Quereinsteiger: Franchising als Chance für Branchenfremde

17.12.2018 08:18 | Ein Unternehmen gründen

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Backen ist Ihre Leidenschaft und Sie träumen davon, sich im Bereich Bäckerei selbstständig zu machen? Sie denken, es macht vielleicht keinen Sinn, Ihre eigene Bäckerei als Start-up zu eröffnen und das Rad neu zu erfinden und denken daher darüber nach, in ein Franchise-Unternehmen einzusteigen?

Oder interessieren Sie sich brennend für ein KFZ-Franchise, ein Gastronomie Franchise oder ein Mode Franchise?

Leider haben Sie in Ihrer ausgewählten Franchise Branche noch keine einschlägige Erfahrung sammeln können und fragen sich, ob Sie als branchenfremder Quereinsteiger im Franchising überhaupt eine Chance haben, zu überleben, geschweige denn sich im Rekrutierungsprozess beim Franchisegeber gegen die Konkurrenten durchzusetzen.

Die ersten Fragen, die man sich vernünftigerweise als angehender Franchisenehmerstellt, sind Fragen wie:

  • Wo liegen meine Stärken und Schwächen?
  • Habe ich spezielle Neigungen bzw. Abneigungen (z. B. gegen rohes Fleisch).
  • Welche fachspezifischen und betriebswirtschaftlichen Kenntnisse bringe ich mit?
  • Wieso interessiert mich ein Franchiseunternehmen?Habe ich bereits Branchenkenntnisse und wenn nein, würde ein Quereinstieg zu mir passen?

In der Realität machen sich viele zukünftige und branchenfremde Franchisenehmer Sorgen, etwa nicht das notwendige Fachwissen aufzuweisen, um in der neuen Branche Fuß zu fassen. Dabei ist diese Sorge unbegründet: Beinahe jeder Franchisegeber bietet seinen Franchisenehmern nicht nur Schulungen zu betriebswirtschaftlichen Themen, sondern auch insbesondere Schulungen zur jeweiligen Branche bzw. Tätigkeitsfeld des Unternehmens an, das speziell auf die Bedürfnisse der Franchisenehmer zugeschnitten ist, an. Kein Wunder, denn auch der Franchisegeber profitiert davon, gut ausgebildete und bestens informierte Franchisenehmer zu haben.

Warum sich Franchisegeber für Quereinsteiger entscheiden

Im Allgemeinen gilt: Hard Skills sind erlernbar – viel wichtiger sind Franchisegebern allerdings Softskills.

Welche Softskills erwarten die meisten Franchisegeber – nicht nur von branchenfremden Franchisenehmern?

  • Unternehmerisches Denken
  • Ein hohes Maß an Motivation
  • Empathie und emotionale Intelligenz
  • Teamfähigkeit
  • Flexibilität und Anpassungsfähigkeit

… Letzter Punkt, also Flexibilität und Anpassungsfähigkeit ist übrigens wahrscheinlich eine der Hauptgründe, weshalb sich Franchisegeber immer wieder gerne für branchenfremde Franchisenehmer entscheiden.

Warum das so ist? Nun ja, „alte Hasen“ der Branche mit jahrzehntelanger Erfahrung lassen sich nun mal, vielleicht zu Recht, nicht gerne erklären, wie Sie Ihren Job zu machen, haben, und sind daher, zumindest aus der Sicht der meisten Franchisegeber, als Franchisenehmer zumindest „unbequem“.

Franchisegeber schätzen es sehr, wenn sie Ihre Neuankömmlinge noch „nach Lust und Laune“ nach den Prinzipien des Unternehmens formen und ausbilden können, ohne gleich jeden einzelnen Punkt zu diskutieren, – was wahrscheinlich bei Branchenkennern der Fall wäre. Außerdem ist die Lern- und Einsatzbereitschaft wie „Neuankömmlingen“ in der Branche meistens höher.

Wenn Sie sich also für eine Branche interessieren, in der Sie sich noch nicht hundertprozentig auskennen, ist dies noch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.

Viele Franchisegeber sind in der Tat auf der Suche nach branchenfremden Quereinsteigern, und zwar nicht nur aus den oben genannten Gründen.

Ein weiterer Grund, der für die Entscheidung einer Kooperation mit einem branchenfremden Quereinsteiger als Franchisenehmer spricht, ist die Tatsache, dass Quereinsteiger häufig besonders frischen Wind mitbringen. Neue Ideen, frische Konzepte und andere Ansichtsweisen sind etwas, was jedem Unternehmen, ganz egal in welcher Branche und ganz egal, ob Franchising oder nicht, guttun – und das haben auch die Franchisegeber in Deutschland (aber auch im Ausland) verstanden.

Nebenbei erhöht diese Strategie der Franchisegeber, sich branchenfremden Franchisenehmern zu öffnen, auch die Zielgruppe der potenziellen Franchisenehmer. Der Franchisegeber hat so außerdem eine größere Auswahlmöglichkeit, sich für den passenden Franchisepartner zu entscheiden.

Welche Franchise-Systeme eignen sich besonders für branchenfremde Quereinsteiger?

Im Grunde genommen gibt es auf diese Frage nicht unbedingt nur eine richtige Antwort. Ob ein Franchisesystem für Quereinsteiger geeignet ist oder nicht, hängt auch besonders von der Mentalität des Franchisegebers sowie des Schulungskonzeptes ab. Es gibt auch Franchisegeber, die speziell auf der Suche nach Franchisenehmern sind, denen sie nichts mehr erklären müssen und die von heute auf morgen operationell einsetzbar sind. Allerdings – mal ganz unter uns – diese gibt es eher selten.

Die meisten Franchisesysteme eignen sich gut für branchenfremde Quereinsteiger, insbesondere aber:

  • Ein Franchise in der Immobilienbranche: Statistiken zufolge (Europäische Immobilien Akamedie EIA) ist die Mehrheit der Franchisenehmer in der Immobilienbranche nicht nur Quereinsteiger – sondern auch erfolgreicher Franchisenehmer. Beispiele für interessante Immobilienfranchise-Konzepte sind: ERA, RE/MAX, Engel&Völkers und viele andere.
  • Ein Beratungs- oder Bildungsfranchise für Geisteswissenschaftler, ehemalige Lehrer, etc.
  • Ein Fitness- oder Ernährungsfranchise für ehemalige Sportwissenschaftler, Coaches, Trainer, etc.

Gründe für den Quereinstieg als Franchisenehmer

Die Gründe, weshalb sich Existenzgründer für ein Franchising entscheiden, sind vielfältig. Einige davon bleiben in ihrer altbekannten Branche und arbeiten mit einem Franchisegeber, der sich nicht unbedingt auf „frischen Wind“ durch Branchenneulinge einlassen wollte. Die anderen jedoch steigen quer ein und starten meist raketenartig in Richtung Erfolg. Die Gründe, weshalb sich angehende Franchisenehmer für einen Quereinstieg in einer völlig neuen Branche entscheiden, können folgende sein:

  • Vergangene Freude an der aktuellen Berufstätigkeit, dem Tätigkeitsfeld, der Unternehmenskultur oder der Branche
  • Eventuelle Verletzungen, die der Ausübung des ursprünglichen Berufes entgegenstehen.
  • Eine Mid-Life-Crisis oder der plötzliche Wunsch, endlich seinen wahren Interessen und Leidenschaften nachzugehen.
  • Der Wunsch danach, endlich sein eigener Chef zu sein bzw. der Wunsch nach mehr Freiheit und Unabhängigkeit.
  • Das Bedürfnis nach einer ausgewogener Work-Life-Balance (in diesem Punkt raten wir allerdings zu Vorsicht – eine Existenzgründung führt eher zu einer zunächst schlecht ausgeglichenen Work-Life-Balance).
  • Arbeits- oder Perspektivenlosigkeit
  • Hemmungen, sich in eine klassische Selbstständigkeit zu stürzen (finanzielle Gründe – unerprobtes Geschäftsmodell.)

Wenn die Entscheidung für einen Quereinstieg gefallen ist, bleibt noch die weitere Entscheidung, in welcher Form der Quereinstieg erfolgen soll. Lassen Sie sich allerdings gesagt ein: Der Quereinstieg im Arbeitnehmerverhältnis ist alles andere als einfach und dahingegen stellt ein Quereinstieg im Franchising eine elegante Königsoption dar.

Selbst bei einem Quereinstieg im Rahmen einer klassischen Existenzgründung ist die Sachlage schwierig, da sie auf diese Weise nicht auf die – teilweise sehr durchdachten und hochwertigen – Schulungen sowie die Unterstützung des Franchisegebers zurückgreifen können.

Wenn Sie sich für ein Franchiseunternehmen entschieden haben, dem Sie gerne als Quereinstiegs-Franchisenehmer beitreten möchten, gelten nichtsdestotrotz die gleichen Regeln wie für die Franchise-Gründung ohne Quereinstieg, nämlich das A und O:

  • Vorherige Recherche
  • Finanzielle Kalkulation der Investitionen und Finanzierungskapazitäten, auch um Engpässe zu überleben.
  • Sorgfältige Auswahl der Franchisegeber
  • Beratungsangebot in Anspruch nehmen.
  • Prüfung des Franchisevertrages
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