Rente im Franchising: Was muss ich als Franchisenehmer wissen?

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Seit dem letzten Jahr ist es in aller Munde: Unser Arbeitsminister Heil diskutierte die Rentenpflicht für Selbstständige. Wer sich selbstständig macht, der geht zunächst ein hohes Risiko ein, so dass meist wenig Geld für die eigene Altersvorsorge bleibt, wenn den Selbstständigen zu viel Freiheit gegeben wird. So überrascht es nicht, dass Millionen an deutschen Selbstständigen nicht ausreichend für das Alter vorsorgen können, so dass viele im Alter oft auf die Grundsicherung vom Staat angewiesen sind. In unserem heutigen Artikel möchten wir Ihnen mehr zum Thema Rente erzählen. Worauf sollten Sie als Franchise-Unternehmer bei der Vorsorge achten?

Rente für Selbstständige: Warum ist die Vorsorge für das Alter so wichtig?

 

Die Diskussion unseres Arbeitsministers über die Reform der Rentenversicherung und die Rentenpflicht für Selbstständige rührt ganz einfach daher, dass Selbstständige im Alter oft zum Sozialfall werden. Gerade kreative Freiberufler, die als Solo-Selbstständige ohne Mitarbeiter arbeiten, haben meist nicht das Geld, um ausreichend für das Alter vorzusorgen. So haben sie kurz nach der Gründung meist andere Sorgen, als an die eigene Rente zu denken. Jahre später rücken die Gedanken in weite Ferne und ehe sie sich versehen, sind die Selbstständigen 40 oder 50 Jahre alt und somit zu alt, um in eine private Altersvorsorge investieren zu können.

Altersarmut ohne Versicherungspflicht!

Nur 20 Prozent der knapp 4 Millionen Selbstständigen in Deutschland sind aktuell rentenversicherungspflichtig. Der Politik ist das zu wenig, da es deutschlandweit zu viele Selbstständige gibt, die nicht ausreichend finanziell für das Alter abgesichert sind und dann dem Staat auf der Tasche liegen. Da aktuell keine Versicherungspflicht besteht, nehmen viele Selbstständige die Rente auf die leichte Schulter. Sie zahlen weder in die gesetzliche Rentenkasse ein noch sorgen sie in Form einer privaten Altersvorsorge vor. In Folge droht die Altersarmut. Der Vorschlag des Arbeitsministers Hubertus Heil ist daher, Selbstständige künftig dazu zu verpflichten, dass sie sich privat oder aber über die gesetzliche Rentenversicherung für das Alter absichern.

Rente und Altersvorsorge für Selbstständige: Welche Möglichkeiten haben Sie als Franchise-Unternehmer?

Auch wenn die gesetzliche Rentensicherung an sich für abhängig Beschäftigte gedacht ist, so wird unter bestimmten Bedingungen auch Selbstständigen Zugang gewährt. Der Beitragssatz in der gesetzlichen Rente für Arbeitnehmer liegt bei 18,6 Prozent. Wer sich freiwillige versichern möchte, der kann zwischen einem Mindestbetrag von 83,70 Euro bis zu einem Höchstbetrag von 1.209 Euro wählen. Für Selbstständige, die oft über ein leistungs- oder erfolgsabhängiges, wechselndes Einkommen verfügen, ist es oft schwer, einen monatlich fixen Beitrag zu zahlen. Aus diesem Grund bietet auch die private Altersvorsorge den Selbstständigen meist an, dass diese ihre Beiträge an die persönlichen Rahmenbedingungen anpassen können.

Rente für Selbstständige über eine freiwillige Versicherung in der gesetzlichen Rentenkasse

Die Frage für Selbstständige ist daher, ob es überhaupt sinnvoll ist, in die gesetzliche Rentenkasse einzuzahlen. Sollten Sie vorab als Angestellter jahrelang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben, so haben Sie sicherlich schon einen hohen Anspruch an Rente erworben, die auch als Anwartschaft bezeichnet wird. Als junger Unternehmer fällt diese Anwartschaft noch sehr gering aus, so dass es sich in jedem Fall empfiehlt, über alternative Wege für die Rente vorzusorgen.

Das Dilemma mit der gesetzlichen Rentenversicherung:

Wie Sie sicherlich wissen gibt es bei der Rente einen sogenannten Generationenvertrag: Wir zahlen bei der gesetzlichen Rente nicht für uns persönlich, sondern stattdessen auf ein Rentenkonto ein, was die Bezüge der aktuellen Rentner deckt. Gehen Sie dann zukünftig in Rente, erhalten Sie Ihre Beiträge von den dann einzahlenden Arbeitnehmern. Das Problem an der Sache ist nur leider der demografische Wandel, so dass weniger Beitragszahler in Zukunft höheren Rentenforderungen von einer wachsenden Anzahl an Rentenbeziehern gegenübersteht. Fakt ist daher, dass die Bezüge aus der gesetzlichen Rentenkasse so oder so nicht für die Rente reichen werden und Sie sich in jedem Fall zusätzlich absichern sollten!

Welche Alternativen gibt es zur gesetzlichen Rentenversicherung? Die Rürup-Rente!

Im Jahr 2005 wurde die Rürup-Rente eingeführt. Hierbei handelt es sich um eine hundertprozentig reine Altersvorsorge, die den Einzahlenden einen gesetzlich garantierten Schutz bietet. Sie kann von Unternehmern daher nicht als finanzielle Überbrückung genutzt werden, sollte es zu wirtschaftlichen Engpässen kommen oder aber sollte von einer Bank eine Sicherheit für einen Kredit eingefordert werden. Ferner können die erworbenen Ansprüche der Rürup-Rente weder vererbt, veräußert oder als Einmalzahlung bei Renteneintritt eingefordert werden.

Für wen eignet sich die Rürup-Rente?

Diese Art der Vorsorge ist vor allem für diejenigen interessant, die über ein großes, festes Einkommen verfügen. Darüber hinaus bietet die Rürup-Renten seinen Versicherten Unisex-Tarife an, die sich vor allem positiv für das weibliche Geschlecht auswirken. Da die Damenwelt von einer durchschnittlich längeren Lebenserwartung profitiert, können Frauen somit von einer höheren Rendite als die einzahlende Männer ausgehen. Darüber hinaus ist die Rürup-Rente insofern für Selbstständige interessant, da sich die eingezahlten Beiträge als Sonderausgaben von der Einkommenssteuer absetzen lassen – so mindern Sie als Selbstständige Ihre Steuerlast, während Sie für die Rente vorsorgen!

Rente als Selbstständiger: Kennen Sie schon die Riester-Rente?

Auch die Riester-Rente ist vielen ein Begriff. Hierbei handelte es sich um eine staatlich geförderte Altersvorsorge, die allerdings primär für Angestellter erschaffen wurde. Jedoch können auch Selbstständige in gewissen Ausnahmefällen von der Riester-Rente profitieren. Und zwar gibt es die unmittelbar und mittelbar Zulageberechtigten. Zu den unmittelbar Zulagenberechtigten gehören gewisse Freiberufler, die ohnehin rentenversicherungspflichtig sind. So besteht für Bildungs- und Pflegeberufe eine Versicherungspflicht: Sie sind laut Gesetzgeber schutzbedürftig, da sie Wissen vermitteln und Fähigkeiten ausbilden sowie auf ärztliche Anordnung handeln. All diese Anwärter fallen in die Kategorie der unmittelbar Zulageberechtigten. Man gilt als mittelbar zulageberechtigt, wenn man mit einem Partner verheiratet ist, der in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt. Somit gelten Sie als mittelbar förderberechtigt und können einen Vertrag zur Riester-Rente abschließen.

Bringt die Riester-Rente was für Sie als Selbstständiger?

Sollten Sie sich also qualifizieren, einen Vertrag zur Riester-Rente abschließen zu dürfen, so sollten Sie bedenken, dass die hohen Verwaltungskosten einen starken Einfluss auf die Rentabilität Ihrer Riester-Rente nehmen werden. Diese Kosten werden in den ersten fünf Jahren fällig. Darüber hinaus kommt es Ihnen teuer zu stehen, sollten Sie im Nachhinein doch aussteigen wollen! Sollten Sie in der Zeit als aktiver Unternehmer nicht ausreichend für die Rente vorsorgen und letztlich auf die gesetzliche Grundsicherung angewiesen sein, müssen Sie damit rechnen, dass die Grundsicherung gekürzt wird, da die Riester-Rente angerechnet wird! Bevor Sie also einen Riester-Rentenvertrag abschließen, sollten Sie sich sicher sein, dass Sie diesen auch dauerhaft bedienen können. Wenn das für Sie als Selbstständiger schwer zu prognostizieren ist, dann sollten Sie sich auf jeden Fall nach weiteren Alternativen umschauen!

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