Personalführung: So finden Sie die Balance zwischen "Auf Augenhöhe" und "Klare Ansagen"

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Wer mit der Gründung eines Franchise das erste Mal in die Rolle des Chefs rückt, dem stehen so einige neue Herausforderungen bevor. Sein eigener Chef sein und damit unabhängig und flexibel stellt eine der größten Verlockungen der Selbstständigkeit dar. Doch wird dabei oft außer Acht gelassen, dass man mit der Gründung eines Franchisesystems nicht nur der eigene Chef wird, sondern auch der anderer.

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Zwar können die Standorte einiger Franchisesysteme alleine geführt werden, doch bei vielen muss auch zusätzliches Personal eingestellt werden. Doch Franchisenehmer stellen sich oft neuen Herausforderungen und meistern diese. Auch hier verhält es sich nicht anders. Mit den richtigen Ansätzen können auch Sie Ihr Personal zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit führen. Mit den Folgenden Tipps gelingt es Ihnen einen guten Umgang mit den Angestellten zu wahren und ein angenehmes Arbeitsklima für alle Beteiligten zu erzeugen.

Welcher Chef bin ich?

Zuerst soll klargestellt werden: den einen idealen Chef gibt es wohl kaum. Verschiedene Menschen verwenden verschiedene Führungsprinzipien, und da ist auch nichts Falsches daran. Vielleicht sind Sie eher der gelassenere Typ, der seine Mitarbeiter wie ebenbürtige Kollegen behandelt.

Vielleicht wollen Sie eher ein strenges Regime führen, wo jeder genau weiß, woran er ist. Beides sind Optionen, die ihre Vorteile bieten. Nun liegt es an Ihnen, herauszufinden, welche Führungspersönlichkeit Sie mitbringen. Es bringt weder Ihnen noch Ihren Angestellten oder Ihrem Franchisesystem etwas, wenn Sie sich auf Gedeih und Verderb verstellen und versuchen, etwas zu sein, das Sie nicht sind. Finden Sie also Ihre Stärken und versuchen Sie diese so gut wie Sie können in die Führungsposition einzubringen. Die wenigsten Franchisenehmer entscheiden sich entweder für den gnadenlosen Chef oder den locker kollegialen, für die Meisten landet die Entscheidung irgendwo in der Mitte der Skala.

>> Lesen Sie auch: Was ist Ihr Führungsstil?

Wie finde ich ein Gleichgewicht?

Um ein richtiges Gleichgewicht zwischen „Auf Augenhöhe“ und „Klare Ansagen“ zu finden, müssen Sie zuerst herausfinden, was überhaupt auf Sie zukommt in der Chefetage. Vielleicht waren Sie vor dem Schritt in die Existenzgründung selbst Angestellter und kennen das Verhältnis von der anderen Seite? Nun lernen Sie die Geschäftswelt auf eine ganz neue Art und Weise kennen. Welche Aufgaben kommen nun beispielsweise auf Sie zu?

• Recruiting
• Personalauswahl und Personalmanagement
• Training und Fortbildung
• Performance Management

Recruiting

Sofern Ihnen Ihr Franchisegeber nicht schon trainiertes Personal zur Verfügung stellt, liegt es an Ihnen, geeignete Mitarbeiter zu finden. Bereits beim Recruiting kommen so einige Herausforderungen auf Sie zu. Zuerst müssen Sie wissen, welche Mitarbeiter Ihr Betrieb tatsächlich benötigt. Nur wenn Sie sich über die verschiedenen Stellen im Klaren sind, können Sie für diese auch erfolgreich das richtige Personal an Land ziehen. Überlegen Sie also gut, welches Personal notwendig ist, und was Ihre Anforderungen sind.

Brauchen Sie trainierte Fachkräfte? Manager? Fordert die Aufgabe eine Berufsausbildung, einen Hochschulabschluss oder legen Sie mehr Wert auf Soft Skills? Mit der tatsächlichen Bewerbung der Stellen sollten Sie also erst beginnen, wenn Sie wirklich wissen, was genau gefordert ist. So können Sie von Beginn an das richtige Personal in Ihr Büro holen und vermeiden das langwierige Durchforsten von unpassenden Bewerbungsbögen.

Personalauswahl

Gehen Sie bei der Auswahl sorgfältig und überlegt vor. Ihre Mitarbeiter stellen später die Säulen Ihres Betriebes dar. Achten Sie darauf, dass Sie Menschen einstellen, denen Sie vertrauen und mit denen Sie sich auch eine langfristige Zusammenarbeit vorstellen können. Ansonsten kann es sein, dass Sie den Prozess aufs Neue starten müssen.

Training und Fortbildung

Manche Franchisegeber stellen ihren Partnern bereits trainiertes Personal zur Verfügung. Wenn das nicht der Fall ist, sind Sie dafür zuständig, für ein Training zu sorgen. Bieten Sie Ihren Mitarbeitern außerdem Möglichkeiten, sich fortzubilden. Wenn Ihre Mitarbeiter sich wohl fühlen und gerne für Sie arbeiten, werden sie die Gelegenheit in der Regel willkommen heißen. So können Sie nicht nur Ihre Angestellten, sondern auch Ihren Betrieb bereichern.

Performance Management

Sie wollen natürlich für die Höchstleistung Ihrer Mitarbeiter sorgen. Das heißt aber nicht, diese aufs äußerste zu verausgaben. Um eine gute Leistung zu fördern, ist es wichtig, Ihre Mitarbeiter und deren Bedürfnisse zu verstehen. Finden Sie heraus, was Sie tun können, um Ihre Mitarbeiter zu motivieren. Ausbleibende Leistungen sind oft weniger ein Zeichen von Inkompetenz als von mangelnder Motivation oder anderen Problemen am Arbeitsplatz.

„Auf Augenhöhe“

Egal ob ein Betrieb mit einer lockeren oder strengen Hierarchie geführt wird, eines sollte Ihnen von Vorn herein immer klar sein: Respekt ist Voraussetzung. Behandeln Sie Ihre Angestellten immer mit einer guten Portion Menschlichkeit und reden Sie niemals herablassend mit Ihnen. Folgende Tipps sollten Sie im Umgang beherzigen:

• Haben Sie ein offenes Ohr für Probleme und Anregungen
• Bleiben Sie immer respektvoll
• Kennen Sie Ihre Mitarbeiter
• Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitern

Ein respektvoller Umgang macht sich immer bezahlt. Begegnen Sie Ihren Mitarbeitern mit Respekt, werde diese es Ihnen gleichtun. Wie heißt es so schön: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Sie sollten Ihre Mitarbeiter auch niemals sich selbst überlassen. Stehen Sie für Fragen zur Verfügung, und haben Sie stets ein offenes Ohr für die Probleme Ihrer Mitarbeiter. Dabei gilt natürlich: Je mehr Sie auf Augenhöhe mit Ihren Angestellten arbeiten, desto vertrauter wird der Umgang. Wenn Sie zu distanziert sind, kann es sein, dass sich Ihre Angestellten Ihnen im Zweifelsfall nicht anvertrauen, aus Angst vor der „Autoritätsfigur“. Die Verheimlichung von Fehlern oder Bedenken kann aber schwerwiegende Folgen nach sich ziehen, die mit einem offenen Ohr leicht vermieden werden hätten können.

Im Sinne der Vertrauensbasis steht es auch, Ihre Mitarbeiter zu kennen. Wer ist verheiratet, wer hat einen kranken Großvater? Nicht nur schaffen solche Kenntnisse eine gute Vertrauensbasis, sondern auch ein angenehmeres Arbeitsklima. Wenn Sie Ihre Mitarbeiter kennen, fällt es Ihnen außerdem auch leichter, sie einzuschätzen und richtig einzusetzen. Persönliche Hintergründe und Kompetenzen können im Beruf genauso wichtig sein, wie berufliche.

Delegieren ist ein unverzichtbarer Bestandteil Ihres neuen Berufsbildes. Versuchen Sie nicht, alles selbst zu machen. Sie haben nicht umsonst ein kompetentes Team um sich herum organisiert. Nun gilt es, dieses auch arbeiten zu lassen. Schaffen Sie Möglichkeiten für Ihre Mitarbeiter indem Sie diesen neue Herausforderungen geben. Das funktioniert natürlich nur, wenn Sie ihnen Ihr Vertrauen schenken. Vielen Menschen fällt es schwer, die Kontrolle abzugeben. Wenn Sie wollen, dass etwas richtig gemacht wird, dann machen Sie es selbst, richtig? – Falsch. Einer der wichtigsten Schritte ist es, zu lernen, die Kontrolle über gewisse Aufgaben abzugeben und darauf zu vertrauen, dass Ihre Mitarbeiter diese bewältigen können. Dabei ist es auch ausschlaggebend, diesen wirklich eine faire Chance zu geben und nicht beim ersten Missgeschick die Zügel gleich wieder an sich zu reißen.

„Klare Ansagen“

Die beiden Ansätze „Klare Ansagen“ und „Auf Augenhöhe“ sind keine Gegensätze und müssen sich, richtig angewandt, nicht wiedersprechen. Wichtig ist dabei, dass Sie nicht vergessen, was Ihre Rolle ist. Denn wenn Sie diese mit Selbstvertrauen ausführen, werden Ihre Mitarbeiter dies erkennen und sich in die Hierarchie einfügen, egal wie flach diese ist. Einige Tipps hierzu sind:

• Seien Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst
• Geben Sie Ihren Mitarbeitern klare Aufgabenstellungen
• Die endgültige Entscheidung treffen immer noch Sie

Respektlosigkeit am Arbeitsplatz entsteht oft, weil die Hierarchie oder viel eher die Aufteilung der Aufgaben nicht ausreichend klargestellt wird. Wichtig ist es hier also, mit Selbstvertrauen aufzutreten und ohne Machtdemonstrationen Ihren Angestellten klar zu machen, dass Sie die höchste Verantwortung tragen und damit auch die endgültigen Entscheidungen treffen müssen. Dabei sollten Sie aber keinesfalls Vorschläge oder Ideen leichtfertig abtun. Diese können immerhin einen wertvollen Beitrag zum Erfolg Ihres Franchisestandortes leisten.

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