Rainer Schaller: Wir prüfen den McFit Gründer auf Herz und Nieren

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rainer schaller auf herz und nieren

In der heutigen Zeit steht die Gesundheit und Fitness der Menschen im Fokus. In Magazinen und Zeitschriften findet man fast ausschließlich nur noch Tipps und Anregungen darüber, wie man sich gesund ernährt, in einer bestimmten Zeit fit wird und Trendsportarten in seinen Alltag mit integrieren kann. Diese Artikel gab es zwar früher schon, doch die damaligen Tendenzen haben sich nun zu einem echten Lebensstil entwickelt. Unternehmen wie McFit, die es schon seit geraumer Zeit auf dem Fitnessmarkt gibt, profitieren natürlich enorm von diesen gesellschaftlichen Entwicklungen und nutzen diese, um ihre Position und Stellung in der Industrie noch weiter auszubauen.

Denn tatsächlich haben insgesamt elf Millionen Deutsche einen Fitnessstudiovertrag unterschrieben, wovon sogar 61 Prozent angeben, dass sie mehrmals die Woche trainieren. Die Fitnessindustrie hat sich weltweit zu einer entscheidenden Größe entwickelt, die nicht zu unterschätzen ist. Dies zeigt sie mit einem weltweiten Umsatz von 94 Milliarden US Dollar, wovon Deutschland jährlich rund 6,3 Milliarden US Dollar generiert. Das Unternehmen McFit gehört zu einen der deutschen Fitnessketten, welche über die meisten Mitglieder verfügen und auch den höchsten Gewinn erzielen. Wie es zu diesem außergewöhnlichen Erfolg kam und inwiefern der Gründer Rainer Schaller dabei seine Hände im Spiel hatte, schauen wir uns im folgenden Artikel etwas genauer an.

Rainer Schaller – von der Lebensmittelindustrie zum Marktführer der deutschen Fitnessbranche

Im oberfränkischen Bamberg im Jahr 1969 geboren und im nahe gelegenen Schlüsselfeld aufgewachsen, entstammt Rainer Schaller einer eingesessenen Kaufmannsfamilie. In der Schule hatte er nie durch tolle Leistungen glänzen können und das gesamte Konzept nie so wirklich verstanden. Warum sich mit Lateinvokabeln und chemischen Formeln quälen, wenn man keine Karriere in der Medizin oder Apotheke anstrebt?

Nachdem er in der 9. Klasse bereits sitzen geblieben war und die 10. Klasse nur mit Ach und Krach bestand, beschloss Schaller, dass er sich genug abgemüht hatte. Er verließ das Gymnasium und schlug einen anderen Lebensweg ein. Sein älterer Bruder war im Gegensatz zu Rainer Schaller ein intelligenter, strebsamer Schüler, der Medizin und Musik gleichzeitig studierte und seine Nase selbst außerhalb der Universität am liebsten in Bücher steckte. Rainer hingegen konnte schon immer mehr mit Sport und Lebensmittel anfangen und entschied sich deswegen dazu, die Familientradition fortzuführen und nun also eine Ausbildung zum Kaufmann zu absolvieren.

Nach zehn Jahren bei Edeka entdeckte Schaller das Arbeiten für sich. Denn ihm wurden vier Filialen anvertraut, die er von nun an leitete und die ihm den Spaß daran lehrten, über etwas Eigenes zu verfügen. Doch die Verantwortung, welche die Geschäftsführung der Betriebe mit sich brachte, hatte große Auswirkungen auf sein Privatleben. Schaller verbrachte rund 100 Stunden wöchentlich in seinen Niederlassungen. Jeden morgen stand er um 3 Uhr auf, um auf den regionalen Märkten frisches Obst und Gemüse zu erstehen, welches er anschließend in seinen Märkten auslegte und aufbereitete. Bis zum Ladenschluss um 18 Uhr half er aus, wo er gerade gebraucht wurde.

Ob dies beim Brötchen backen war, beim Kassieren oder an der Fleischtheke spielte für Schaller keine Rolle, denn er war sich für nichts zu schade. Nachdem die Türen der Betriebe geschlossen hatten, hieß es für den McFit-Gründer jedoch noch lange nicht Feierabend. Die Bestellungen mussten abgearbeitet werden, Buchführung gemacht werden und Kontrollgänge absolviert werden. Trotz des großen Arbeitspensums verlor Schaller jedoch niemals sein Hobby aus den Augen: den Sport.

McFit – Die Anfänge und der Aufstieg eines Imperiums

Bevor Schaller den großen Schritt wagte und seine Karriere bei Edeka an den Nagel hängte, wollte er zunächst ausprobieren, ob seine eigene Idee Hand und Fuß hat. Als Frank „The Bank“, der damalige Weltmeister im Bankdrücken die Insolvenz verkünden musste, zögerte Schaller nicht lange und erwarb einige seiner Fitnessgeräte für einen Preis von 15.000 D-Mark. Die Gerätschaften, die zwar gebraucht, aber qualitativ hochwertig waren, stellte Schaller auf den Dachboden seiner Wohnung. Außer den wenigen Fitnessmaschinen gab es nichts und dennoch waren viele seiner Freunde bereit, 15 Euro monatlich zu bezahlen, um diese mitnutzen zu dürfen. Dieses Verhalten war für Schaller damals ausschlaggebend, um sich an die Gründung von McFit zu wagen.

Denn zu dieser Zeit gab es in Deutschland noch keine Fitnessstudioketten, sondern ausschließlich kleine „Muckibuden“, in welchen professionelle Bodybuilder ihre Muskeln trainierten und ihren Körper stählten. Angebote für die breite Masse, welche lediglich fit werden wollte und in der Freizeit Sport betreiben wollte, gab es damals noch nicht.

Diese Lücke nutzte Schaller für sich aus und eröffnete im Jahr 1997 sein erstes Fitnessstudio unter dem Namen McFit und mit dem Slogan „Die Fitnesshalle für alle“. Und durch sein Dachboden-Projekt hatte Schaller die nötigen Informationen gesammelt, die er benötigte, um ein erfolgreiches Konzept auszuarbeiten. Denn egal welches Geschlecht, welchen Beruf oder welchen Fitnessgrad die einzelnen Sportler haben, sie hatten eines gemeinsam: Sie brauchten wenig, um zu trainieren.

Der Anfang war hart und anstrengend für Rainer Schaller. Da er über nicht ausreichend Kapital verfügte und die Bank auch nicht gewillt war, ihm einen Kredit zu geben, verkaufte er eine seiner Edeka-Filialen und investierte das daraus gewonnene Geld in sein erstes Fitnessstudio. Sein Startkapital betrug 150.000 Mark, was kaum ausreichte, um das Inventar und den Standort zu finanzieren.

Aus diesem Grund blieb auch kein Geld für das Private übrig. Schaller musste in seinem Fitnessstudio schlafen und den geschäftlichen Alltag ohne Personal bewältigen. Trotz dieser Hindernisse und Schwierigkeiten, war für Schaller schon zu Beginn klar, dass sich aus dieser einen Filiale ein ganzes Netzwerk an McFits entwickeln würden, die sich letztendlich über ganz Europa ziehen. Und sein Mut und seine Risikobereitschaft zahlten sich aus, denn nach nur einem Jahr konnte er schon die nächsten beiden Fitnessstudios in Bayern eröffnen und expandierte nach und nach in die gesamte Bundesrepublik.

Dieser Erfolg liegt vor allem darin begründet, dass Sport zu einem niedrigen Preis angeboten wurde und dass Schaller niemals das Wort Bodybuilding verwendete, sondern stets darauf achtete, den Sport Fitness zu nennen. Somit galten seine Niederlassungen niemals als unnahbar, sondern waren für alle zugänglich. In der Fitnessbranche hingegen wurde das Unternehmen lediglich belächelt und als Angebot für die Unterschicht angesehen, die sich Qualität nicht leisten konnte. Als Schaller dann 2006 seine unglaublich guten Zahlen und Daten veröffentlichte, welche er zuvor aus Angst vor Nachahmern zurückgehalten hatte, waren alle erstaunt und eines Besseren belehrt.

McFit heute

Das Unternehmen besitzt heute über 300 Niederlassungen in Europa. Die Hauptzahl der Studios befindet sich dabei natürlich immer noch in Deutschland. Neben den nun fast 200 Fitness Centern in der deutschen Bundesrepublik, eröffnete Schaller jedoch auch Betriebe in Österreich, Spanien, Italien und Polen. Wem dies als Beweis für den umfassenden Erfolg des Unternehmens noch nicht ausreicht, kann sich ja vielleicht von den folgenden Daten und Fakten überzeugen lassen: Der Umsatz von McFit stieg innerhalb von vier Jahren – von 2012 bis 2016 – von 186 Millionen Euro Umsatz auf unglaubliche 246 Millionen Euro Umsatz an. Dabei generierte das Unternehmen 54 Millionen Euro Gewinn.

Schaller eröffnet nun seit einigen Jahren zudem noch Fitnessstudios unter den Namen John Reed und HIGH5. John Reed Fitness sind Fitnessstudios der besonderen Art, welche eine Kombination aus Design, Sport und Musik anbieten. Und sie offerieren den Kunden nun auch Zusatzleistungen wie beispielsweise Wellness. Die HIGH5-Niederlassungen zeichnen sich durch ihren unschlagbaren niedrigen Preis aus und durch Angebote wie Personal Trainer und Functional Training. Durch diese Erweiterungen seiner bisherigen Fitness Center McFit möchte Schaller langsam aber deutlich seinen Image-Wechsel durchsetzen.

Denn der Slogan ist nun schon lange nicht mehr „Die Fitnesshalle für alle“, sondern wurde abgeändert zu „Proud to be McFit“. Durch den Umstieg auf das Englische verdeutlicht der McFit-Gründer, dass er seine Expansion nun weit über die Grenzen von Deutschland vorantreiben möchte. Denn trotz zwei Millionen Mitglieder in Europa, die MCFit zum größten Fitnessunternehmen Europas machen, hat Schaller noch lange nicht genug. Er möchte mehr Märkte europaweit erkunden und für sich gewinnen, jedoch auch vor allem in die USA expandieren.

Die Anfänge für diese Mammutaufgabe, die dem McFit-Gründer bevorsteht, sind bereits getan. Denn er wandelte den Namen der McFIT GLOBAL GROUP nun zur RSG Group um. RSG Group steht dabei für Rainer Schaller Global Group, was ansprechender für die zukünftige Kundschaft klingen soll. Für die folgenden Jahre hat Schaller schon einen umfassenden Plan aufgestellt, an dessen Umsetzung er mit Experten aus aller Welt arbeitet. So eröffnet er im Jahr 2019 nun die Marke Steven Baker, welche das Backen mit gesunder Ernährung verbindet, sodass man süße Leckereien ohne schlechtes Gewissen verzehren kann. Seine Innovation JOHN & JANE‘S basiert auf dem Prinzip der Boutique Fitness. Diese Premium-Niederlassungen sollen Trendsportarten wie Soulbase, was im Endeffekt nichts anderes als Yoga, Pilates und Co. ist, mit Powerbase – Bootcamp und Boxen – kombinieren. Bis 2020 ist außerdem die Eröffnung von THE MIRAI in Oberhausen geplant. Dieser Betrieb soll ohne monatliche Mitgliederbeiträge ablaufen!

Fazit

Rainer Schaller ist ein erfolgreicher Unternehmer, der über mehrere Unternehmen verfügt und gerade dabei ist, sein europaweites Imperium nun auf den gesamten Globus auszubreiten. Er beweist, dass der American Dream auch außerhalb der USA möglich ist. Alles was man dafür benötigt, ist eine außergewöhnliche Idee, ein wenig Kapital und die Bereitschaft auch mal ein Risiko einzugehen. Durch seine Modernisierungen und Innovationen hält sich der McFit-Gründer bis heute beständig auf dem Fitnessmarkt.

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