Selbstständig arbeiten: Die Vorurteile

17.03.2019 08:09 | Diverse Themen - Trends

selbststaendig arbeiten

Ein unsicheres Arbeitsverhältnis, keine Stabilität und ständig an der Arbeit sein? Oder ein Leben wie im Urlaub führen, arbeiten, wann und wo man will, von nichts und niemandem abhängig? Es gibt viele Vorurteile über die Selbstständigkeit – manche davon gut, manche schlecht. Doch wie viel Gewicht kann man diesen geben und welche Vorteile und Herausforderungen bringt die Selbstständigkeit wirklich mit sich?

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Der Traum der Selbstständigkeit

Viele Menschen haben das Leben als Angestellte satt und träumen davon, sich selbstständig zu machen. Sie erwarten sich dadurch mehr Kontrolle über ihr Arbeitsleben und mehr Freiheiten. Doch zum Leben als Freiberufler, Start-up Gründer oder Franchisenehmer gehören nicht nur Vorteile. Es ist wichtig, dass man weiß, worauf man sich einlässt, bevor man sich dazu entscheidet, den Job in den Wind zu schießen. Wer sich vor der Selbstständigkeit nicht erkundigt, kann schnell enttäuscht werden, denn zur Selbstständigkeit gehören mehr als nur flexible Arbeitszeiten und Entscheidungsfreiheit.

Folgende Vorurteile können dazu führen, dass sich Menschen ein falsches Bild über die Herausforderungen der Selbstständigkeit machen:

  • Selbstständige können sich ihre Zeit vollkommen frei einteilen.
  • Sei können arbeiten, wo sie wollen.
  • Sie können Urlaub machen, wann sie wollen.
  • Freiberufler arbeiten nicht.
  • Sie müssen sich nach niemandem richten.

1. Freie Zeiteinteilung

Dies sind einige Vorurteile, die es so aussehen lassen, als würden Freiberufler und selbstständige Unternehmer im Schlaraffenland leben. Ganz so schön ist es aber leider auch nicht. Selbstständig Arbeitende sind zwar oft zeitlich um einiges flexibler, als Angestellte, ganz so frei ist die Zeiteinteilung aber nicht immer. Natürlich gibt es Berufe, wie etwa die von Autoren, bei denen wirklich zu individuellen Zeiten gearbeitet werden kann. Ist man aber beispielsweise Franchisenehmer oder Start-up Gründer kann es gut sein, dass man sich zeitlich auch mal anpassen muss. Zum einen gibt es Angestellte und eventuell Kollegen mit fixen Arbeitszeiten, nach denen man sich richten muss, wenn man etwaige Aufgaben vor Ort erledigt. Auch bei der Kommunikation mit anderen Unternehmen, Lieferanten, Herstellern etc. muss man sich in der Regel anpassen.

2. Freie Ortswahl

Das Gleiche gilt für den Arbeitsort. Natürlich sind Sie auch hier als Selbstständiger uneingeschränkter als Angestellte. Viele organisatorische Aufgaben etwa lassen sich von Zuhause oder unterwegs aus erledigen und ermöglichen eine örtliche Flexibilität. In manchen Bereichen kann man sich freier bewegen als in anderen. Viele Franchisesysteme etwa bieten ihren Franchisenehmern flexible schlüsselfertige Systeme an, mit denen diese sich frei bewegen können. Auch als Freiberufler kann man örtlich sehr unabhängig sein, aber es gilt auch hier zu beachten, dass manche Dinge oft einfach unverzichtbar sind, wie beispielsweise Internetzugang und ein PC.

3. Urlaub jeder Zeit

Ein weiteres Klischee ist, dass sich Selbstständige immer Urlaub nehmen können, wenn sie wollen. Dies ist natürlich ein Mythos. Wer selbstständig arbeitet, hat keinen Chef, der genaue Urlaubszeiten vorgibt. Wer sich aber immer nach Lust und Laune Urlaub nimmt, wird schnell ohne Einkommen dastehen. Als Franchisenehmer oder Start-up Gründer trägt man die Verantwortung für sein eigenes Unternehmen und muss demnach auch viel Zeit und Energie reinstecken. Oft sind es gerade Freiberufler und generell Selbstständige, die sogar im Urlaub den PC zum Arbeiten mitbringen.

4. Freiberufler arbeiten nicht

Wenn Sie freiberuflich tätig sind, sind Ihnen mit Sicherheit schon Personen begegnet, die aus irgendeinem Grund glauben, Freelancer arbeiten nicht, sondern sitzen nur zuhause herum und drehen Däumchen. Woher dieser Irrglaube kommt, ist jedoch ein Rätsel. Das Einkommen von Selbstständigen richtet sich im Gegensatz von dem von Angestellten nicht nach Zeit. Es ist also erforderlich, produktiv zu sein. Ein Freiberufler, der nicht arbeitet, wird nicht bezahlt, so einfach ist das.

5. Selbstständige müssen sich nach niemandem richten

Ganz so einfach ist es leider nicht. Selbstständig zu arbeiten bringt zwar ein hohes Maß an Eigenständigkeit und Entscheidungsfreiheit mit sich, doch vollkommen unabhängig ist man auch hier nicht. Egal ob Freelancer, Start-up Gründer oder Franchisenehmer, man ist immer von irgendjemandem abhängig, seien es Kunden, andere Unternehmen, Lieferanten, Hersteller oder der Franchisegeber. Vollkommene Unabhängigkeit lässt sich alleine dadurch nicht erreichen, dass immer irgendeine Leistung, erbracht wird, sei es eine Dienstleistung oder ein Produkt. Und diese ist immer auch von den Wünschen und Vorstellungen anderer Menschen abhängig.

Die Angst vor der Selbstständigkeit

Die Vorurteile können aber auch genau in die andere Richtung gehen. Viele Menschen schrecken davor zurück, sich selbstständig zu machen, weil sie vor den vermeintlichen Nachteilen Angst haben. Gängige Vorurteile sind hier etwa:

  • Selbstständigkeit bietet keine Sicherheit.
  • Selbstständige arbeiten rund um die Uhr.
  • Man braucht viel Geld, um sich selbstständig zu machen.

1. keine Sicherheit

Der Glaube ist hier: Angestelltenverhältnis bietet Sicherheit, Selbstständigkeit nicht. Es ist leicht, nachzuvollziehen, warum dieser Gedanke oft entsteht. Tatsache ist, dass man für die Selbstständigkeit in vielen Bereichen einfach für sein eigenes Glück verantwortlich ist. Hier gilt es, sich mit Erfolg seine eigene Sicherheit zu kreieren. Auch Angestellte könne ihren Arbeitsplatz verlieren und dann mit leeren Händen dastehen. Darüber hinaus gibt es in der Selbstständigkeit mittlerweile viele Modelle, die Gründern mehr Sicherheit bieten. Franchisesysteme etwa bieten die Möglichkeit einer Existenzgründung mit stark verminderten Risiken.

2. Selbstständige arbeiten rund um die Uhr

Natürlich gibt es Bereiche, wie die Unternehmensgründung, in denen vor allem zu Beginn viel Energie und Zeit investiert werden müssen. Aber hier gilt: Man muss ein Gleichgewicht finden und sich selbst Freizeit schaffen. Wer nicht rund um die Uhr arbeiten will, kann sich mit etwas Übung seine Zeit besser einteilen. Viele Unternehmer lernen schnell, dass gutes Zeitmanagement das A und O ist, wenn es darum geht, ein erfolgreiches Geschäft aufzubauen und dabei trotzdem auch noch das Privatleben zu erhalten.

3. Man braucht viel Geld

Das Vorurteil, man müsse reich sein, um ein Start-up zu gründen oder eine Franchisepartnerschaft einzugehen ist genau das: ein Vorurteil. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, eine Gründung zu finanzieren und diverse Formen der Unterstützung. Ob Business Angels, Venture Capital, Inkubatoren oder traditionelle Bankkredite, man muss auf keinen Fall die gesamte Startinvestition alleine aufbringen.

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Die Realität

Wie bei allen anderen Arbeitsverhältnissen gibt es bei der Selbstständigkeit Vor- und Nachteile. Dabei sind diese aber enorm von Beruf und Geschäftsmodell abhängig. Fakt ist, dass die Selbstständigkeit viel Raum für Eigenständigkeit mitbringt und dies dazu führt, dass man im Grunde selbst für seinen Erfolg verantwortlich ist.

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