Selbstständigkeit aufgeben: 4 typische Gründe

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Warum geben Selbstständige ihre Tätigkeit auf?

Das Franchising ist ein System, das nun schon seit fast 50 Jahren in Deutschland Fuß gefasst hat. Von Amerika über den Ozean nach Europa importiert, kam es zwar zu Beginn noch nicht ganz so gut an, hat sich jedoch im Laufe der Jahre seinen guten Ruf aufgebaut und gesichert.

Nun haben wir in Deutschland eine breite und vielfältige Franchisewirtschaft angesiedelt.

993 Franchisenehmer vereinen insgesamt 187.961 Franchisebetriebe unter sich. Diese werden von 128.009 Franchisenehmern geführt, die sich entweder auf einen einzelnen Betrieb spezialisiert haben, oder gleich mehrere Betriebe gleichzeitig führen.

Auch wenn das Franchising ein bewährtes Lizenzsystem ist, gibt es doch immer mal wieder Franchisenehmer, die sich dafür entscheiden als Partner abzutreten und ihre Karriere im Franchising an den Nagel zu hängen. Aus welchem Grund die Franchisenehmer sich für diesen Schritt entscheiden könnten, wollen wir Ihnen im folgenden Artikel vorstellen.

1) Die vier typischen Gründe

Ablauf der Vertragslaufzeit

Auch im Franchising ist es gang und gäbe einen Vertrag abzuschließen. Dieser kann nun befristet oder unbefristet sein. Sollte die Vertragslaufzeit unbegrenzt sein, müssen die Franchisepartner explizit kündigen, um aus dem Vertrag aussteigen zu können.

Wie im Mietrecht oder auch bei Arbeitsverträgen beträgt die Kündigungsfrist hier in den meisten Fällen drei Monate. Bei einem befristeten Vertrag kann es durchaus der Fall sein, dass eine Partei oder gar beide Parteien nicht daran interessiert sind, das Arbeitsverhältnis zu erneuern. Die Gründe hierfür sind vielseitig.

Franchisenehmer können beispielsweise das Franchising genutzt haben, um Erfahrung in der Selbstständigkeit zu sammeln. Durch die Kooperation mit dem Franchisegeber und dessen Hilfe und Know-how haben sie einen guten Einblick in den geschäftlichen Alltag eines Unternehmers erhalten und fühlen sich nun in der Lage, ihr eigenes Unternehmen zu gründen.

Weiterhin kann das Problem auch am Betrieb selbst liegen. So kommt es natürlich vor, dass man sich auf einen Franchisegeber eingelassen hat, dessen Idee noch nicht vollständig ausgereift und entwickelt war und die Ausführung und Umsetzung dementsprechend zu wünschen übrig lässt. Dies kann sich im Franchisesystem selbst bemerkbar machen.

So können Franchisenehmer nicht richtig angeleitet werden oder sie sind völlig auf sich alleine gestellt, da der nötig Support vonseiten des Franchiseunternehmens fehlt. Dies kann sich dann natürlich auch negativ auf die geschäftlichen Abläufe auswirken und dementsprechend auch Folgen für den Umsatz nach sich ziehen.

Darüber hinaus ist es sehr schwierig, das einzige Unternehmen zu sein, welches bestimmte Produkte oder Dienstleistungen anbietet. Häufig ist der Markt überlaufen und die einzelnen Unternehmen kämpfen täglich damit, sich von der Konkurrenz abzuheben. Einige Unternehmen haben Marktnischen gefunden, durch welche sie sich etablieren konnten.

Andere zeichnen sich durch ein außergewöhnliches Alleinstellungsmerkmal ab, was die Kunden unwiderstehlich anzieht. Bei anderen wiederum lässt der Erfolg noch auf sich warten. Sollte sich dann noch eine wirtschaftliche Krise ankündigen oder ein Konkurrent eine bahnbrechende Erfindung gemacht haben, welche das eigene Unternehmen völlig ins Aus katapultiert, kann der Traum von der Selbstständigkeit schnell Geschichte sein.

Rente

Der offensichtlichste Grund für die Beendigung eines Franchisevertrages ist und bleibt wohl das Alter.

Denn da das Franchising nun bereits seit 50 Jahren in Deutschland ist, hat es seit einigen Jahren begonnen, dass die Franchisenehmer sich in die wohlverdiente Rente begeben. Dies ist ein absehbarer Prozess, der dennoch gut geplant werden sollte. Denn sowohl Franchisegeber und Franchisenehmer sollten daran interessiert sein, einen geeigneten Nachfolger zu finden.

Außerordentliche Kündigung

Eine ordentliche Kündigung ist eine fristgerechte Beendigung des Franchisevertrages innerhalb der besprochenen Frist. Eine außerordentliche Kündigung zeichnet sich dahingegen dadurch aus, dass Franchisegeber, Franchisenehmer oder beide nicht daran interessiert sind, noch länger in diesem geschäftlichen Verhältnis zu bleiben.

Da es sich bei Verträgen allerdings um ein rechtliches Abkommen handelt, ist es oftmals sehr schwer aus dem Franchisevertrag herauszukommen. Es sollte also ein stichhaltiges Argument vorliegen, warum die Partnerschaft nicht weiter bestehen kann.

Umstände, welche vor Gericht akzeptiert werden, um die Kooperation der beiden Partner zu beenden, ist der Entfall der Geschäftsgrundlage. Dies ist der Fall, wenn der Franchisenehmer sich beispielsweise außerstande sieht, die geforderten Gebühren an seinen Franchisegeber oder an Geschäftspartner und Dienstleister zu zahlen.

Das Geschäftsjahr, oder sogar mehrere waren sehr wenig oder sogar kaum rentabel, weswegen der Franchisenehmer auf sein Eigenkapital zurückgreifen musste, welches nun letztendlich ausgeschöpft ist. Weiterhin sind nachträgliche Änderungen im Franchisevertrag vonseiten des Franchisegebers rechtlich nicht akzeptabel.

Die Vereinbarungen, welche zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung galten, sind die einzigen, an die sich beide Parteien zu halten haben. Sollte der Franchisegeber nun neue Forderungen an seinen Partner stellen, kann der Franchisenehmer auf die Beendigung des Franchiseverhältnisses bestehen.

Weiterhin sind die Franchisegeber dazu verpflichtet ihren zukünftigen Existenzgründern vor Abschluss des Vertrages einen guten Einblick in das Unternehmen zu gewähren. Dazu gehören natürlich die Vermittlung des Know-hows und der Beistand und die Unterstützung des Franchisenehmers durch Beratung und Schulungen beispielsweise.

Gleichzeitig muss dem Franchisepartner allerdings auch die finanzielle Lage des Unternehmens dargelegt werden und eine realistische Gewinnaussicht aufgezeigt werden. Sollte der Franchisegeber falsche Angaben machen und den Franchisenehmer somit täuschen und dahingehend beeinflussen, dass dieser einer Partnerschaft zustimmt, kann das Franchiseverhältnis vorzeitig beendet werden.

Abgesehen von dem Wegfall der Geschäftsgrundlage gibt es natürlich noch weitere Gründe, die zum Ende des Franchisings führen können. So können sich Franchisenehmer nicht an die Einhaltung des Businessplans halten, mit einer strafrechtlichen Anzeige zu kämpfen haben, gegen das Wettbewerbsverbot verstoßen haben oder mehrmals die Vertragsregelungen gebrochen haben.

Sollte dies der Fall sein, ist der Franchisegeber berechtigt, die Partnerschaft zu beenden.

Die Selbstständigkeit ist nicht für jedermann

Natürlich nutzen viele Existenzgründer das Franchising vor allem dazu, um für sich selbst herauszufinden, ob die Selbstständigkeit das Richtige für sie ist. Denn ein eigenes Unternehmen zu gründen, ist mit sehr vielen Risiken und Verantwortung verbunden.

Durch das Franchising besteht die Möglichkeit, einen eigenen Betrieb zu führen, dies jedoch unter der Anleitung eines etablierten und erfolgreichen Unternehmens zu tun. Da sowohl die Anforderungen, als auch die Investitionen niedriger ausfallen als bei einer selbstständigen Gründung, ist die Hemmschwelle der Menschen gesunken, sich auf das Abenteuer Franchising einzulassen.

Für viele entwickelt sich eine vielversprechende Karriere und die Franchisenehmer sind in der Lage sich selbst zu entfalten. Für einige stellt sich jedoch ziemlich schnell heraus, dass das Unternehmertum nicht das Richtige ist.

Denn gerade die Anfangszeit des Franchisings bis zum Break-even ist vor allem von Stress, Arbeit und wenig Zeit geprägt. Es muss also nicht nur Geld in das Unternehmen investiert werden und dies schlägt sich leider hauptsächlich auf das Privatleben der Franchisenehmer nieder. Für Aktivitäten, Hobbys und Feste bleibt nur noch wenig Zeit.

Sollte der Partner dann wenig Verständnis aufbringen, kann gut und gerne mal die Beziehung in die Brüche gehen. Weiterhin ist das Franchising natürlich auch mit sehr viel Verantwortung verbunden.

Es müssen Entscheidungen getroffen werden, die manchmal auch negative Konsequenzen für Angestellte oder Geschäftspartner nach sich ziehen. Wer dann keine dicke Haut hat und nicht mit dem Frust und der Wut der Beteiligten umgehen kann, wird ziemlich schnell das Handtuch werfen wollen.

Bevor Sie sich also auf eine Partnerschaft mit Franchising einlassen, überlegen Sie sich sehr gut, ob Sie für eine Führungsposition gemacht sind. Denn schließlich werden Sie Ihr Leben komplett umkrempeln und in erster Linie natürlich auch sehr viel Geld in den Betrieb investieren.

Da wäre es doch sehr schade, wenn Sie nach nur wenigen Monaten bemerken, dass Sie eine falsche Entscheidung getroffen haben und nun allerdings an Ihren Vertrag gebunden sind. Denn wenn man nicht mit Leidenschaft und Engagement bei der Sache ist, kann sich die glänzende Zukunft sehr schnell in einen Albtraum verwandeln.

2) Tipps für Franchisenehmer

Auch wenn es Mittel und Wege gibt, um aus dem Franchiseverhältnis herauszukommen, haben Sie dennoch einen rechtlich bindenden Vertrag abgeschlossen, den es im Regelfall einzuhalten gilt.

Sollten also keine Differenzen mit Ihrem Franchisegeber vorliegen - ob privater oder geschäftlicher Art - wird dieser sehr daran interessiert sein, Sie auch zukünftig in seinem Netzwerk zu behalten und Ihnen den Ausstieg deswegen nicht leicht machen. Es gilt also im Vorfeld alle nötigen Faktoren auszuschließen, die Sie dazu bewegen könnten, einen Austritt aus dem Franchisevertrag anzustreben.

Zunächst gilt: Vorsicht bei der Wahl des Franchisegebers. Bevor Sie einen Vertrag unterzeichnen und sich damit verpflichten, sollten Sie gründliche Recherchen anstellen.

Denn Sie investieren nicht nur viel Zeit und Arbeit, sondern stecken auch eine Menge Eigenkapital in Ihren Betrieb. Schenken Sie also nicht nur den Worten und Angaben des Franchisegebers vertrauen, sondern seien Sie durchaus etwas kritisch!

Nutzen Sie das Internet, um sich ein genaueres Bild zu machen:

  • Wie kommt der Franchisegeber bei der Kundschaft an?
  • Finden sich im Internet positive Bewertungen des Unternehmens?
  • Ist das Unternehmen in letzter Zeit in Verruf geraten?
  • Sind die Produkte und/oder Dienstleistungen des Unternehmens noch angesagt?

Weiterhin sollten Sie Nachweise über die dargelegten Zahlen und Fakten des Unternehmens fordern.

Denn laut dem Recht der vorvertraglichen Aufklärung haben Sie ein Anrecht darauf, alle nötigen Informationen zu erhalten, die Sie positiv oder negativ in Ihrer Entscheidung den Franchisevertrag zu unterschreiben, beeinflussen könnten. Sollte der Franchisegeber sich weigern, ausreichend Auskünfte zu geben, sollten Sie wachsam werden und von der Vertragsunterzeichnung absehen.

Eine weitere gute Möglichkeit, sich ein realistisches Bild von einem Franchisegeber zu machen, ist, mit anderen Franchisenehmern aus seinem Netzwerk Kontakt aufzunehmen. Diese können ihre Erfahrungen und Eindrücke mit Ihnen teilen und werden Sie sicherlich nicht anlügen.

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