Rentenversicherung für Selbstständige: Sichern Sie sich rechtzeitig ab!

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Wer selbstständig ist, der arbeitet eigenverantwortlich und hat Narrenfreiheit, was die Rentenversicherung an? Falsch gedacht! Denn je nachdem, zu was für einer Berufsgruppe Sie als selbstständiger Franchise-Unternehmer gehören, kann es der Fall sein, dass Sie rentenversicherungspflichtig sind. Informieren Sie sich daher vor Ihrer Gründung bei den Ämtern, inwieweit auf Sie die Rentenversicherung für Selbstständige zutrifft. Und selbst wenn Sie von der Rentenversicherungspflicht ausgenommen sind, so sollten Sie das Thema Altersvorsorge als Selbstständiger nicht außer Acht lassen! In unserem heutigen Artikel klären wir Sie rund um das Thema Rentenversicherung für Selbstständige auf – allerdings sollte Ihnen bewusst sein, dass es sich hierbei um keine Rechtsberatung handelt! Aus diesem Grund raten wir Ihnen, dass Sie jeweils für Ihren konkreten Fall einen Fachexperten zu Rate ziehen. Außerdem sind die Gesetze und Regelungen ständigen Änderungen unterworfen!

Rentenversicherung für Selbstständige? Für wen besteht eine Beitragspflicht?

Für einige Berufsfelder besteht eine Pflicht zur Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung. Und zwar liegt es hier vor allem an der Tätigkeit, ob man gesetzlich verpflichtet ist, in die Rentenversicherung einzuzahlen.

Rentenversicherung für Selbstständige: Für diese Berufsgruppen besteht eine Versicherungspflicht:

  • Erzieher und Tagesmütter: Diese Berufsgruppe umfasst all diejenigen Tätigkeiten, die sich der Persönlichkeitsbildung von Kindern und Jugendlichen widmen
  • Freiberufler: Obacht! Gerade bei denjenigen, die dauerhaft für nur einen Auftraggeber arbeiten, kann hier zusätzlich der Verdacht zur Scheinselbstständigkeit bestehen!
  • Handwerker
  • Hausgewerbetreibende
  • Künstler und Musiker
  • Hebammen und Entbindungspfleger: Die Versicherungspflicht besteht, wenn die Selbstständigen versicherungspflichtige Angestellte beschäftigen
  • Selbstständige in einem Pflegeberuf: Und zwar gilt das für diejenigen, die primär auf Anweisung von einem Arzt arbeiten
  • Publizisten, Schriftsteller, Journalisten
  • Seelotsen, Küstenfischer und Küstenschiffer
  • Lehrkräfte: Wobei der Begriff hier auch Coaches, Tanzlehrer und Nachhilfelehrer umfasst.

Wie steht es um die anderen Unternehmer und Selbstständigen?

All diejenigen Selbstständigen, deren Tätigkeit nicht in die oben genannten Berufsgruppen fällt, besteht keine Rentenversicherungspflicht. Ihnen ist es freigestellt, wie sie sich versichern.

Eine weitere Besonderheit besteht für diejenigen, die ihre selbstständige Tätigkeit nur in geringfügiger Beschäftigung ausführen. Seit 2013 unterliegen auch die geringfügigen Tätigkeiten der Versicherungspflicht. Auch wenn der Arbeitgeber in diesem Fall einen Pauschalbeitrag zahlt, so fällt auch für den Arbeitnehmer ein Eigenbetrag an – allerdings kann hier auch eine Befreiung gefordert werden, jedoch ist dies nicht möglich, wenn das Einkommen die Geringfügigkeitsgrenze von 450 Euro übersteigt.

Außerdem sollten diejenigen, die mehrere selbstständige Tätigkeiten ausführen, sich dessen bewusst sein, dass sie daraufhin verpflichtet sind, mehrfach in die Rentenversicherung einzuzahlen. Gleiches gilt für diejenigen, die neben einer hauptberuflichen Tätigkeit im Angestelltenverhältnis auch eine selbstständige Tätigkeit ausführen. Denn auch in diesem Fall kann es zu einer mehrfachen Versicherungspflicht kommen.

>>> Informieren Sie sich hier rund um das Thema Gründung mit System:

Besteht eine Pflicht zur Rentenversicherung? Diese Möglichkeiten gibt es als Rentenversicherung für Selbstständige!

Wer als Selbstständiger in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen muss, der kann zwischen drei unterschiedlichen Möglichkeiten wählen. So kann man den vollen, einen einkommensgerechten oder aber den halben Regelbeitrag zahlen.

Beachten Sie die Besonderheit der Künstlersozialkasse! Sollten Sie Künstler oder Publizist sein, dann kommen sie in den Genuss der Mitgliedschaft der Künstlersozialkasse. Der große Vorteil hieran ist, dass die Selbstständigen nur die Hälfte der Versicherungsbeträge zu zahlen hat, da die Künstlersozialkasse für die andere Hälfte aufkommt. Allerdings sollte dies auf die wenigsten Franchisesysteme zutreffen.

Variante #1: Der volle Regelbeitrag:

Und zwar legt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales einen pauschalen Rentenversicherungsbeitrag fest, wobei die Berechnung dieses Regelbeitrages auf einem durchschnittlichen Gehalt beruht. Für das Jahr 2019 wurde hierzu ein monatlicher Regelbeitrag von 579,39 Euro in den alten und 533,82 Euro in den neuen Bundesländern festgesetzt. Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung beruht auf einem fiktiven Einkommen in Höhe einer Bezugsgröße und wird jährlich neu festgelegt. Unabhängig von der Höhe des Einkommens können die Selbstständigen selbst entscheiden, ob sie den vollen Betrag an die Versicherung zahlen möchten.

Variante #2: Der einkommensgerechte Beitrag

Bei dieser Variante lässt sich die Höhe des Beitrags individuell an das Einkommen anpassen. Hierzu sollten die Selbstständigen allerdings in der Lage sein, per Einkommensbescheide ihre Einkommensschwankungen nachweisen zu können.

Variante #3: Der halbe Regelbeitrag

Wurde die unternehmerische Tätigkeit in der Selbstständigkeit gerade erst aufgenommen, dann kann für die ersten drei Jahre auch nur die Hälfte des vollen Betrags gezahlt werden. Gerade in der Anfangsphase einer Gründung ist der finanzielle Spielraum meist stark begrenzt, so dass Einsparungen immer willkommen sind. Allerdings bedeuten reduzierte Beiträge auch, dass nur die Hälfte ausgezahlt wird und die Rente somit entsprechend niedriger ausfällt. Aus diesem Grund sollte man sich sorgfältig durch den Kopf gehen lassen, ob diese Variante der Beitragszahlung der richtige Weg ist!

Pflicht zur gesetzlichen Rentenversicherung für Selbstständige? Das sind Ihre Vorteile!

Auch wenn eine Pflicht zum Einzahlen in die Rentenversicherung besteht, so profitieren die Beitragszahlenden von gewissen Vorteilen, so dass sich eine Mitgliedschaft natürlich auszahlt.

Unterschiedliche Szenarien, wie Sie als Pflichtversicherter von der Rentensicherung profitieren:

Und zwar zielt die Rentenversicherung darauf ab, dass die Selbstständigen ihren Lebensunterhalt bestreiten können, selbst wenn sie ihre Tätigkeit nicht mehr ausführen können. So bestehen Rentenansprüche, wenn die man ins Rentenalter eintritt und seine Berufslaufbahn beendet. Ebenso werden die Jahre der Kinderbetreuung dem Rentenkonto gut geschrieben, wenn der Selbstständige Kinder hat. Sollte die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt werden müssen oder ist man vorrübergehend arbeitsunfähig, so werden die Versicherten auch hier unterstützt. In diesem Fall können sogar Kosten für Rehabilitationsmaßnahmen oder aber die Kosten für eine Umschulung oder Weiterbildung übernommen werden. Ist der Versicherte dauerhaft arbeitsunfähig und muss frühzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden, so übernimmt die Rentenversicherung eine Erwerbsminderungsrente.

Franchisenehmer und die Rentenversicherung: Gibt es hier Besonderheiten zu beachten?

Weiter oben hatten wir die Tätigkeiten beziehungsweise Berufsgruppen genannt, wo eine Pflicht zur Rentenversicherung für Selbstständige besteht. Aber wie genau verhält es sich beim Franchising?

Und zwar kommt es hier immer darauf an, welche Tätigkeit Sie als Franchisenehmer ausführen. Fällt Ihre Aufgabe als Franchise-Unternehmer nicht in den Bereich der versicherungspflichtigen Berufsgruppen, können Sie sich alternativ versichern lassen. Allerdings möchten wir Sie darauf hinweisen, dass es rechtliche Fälle gab, wo Franchisenehmer im Nachhinein als rentenversicherungspflichtig eingestuft wurden. So gab es vor mehreren Jahren in 2014 einen Fall beim Sozialgericht Düsseldorf, wo ein Franchisenehmer als Selbstständiger ausnahmsweise rentenversicherungspflichtig war! Und zwar lag es daran, da er für einen IT-Dienstleister tätig war, wobei er Kundenanfragen direkt aus der Zentrale des Franchisegebers erhielt. Das Sozialgericht argumentierte, dass er als Einmannbetrieb wirtschaftlich von seinem Auftraggeber, dem Franchisegeber, abhängig war und somit rentenversicherungspflichtig war. Tatsächlich war der Franchisenehmer komplett von seinem Franchisegeber abhängig gewesen, da er seine Services außerhalb des Franchisesystems nicht vermarkten durfte. Aus diesem Grund unterlag der Franchisenehmer der Pflicht zur Rentenversicherung für Selbstständige.

Achten Sie also darauf, zu welchen Bedingungen Sie den Franchisevertrag unterzeichnen und inwieweit in Ihrem Fall eine Pflicht zur Rentenversicherung besteht.

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