Selbstständigkeit aufgeben: 4 typische Gründe

22.11.2018 08:00 | Ein Unternehmen gründen

selbstständigkeit aufgeben

Eine Entscheidung für die selbstständige Existenz sollte auf lange Sicht hin ausgerichtet sein und nicht nur aus der Not geboren. Es gibt indes Faktoren, die förmlich dazu zwingen, mit ernsthaften Absichten Begonnenes vorzeitig zu beenden. Beziehen Sie Gefährdendes in Ihr Kalkül mit ein, räumen Sie Hindernisse aus, bevor Sie sich auf die Erfolgsleiter im Franchising begeben. Aus Schaden wird man zwar auch klug, doch daraus resultierende Altlasten auf dem weiteren Lebensweg sind nicht immer zu vermeiden.

Selbstständigkeit aufgeben – das ist ein schwerer Schritt

All die umsichtig getroffenen Vorbereitungen lösen sich mit einem Schlag in Luft auf, womöglich haben sich Schulden angehäuft, die nun drücken und die Zukunft wenig aussichtsreich erscheinen lassen. Gescheiter wäre es natürlich, aus der Selbstständigkeit als Franchisenehmer in einen festen Job zu wechseln, das aber ist nicht jedem gegeben und war wohl auch nicht beabsichtigt. Nun denn: „Auf ein Neues!“ könnte man sagen, wenn da nicht die Skrupel wären. Was hat man denn nur falsch gemacht? Manche wissen es, andere rätseln lange und finden keine Antwort. So etwas ist jedoch extrem kontraproduktiv; haken Sie ab, was nicht mehr zu ändern ist, oder treffen Sie besser noch Vorsorge dafür, dass es nicht passiert. Manchem kann man durch gescheite Planung aus dem Wege gehen.

Dazu sollte es nicht kommen: Selbstständigkeit aufgeben

Wie sichert man sich dagegen ab? Man schaut einfach nach und erfährt dabei, was anderen widerfahren ist, deren Fehler nicht zu wiederholen sind. Das ist leichter gesagt als getan, doch einen Hinweis auf die lohnende Richtung liefert es schon. Ursachenforschung ist ja oft eine diffizile Angelegenheit, zum Glück gibt es Statistiken. Wir haben Ihnen im Folgenden vier häufig auftretende Umstände aufgelistet, die dazu führen können, etwas abzubrechen, das eigentlich auf seinen Bestand in Allianz mit einem Franchisegeber programmiert war. Überlegen Sie, ob Sie sich darin wiederfinden sollten und treffen Maßnahmen dagegen, dass Ihnen Ähnliches geschieht. Manches werden Sie weit von sich weisen können, anderes begegnet Ihnen ganz unverhofft. Das ist jedoch kein Grund dafür, sogleich in Panik zu geraten.

1. Auf ungesicherter Grundlage agieren

Was im Franchising nicht sehr leicht vorkommen kann, das ist eine unausgegorene Geschäftsidee. Viele scheitern daran, und andere Gründer haben so ihre Schwierigkeiten damit. Sie müssen nicht nur die Feinheiten ausarbeiten und den gesamten Organisationsablauf so realistisch wie möglich vorwegnehmen, sondern auch

  • sich ändernde Bedingungen einschätzen können,
  • die Entwicklung daraufhin kontrollieren, ob sie der Planung entspricht,
  • jederzeit mit Ereignissen rechnen, die nicht vorherzusehen waren.

Der Einzelne ist damit schnell überfordert und kann nur froh darum sein, wenn jemand ihm das Gröbste abnimmt, damit er sich voll und ganz auf sein eigentliches Business konzentrieren kann. Das Kerngeschäft ist wesentlich einfacher voranzutreiben, wenn es von äußeren Einflüssen weitgehend freizuhalten ist. Auch bei regelmäßigen Schulungen strömt eine Menge auf die Adepten ein, doch dabei kann man davon ausgehen, dass es in jedem Fall das Richtige ist. Sonst kämen Zweifel auf, die in die Irre leiten mögen und wertvolle Zeit auffressen. So etwas können Erfolgsgewillte sich nicht ungestraft erlauben.

2. Auf Notfälle wenig vorbereitet sein

Wie exakt man auch kalkuliert haben mag und welche Sorgfalt man bei der Buchführung an den Tag legt, sicher ist: Eines Tages flattert eine Forderung des Finanzamts oder ähnlich Gefräßiger ins Haus, die einen aus den Socken haut, aber bezahlt werden muss. Wehe dem, der keine ausreichenden Rücklagen für unvorhergesehene Fälle gebildet hat. Es kann ihn den Kopf kosten, Behörden nehmen nicht gerne Rücksicht darauf, dass sich Rechnungen nur begleichen lassen, wenn man ihren Betrag auch erwirtschaften kann.

Je mehr auf der Seite liegt, desto ruhiger lässt es sich schlafen, man sollte nur nicht meinen, dass man auch frei darüber verfügen könnte. Es dient als Auffangbecken für solche Situationen, in denen alles schiefgeht, erhöht den Wagemut für riskante Unternehmungen. Behalten Sie aber nicht für sich, wie viel sich dort angesammelt hat, geben Sie es in Ihrer Erklärung wahrheitsgemäß und einhundertprozentig den Vorschriften dafür entsprechend an, damit man sich bei Bedarf daran bedienen kann. Ein guter Steuerberater zahlt die halbe Miete.

3. Annehmen, dass es weiter gut läuft

Wenn der Rubel rollt, sodass man seiner Arbeit kaum nachkommen kann, darf man sich dennoch nicht darauf verlassen, dass es dabei bleibt. Kunden, die einen für eine Weile sehr beschäftigen können, bleiben plötzlich weg – warum auch immer. Dann eine Lücke füllen zu müssen, die tief gerissen worden ist, kann sehr mühsam werden, wenn man nicht schon jemanden in petto hat, der als Ersatz dafür herhalten kann.

Arbeitskräfte sind nicht immer nur der Auftragslage angepasst bereitzuhalten. Sie wollen bezahlt werden, auch wenn es einmal nicht genug zu tun gibt. Überstunden dagegen lassen sie sich gern vergüten, jede Schwankung kostet. Es ist nicht leicht, für eine gute Auslastung zu sorgen, man muss immer für mögliche Ausfälle gerüstet sein und darauf zu reagieren verstehen.

Dass in der Weihnachtszeit gemeinhin viel los ist und im Sommer jeder Urlaub machen möchte, weiß doch jeder, doch manchen erwischt es alle Jahre wieder kalt. Legen Sie sich ein Flautenprogramm zurecht, das auch die Hochphasen nicht außer Acht lässt.

4. Feststellen, dass man Defizite hat

Fatal wäre es, unvermittelt einsehen zu müssen, dass einem selbst die Luft ausgeht. Wer sich überfordert fühlt, hat einen Abzweig genommen, den er hätte ignorieren sollen. Jedem fällt es manchmal schwer, sein Tagewerk zu verrichten, der Unternehmer jedoch kann sich Durchhänger nicht leisten. Auch nur eine einzige verpasste Gelegenheit dürfte üble Folgen haben. Werden Sie sich klar darüber, was Sie antreibt, bevor Sie andere zu motivieren versuchen. Sie sind vor allem der eigenen Person gegenüber verantwortlich und betreiben das Geschäft nicht, um dabei auf der Strecke zu bleiben.

Reiben Sie sich nicht auf, verlieren Sie niemals den Spaß an der Sache und suchen sich ein Plätzchen, an dem Sie sich erholen können. Batterien müssen ab und an auch aufgeladen werden, um weiterhin zu funktionieren. Treten Sie Ihren Schwächen beherzt entgegen, anstatt sie unter den Tisch zu kehren. Erziehen Sie sich selbst zu größerer Disziplin. Dabei kann es ungeheuer helfen, wenn man im Verbund besteht und nicht nur sein eigenes Süppchen kocht.

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