Privatwirtschaft: Was ist das?

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Was ist die Privatwirtschaft?

Die Privatwirtschaft ist ein Teilbereich der Volkswirtschaft, in welchem Unternehmen und Organisationen sich nicht im Besitz des Staates befinden. Diese privatwirtschaftlichen Unternehmen zeichnen sich also hauptschlich dadurch aus, dass sie von einer natrlichen Person gefhrt werden. Sie befinden sich also wie der Name schon sagt in privater Hand.

Besitzer knnen die Grnder sein, aber auch das Management oder eine Gruppe von privaten Investoren knnen Teile des Unternehmens besitzen. Ein privatwirtschaftliches Unternehmen kann durch den Gang an die Brse vollstndig oder nur teilweise an die ffentlichkeit verkauft werden. Dadurch htten dann auch beispielsweise Aktionre das Recht auf einen Anteil des Vermgens und des Gewinns des Unternehmens.

Im Gegensatz zu ffentlichen Unternehmen muss die Privatwirtschaft ihre unternehmensinternen Vorgnge und Resultate nicht offenlegen. Das heit, dass ffentliche Unternehmen, die beispielsweise an der US-Brse ttig sind, sich dazu verpflichten, jedes Vierteljahr einen Bericht abzugeben, welcher bei der Securities and Exchange Comission (SEC) eingereicht werden muss.

Im Anschluss daran knnen sowohl Aktionre als auch die ffentlichkeit auf diese Berichte und Informationen zugreifen. Privatrechtlich gefhrte Unternehmen unterliegen allerdings nicht dieser Pflicht und sind dementsprechend davon befreit ihre Finanzinformationen an die ffentlichkeit zu tragen.

Ein weiterer Gegensatz ffentlicher und privater Unternehmen besteht darin, dass ffentliche Unternehmen die Fhigkeit besitzen, ihre Aktien und Anleihen zu verkaufen, um in den Besitz von Kapital zu kommen. Dieses kann dann eingesetzt werden, um Projekte zu realisieren oder die langersehnte Expansion umzusetzen. Ein privates Unternehmen ist jedoch auf die private Finanzierung angewiesen, da es nicht auf die ffentlichen Kapitalmrkte zugreifen kann.

Zudem wird oft davon ausgegangen, dass die Privatwirtschaft sich vor allem durch viele kleine und mittelstndische Unternehmen auszeichnet. Dies ist doch eine falsche Annahme, da es durchaus viele private Unternehmen gibt, die unseren deutschen Wirtschaftsmarkt nachhaltig beeinflussen. Gerade die ganz groen Namen der deutschen Unternehmen werden nmlich privat gefhrt: Lufthansa, Telekom und sogar DHL ist seit 2002 im Privatbesitz internationaler Unternehmer.

1) Die verschiedenen Rechtsformen von privatrechtlichen Unternehmen

Wer mit der eigenen Selbststndigkeit liebugelt, hat eine Menge schwerer Entscheidungen zu treffen:

  • Mchte ich alleine ein Unternehmen grnden oder suche ich mir einen starken Franchisegeber, der mir unter die Arme greifen kann?
  • In welcher Branche sehe ich meine Zukunft?
  • Wie viel Kapital steht mir zur Verfgung?
  • Kann ich auf staatliche oder anderweitige Frderungen hoffen?
  • Brauche ich einen Kredit?

Bevor man jedoch allzu tief in die Materie eintaucht, sollte man sich zunchst einmal die Frage der Rechtsform stellen. Denn diese Wahl beeinflusst mageblich die Rahmenbedingungen, welche sich dadurch ergeben. Sie gibt beispielsweise Rckschlsse ber die Kapitalbeschaffungsmglichkeiten, die Leitung des Unternehmens, die Haftung und die Steuerbelastung.

Trifft man seine Entscheidung, bedeutet dies auf keinen Fall, dass man diese nie wieder zurckziehen oder ndern kann. Es ist sogar eher so, dass ein Wechsel der Rechtsform manchmal unumgnglich ist, sollten sich beispielsweise die wirtschaftlichen Bedingungen wandeln, groe Projekte anstehen oder die Besitzer des Unternehmens ndern.

Doch welche Rechtsformen gibt es denn nun fr privatrechtliche Unternehmen?

  1. Einzelunternehmen: Als Einzelunternehmen wird ein Unternehmer bezeichnet, der Besitzer einer Einzelfirma ist. Die Beschftigungsgebiete des Einzelunternehmers sind die Landwirtschaft, das Gewerbe oder die Ttigkeit als Freiberufler oder als Kaufmann. Das Einzelunternehmen muss beim Gewerbeamt angemeldet werden. Der Kaufmann sollte sein Gewerbe noch zustzlich ins Handelsregister eintragen. Als Freiberufler muss man ausschlielich eine Steuernummer beim Finanzamt beantragen. Der Einzelunternehmer haftet mit seinem privaten Gesamtvermgen fr das Unternehmen.
  2. Genossenschaften: Diese Rechtsform kann auch als Kooperative bezeichnet werden. Darunter versteht man eine Gemeinschaft oder einen Verband von Personen, die sich fr eine Erwerbsttigkeit zusammenschlieen. Durch diese Kooperation sollen wirtschaftliche, soziale und kulturelle Ziele gemeinsam in einem Geschftsbetrieb verfolgt werden. Dadurch dass es sich bei Genossenschaften um eine Personengruppe handelt, haften die einzelnen Mitglieder mit ihren jeweiligen Einzahlungen.
  3. Kapitalgesellschaften: Kapitalgesellschaften gelten als juristische Person, welche sich an einem Gesellschaftsvertrag orientieren und sich um wirtschaftliche Belange gemeinsam kmmern. Zu den Kapitalgesellschaften gehren Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften, Gesellschaften mit beschrnkter Haftung und Unternehmensgesellschaften. Die Kapitalgesellschaften mssen sich gesetzlich festgelegten Kapitalaufbringungs- und erhaltungsvorschriften unterwerfen.
  4. Personengesellschaften: Im Gegensatz zum Einzelunternehmen schlieen sich bei den Personengesellschaften mindestens zwei natrliche oder juristische Personen zusammen, um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen, welches wirtschaftlich motiviert ist. Die Gewinne einer Personengesellschaft sollten unbedingt nach dem Transparenzprinzip besteuert werden.
  5. Mischformen: Zu den Mischformen zhlen beispielsweise die Kommanditgesellschaft auf Aktien, die AG & Co. KG oder die GmbH & Co. KG. Eine Kommanditgesellschaft beispielsweise ist zusammengesetzt aus Elementen der Aktiengesellschaft und der Kommanditgesellschaft.
  6. Krperschaften des Privatrechts: Ein klassisches Beispiel fr eine solche Krperschaft wren eingetragene Vereine. Sie gelten als juristische Person und sind krperschaftlich organisiert. Das heit, dass sie eine Personenvereinigung sind, welche einen berindividuellen Zweck verfolgen. Egal, welche Mitglieder sich also dem eingetragenen Verein anschlieen oder abspringen, klar ist, dass das gemeinsame Ziel dieser Vereinigung erhalten bleibt.
  7. Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit: Ein Versicherer hat die Mglichkeit, in Deutschland oder Liechtenstein auf die Rechtsform des Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit zurckzugreifen.

Diese Gesellschaften werden immer mit zwei verschiedenen Subjekten in Verbindung gebracht, welche sich durch besondere Rechte auszeichnen und bestimmten Pflichten unterworfen sind. Das sind zum einen die natrlichen Personen, zu denen im Endeffekt alle lebenden Menschen zhlen, da sie auch immer Rechtssubjekte sind.

Dann gibt es noch die juristischen Personen. Personengruppen oder Zweckvermgen werden zu dieser Kategorie der Subjekte gezhlt und sind rechtlich als selbststndig agierend anerkannt. Einzelunternehmen und Personengesellschaften werden nicht als juristische Person angesehen und mssen deswegen immer ber natrliche Personen verfgen, die als Besitzer oder Gesellschafter agieren. Kapitalgesellschaften gelten als juristische Person.

2) Probleme, mit denen sich die Privatwirtschaft herumschlagen muss

Grob kann gesagt werden, dass nicht privat gefhrte Unternehmen zum ffentlichen Wohl agieren. ffentliche Unternehmen sind also zum Beispiel Gemeinden oder Schulen, welche sich an den Bedrfnissen der Bevlkerung orientieren und durch ihr Gewerbe keinen eigenen Profit erzeugen wollen. Private Unternehmen mssen ihr unternehmerisches Handeln an der Kundschaft und dem Kaufverhalten der Zielgruppe orientieren, um eine Gewinnmaximierung zu erreichen.

Trotzdem hinterlassen vor allem ffentliche Unternehmen oftmals einen schlechten Nachgeschmack im Mund der deutschen Staatsbrger. Und schon der schottische Nationalkonom hatte ein Problem mit ffentlichen Unternehmen und diese Abneigung besteht noch heute im gesamten Bundesstaat. Doch worin ist die Meinung ber die ffentlichen Unternehmen begrndet?

Zunchst kann man sagen, dass es der Staat mit seinen ffentlichen Unternehmen weitaus einfacher hat, als ein privatrechtliches Unternehmen. Denn sobald ein Unternehmen nicht den Zahn der Zeit trifft und Produkte anbietet, die nicht gefragt sind, wird er insolvent gehen. Im Gegensatz dazu wird ein staatliches Unternehmen immer bestehen bleiben.

Gleichzeitig mssen sich die privatrechtlichen Unternehmern auch immer mit den Kapitalgebern herumschlagen. Diese wollen logischerweise die maximale Verzinsung erzielen und wenn dann die Rendite nicht stimmt, stoppen die Investitionen sehr schnell beziehungsweise kann sogar das Kapital entzogen werden. Ein Risiko, mit dem Unternehmen der Privatwirtschaft stets zu rechnen haben.

Der Staat dahingegen muss sich mit solchen Problemen nicht herumschlagen, sondern erhht im Ernstfall ganz einfach die Steuern. Da sich die Steuerzahler gegen die Kostenerhhung weniger zur Wehr setzen knnen als die Kunden eines Unternehmens, fehlt den staatlich betriebenen Unternehmen auch etwas das Feingefhl fr den Umgang mit Geld.

Das beweist wiederum, dass der Staat sich mit der Angst vor der Insolvenz nicht herumschlagen muss. Dementsprechend leichter ist der Zugang zu Krediten.

Weiterhin profitieren die ffentlichen Unternehmen von der Befreiung der Umsatz- und Ertragssteuern. So erhalten die staatlichen Einrichtungen einen enormen Wettbewerbsvorteil, wenn sie die gleichen Produkte wie private Unternehmen vertreiben.

Doch trotz der Nachteile bei den Finanzierungsmglichkeiten und den zustzlichen Steuerabgaben, welche die Privatwirtschaft zu verrichten hat, blicken die deutschen Unternehmer trotzdem voller Zuversicht in die Zukunft. Denn die Herausforderungen, die sich dadurch ergeben, werden als Ansporn genutzt, um noch wirtschaftlicher und gewinnbringender zu handeln.

Denn die privaten Unternehmen leiden vor allem durch die steigenden Rohstoffkosten, mssen sich gegen potenzielle Cyberangriffe schtzen und die Handelsbarrieren berwinden. Nichtsdestotrotz gehen die Unternehmen von einer Umsatzsteigerung und einem potenziellen Wachstum des deutschen Wirtschaftsmarktes aus.

Denn aufgrund der stndigen Hindernisse, die den Unternehmen in den Weg gelegt werden, hat die Privatwirtschaft gelernt, dass vor allem die Unternehmen bestehen bleiben, welche gelernt haben, sich auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Vernderungen - bestmglich und so schnell es geht - anzupassen.

Denn die Gesellschaft befindet sich im stndigen Wandel und dementsprechend wandelt sich das Kaufverhalten der Kunden. Und auch wenn die Digitalisierung und die fortschreitende Entwicklung der Technologie eine groe Herausforderung fr die Unternehmer darstellen, knnen diese doch gleichzeitig auch als Mglichkeit der schnellen Anpassung genutzt werden.

Die deutschen Unternehmen sind aus diesem Grund vor allem bestrebt, neue Produkte und Dienstleistungen auf den Markt zu bringen, welche in dieser Form noch nicht existiert haben. So wollen sie Marktnischen fllen und sich einen Wettbewerbsvorteil schaffen, der sie von der bestehenden Konkurrenz abgrenzt.

In diesem Sinne ist es auch ungemein wichtig geworden, dass private Unternehmen ihre Philosophie und Werte anpassen. Denn die Menschen wollen nicht nur fair produzierte Waren kaufen, sondern auch ein Unternehmen, dessen Handlungen und Aussagen mit dem Sortiment bereinstimmen.

Schlussendlich kann gesagt werden, dass die Privatwirtschaft zwar vor ganz andere und anspruchsvollere Herausforderungen gestellt wird als staatliche Einrichtungen. Die privaten Unternehmen haben jedoch einen Weg gefunden, um mit diesen optimal umzugehen. Denn wie jeder wei: Man wchst mit seinen Aufgaben.

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