehmertyp gilt als vielseitig und universell einsetzbar. Er ist anpassungsfähig und vereint die Stärken des Organisators und des Pioniers. Er ist ein Verwaltungsgenie und ein kreativer, risikofreudiger Unternehmertyp. In einem Unternehmen ist er in jedem Teilbereich gut aufgehoben und meistert seine kaufmännischen Unternehmungen, auch ohne besondere Qualifizierung.

Der routinierte Unternehmertyp ist zwar kein Multitalent oder Verwaltungsgenie, bewältigt jedoch gut vorbereitet seine unternehmerischen Tätigkeiten und zeichnet sich durch seine Professionalität aus. Jedoch liegt dort seine Schwäche. Er hat keine Stärken und ist in Krisenzeiten anfälliger fürs Scheitern. Selten ist ein Routinier offen für Veränderungen und eventuell in seinen Strukturen festgefahren.

Die vier Kategorien machen deutlich, dass sich nicht jeder Existenzgründer eindeutig zu einem Unternehmertypen zuordnen kann. Jedoch kommt es nicht darauf an, sich eine Plakette anzustecken, sondern herauszufinden, welche Stärken man besitzt und wo noch Optimierungsbedarf besteht. Kennen Sie Ihre Stärken und Schwächen?

Investieren Sie Zeit, Geld und Nerven

Im besten Fall sind Selbstständige außerordentliche Multitalente, die ein Produkt bewerben, Kunden überzeugen, Mitarbeiter führen und gute Konditionen mit Lieferanten aushandeln können. Da jedoch bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen ist, müssen Sie bereit sein, Stress auf sich zu nehmen, Zeit zu investieren und Arbeit zu leisten, um ihr Unternehmen zum Erfolg zu führen. Erfolgreiche Gründer müssen belastbar sein und auch unter Stress konzentriert arbeiten.

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Worauf es wirklich ankommt

Der Gründungserfolg hängt nicht zuletzt von der Persönlichkeit ab, doch wer dem Stereotypen des Gründers nicht zu 100 Prozent entspricht, muss deswegen nicht gleich aufgeben. Denn die wichtigste Voraussetzung lautet: Motivation. Damit diese nach der ersten Euphorie nicht wieder sinkt, sind Eigenschaften wie Durchsetzungsvermögen, Kreativität und emotionale Stabilität wichtig. Ein guter Gründer ist in der Lage, Unsicherheiten zu überwinden und mit einer gesunden Portion Risikobereitschaft seine Ideen in Angriff zu nehmen. Fußt Ihr Selbstbewusstsein auf sicherem Boden, kann Ihre ganze Aufmerksamkeit auf den Vertrieb und die Vermarktung ihres Produktes verwendet werden. Zudem müssen Sie im Markt oft flexibel auf neue Entwicklung reagieren und nicht den Kopf in den Sand stecken, wenn neue Herausforderungen auftreten. Erfolgreiche Gründer sind emotional stabil und können sich durchsetzen.

Verantwortung übernehmen und dazu stehen

Gründer haben die Unabhängigkeit zum Ziel. Das bedeutet, dass Entscheidungen, von denen Erfolg oder Misserfolg abhängen können, von Ihnen selbst getroffen werden müssen. Wer sich selbstständig macht, belastet sich mit vielen neuen Herausforderungen und Aufgaben. Sie übernehmen viel Verantwortung für ihr Produkt, den Umsatz, Ihre Mitarbeiter und Lieferanten. Sie sollten in der Lage sein, Entscheidungen zu treffen, hinter den Sie stehen. Wenn Sie unsicher und flatterhaft sind, deutet Ihr Gegenüber, ob Kunde, Mitarbeiter oder Lieferant, das als negativ. Außerdem ist der Erfolg Ihrer Entscheidungen oft erst einige Zeit später sichtbar. Somit erfordert eine Existenzgründung auch Durchhaltevermögen und Geduld.

Was Sie außerdem bedenken sollten

Weiterhin fordert die Selbstständigkeit oft ein Opfer an Freizeit und Privatleben ein. Ein gestärkter Rücken durch den Partner oder die Familie, trägt Sie in Ihrem Vorhaben sich eine neue Existenz aufzubauen. Da neben mangelnden kaufmännischen Kenntnissen auch familiäre Probleme gefährliche Risikofaktoren für den Erfolg eines Unternehmens sein können, sollten Sie vor Beginn der Gründung für klare Verhältnisse in Ihrem privaten Umfeld sorgen und sich auf eine stressige Zeit einstellen. Es wird vorkommen, dass Sie an Wochenenden und bis spät in die Nacht am Schreibtisch sitzen. Auch der jährliche Urlaub könnte darunter leiden, wenn Sie Ihre Zeit und das Geld im Hinblick auf ihr Unternehmen abwägen müssen. Sind Sie bereit diese Zeit zu opfern?

Was erfolgreiche Gründer auszeichnet

Erfolgreiche Gründer zeichnen sich bezüglich ihrer Persönlichkeit im beschriebenen Sinne vor allem dadurch aus, was sie wissen:

  • Weltwissen, das heißt ein Wissen darüber, was gerade in der Welt geschieht, um auf dieser Grundlage auf Gründungsideen zu kommen und Gründungsgelegenheiten zu erkennen
  • Branchenkenntnis
  • Wissen und Verständnis über Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle (etwa in Form eines Businessplans)
  • Betriebswirtschaftliches Wissen: die klassischen Disziplinen des Managements, wie Marketing oder Buchführung
  • Finanzwissen, zum Beispiel ein Verständnis darüber, worin der Gewinn einer Unternehmung besteht sowie ob und wann es einen solchen überhaupt gibt
  • Menschenkenntnis, denn es gilt zu verstehen, was der Kunde will, wie man Investoren überzeugt oder wie man Mitarbeiter für das eigene Vorhaben gewinnt

Erfolgreiche Gründer zeichnen sich aber auch dadurch aus, was sie können. Dazu gehören:

  • Disziplin und Ausdauer
  • Schauspielerisches Talent
  • Klarheit im Denken
  • Fokussiertheit im Handeln
  • Ergebnisorientierung
  • Leidenschaftlichkeit und Begeisterungsfähigkeit
  • Denken in Bildern
  • Fähigkeit und Wille zur Selbstreflexion („emotionale Intelligenz”)
  • Strategisches Denken
  • Integrität
  • analytische Fähigkeiten
  • Problemlösungsfähigkeit
  • Entscheidungsfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • ganzheitliches Denken
  • Konfliktlösungsfähigkeit
  • Teamfähigkeit
  • Akquisitionsstärke
  • Innovationsfreudigkeit

Zudem zeichnen sich erfolgreiche Gründer dadurch aus, was sie wollen:

  • Selbstverwirklichung
  • Innovation
  • Streben nach Unabhängigkeit und Freiheit
  • Wunsch, Nutzen zu bieten
  • Wunsch etwas zu verändern
  • Wunsch, einen Unterschied zu machen
  • Autorität, Macht
  • materielle Entlohnung

Letztendlich kommt es auch darauf an, wie sie sind:

  • Leistungsmotivation, das heißt die Lust an Leistung
  • Risikoneigung
  • Internale Kontrollüberzeugung, also die Überzeugung, mit dem eigenen Handeln einen Unterschied machen zu können zwischen Erfolg und Misserfolg
  • Ungewissheitstoleranz: das Aushalten-Können von Situationen, für die es keine Standards, keinen „Trick 17” gibt
  • Durchsetzungsbereitschaft
  • Problemlöseorientierung, das heißt die Freude an Hindernissen
  • Emotionale Stabilität
  • Optimismus und Zuversicht

 

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