Unternehmensformen für die berufliche Selbstständigkeit: So finden Sie die richtige Rechtsform!

02.04.2018 15:05 | Ein Unternehmen gründen

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Für Franchisenehmer ist die Auswahl groß, auch was die Wahl der Rechtsform anbelangt. Überdies kann sie zu einem späteren Zeitpunkt durch eine andere ausgetauscht werden, sodass im Prinzip alle Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Abgesehen von Haftungsfragen sind jedoch steuerliche Aspekte zu berücksichtigen, zudem mehr oder weniger Aufwendiges beim Führen der Bücher und nicht zuletzt natürlich die Frage der Beschaffung des nötigen Kapitals. Es ist nicht leicht, das Passende für sich zu finden.

Unternehmensformen können Geschäftliches erleichtern

Wenn es um viel Geld geht, bietet sich eine GmbH & Co. KG deshalb an, weil man es sowohl gewinnen als auch verlieren kann. In beiden Fällen kann eine rechtliche Absicherung in dieser Form von Nutzen sein, sind eher kleinere Geldmengen in Umlauf, tut es auch der eher lockere Zusammenschluss zweier Partner zur OHG, wenn man nicht für sich allein firmieren will. In letzter Zeit sind die Unternehmergesellschaft und die Gründung einer AG unter erleichterten Bedingungen besonders beliebt geworden, weil sie weniger Risiken bergen als etwa eine Firmengründung nach ausländischem Recht. Wer weder Kaufmann werden will, noch zu den Freiberuflern zählt, kann als Kleinunternehmer tätig werden. Es entlastet ihn insofern, als er nicht differenzierten Bestimmungen unterliegt.

Einige Unternehmensformen möglich beim Franchising

Ein unmittelbares Pendant dazu stellen Gesellschaften bürgerlichen Rechts dar, bei denen sich quasi zwei nicht Registrierte zusammentun, ohne dass die Bedingungen für ihr gemeinsames oder auch auseinanderdriftendes Handeln vorab großartig geklärt wären. Das kann natürlich zu Konflikten führen, muss es aber nicht, wenn man sich einig ist. Auch im Franchising bedarf nicht alles einer ausdrücklichen Regelung, was sich logisch abgeleitet aus dem zu verfolgenden Geschäftszweck ergibt. Wer dabei auf Nummer sicher gehen will, kommt mit möglichst detaillierten Verträgen nicht unbedingt ein gutes Stück weiter, sinnvoller kann es sein, sich gangbarer Wege der Verständigung im Vorfeld zu vergewissern. Allzu viele Klauseln fordern oft nur zur Auseinandersetzung heraus.

Man kann sich nicht für alle Eventualitäten rüsten

Es ist doch immer eine Frage der Auslegung, wie man auf Papier Gedrucktes versteht, grundlegend Vereinbartes mitunter nicht so ganz eindeutig auf Einzelfälle zu beziehen.

  • Wo Vertrauen herrschen sollte, kann dem entgegengewirkt werden, wenn man für alles Mögliche Vorsorge treffen möchte, das womöglich gar nicht eintritt.
  • Andererseits mag es beständige Diskussionen zu vermeiden helfen, wenn man sich auf getroffene Vereinbarungen berufen kann.

Aus verschiedenen Unternehmensformen Geeignetes herauszufiltern, sollte vor untragbaren Risiken schützen und den geregelten Geschäftsablauf nicht beeinträchtigen. Erleichterungen sind jedoch manches Mal nur um den Preis eines erhöhten Aufwands zu haben, den man dafür betreiben muss.

Mehr Flexibilität beim Umgang mit Formalien

Die Entscheidung für eine von vielen Unternehmensformen ist auch im Franchising nicht für die Ewigkeit bestimmt. Nimmt ein Wagnis mit der Zeit unkalkulierbarere Formen an als zunächst gedacht, muss eventuell rechtzeitig eine Umwandlung vorgenommen werden. Erscheint eine anfangs gehegte Befürchtung jedoch zunehmend gegenstandslos, kann man auch fortfahren, ohne sich weiterhin große Mühe beim Verhindern ihres Eintretens zu geben. Unternehmen entwickeln sich die dynamisch, die Rechtsform muss damit Schritt halten können, anstatt mitgeschleppt zu werden, wenn das nur zu Nachteilen führt. Gelegentlich lädt man sich Ballast auf, der einen lediglich davon abhält, ungehindert voranzukommen. Rechtliche Einschränkungen können eine Hürde sein.

Mit Haut und Haaren für Gewolltes einstehen

Wer kaufmännisch aktiv sein will, tut gut daran, sich im Handelsrecht fortzubilden oder einen Berater zu kennen, den er jederzeit konsultieren kann. Nicht jeder allerdings weiß um die besonderen Bedürfnisse des Unternehmens ebenso Bescheid wie der Unternehmer selbst. Er sollte sich im Zweifelsfall jedoch rückversichern können, um sicherzugehen, dass er nichts Wesentliches übersieht. Das fällt beim Franchising ungleich leichter als ganz allein auf weiter Flur. Im System hat man verschiedene Fallstricke bereits ausgemacht, die sich erst nach Erprobung ihres Umfelds auftun können. Mancher muss schmerzlich bezahlen für etwas, das andere bereits wissen. Sie schließen Verträge aber in der Regel ausschließlich mit natürlichen Personen ab, sodass die GmbH als Partner weniger infrage kommt.

Geld verdienen, anstatt sich so abzusichern

Zwar genießt sie den Vorteil der Haftungsbeschränkung, doch das trifft für eine Unternehmergesellschaft ebenso zu. Außerdem ist zum Zwecke der GmbH-Gründung ein ziemlicher Batzen Kapitals aufzubringen, was ebenso davon abhalten kann. Diese Kosten kämen dann ja noch obendrein zum Tragen, und die Franchisegebühren selbst können immense Ausmaße annehmen. Von daher wäre nach Alternativem Ausschau zu halten, wenn man ein Risiko nicht scheut, dass durch den Eintritt ins Franchisesystem weitgehend minimiert wird. Es ist die Frage, ob man sein Geld dazu verwenden kann, größtmögliche Sicherheit zu erlangen, wobei das Unternehmertum grundsätzlich eine ordentliche Portion an Wagemut voraussetzt.

Beschränkte Haftung vertraglich aufheben

Es kann immer etwas schiefgehen, wenn man viel verdienen will, also sollte man auch dafür geradestehen. Ein Franchisegeber wird sich nicht darauf einlassen, jemanden als ebenbürtigen Partner zu akzeptieren, der sich aus der Haftung stehlen möchte. Wenn eine GmbH in diese Rolle schlüpfen will, wird man zusätzliche Vereinbarungen unterzeichnen lassen, die dem einen Riegel vorschieben. Es kann wohl sein, dass dies vergessen wird, doch darauf sollte man nicht spekulieren. Ein großer Teil der Franchisenehmer tritt als Einzelkaufmann in Erscheinung, seltener als Repräsentant einer Unternehmergesellschaft, bei der auf Stammkapital verzichtet werden kann, was ihre Kreditwürdigkeit jedoch nicht erhöhen dürfte.

Versicherung auf Gegenseitigkeit

Wer als Franchisegeber Sicherheit bietet, will auch seinerseits etwas in der Hand haben für den Fall, dass ein gemeinsam geplantes Unternehmen scheitern sollte. Das muss aber nicht geschehen angesichts der vielen erfolgreichen Beispiele, die herbeizuzitieren sind. Der Franchisenehmer sollte sich allerdings hundertprozentig sicher sein, dass er ihnen folgen kann, die Sterne vom Himmel wird man ihm nicht holen. Es könnte wohl sein, dass die Grenzen des Systems bereits erreicht sind und man nur sehen möchte, ob nicht vielleicht doch noch ein wenig mehr zu holen ist. Von allen Risiken zu befreien ist ein Franchisenehmer kaum, er sollte genauestens abschätzen, worauf er sich einlässt.

Gegebenheiten akzeptieren

Umso besser ist er damit für eine Zukunft gerüstet, die durchaus lukrativ sein kann. Nur muss man im Voraus wissen, was zu erreichen ist im Gegensatz zu dem, das nicht angestrebt werden kann. Der Franchisegeber wird seine Rolle solange spielen, bis er einen Nachfolger braucht.

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