Qualität und Ethik – Erfahren Sie mehr über die Franchise Compliance!

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qualität und ethik

Franchising ist ein System, das Geschäftsmänner auf aller Welt seit jeher begeistert. Die Wurzeln des Lizenzsystems lassen sich bis in das mittelalterliche Frankreich zurückverfolgen, das Geburtsjahr wird allerdings als 1860 angesehen. Das amerikanische Unternehmen Singer Sewing Machine Company beauftrage damals fahrende Händler, ihre Nähmaschinen auf ihren Reisen mitzunehmen und an Interessierte zu verkaufen. Franchising, wie wir es heute kennen, wurde hauptsächlich von McDonald‘s geprägt. Das Unternehmen begann nach dem Zweiten Weltkrieg, damit seine Markenrechte an Existenzgründer zu verkaufen, und ebnete somit den Weg für das Franchising. Dieses Lizenzsystem fand letztendlich auch in den 1970 Jahren nach Europa und startete schließlich auch in Deutschland. Heute wird das Franchising auf der ganzen Welt angewendet und allein in Europa greifen ungefähr 10.000 Unternehmen darauf zurück. Seit 1978 existiert der Deutsche Franchiseverband e.V.,e. V. der sich dafür einsetzt, dass die Interessen der deutschen Franchisewirtschaft gewahrt und eingehalten werden. Um dies zu gewährleisten, steht der Verband in Kontakt mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, dem Deutschen Bundestag, sowie dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag. Weiterhin wurde die Franchise Compliance Deutschland erstellt, welche sozusagen ein Regelwerk für die deutschen Franchisegeber und deren Franchisenehmer darstellt. Über den Inhalt der Franchise Compliance Deutschland wollen wir Sie im folgenden Artikel aufklären und informieren.

Die Franchise Compliance Deutschland

Wie alles in Leben braucht auch das Franchising gewisse Vorgaben und Richtlinien, an welchen sich Franchisegeber und Franchisenehmer orientieren können, um ein faires Miteinander und eine erfreuliche Zusammenarbeit zu garantieren. Die Franchise Compliance Deutschland wurde in diesem Sinne erstellt, damit sich Franchisegeber und Franchisenehmer an ihr künftig orientieren können. Denn die Mitglieder des Deutschen Franchiseverbandes e. V. gelten auch als Qualitätsgemeinschaft, welche das System gewissenhaft und nach den vorgegebenen Regeln umsetzen. In dem Regelwerk unterscheidet man zwischen den Richtlinien, die als „Muss“ bezeichnet werden und denen, die als „Kann“ definiert werden. Die Vorgaben der „Muss“-Kategorie müssen unbedingt eingehalten werden und bei Missachtung kann der Deutsche Franchiseverband e. V. die Täter bestrafen. Die Richtlinien, die unter „Kann“ zusammengefasst wurden, gelten als Orientierungshilfe oder Empfehlungen. Deren Beachtung wird den Franchisegebern und Franchisenehmern also ans Herz gelegt, doch die Befolgung dieser ist nicht zwingend notwendig.

Das „Muss“ für Franchisegeber und Franchisenehmer

Die Bestandteile dieses Bereiches der Franchise Compliance Deutschland wird als Pflicht angesehen, da deren Befolgung den Erfolg des Franchisesystems garantiert. Dementsprechend werden die Mitglieder dazu angehalten, die Satzung des Deutschen Franchiseverbands einzuhalten, dessen Ethikkodex zu befolgen, sowie den Kodex für Franchisenehmer, als auch für die Berater zu beachten. Darüber hinaus existieren Systemcheck Richtlinien, die vertikale Gruppenfreistellungsverordnung und Regeln zur vorvertraglichen Aufklärung, die auch gewahrt werden müssen.
Auf einige dieser Punkte möchten wir nun nochmals genau eingehen. Der Ethikkodex ist an dem ehemaligen Kodex der European Franchise Federation EEF angelehnt und orientiert sich stark an dessen Werten. Er wurde 2008 gefertigt und besteht in dieser Form noch bis heute. In dem Kodex wird zunächst einmal das Franchising-Modell beschrieben. Das System wird hier genau erklärt und es wird zudem auch dargelegt, was man unter dem Punkt „Vermittlung von Know-how“ verstehen kann. Know-how soll nach der Meinung des Deutschen Franchiseverbands e. V. nämlich zunächst geheim sein. Die breite Öffentlichkeit soll also keinen Zugriff auf die gegebenen Informationen haben. Weiterhin wird Know-how als wesentlich und identifiziert bezeichnet. Ersteres möchte ausdrücken, dass die Vermittlung des gesammelten Wissens ein essenzielles Element für den Erfolg der zukünftigen Zusammenarbeit darstellt. Identifiziert drückt aus, dass der Franchisegeber eindeutig erklärt und beschreibt, was er meint, sodass keine Verwirrung auftritt.
Als Nächstes geht der Kodex auf die einzuhaltenden Leitsätze des Franchisings ein. Diese werden in die Pflichten des Franchisegebers, die des Franchisenehmers, und die Pflichten beider Parteien eingeteilt.

Aufgaben des Franchisegebers:

  • Test des Geschäftskonzepts in mindestens einem Pilotbetrieb, bevor der Franchisegeber sich daran macht, ein Franchisenetzwerk zu gründen.
  • Der Franchisegeber muss selbst der rechtmäßige Eigentümer der Marke sein.
  • Der Franchisegeber ist zudem dazu verpflichtet, seinem Franchisenehmer eine Ausbildung in Form einer Schulung zu Beginn der Zusammenarbeit zukommen zu lassen. Im weiteren Verlauf der Partnerschaft ist es die Aufgabe des Franchisegebers, seinen Partner in sämtlichen Belangen zu unterstützen und unter die Arme zu greifen.

Die Aufgaben des Franchisenehmers:

  • Der Franchisenehmer versichert, dass er sich nach bestem Gewissen, um die Wahrung des guten Namens seines Geschäftspartners kümmert
  • Der übertragene Standort wird mit vollem Einsatz, Engagement und Motivation geleitet, sodass ein nachhaltiger Wachstum des Betriebs möglich ist.
  • Der Franchisenehmer gewährt dem Franchisegeber zu jeder Zeit Zugang zu seiner Niederlassung und zu den geforderten Unterlagen.
  • In regelmäßigen Abständen versorgt der Franchisenehmer seinen Franchisegeber mit Daten, Dokumenten und Ergebnissen, die es dem Franchisegeber ermöglichen Rückschlüsse über dessen Leistung und Management zuführen.

Die Aufgaben beider Parteien:

  • Höchste Priorität während der gemeinsamen Zusammenarbeit hat die Fairness. Die Partner verpflichten sich in aller Ehrlichkeit und Gerechtigkeit miteinander umzugehen und sich nicht von persönlichen Gefühlen zu unfairen Entscheidungen verleiten zu lassen. Falls es zu einer Vertragsverletzung kommt, wird zuallererst stets eine Abmahnung verfasst, die eine angemessene Frist beinhaltet, in welcher das Vergehen behoben werden kann.
  • Kommunikation ist das A und O. Bei Differenzen wird beiden Parteien dazu geraten, sich in einem persönlichen Gespräch über die Probleme klar zu werden und gemeinsam nach einer Lösung zu finden.
  • Als schädigendes Verhalten für das Franchising gelten die Anzweiflung der wirtschaftlichen Grundlage des Franchisegebers als auch des Franchisenehmers, Rufschädigung durch unpassende Bemerkungen an die Presse oder sonstige Medien, die Bedrohung und Erpressung des Partners, Zusammenschluss mehrerer Franchisenehmer, die eine Interessengemeinschaft gegen die Franchisewirtschaft oder das Franchisesystem bilden.
  • Bei schwerwiegenden Auseinandersetzung werden die Parteien dazu angehalten, sich an den Deutschen Franchiseverband e. V. zu wenden.

Des Weiteren macht der Ethikkodex des Deutschen Franchise Verbands e. V. Vorgaben über die Partnerakquise und die Auswahl der Franchisenehmer. Hauptsächlich wird der Franchisegeber dazu angehalten stets aufrichtig zu sein und keine falschen Angaben zu machen, sei es das Gehalt oder Zukunftsaussichten betreffend, um einen potenziellen Partner unter Vertrag zu nehmen. Im nächsten Punkt wird klar dargelegt, was bei der Aufsetzung des Franchisevertrages zu beachten ist.

Das „Kann“ für Franchisegeber und Franchisenehmer

In der Liste der „Kann“s ist alles aufgelistet, was die Zusammenarbeit zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer erleichtert, jedoch nicht zwingend nötig ist:

  • Unter anderem beinhalten diese Richtlinien Checklisten für den Franchisevertrag und das Franchisesystem. Dadurch erhalten die Franchisenehmer einen besseren Überblick über die noch zu erledigenden Aufgaben. Ein großer Bestandteil des Franchisevertrags stellt beispielsweise stets die Erstellung des Businessplans dar, da man mit diesem nicht nur den Franchisegeber erneut von seinen Fähigkeiten und Qualitäten überzeugt, sondern damit auch die Bank zur Bereitstellung eines Kredits überredet.
  • Zudem ist es auch empfehlenswert ein Muster und eine Leitlinie für die Beiratsordnung beizulegen.
  • Gleiches sollte für die Widerrufsbelehrung und für die Mediation gelten.
  • Zuletzt regt der Deutsche Franchiseverband e.V. seine Mitglieder dazu an die Satzung und ein Merkblatt für das Ombudsmannverfahren beizulegen.

Leitfäden für eine erfolgreiche Partnerschaft, die auf dem System des Franchisings basiert

In den Leitfäden stellt der Deutsche Franchiseverband e.V. seinen Mitgliedern detailliert dar, durch welche Faktoren das Franchisesystem zum Erfolg wird. Er stattet Franchisegeber und Franchisenehmer also mit vielen Tipps und Tricks aus, die im Alltag von großer Hilfe sind, aber auch bestimmte Situationen der Partner erleichtern und eindeutiger machen.

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Zunächst einmal versorgt der Deutsche Franchiseverband e.V. die Mitglieder mit einem Rezept, dass den Aufbau eines Franchisesystems erklärt. Darin enthalten sind unter anderem die unbedingte Notwendigkeit eines Pilotbetriebs, die umfassenden Marktanalysen und die Partnerakquise. Dann werden Hinweise herausgegeben, die wichtig sind, falls ein Partner aus dem Franchisevertrag austritt. Die Beendigung der Partnerschaft muss professionell ablaufen und gleichzeitig sollte auch schnell ein Nachfolger gefunden werden. Anschließend geht es ums Geld:

  1. Wie kann eine Gründung finanziert werden?
  2. Mit welchen Kosten ist zurechnen?
  3. Gibt es staatliche Förderungen?

Doch auch bereits bestehende Franchisenehmer können Probleme bei finanziellen Dingen bekommen. Gerade in schlechten Zeiten kann es kompliziert werden, Ware zu bestellen, wenn das nötige Geld dafür fehlt. Auch hierfür steht der Deutsche Franchiseverband e. V. mit Rat und Tat zur Seite.

Weiterhin ist es in der Zeit der Globalisierung und des vereinten Europas wichtig, dass über die Expansion des Unternehmens auf den internationalen Markt nachgedacht wird. Vor allem für Unternehmen, die schon über ein großes nationales Franchisenetzwerk verfügen, können neue Gebiete im Ausland eine Chance darstellen. Es wird auch hier unbedingt dazu geraten, Marktanalysen durchzuführen, um sich darüber klar zu werden, ob die benötigte Kaufkraft und Zielgruppe vorhanden ist und ob der dortige Markt nicht schon ausgeschöpft ist. Denn bei zu viel starker und etablierter Konkurrenz macht es wenig Sinn, sich auch noch dort anzusiedeln. Es gilt viel mehr ein Land zu finden, in welchem man den Wirtschaftsmarkt revolutioniert und somit viel Umsatz erhält. Der Deutsche Franchiseverband e. V. gibt ausländischen Unternehmen allerdings auch eine Anleitung an die Hand, mit welcher sie ohne Probleme auf dem deutschen Markt zurechtkommen.

In unserer heutigen Zeit nimmt das Internet auch eine immer wichtigere Rolle ein. Marketing muss nicht mehr nur über den üblichen Postweg oder Plakate ablaufen, sondern kann mittlerweile ganz leicht und einfach eine viel größere Anzahl an Menschen erreichen. Eine Anregung zu den Ausgaben für Werbemaßnahmen und ein Leitfaden der Leadgenerierungen werden den Unternehmen auch noch an die Hand gegeben.

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