Single Unit Franchise: Was macht es aus?

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Single Unit Franchise: Was macht es aus?

Franchising ist in. Der Deutsche Franchiseverband spricht beispielsweise von einem „Wachstumstrend in den vergangenen Jahren“. Dabei sollte Ihnen als Franchise-Interessierter bereits bewusst sein, dass es nicht DAS Franchise-System gibt. Viele verschiedene Modelle können funktionieren. Heute möchten wir Ihnen eines davon vorstellen: das Single Unit Franchise-Modell. Erfahren Sie in diesem Blogartikel, was dieses System ausmacht und wie es zum Erfolg führen kann.

„Single Unit Franchise“ ist einer der englischen Begriffe, die sich mittlerweile auch im Deutschen eingebürgert haben. Zu Deutsch übersetzt könnte man vom Einzelfranchising sprechen. Doch Single Unit Franchise klingt schlicht moderner und ist international verständlich – zumindest, wenn man einmal verstanden hat, um was es geht. Denn das Single Unit Franchise ist eigentlich ein einfaches Konzept: Ein Unternehmen möchte mittels Franchising expandieren. Allerdings sucht es sich beim Single Unit Franchise keine großen Partner, sondern mehrere Franchisenehmer. Jeder dieser Franchisenehmer ist dabei nur für genau eine Filiale des Unternehmens verantwortlich.

Single Unit Franchise: Was bedeutet das genau?

Dass jeder Franchisenehmer sich nur um eine Filiale kümmert, sorgt für ein klares Hierarchieprofil. Innerhalb des Franchisesystems ist dank Single Unit ganz klar, wer welche Aufgaben hat: Der Franchisegeber sorgt für das Grundgerüst, Marketing und Ausbildung der Franchisenehmer, und diese sind „nur“ für die Umsetzung und das Management vor Ort zuständig. Die Anzahl an Franchisenehmern ist bei einem Single Unit-System übrigens erst einmal zweitrangig; das Modell kann mit nur einem Franchisenehmer funktionieren oder auch mit Hunderten von Franchisenehmern, die allesamt exakt eine Filiale betreuen.

Das Gegenstück zum Single Unit Franchise ist das Multi Unit Franchise. Dabei ist – wie der Name bereits vermuten lässt – ein Franchisenehmer für mehrere Filialen verantwortlich. In Deutschland liegt der Anteil von Multi Unit Franchisesystem bei etwa 20 Prozent – diesen Wert gibt zumindest der Deutsche Franchiseverband in seiner Jahresstatistik 2018 an. Bei durchschnittlich 120 Betrieben pro Franchisesystem ist dieser Anteil nicht wirklich hoch. Zu bedenken ist nämlich, dass jeder Franchisenehmer erst einmal gewonnen und dann ausgebildet werden muss.

Ein weiteres Modell, das im Gegensatz zur Single Unit Franchise steht, ist das Master Franchise-System. Hier kümmert sich – ähnlich wie beim Multi Unit Franchising – ein Franchisenehmer um mehrere Filialen. Der Unterschied liegt im Franchisevertrag: Während beim Multi Unit Franchise der Franchisenehmer meist eine feste Anzahl von Filialen zugewiesen bekommt, erhält der Master-Franchisenehmer eine Gebietslizenz, beispielsweise für eine bestimmte Region oder ein ganzes Land. Dank dieser Lizenz darf der Master-Franchisenehmer dann beliebig viele Filialen in dem ihm zugewiesen Gebiet eröffnen und ist verantwortlich für die Umsetzung der Strategie des Franchisegebers. Noch einmal kurz die wichtigsten Unterschiede zwischen den drei Franchise-Modellen:

  • Single Unit Franchise: Jeder Franchisenehmer betreut genau eine Filiale.
  • Multi Unit Franchise: Ein Franchisenehmer kümmert sich um mehrere Filialen.
  • Master-Franchise: Ein Franchisenehmer besitzt die Lizenz für eine bestimmte Region.

Statistik: Franchise allgemein und Single Unit Franchise sind wichtig

Wie bereits gesehen belegt auch die Statistik, dass Single Unit Franchises eine wichtige Rolle spielen. Auch allgemein scheinen Franchises aktuelle beliebt zu sein, denn laut des Deutschen Franchiseverbandes wächst ihre Anzahl hierzulande kontinuierlich an: Insgesamt gab es 2018 knapp 170.000 Franchisebetriebe in Deutschland, was einem Wachstum von 3,5 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr entspricht. Im 5-Jahres-Vergleich ist die Zahl der Franchisebetriebe sogar um gut 10 Prozent gestiegen.

Franchiseunternehmen scheinen also momentan gute Karten zu haben und mit ihren Systemen immer mehr interessierte Unternehmer anzuziehen. Trotzdem klagen Franchisegeber immer wieder über fehlenden „Nachwuchs“ – ihrer Meinung nach gibt es zu wenige geeignete, mögliche Franchisepartner. Diese Feststellung, die auch immer wieder über diverse Medien kommuniziert wird, spricht eigentlich gegen Single Unit Franchising. Denn: Die Suche nach einem Franchisenehmer kann bei fehlender Nachfrage durchaus dauern und kostenintensiv sein.

Die Vor- und Nachteile eines Single Unit Franchise

Aus Sicht eines Franchisenehmers die Vor- und Nachteile eines Single Unit Franchise zu beurteilen, fällt schwer. Es ist nämlich prinzipiell die freie Entscheidung eines jeden Franchise-Interessierten, in ein solches oder ein anderes System einzutreten. Wenn also ohnehin eine starke Präferenz zu Multi Unit Franchises oder zu einem Master-Franchise besteht, dann sollte derjenige auch nach solchen Modellen Ausschau halten. Angebote dafür gibt es nämlich reichlich, unter anderem hier bei punktfranchise.de.

Das für Franchisenehmer häufig wichtigste Argument in Bezug auf die Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Franchise ist finanzieller Natur: Wenn die Zahlen nicht stimmen, wird sich jeder Franchise-Interessierte gegen ein Angebot entscheiden. Hier kann ein Single Unit Franchise helfen, das finanzielle Risiko zu begrenzen. Denn anstatt mit mehreren Filialen direkt „aufs Ganze“ zu gehen, ist das Risiko mit nur einer Filiale deutlich geringer. Je nach Franchise müssen natürlich trotzdem einige Tausend Euro investiert werden, um erfolgreich starten zu können. Allerdings ist das kein Vergleich zu den horrenden Ausgaben, wenn man direkt als Multi Unit Franchisenehmer beginnen möchte.

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Außerdem können in einem Single Unit-System zunächst Erfahrungen gesammelt werden. Wer direkt mit mehreren Filialen loslegt, riskiert, bei allen Filialen die gleichen Fehler zu machen. Eine Single Unit Franchise bringt so zwar normalerweise langsameres, dafür aber nachhaltigeres Wachstum. Außerdem kann ein Single Unit Franchise später immer noch in mehrere Filialen umgewandelt werden. Dies ist sicherlich aus beiderseitiger Sicht optimal: Der Franchisenehmer weiß, worauf er sich einlässt und hat bereits erste Erfahrungen gesammelt. Und der Franchisegeber ist sich bewusst, dass es mit diesem Franchisenehmer keine Probleme geben wird. Da laut offizieller Statistik mehr als 50 Prozent der Franchiseunternehmen in der Expansionsphase stecken, könnte ein solches Modell zur 1A-Lösung werden.

Aus Sicht des Franchisegebers: Ist Single Unit Franchising optimal?

Der größte Vorteil für Franchisegeber beim Einzelfranchising ist wohl, dass die Abhängigkeit von einem Franchisenehmer gering ist. Nehmen wir als Beispiel Burger King: Hier war ein Franchisenehmer mit seinem Unternehmen für knapp 100 Filialen in Deutschland verantwortlich. Allerdings wurde daraus ein großer Skandal, denn der Franchisenehmer sorgte nicht für die nötigen hygienischen Bedingungen und agierte arbeitsrechtlich fragwürdig. Um solche Skandale und damit Imageverluste zu vermeiden, ist das Single Unit Franchising besser geeignet. Hier verteilt sich die Last auf mehr Schultern, sodass Fehlentwicklungen bei einem Franchisenehmer kaum Auswirkungen auf die gesamte Marke haben. Zudem hat ein Franchisenehmer nicht die Macht, die Lizenzkosten zu senken oder Druck auf die Geschäftsführung auszuüben.

Ein Nachteil des Single Unit Franchise könnte sein, dass die Kommunikation zwischen Franchisegeber und -nehmern komplizierter wird. Die Franchisezentrale muss sich um deutlich mehr einzelne Entscheidungsträger kümmern und mehr Ausbildungen durchführen. Beides kostet Geld, und eventuell geht die fehlende Erfahrung der Franchisenehmer sogar dazu, dass die Qualität in manchen der Filialen leidet.

Als Fazit könnte man festhalten, dass ein Single Unit Franchise sowohl dem Franchisegeber als auch dem Franchisenehmer einige Vorteile bietet. Gerade für den Start als Franchisenehmer ist es wohl besser, nur eine Filiale zu eröffnen – allein schon auf Grund des finanziellen Risikos. Wenn der Franchisegeber später bei Erfolg die Expansion auf mehrere Filialen erlaubt, ist das für Sie als Franchise-Interessent umso besser.

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