Standortanalyse im Franchising: So funktioniert’s!

03.09.2018 08:00 | Ein Unternehmen gründen

standortanalyse funktioniert

Wie soll man abschätzen, ob der zu wählende Ort für das Betreiben eines Geschäfts die besten Chancen dafür bietet? Daten der Vergangenheit können nur unzureichend Auskunft darüber geben, entscheidender ist, wie sich die Lage entwickeln wird. Dabei vertut man sich gelegentlich, mancher Anlaufpunkt fürs Franchising, dem eine gloriose Zukunft prognostiziert werden konnte, erweist sich als Fehlinvestition. Das aber wäre fatal; hat man sich erst festgelegt, lässt sich Alternatives so leicht nicht mehr in Betracht ziehen.

Mit der Standortanalyse die guten Aussichten nicht verstellen

Eigentlich dürfte es zweitrangig sein, wo man sich niederlässt. Was bereits an vielen Stellen funktioniert, sollte auch an einem zusätzlichen Platz zu ähnlichen Ergebnissen führen können. Sie sind indes dazu angetan, dem Neuling das Wasser abzugraben. Das Kundenpotenzial vermehrt sich nicht dadurch, dass man es weiter aufspaltet. Ein Teil davon wird zwar die leichter erreichbare Nähe zu schätzen wissen, doch Abwanderung schmälert den Gewinn der eingesessenen Franchisenehmer. Sie würden Grund zur Klage haben, wenn nicht neue Käuferschichten angesprochen werden, die eine Bereicherung darstellen, anstatt sich gegenseitig etwas wegzunehmen. Die Standortwahl muss für Wachstum sorgen.

Rücksicht auf andere bei der Standortanalyse im Franchising

Es ist ja nicht so, dass man sich untereinander Konkurrenz machen wollte. Der Franchisegeber könnte wohl der Ansicht sein, dass ein Gebiet durch seine bisherige Bestückung nicht genügend abwirft und es an der Zeit ist für eine neue Offensive. Der Wettbewerb belebt, Umsatzzahlen müssen nicht dadurch steigen, dass bisher Brachliegendes lediglich in Angriff zu nehmen wäre. Ein probates Mittel ist, in direkter Nachbarschaft desjenigen, der überflügelt werden soll, seine Fahne hochzuziehen, damit dessen Stammgäste mit wenigen Schritten überlaufen können. Das würde dem System nicht schaden, seine Qualität dagegen sichtbar hervorheben.

Laufkundschaft ist nicht für jeden das A und O, sie kann launisch sein

Aufgabe der Standortanalyse ist es, sich nicht ins eigene Fleisch zu schneiden und stattdessen vom Kuchen anderer etwas ab. Die werden sich jedoch zu wehren wissen, sodass die Initiative ausreichend vorbereitet sein muss. Mitunter kommt es auf eine möglichst große Anzahl von Vorüberziehenden beim Finden des Geeigneten auch gar nicht an, in solchen Fällen etwa, wenn bauliche Gegebenheiten ausschlaggebend sind oder die Verkehrsanbindung. Eine regressfähige Standortanalyse zählt im Übrigen nicht zwingend zu den vertraglich abgesicherten Leistungen, das wäre vom Standpunkt des aufstrebenden Unternehmers aus doch zu bequem gedacht.

Auf tatkräftige Mitwirkung sollte keinesfalls verzichtet werden

Das eigene Gespür sollte in erster Linie maßgeblich sein, eine Genehmigung ist allerdings erforderlich, und sie kann auch versagt werden. Viele Franchisegeber wählen deswegen den direkten Weg und stellen die Ergebnisse ihrer Überlegungen dem Urteil des Franchisenehmers anheim. Davon sollte man sich nicht in eine eher passive Rolle drängen lassen, doch die oft in Jahrzehnten gesammelten Erfahrungen lassen sich nur schwer in kurzer Zeit nachholen. Ein davon ungetrübter, wenn auch vielleicht noch unbedarfter Blick kann jedoch eine neue Perspektive eröffnen. Ideal wäre wohl ein Zusammenwirken aus übergeordnetem Blickwinkel und individuell ausgeprägtem Gestaltungswillen.

Errechnete Vorgaben müssen Wirklichkeit annehmen

Was der Markt hergeben sollte, ist eine Sache, wie man seine Möglichkeiten zu nutzen versteht, eine andere. Es können noch so viele Kunden strömen, die auch ordentlich etwas in der Tasche haben – wenn sie ihr Portemonnaie nicht öffnen, nützt das wenig. Regelmäßige Veranstaltungen in der Nachbarschaft mögen nützlich sein, doch um deren Magnetwirkung bemühen sich viele. Den Mitnahmeeffekt relativieren unter Umständen

  • bestehende Mängel oder

  • unzureichende Zugänglichkeit.

Auch die Behörden können aufblühendem Gewerbe ein Schnippchen schlagen und nicht zuletzt die Interessen des Vermieters.

Mögliches Entgegenkommen des Hausbesitzers

Er dürfte am besten wissen, was aus seinem Objekt herauszuholen ist und dementsprechend seinen Anteil fordern. Höhere Mieten sollten sich dann lohnen, wenn erhebliche Umbaukosten dadurch entfallen. Doch Immobilienbesitzer machen ihre eigene Rechnung auf und können den Wert von eigenen Investitionen durchaus selbst einschätzen, es sei denn, sie stünden auf einem anderen Blatt. Das ist Verhandlungssache; in jedem Fall sind zahlreiche Faktoren zu berücksichtigen, wobei man sich leicht verzetteln kann, zumal bei mehreren Standorten, die man alternativ ins Auge gefasst hat. Wenn die Fassade beispielsweise durch Werbeanlagen nicht verschandelt werden darf, ist das nicht außer Acht zu lassen.

Kröten zu schlucken kann bekömmlich sein

Sollten aber Beengtheit und schwierige Verhältnisse im Umgang dem entgegenstehen, ist sorgfältig abzuwägen. Aus mancher Not lässt sich durchaus eine Tugend machen, anderes wird zum dauerhaften Ärgernis. Was man in Kauf nehmen möchte und welche Widrigkeit weit von sich zu weisen wäre, das ist eine Frage der persönlichen Einstellung, die jedoch zur Diskussion zu stellen ist. Wohl dem, der keine einsame Entscheidung treffen muss und sich mit jemandem beraten kann, der die Dinge von einem anderen Standpunkt aus betrachtet, aber das gleiche Ziel verfolgt. Kaprizieren Sie sich nicht selbstverliebt auf ein Detail, behalten Sie den Überblick beim großen Ganzen.

Es mag verlockend wirken, pflegeleichte Räumlichkeiten übereignet zu bekommen; wenn ihre geschmeidige Nutzung bestehenden Vorschriften entgegensteht, hat man nichts davon. Erkundigen Sie sich umfassend, ob ein Vorteil wirklich so eindeutig ist, wie es sich zunächst darstellt, was natürlich klarer wird, wenn man Vergleiche ziehen kann. Andererseits sollte man Prioritäten setzen und sich an dem festhalten, was einem Auftrieb gibt.

Probleme werden immer auftreten, rundum gelungen kann eine Standortwahl nicht sein. Kaum jemand wird Ihnen den roten Teppich ausrollen, nur weil Sie ein solventer Mieter werden wollen. Und sollte es jemand dennoch tun, ist eventuell Vorsicht geboten. Sie sind derjenige, der noch erkennen muss, was andere längst wissen. Hören Sie sich in der Umgebung um, wenn Sie erahnen wollen, wie es sich dort aushalten lässt, und fragen Sie nicht nur die Leidgeprüften.

Doch keinesfalls sollten Sie sich auf vollmundige Ankündigungen verlassen, die nicht zu evaluieren sind. Statten Sie dem Traumziel Ihrer Reise lieber einen Besuch mehr ab als nötig, damit Sie später nicht einsehen müssen, dass Sie sich verfahren haben.

Nehmen Sie Kontakt auf zu den Vertretern der Kommune, ab und an sickert etwas durch. In der Regel aber wird man froh darum sein, Sie als zahlenden Gast hinzugewinnen zu können und Sie nicht sogleich mit der ungeschminkten Wahrheit konfrontieren. Je mehr Informationen Sie im Vorfeld aufzunehmen vermögen, desto weniger beeinträchtigt dürfte Ihre Zukunft sein.

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