Politik und deren Bedeutung für's Franchising

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Das Gründungsklima in Deutschland wird von der gesamten wirtschaftlichen Entwicklung bedingt: Entwickelt sich die Volkswirtschaft positiv, gehen die Arbeitslosenzahlen zurück und die Gründungen lassen nach. Auch das Franchising bekommt diese Entwicklungen zu spüren, da es sich dann schwieriger gestaltet, neue Franchisepartner zu akquirieren. Was muss passieren, damit das Franchising weiter expandieren kann? Welcher Rolle kommt hier der Politik zu und was können Franchisesysteme selbst tun? Unser heutiger Artikel klärt Sie auf!

Existenzgründungen und die Politik

In den vergangenen Jahren berichtete der KfW Gründungsmonitor, dass die Zahl der Existenzgründungen in Deutschland rückläufig ist. Die Aufgabe des KfW Gründungsmonitors ist es, das Gründungsklima in der Bundesrepublik einzufangen und einen Überblick über hiesige Existenzgründungen zu geben.

Die unterschiedlichen Arten von Existenzgründungen:

Wenn wir es mit Existenzgründungen zu tun haben, dann lassen sich diese unterscheiden: So gibt es Notgründungen, wenn Arbeitslose ohne andere Erwerbsalternative gründen. Es ist von einer Chancengründung die Rede, wenn sich jemand mit seiner eigenen, überzeugenden Geschäftsidee selbstständig macht. Und letztlich gibt es noch Gründungen von innovativen Start-ups, die mit ihren disruptiven Geschäftskonzepten den Markt aufmischen wollen. Sie sind so sehr von ihrer Gründung überzeugt, dass sie sich sogar ungeachtet der aktuellen Wirtschaftslage selbstständig machen.

Die Gründungen mit Franchising:

Die Franchisegeber buhlen meist primär um die Aufmerksamkeit der Gründungswilligen, die sich der Kategorie der Chancengründung zuordnen lassen. Aufgrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre konnten aber auch verstärkt Franchisegeber spüren, dass es schwieriger wurde, qualifizierte Franchisepartner für die weitere Expansion ihrer Systeme zu finden.

Die Akquise neuer Franchisepartner wird zum Expansionsproblem

Dies belegten auch Umfragen, die im Auftrag vom Deutschen Franchiseverband durchgeführt wurden: In den letzten Jahren hat der Anteil an neuen Franchisepartnern nachgelassen. Stattdessen haben die Franchisegeber vor allem auf weitere Standorteröffnungen in Form von Multi-Unit-Franchising oder sogar Multi-Brand-Franchising – also aktive Unternehmer anderer Marken – sowie auf Filialleiter für Eigenbetriebe gesetzt. Da sich die Gewinnung neuer Franchisepartner als schwerwiegendes Expansionshemmnis darstellt, fordert der Deutsche Franchiseverband, dass sich die Politik für bessere – sprich: gründerfreundlichere – Rahmenbedingungen einsetzt.

Welchen Problemen und Herausforderungen ist die deutsche Franchisewirtschaft ausgesetzt?

Neben den politischen Rahmenbedingungen in Deutschland, die nicht immer als sehr gründungsfreundlich eingestuft werden können, muss sich allerdings auch das Franchising selbst an die eigene Nase fassen. Auch wenn sich der Deutsche Franchiseverbrand für die Interessen und das Standing des Franchising in der deutschen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft einsetzt, so leidet das Franchising bis heute noch unter einem mangelhaften Bekanntheitsgrad sowie gewissen Imageproblemen, die der deutschen Franchisewirtschaft schaden. So ist Franchising als eine Art der Existenzgründung nur begrenzt in der deutschen Gründerszene bekannt, was die Akquise neuer Franchisepartner selbstverständlich erschwert. Darüber hinaus werden Franchise-Unternehmer teilweise sogar als Unternehmer zweiter Klasse wahrgenommen, denen schlechtere Gewinnchancen nachgesagt werden. Eine Aussage, die die deutsche Franchisewirtschaft hart trifft!

Aber auch die Franchisesysteme selbst müssen an sich arbeiten:

Aber auch das Franchising selbst muss an sich arbeiten: So gibt es zahlreiche Systeme, denen es schlichtweg an der nötigen Markenbekanntheit fehlt, andere Marke verfügen nicht über die nötigen Alleinstellungsmerkmale und wiederum andere Systeme haben nicht die personellen oder aber finanziellen Ressourcen, um von der Franchisezentrale aus das System nachhaltig und erfolgreich aufzubauen.

Wie können die Politik und die deutsche Franchisewirtschaft diesen unternehmerischen Engpass überwinden?

Während sich die Politik für ein gründerfreundlicheres Klima einsetzen sollte, liegt es an den Franchisesystemen an ihrer Attraktivität für Neugründer zu arbeiten. Damit es in Zukunft einfacher wird, neue Franchisepartner anzuziehen, sollte die deutsche Franchisewirtschaft die verbreiteten Vorurteile aus dem Weg räumen und sich für ein positiveres Image in der Wirtschaft einsetzen!

Ideen und Anreize für positiveres Image der Franchisewirtschaft:

Um gegen den unternehmerischen Engpass anzugehen, sollten Franchisegeber vor allem auf eine bessere Qualifizierung und Professionalisierung ihrer Marken hinarbeiten. Das bedeutet, dass man für mehr Transparenz sorgt, was die Unternehmensdaten und Gründungsversprechen sorgt, dass man sein System beim Deutschen Franchiseverband qualifizieren lässt und seine standardisierten Geschäftsprozesse noch weiter auf Effizienz trimmt. Das bedeutet auch, dass man rückläufige Gründungsentwicklungen nicht verschweigt, sondern dazu steht und diese selbstbewusst kommentieren kann. Wer Fakten verheimlichen möchte, der erlebt am Ende meist eine böse Überraschung!

Der Umgang mit den zukünftigen Franchisepartnern und Gründungswilligen:

Um erfolgreich an dem Standing vom Franchising zu arbeiten, sollten Franchisemarken bei der Akquise neuer Geschäftspartner nicht mehr von Bewerbern, sondern von Franchisekandidaten sprechen. Damit Franchisepartner zukünftig nicht mehr als Unternehmer zweiter Klasse gelten, sollte ihnen auch entsprechend auf Augenhöhe begegnet werden!

Wer sind die Franchisekandidaten in spe?

Außerdem sollten Franchisemarken auch solche Zielgruppen ansprechen, die vielleicht bisher eher vernachlässigt wurden. Bei der Akquise neuer Partner wurde vor allem auf veränderungswillige Führungskräfte geschaut, die beruflich neue Wege gehen möchten. Oft wurden dabei die eigenen Mitarbeiter in der Zentrale und den einzelnen Standorten vernachlässigt. Auch hierunter befinden sich durchaus gründungswillige Unternehmer in spe, die das System bereits kennen. Außerdem könnten sich auch die Kunden, Frauen, Investoren sowie Immigranten als zukünftige Franchisenehmer eignen. Franchisegeber sollten hier durchaus ihren bisherigen Horizont erweitern!

Wie kann die Kommunikation mit den Franchisenehmern in spe optimiert werden?

Nicht nur die Politik hat an dem Gründungsdilemma Schuld, auch die Franchisewirtschaft sollte ihre Rekrutierungsstrategie überarbeiten. Hier spielen in Zeiten von Digitalisierung vor allem eine ansprechende Präsenz im Web eine wichtige Rolle. Gehen Leads von Interessenten ein, gilt es, diese Anfragen optimal zu bearbeiten und beantworten zu können. Dazu gehört auch, dass Sie in Ihrem Franchise-Unternehmen über eine klare und professionelle Rekrutierungsstrategie verfügen. Präsentieren Sie sich in ausgewählten Online-Portale wie auf unserer Seite, auf den Sozialen Medien und nutzen Sie Messen und Events, um gründungswillige Menschen über Ihr Franchise-Unternehmen persönlich zu informieren und zu begeistern.

Für mehr Erfolg: Politik und Franchise-Unternehmen sollten an einem Strang ziehen!

Sie sehen also: Gründungsklima hin oder her! Das Franchising hat so oder so an seinem Image in der deutschen Wirtschaft und Gründerszene zu arbeiten. Natürlich ist es oft ein leichtes, einfach der Politik den Vorwurf zu machen, aber die Franchise-Unternehmen selbst sollten hier aktiver werden und beste Lösungen auf die Herausforderungen und Probleme der heutigen Zeit finden.

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