Produkt oder Dienstleistung - womit soll ich mich selbstständig machen?

06.09.2018 15:00 | Ein Unternehmen gründen

womit selbststaendig machen

Franchising ist nicht gleich Franchising! Es lässt sich in zwei Gruppen einteilen: Es gibt die eine Art von Franchising, wo die Franchisenehmer Produkte vertreiben, und dann gibt es die andere Art von Franchising, wo Dienstleistungen vermarktet werden. Je nach dem für was für eine Art Sie sich entscheiden, so kann die Arbeit, die Sie ausführen, eine andere sein – selbst wenn die zwei Gruppen durchaus auch über Gemeinsamkeiten verfügen. Dieser Artikel zeigt Ihnen auf, was genau die Unterschiede sind und was Sie zu beachten haben, wenn Sie sich selbstständig machen.

Selbstständig machen – nur womit?

Bevor Sie sich mit Franchising selbstständig machen, sollten Sie schauen, welche Art von Franchise besser zu Ihnen passt. Denn je nach dem was für eine Persönlichkeit Sie haben, so fällt es Ihnen vielleicht leichter, Produkte zu vertreiben oder doch eher einen Service anzubieten? Und zwar ist dies mitunter sehr entscheidend für den Erfolg Ihres Franchisebetriebes: Sie müssen schließlich zum Franchisesystem passen!

Hier erfahren Sie die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Franchise-Arten. Sind Sie eher der Produkt- oder Dienstleistungstyp?

Worum geht’s bei einem Produkt-Franchise?

Bei einem Produkt-Franchise handelt es sich um ein Unternehmen, was mit einer spezifischen, physischen Ware oder einem bestimmten Sortiment assoziiert wird. Bei der Ware kann es sich um die unterschiedlichsten Produkte handeln: Es können Lebensmittel, digitale Geräte oder aber Putzmittel sein – hier ist alles möglich! Der Franchisegeber würde hier gewisse Vorgaben für die Waren machen oder seine Geschäftspartner bitten, diese bei einem bestimmten Lieferanten zu beziehen.

Der Erfolg eines produktbasierten Franchisesystems hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Der Standort des Franchisebetriebes
  • Die Verfügbarkeit von gut ausgebildeten Arbeitskräften
  • Die Fähigkeit, die Zielgruppe passend anzusprechen

Für ein Produkt-Franchise ist es enorm wichtig, dass es eine hohe Qualität aufweist – und zwar gilt dies für das gesamte Franchisenetzwerk. Ansonsten kann es seinem Ruf einen großen Schaden hinzufügen, der in den meisten Fällen nur schwer auszubügeln ist.

Was sind die Vorteile an einem Produkt-Franchise?

Gerade bei den produktbasierten Franchisesystemen gibt es einige globale Player, die mitunter zu den bekanntesten Franchisemarken zählen: Hierzu gehören unter anderem die Burger und Fritten bei McDonald’s, die Sub-Sandwiches bei dem Fastfood-Imbiss Subway sowie der Kaffee bei Starbucks. Bei all diesen Franchisesystemen handelt es sich um Produkt-Franchises.

Der große Vorteil an einem produktbasierten Franchisesystem ist, dass der Franchisegeber in der Regel bereit ist, eine große Verantwortung zu übernehmen – jedoch hängt dies stark von der jeweiligen Marke ab. Bei vielen Franchisesystemen erhalten die Franchisenehmer vorgefertigte Preisstrukturen sowie fertig ausgearbeitete Marketingkampagnen an die Hand. Das nimmt dem Franchisenehmer sehr viel Arbeit ab, so dass er sich auf das Kerngeschäft fokussieren kann. Ein weiterer Vorzug von Produkt-Franchises ist, dass ein physisches Gut vermarktet wird. So wird den Kunden die Chance gegeben, das Produkt in den Händen zu halten, es anzufassen. Das hat zu Folge, dass sie sich ein besseres Bild von der Ware machen können, es ist greifbar und keine abstrakte Sache. Ebenso ist das Kaufgefühl viel befriedigender, wenn man ein physisches Produkt ersteht.

Wie steht es um die Nachteile bei einem produkt-basierten Franchise?

Jedoch birgt diese Art von Franchising auch zwei größere Nachteile: Zum einen hängt der Erfolg der Produkte immer stark von den Launen der Konsumenten ab, so dass Sie mit Nachfrage-Hochs und -Tiefs rechnen müssten, wenn Sie sich mit solch einem Franchise selbstständig machen. Je nach dem ob das Produkt gerade modisch, hip und nachgefragt ist, sehen auch Ihre Umsätze aus. In guten Zeiten lässt eine hohe Nachfrage die Kassen klingeln, jedoch kann es auch anders aussehen.

Der andere Nachteil ist, dass produktbasierte Franchises oft abhängiger von dem zur Verfügung stehenden Einkommen sind. Schlägt ein konjunkturelles Tief zu, wird sich das auch in Ihren Umsätzen widerspiegeln. Bestenfalls äußert es sich in geschmälerten Margen, im schlimmsten Fall kann es eine Standortschließung zur Folge haben.

Was ist ein Dienstleistungs-Franchise?

In diesem Fall wird ein Service angeboten. Anstatt dass eine Ware oder ein greifbares Produkt verkauft wird, handelt es sich hier um eine Aktion oder aber einen Prozess. Der Dienstleistungssektor ist unglaublich vielfältig und beinhaltet beispielsweise Makler, Wirtschaftsprüfer, Bildungseinrichtungen oder das Consulting. Hier werden in der Regel gut ausgebildete Arbeitskräfte nachgefragt, die dank ihres speziellen Fachwissen bestimmte Probleme lösen können.

Dienstleistungs-Franchisesysteme haben meist geringere Overhead-Kosten: Hier sind oft keine festen Räumlichkeiten nötig, da sie mobil oder von zu Hause aus im Home Office ausgeführt werden können. Dadurch dass es keinen festen Standort gibt, spielt das Marketing eine sehr große Rolle, um entsprechend auf sich aufmerksam zu machen.

Was sind die Vorteile eines Dienstleistungs-Franchise?

Die Franchisegebühren und Investitionskosten sind bei einem Dienstleistungs-Franchise meist geringer als bei einem produktbasierten Geschäftskonzept. Das macht sie mitunter auch so interessant für Investoren. Wenn Sie einen Nischendienst anbieten sollten, wenn Sie sich selbstständig machen, dann spielt es Ihnen in die Karten: Sie heben sich von der Konkurrenz ab, weil diese quasi nicht existent ist.

Verglichen mit einem produkt-basierten Franchise, werden Dienstleistungen oft als wichtiger eingeschätzt. Sie bieten Dinge an, auf die die Kunden angewiesen sind. Es handelt sich hierbei nicht um irgendwelche Extras, die der Kunde zusätzlich erstehen möchte. Bei bestimmten Waren handelt es sich oft um Impulsivkäufe, man möchte einfach etwas konsumieren, ohne dass es überhaupt notwendig ist. Dienstleistungen demgegenüber bringen einen Mehrwert, sie lösen Probleme.

Letztlich handelt es sich bei Dienstleistungen um ein flexibleres Geschäftsmodell als bei einem produktbasierten Franchise. Sie können weniger Stunden arbeiten und Ihr Unternehmen ortsunabhängig führen, schließlich sind Sie nicht an eine bestimmte Betriebsstätte gebunden.

Was sind die Nachteile?

Der größte Nachteil ist sicherlich, dass Sie eine sehr disziplinierte und motivierte Persönlichkeit sein sollten, wenn Sie sich mit einem Dienstleistungs-Franchise selbstständig machen möchten. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn weniger Druck auf Ihnen lastet, da Sie frei über Ihre eigenen Arbeitszeiten verfügen können und laxe Deadlines haben. Wenn Franchisenehmer scheitern, dann liegt das meist daran, dass sie zu viele Freiheiten hatten!

Bei Dienstleistungs-Franchisesystemen sollten Sie damit rechnen, dass Sie weniger Support vom Franchisegeber erhalten: Meist ist eine Einarbeitung, eine Beratung zur Führung Ihres Betriebes und ein Zugang zum EDV-System enthalten, aber ansonsten werden Sie sicherlich mehr auf sich allein gestellt sein.

Was passt zu Ihnen?

Bevor Sie sich selbstständig machen, sollten Sie überlegen, was Sie motiviert, wie Sie arbeiten und über welche Talente und Fähigkeiten Sie verfügen. Wenn Sie in der Lage sind, unabhängig zu arbeiten und ein gewisses Skill-Set mitbringen, dann könnte ein Dienstleistungs-Franchise eine gute Wahl für Sie sein. Wenn Sie mehr Freude daran haben, konkrete Waren zu vertreiben und die Kunden diesbezüglich zu beraten, dann wäre ein produktbasiertes Franchise sicherlich eine gute Wahl. Hier liegt es ganz daran, was Ihnen gefällt, was Sie erfüllt und welche Erfahrungen und Talente Sie mitbringen!

Meistens wissen Franchisenehmer, was ihnen mehr zusagt. Falls es bei Ihnen nicht der Fall ist, sollten Sie am besten unterschiedliche Franchisesysteme kontaktieren, um sich ein besseres Bild zu machen.

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