Risikoarm gründen mit Franchise – aber welche Risiken bleiben bestehen?

09.06.2018 08:00 | Ein Unternehmen gründen

risikoarm gründen

Auch wenn die andernorts einzugehenden Wagnisse beim Franchising deutlich eingeschränkt sind: ein Restrisiko bleibt erhalten. Es konzentriert sich zudem nicht auf eine einzige Stelle, sondern erscheint durchaus in mehrfacher und darüber hinaus mitunter auch einer wechselhaften Gestalt. Das hängt von den Eigenarten des gewählten Systems ab und zudem davon, wie empfindlich der einzelne Franchisenehmer möglichen Gefahren gegenüber ist. Pauschalisieren lässt sich eine Antwort auf diese Frage kaum, doch manches tritt grundsätzlich in den Vordergrund.

Franchising ist kein Automatismus für Befehlsempfänger

Zwar kann die sogenannte unternehmerische Freiheit von einem Franchisenehmer nicht dermaßen ausgiebig genossen werden wie in der freien Wirtschaft, doch damit legt er die Verantwortung für eigene Entscheidungen nicht ab. Sie lastet einzig und allein auf seinen Schultern, wobei er sich auch nicht mit dem Verweis auf seinen begrenzten Handlungsspielraum herausreden kann. Das mag mancher als riskant betrachten, anderen hilft es. Sie müssen keine Experimente machen, die auch Ihren Kopf kosten könnten, sondern operieren von einer gefestigten Basis aus. Es bleibt die Angst davor, einen Fehltritt zu tun. Gerade zu Anfang tauchen Gelegenheiten dafür häufig auf. Dennoch drängt die Zeit, und die erwartete Entschlusskraft ist unter Beweis zu stellen.

Zu viele Klauseln behindern das Geschäft im Franchising

Das größte Wagnis ist an diesem Punkt jedoch bereits und hoffentlich zugunsten des stärker Abhängigen bestanden. Es lauert im Vertrag, der durchaus franchisegeberfreundlich ausfallen kann, wenn sein Partner zu viel Unbedarftheit an den Tag gelegt hat. Auch Rechtsanwälte kennen nicht immer der Weisheit letzten Schluss; was kommen wird, ist nur sehr schwer abzusehen. Und die Geschäftsleitung mit all ihrer Erfahrung im Gewerbe ist in dieser Hinsicht immer demjenigen, der seine ersten Schritte tut, ein gutes Stück voraus. Hier wäre ein Vertrauensvorschuss zu investieren, der freilich auch einigermaßen gerechtfertigt sein sollte. Es wird kaum realistisch sein, gestellte Bedingungen von Grund auf zu ändern. Doch im Prinzip ist es eine Frage des Verhandelns.

Lassen Sie sich nichts Strangulierendes aufzwingen

Günstigere Konditionen auszuhandeln, das sollte einem Unternehmer nicht fremd sein, es gilt von vornherein, seinen eigenen Standpunkt zu vertreten, doch darf die Geduld des Gegenübers dabei nicht überstrapaziert werden. Selbst dann aber, wenn ein zähes Ringen bewältigt worden ist, muss man weiterhin wachsam bleiben, was allerdings mehr und mehr zur täglichen Routine wird. Denn schließlich ist fast alles beständig im Wandel:

  • Der attestiert lukrative Standort könnte veränderten Einflüssen unterliegen,
  • definierte Vorlieben der Zielgruppe müssen nicht auf ewig festgeschrieben sein,
  • vor der Ansiedlung von Plagiatoren ist niemand wirklich gefeit.

Solcherlei Gefahren sind nur dadurch aus der Welt zu schaffen, dass man Entwicklungen vorhersieht und rechtzeitig mit Gegenmaßnahmen darauf reagiert. Dafür ist ein dynamisches System vonnöten, in dem es vor allem mit der Kommunikation jederzeit reibungslos klappen sollte.

Wie sorgt man für stets ausreichende Liquidität?

Natürlich kann es auch jederzeit empfindlich am nötigen Kleingeld mangeln. Zur Anschubfinanzierung gesellen sich im Franchising meist unmittelbar die laufenden Kosten hinzu, es kann lange dauern, bis eine mühsam aufgebrachte Investitionssumme kaum noch schmerzt. Nicht nur ein Ärgernis dürften säumige Kunden sein, die den Betrieb ganz ordentlich aufhalten können, wenn sie es darauf anlegen. Dem ist vorzubeugen, Zahlungsfristen allein nützen nicht immer. Besonders schwierig mag es werden, wenn Leistungen entgolten werden müssen, bevor sie zur Verfügung stehen. Es kann nicht von jedem Franchisenehmer verlangt werden, dass er Börsengeschäfte zur solideren Finanzierung betreibt, doch andere Hobbys können nutzloser sein.

Der Teamgeist darf möglichst nicht sehr leiden

Einen kaum zu unterschätzenden Risikofaktor stellt das Humankapital dar. Was ist, wenn Ihnen gleich zwei geschätzte Kräfte auf ein Mal die Freundschaft kündigen? Ersatz ist so leicht schwerlich zu beschaffen, nicht umsonst geben viele Unternehmen sich große Mühe damit, Mitarbeiter oft stärker noch als gute Kunden an das Geschäft zu binden. Hilfreich ist es zudem, wenn standardisierte Abläufe leicht zu erlernen sind. Auch an eine intensivierte Zubereitung appetitlicher Speisen von Roboterhand wäre eventuell in diesem Zusammenhang zu denken. Bei der Hygiene dürften dabei keinerlei Widerstände auftreten, Gesundheitszeugnisse erübrigen sich. Auf Einzelkunden kann jedoch umso weniger verzichtet werden, je umfassender Angebotenes zu Buche schlägt.

Beim Tagesgeschäft an die Zukunft denken

Für den Fall, dass jemand wegstirbt oder aus irgendwelchen anderen Gründen von der Fahne weicht, muss auch dann ein Vorrat von potenziellen Nachrückern angelegt werden, wenn man gerade alles andere als das um die Ohren hat. Mit dem derzeit herrschenden Trubel könnte es sehr schnell vorbei sein, dennoch kommt es einem Spagat gleich, die Vollbeschäftigung dauerhaft zu garantieren. Was macht man da? Man tut halt etwas mehr, solange man es kann oder plant heute schon für die kommenden Jahre. Das gilt auch für Beschaffung unverzichtbarer Materialien. Orientieren Sie sich gegebenenfalls am Rohstoffmarkt, dann können sie unter Umständen ganz galant den Einkauf mit der finanziellen Sicherheit verbinden.

Konzentrieren Sie sich auf Wesentliches

Pflegen Sie Ihr Inventar, verlassen Sie sich dabei nicht nur auf Servicekräfte, Sie können kaum für jedes Gerät brauchbaren Ersatz gelagert halten. Sorgen Sie dafür, dass Sie keine unliebsamen Überraschungen erleben, aber treiben Sie es nicht zu weit damit. Eine zweite Welt sollte bestenfalls nach Feierabend im Rahmen Ihrer Möglichkeiten liegen, die Jetzige muss schon genügend ausgebessert werden. Verschwenden Sie keine Gedanken an unnütze Spekulationen, bewegen Sie sich auf dem Boden der Tatsachen, aber rechnen jederzeit mit allem, was passieren kann. Wer vorbereitet ist, den treffen Schicksalsschläge gedämpfter, zu vermeiden werden sie nicht sein. Der einzige Weg dorthin besteht in der Alternative, Unüberschaubares im Vorfeld dankend abzulehnen.

Sich selbst im Gegenlicht erkennen

Vieles spielt sich mit der Zeit erst ein, doch darauf verlassen kann man sich nicht unbedingt. Wenn es Ihnen zu viel werden sollte, was Sie sich aufgebürdet haben, hätten Sie rechtzeitig einen Rückzieher machen sollen. Jetzt gibt es nur noch eins: Augen zu und durch. Ein geschärfter Blick ist indessen etwas, das vor Angriffen hinterrücks bewahrt; wer starr nach vorn schaut, darf dabei ruhig auch einmal in den Spiegel sehen. Was ihm dort entgegenstrahlt, das ist in aller Regel ein freundliches Gesicht, von Sorgenfalten gezeichnet, aber durch Zuversicht geprägt. Unterschwellig kommt in erster Linie Entschlossenheit zum Ausdruck, gepaart mit einer guten Portion findigen Geschicks.

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