Howard Schultz: Der Starbucks Gründer unter der Lupe

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Die Geschichte des Starbucks Gründers Howards Schultz

Kaffee ist wohl neben Wasser das Getränk, welches am meisten konsumiert wird. Denn der deutsche Otto Normalverbraucher trinkt tatsächlich pro Jahr um die 162 Liter Kaffee. Somit laufen jeden morgen die Kaffeemaschinen in Privathaushalten und in Büros auf Hochtouren, um die müden Geister wiederzubeleben.

Durch diesen hohen Konsum bringt das koffeinhaltige Getränk den deutschen Lebensmittelläden rund vier Milliarden Euro Profit jährlich ein. Absoluter Kassenschlager ist und bleibt dabei der gute, alte Filterkaffee.

Auch wenn die Deutschen ihren Kaffee immer noch am liebsten in Supermärkten und Discountern erwerben und ihn im Anschluss selbst zubereiten, ist der Trend der Kaffeehausketten dennoch von Amerika über den Ozean bis nach Deutschland gedrungen. Und vor allem das Unternehmen Starbucks erfreut sich in den letzten Jahren immer größerer Popularität.

Auf dieses Unternehmen und seinen Gründer Howard Schultz wollen wir im folgenden Artikel einen genaueren Blick werfen.

1) Ein schwerer Start ins Leben

Wenn man an Amerika denkt, kommt einen sofort das berühmte Sprichwort in den Sinn: Der amerikanische Traum – vom Tellerwäscher zum Millionär.

Beim Gründer von Starbucks trifft dieser Spruch haargenau zu. Denn Howard Schultz hatte keinen leichten Start ins Leben. Schultz wuchs in Brooklyn auf – dem weniger angesagten Teil New Yorks. Sein Vater Fred hatte die Aufgabe, die Familie zu finanzieren.

Er hielt diese mit diversen Aushilfsjobs nur knapp über Wasser. Er war ein Veteran des Zweiten Weltkriegs, kämpfte mit dessen Folgen und versuchte gleichzeitig die hungrigen Mäuler zu stopfen. Die Mutter Elaine und die Großmutter kümmerten sich um die Kinder und organisierten mehrmals in der Woche nicht angemeldete Pokerabende, um die Haushaltskasse etwas aufzustocken.

Auch wenn die familiäre Atmosphäre die meiste Zeit von Verzweiflung und Sorgen geprägt war, glaubte Elaine Schultz an den American Dream und noch viel mehr an ihre eigenen Kinder. Sie unterstützte sie in allen Bereichen des Lebens und versicherte ihnen stets, dass sie für Größeres bestimmt waren.

Howard Schultz zeichnete sich nicht durch besondere Schulleistungen aus und der engagierteste und fleißigste Schüler war er auch nie gewesen.

Dennoch gelang es Schultz im Jahre 1971, einen Platz in der Northern Michigan University zu ergattern. Er hatte zwar gehofft, seine Studiengebühren durch ein Sportstipendium decken zu können, doch dieser Wunsch ging leider nicht in Erfüllung. Stattdessen kämpfte er sich mit Teilzeitjobs durchs Leben und schreckte sogar nicht davor zurück sein Blut entgeltlich zu spenden.

1975 beendete er dann schließlich die Universität und war somit der erste Universitätsabsolvent seiner Familie. Seine Eltern platzen fast vor Stolz, auch wenn sie es sich nicht leisten konnten, an der Verabschiedungsfeier der Universität teilzunehmen.

2) Der Aufstieg des Selfmade-Millionärs

Nach seinem Abschluss stieg Schultz sofort ins Arbeitsleben ein. Seine Eltern waren immer noch nahe an der Armutsgrenze und er schickte ihnen jeden Monat die Hälfte seines Gehaltschecks, um ihnen finanziell unter die Arme zu greifen.

Schultz hangelte sich von Job zu Job, bis er für ein europäisches Unternehmen namens Hammarplast arbeitete, welches sich auf die Produktion von Haushaltsgeräten spezialisiert hatte.

Durch Fleiß und harte Arbeit erlangte er sogar den Posten des Vizepräsidenten. Dadurch hatte er natürlich auch einen guten Einblick in die geschäftlichen Vorgänge und kannte die Kundschaft von Hammarplast in- und auswendig. Ein Kunde dieses Unternehmen war ein kleines Kaffeegeschäft namens Starbucks.

Dieses war ihm ins Auge gestochen, da es trotz seiner eher bescheidenen Größe gute Verkaufszahlen schrieb. 1982 vereinbarte Schultz ein Treffen mit den Gründern Gerald Baldwin, Gordon Bowker und Zev Siegl und konnte sie von seinem Marketingtalent überzeugen.

Im Laufe der Zusammenarbeit merkte Schultz immer wieder an, wie schön es wäre, wenn die Kunden ihren Kaffee nicht nur bei ihnen kauften, sondern auch in den Herstellungsprozess miteinbezogen werden würden. Denn während seiner Italienreise 1983 entdeckte er ein kleines Café, welches in einem wunderschönen, romantischen Ambiente Kaffeeköstlichkeiten verkaufte.

Schultz Blicke wurde wie magisch von der Barista angezogen, welche mit großem Geschick Espressos, Cappuccinos und Milchkaffees herstellte. Und vor seinem inneren Auge entstand der Plan, Starbucks nach diesem Bild umzugestalten.

Er wollte, dass der Kundschaft das Mahlen der Kaffeebohnen in den Ohren klang und die Röstung des Kaffees in die Nase stieg. Seine Teamkollegen waren nicht sehr begeistert von dieser Idee und hielten an ihrem Geschäftsmodell fest.

Kaffee konnte in ihren Filialen nur zum Mitnehmen bestellt werden, da es noch keine Sitzgelegenheiten gab. Da Baldwin, Bowker und Siegl jedoch große Stück auf Schultz hielten, genehmigten sie ihm jedoch dennoch eine der bereits existierenden elf Filialen nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Das Konzept von Schultz schlug sofort ein wie eine Bombe, weswegen er sich schnell dafür entschied, das Unternehmen Il Giornale im Jahre 1985 zu gründen.

Howard verließ seine Kollegen bei Starbucks und konzentrierte sich auf sein eigenes Unternehmen. Doch die Anfangsphase war hart, da er über kein eigenes Kapital verfügte. Im Privatleben kamen er und seine Frau Sheri mit ihrem Gehalt gerade so über die Runden.

Schultz versuchte im ersten Jahr Geld für sein Unternehmen aufzutreiben und musste sich mehr als 200 Mal mit der Antwort „Nein.“ zufrieden geben.

Letztendlich zahlte sich seine Hartnäckigkeit jedoch aus, da er Investoren fand, welche das Potenzial seines Konzepts sahen. Unter ihnen befanden sich unter anderem auch seine früheren Partner Baldwin, Bowker und Siegl. Mit der Summe, welche er mit der Hilfe von insgesamt 30 Investoren sammeln konnte, kaufte er nach nur zwei Jahren alle Starbucks Filialen auf und renovierte diese nach seinem Geschmack.

Das Geschäft und vor allem das neue Konzept der Filialen kamen bei der Kundschaft so gut an, dass Schultz immer mehr Profit in die Expansion von Starbucks investieren konnte. Nach nur sechs Jahren eröffnete er bereits den 272. Standort.

1995 experimentierte Schultz mit Rezepturen und kreierte sein erstes eigenes Getränk: Den Frappucchino, der bis heute noch der Verkaufsschlager von Starbucks ist. Ebenfalls in diesem Jahr expandierte Starbucks nach Tokio und leitete Schritte ein, sich in die gesamte Welt auszubreiten. Die Eroberung Europas, Australiens und Asiens folgte postwendend und im Jahre 2010 verzeichnete Starbucks ein nationales und internationales Netzwerk von 16.000 Filialen.

3) Starbucks als Arbeitgeber

Ein Erlebnis in seiner Kindheit prägt Howard Schultz noch bis heute. Damals fristete sein Vater seine Zeit wochenlang auf dem Sofa. Denn er hatte sich bei einem Unfall das Bein gebrochen und da er nicht krankenversichert war, wurde er postwendend aus der Firma entlassen.

Ohne Hoffnung und mit immer weniger Lebensfreude verlor der Vater nach und nach jeden Ansporn. Dieses Bild hat sich in das Innerste von Howard Schultz eingebrannt. Aus diesem Grund wollte er ein wirtschaftliches Imperium erschaffen, das seine Angestellten so behandelte, wie sie es verdienten.

So entstand eine grundlegende Angst in Schultz, dennoch auch ein Streben, das Unternehmertum besser umzusetzen als seine Konkurrenten. So führte Schultz 1988 als eine der ersten amerikanischen Unternehmen die betriebliche Krankenversicherung ein. Sogar Arbeiter in Teilzeit profitierten von dieser Einführung.

Darüber hinaus vergab Starbucks ab 1991 auch Schuldverschreibungen, wodurch sich die Angestellten lang ersehnte Wünsche erfüllen konnten ohne einen Kredit aufzunehmen oder eben diesen abzubezahlen.

Solche Neuerungen wurden zwar vor allem in den späten 1980ern und frühen 1990ern eingeführt, doch bis heute noch versucht sich Starbucks als besonders guter Arbeitgeber hervorzuheben. Im Jahr 2014 wurde der Starbucks College Achievement Plan ins Leben gerufen, welcher Angestellten eine Ausbildung im College verschaffte, ohne dass diese dafür Studiengebühren zahlen müssen. Bis 2019 werden schon 3.000 Angestellte von diesem Angebot Gebrauch gemacht haben und ihren Abschluss in der Tasche haben.

Sheri und Howard Schultz haben die Möglichkeit genutzt und geben mit der Hilfe ihres Unternehmens an die Gesellschaft zurück. Durch die Schultz Family Foundation werden Menschen unterstützt, die diese auch wirklich sehr nötig haben. Veteranen, junge Familien oder Hilfsbedürftige erhalten eine Ausbildung oder eine Anstellung.

Wer sich mit den Werten des Unternehmens identifizieren kann und auch an der Erfolgsgeschichte von Howard Schultz teilhaben möchte, wird sich freuen zu hören, dass das Unternehmen Lizenzpartnerschaften vergibt. Falls wir Sie mit der bewegenden Geschichte und der Hartnäckigkeit von Howard Schultz noch nicht von Starbucks überzeugen konnten, können wir dies vielleicht mit folgenden Daten vollbringen:

  • Starbucks verfügt momentan über 29.300 Standorte weltweit.
  • Knapp 50 Prozent der Filialen befinden sich in Nordamerika.
  • Der jährliche Umsatz von Starbucks betrug im Jahr 2018 knapp 24,7 Milliarden US-Dollar und die Tendenz ist eindeutig steigend.
  • Im Ranking der internationalen Fastfood-Ketten schaffte es Starbucks auf den zweiten Platz. Diese Ehre verdankt das Unternehmen seinem Markenwert von 46 Millionen US-Dollar.
  • Selbst in Europa gilt Starbucks mittlerweile nach Costa Coffee als der zweitgrößte Kaffeebarbetreiber. Denn in Europa besitzt Starbucks ungefähr 2.500 Standorte

Klar ist, dass Deutschland über eine reiche Kaffeekultur verfügt. Die Deutschen lieben das koffeinhaltige Getränk und genießen dieses sowohl warm als auch kalt.

Aus diesem Grund herrscht in Deutschland bereits eine breite Vielfalt von kleinen Cafés und Unternehmen, die sich an allen möglichen Ecken angesiedelt haben.

Wer nun daran zweifelt, dass eine weitere Starbucksfiliale in Deutschland gebraucht wird, liegt dennoch falsch. Denn Starbucks befindet sich auf der Liste der 20 umsatzstärksten, deutschen Unternehmen, welche in der Systemgastronomie tätig sind. Im Moment gibt es 152 Standorte von Starbucks, die alle sehr gerne und häufig von den treuen Kunden besucht werden. Zögern Sie also nicht allzu lange, sondern nutzen Sie noch heute Ihre Chance!

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