Franchising: 6 Aspekte, über die Sie sich vor Ihrer Gründung im Klaren sein sollten

04.06.2018 08:00 | Ein Unternehmen gründen

sechs aspekte vor gründung

Wer Franchisenehmer werden will, muss wissen, worauf er sich einlässt. Es könnte fatal sein, erst nach Vertragsabschluss zu bemerken, was tatsächlich verlangt wird. Deshalb sollten Sie sich schon im Vorfeld Klarheit darüber verschaffen, was auf Sie zukommt und wie Sie es bewältigen wollen. Das Franchising kennzeichnen verschiedene Aspekte, von denen im Folgenden sechs herausgegriffen und näher beleuchtet werden sollen. Sie spiegeln nicht das gesamte Spektrum wider, sind aber in gewissem Sinne elementar.

1. Komplettpaket gegen Gebühr zu haben

Im Franchising ist beinahe alles schon fix und fertig verfügbar, zumindest bestens vorbereitet. Der Geschäftsablauf folgt einem vorgegebenen Muster, nach dem man sich nur zu richten braucht, um damit so viel Erfolg zu haben wie alle anderen, die sich dem Modell verschrieben haben. Grundsätzliche Überlegungen sind nicht vonnöten, es ist ein fruchtbares Feld bestellt, das es nur noch vorschriftsmäßig zu beackern gilt. Wer dabei den größten Fleiß an den Tag legt, der wird auch am weitesten damit kommen. Es ist förmlich ein Geschenk für angehende Unternehmer – allerdings eins, für das man seinen Obolus entrichten muss. Wäre es nicht fast zu schön, um wahr zu sein, wenn dies nicht der Fall sein sollte?

Gebühren fallen entweder einmalig an und damit hat es sich, oder sie müssen regelmäßig abgeführt werden als ein mehr oder weniger geringfügiger Prozentsatz dessen, das man daraus machen kann. Hier und da fallen einige Abgaben unter den Tisch, manchmal sind sie etwas höher angesetzt und in anderen Fällen niedriger. Vergleichen Sie, bevor Sie sich entscheiden und überlegen, wie Sie mit den geforderten Summen wohl zurechtkommen werden.

2. Sind die guten Zeiten vielleicht schon längst vorbei?

Mitnichten. Sie beginnen gerade erst für Sie, sobald Sie auf diesen Zug aufspringen. Es liegt an Ihnen, mehr daraus zu machen, als Sie es selbst für möglich gehalten hätten, das Franchising kann eine Goldgrube sein, wenn man sich geschickt anstellt. Es gibt kaum einen Geschäftstyp, der so nachhaltig boomt, und das liegt an dem Einsatz derer, die dafür geradestehen. Wer nicht dazu geeignet ist, der wird erst gar nicht eingelassen, steckt er aber drin, bleibt ihm gar nichts anderes übrig, als permanent Erfolg zu haben. Darauf basiert die Geschäftsidee, ganz gleich, welcher Branche Sie sich widmen wollen; wenn Sie Franchisenehmer werden konnten, dann bleiben Sie es auch für lange Zeit und machen sich damit glücklich.

3. Die Vielfalt ist kein Hindernis, sie führt nicht ins Chaos

Da ist ja gerade das Schöne daran: Je mehr Auswahl man hat, desto größere Chancen eröffnen sich. Man muss nicht ins Trudeln geraten angesichts der vielen Möglichkeiten, sondern kann in aller Ruhe suchen, bis man das Richtige für sich gefunden hat. Manche glauben, das Franchising sei nur etwas für ausgemachte Händler, und sie haben recht damit, wenn man den Blickwinkel auf ein knappes Drittel beschränkt.

Übersehen wird dabei jedoch der ganze Rest, wobei die Gastronomie mit all ihren Facetten bislang unangefochten an der Spitze steht, gefolgt von denen, die Handwerkliches als ihr eigener Chef im Franchisebetrieb angehen. Schließlich spielt es auch kaum eine Rolle, für welches Produkt man sich entscheidet, wichtiger ist dessen Vermarktung. Es kann durchaus sein, dass einem potenziellen Franchisenehmer etwas immer sympathischer erscheint, von dem er auf den ersten Blick nur abgestoßen wird. Lassen Sie sich nicht täuschen von flüchtigen Eindrücken, schauen Sie hinter die Kulissen und achten Sie auf Zahlen. Emotionen sind sicher nicht zu unterschätzen, doch der nüchterne Verstand muss sie kontrollieren dürfen.

4. Risiko ist immer, man muss es nur in Grenzen halten können

Wer nichts riskiert, der kann auch nichts gewinnen, und selbst jemand, der sich seiner Sache absolut sicher wähnt, kann scheitern. Doch im Bereich des Franchisings sind die Wagnisse eher kalkulierbar als dann, wenn man sich auf freier Wildbahn jagen lässt. Der Einzelne hat immer eine bewährte Organisation um sich herum und ist Anfeindungen von außen nicht schutzlos ausgeliefert. Allerdings kann man sich kaum blindlings darauf verlassen, dass einem schon geholfen wird, man muss selbst das Nötige dafür tun. Und dies fängt bei der Vorbereitung an. Lassen Sie sich keinen Rosengarten versprechen, sorgen Sie eigenhändig dafür, dass er wächst und gedeiht. Dabei kann man sich schon bisweilen blutige Finger holen, doch in aller Regel verheilen die kleinen Wunden schnell.

5. Franchisegeber sind nicht mit Persilscheinen ausgestattet

Sie müssen nicht meinen, dass überall, wo Franchise draufsteht, es auch wirklich drinsteckt. Manche schmücken sich nur mit einem Attribut, das allgemeine Anerkennung genießt, werden selbst aber den dafür erforderlichen Standards nicht gerecht. Wie überall, so gibt es auch im Franchising solche Menschen, die aus der Reihe tanzen und die redliche Absicht dabei vermissen lassen. Sobald Ihr Blick jedoch geschärft ist für das, was Franchising in Wirklichkeit bedeutet, wird es Ihnen leicht fallen, die Spreu vom Weizen zu trennen. Jemanden, der nur sein übles Spiel mit Ihnen treiben möchte, erkennen Sie sofort und nehmen dankend Abstand. Handeln Sie nicht vorschnell, erarbeiten Sie sich zunächst einen soliden Background, bevor Sie in die Schlacht ziehen, rüsten Sie sich mit allen Mitteln, die Ihnen zur Verfügung stehen.

6. Paradiesische Zustände können nicht im Ernst erwartet werden

Man träumt zwar gern davon, doch die Realität weist oft Unterschiede dazu auf. Wäre dem nicht so, könnte man sich weder in der einen noch der anderen Welt aufhalten, ebenso wie man mit spärlichen und fragwürdigen Ausnahmen auch nicht schlafen kann, wenn man wach ist. Das Franchising hat nicht nur Vorteilhaftes für sich zu verbuchen, die Freiheit des Unternehmers ist längst nicht so groß, wie man es sich vorstellen mag.

Und dennoch ist sie zu erkaufen. Gelegentlich muss man halt ein Opfer bringen, um Erfolg zu haben. Verschaffen Sie sich Gewissheit darüber, wie Ihnen das schmeckt. Bilden Sie sich bloß nicht ein, Sie könnten wie die Fürsten herrschen, eine gehobene Position muss man sich durch harte Arbeit verdienen. Dabei heißt es allerdings, ab und an zurückzustecken und sein Ego in die Schranken zu verweisen. Erst wenn Sie sich hoch genug gedient haben, können Sie auch über Wohl und Wehe anderer bestimmen, vorerst lediglich über Ihr eigenes Vorankommen.

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