Howard Schultz: Der Starbucks Gründer unter der Lupe

24.11.2018 08:00 | Ein Unternehmen gründen

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Howard stammt aus Brooklyn, er ist ein echter Selfmade-Milliardär, der sich oft genug mit seinem Jahresgehalt von einem Dollar zufriedengab. Howard hat sich jüngst aus der Geschäftsführung zurückzogen, um andere Aufgaben wahrzunehmen, doch Gründer von Starbucks wird er immer bleiben. Das hat mit dem Franchising nicht viel zu tun, kann aber ein Spotlight darauf werfen, wie man mit undogmatischen Methoden Großes leistet. Blicken Sie mit uns auf die Anfänge zurück.

Howard Schultz hat sich rasant hochgearbeitet

Wer Franchisenehmer werden will, kann sich ein gut eingeführtes Geschäftsprinzip zu Eigen machen. Einer, der in beengte Verhältnisse hineingeboren wird, hat keine Wahl. Er muss ein Studium durch Kreditaufnahme finanzieren, wenn seine eigentlich sehr aussichtsreichen Leistungen im Football-Spiel dennoch zu wünschen übrig lassen, und lernt gleich was fürs Leben. Was braucht ein Marketer vor allem? Rhetorische Kenntnisse, und nach deren attestiertem Erwerb ließ Howard Schultz sich als Verkäufer schulen. Die Familie indes war stolz auf ihren Sohn, der als Erster akademischen Lorbeer einzuheimsen wusste. Drei Jahre hielt er es bei Xerox aus, dann zog es ihn zu den Schweden, die ihn bald zum Vizepräsidenten machten.

Den eigenen Kurs fahren wie Howard Schultz

Sie verdienten ihr Geld mit dem Vertrieb von Haushaltgeräten, was Schultz in Kontakt mit dem brachte, was man für die feine Kaffeezubereitung braucht. Und damit zeichnete sich bereits ab, dass man nicht unbedingt unter dem Segel erfolgreicher Franchisegeber Zuflucht suchen muss, sondern bestehende Strukturen auch von innen her aufmischen kann. Nach wenigen Monaten und wiederholten Versuchen wechselte der unerschrockene Fährmann das Boot und sattelte erneut auf seinem entschlossenen Weg zu eigenen Gefilden um. Vordem eher der privaten Sphäre Reserviertes drang fortan mit aller Macht in die Öffentlichkeit. Es muss nur der Richtige kommen, damit lieb gewonnene Gewohnheiten einem radikalen Wandel unterzogen werden können.

Trotz ständiger Bewegung kein Tropfen zu verschlabbern

Heutzutage stapeln sich die Kaffeebecher allerorten. Wer hätte einstmals schon daran gedacht, dass man ein belebendes Heißgetränk auch unterwegs genießen kann? Vier Geschäfte unterhielt Starbucks beim Aufkauf, woraus bald hundert wurden, dem folgten der Börsengang und eine atemberaubende Expansion über die Grenzen des Kontinents hinweg. In vielen Bereichen hat es eine ganze Zeit lang gedauert, bis Männer überhaupt Kaffee zu kochen lernten, mittlerweile kredenzen sie ihn gelegentlich mit größerem Geschick als brave Hausfrauen. Einen Kaffee trinken gehen – das bedeutet längst nicht mehr den Rückzug in das heimische Ambiente. Das Erlebnis wird wesentlich offenherziger und vor allem geschäftsträchtig angeboten.

Im Handumdrehen zur Kaffeetafel in der Modulbauweise

Es kann ja auch durchaus Umstände bereiten, erst einmal den eigenen Herd aufsuchen zu müssen, bequemer ist es, schon an der nächsten Ecke über eine willkommene Gelegenheit zu stolpern. Anstatt zu Hause aufzuräumen und umfängliche Vorratshaltung zu betreiben, trifft man sich an einem bekannten Eck, das noch dazu mit einem umwerfenden Service aufwartet. Gerade die wissen das zu schätzen, denen viel Mühe ein Graus ist und das regelmäßige Vergnügen eine Selbstverständlichkeit. Dabei geht es weniger diskret zu, doch dafür umso kontaktfreudiger. Und für ein verschmitztes Lächeln reicht die Zeit doch allemal. Bei Starbucks einzukehren ist schick, oftmals gehört es gar zum guten Ton.

Die Gemütlichkeit hat anscheinend einen Zahn zugelegt

Man kommt auch mal raus und muss sich nicht im stillen Kämmerlein verkriechen; wird einem der Trubel zu bunt, kann man sich schnell etwas einpacken lassen. So geht modernes Leben, die Sehnsucht nach einem verträumten Kaffeestündchen bleibt der Erinnerung vorbehalten. Der Zuspruch zeigt, welchen Anklang die Geschäftsidee gefunden hat; wie man dabei mitunter vorgeht, spielt sich bevorzugt hinter den Kulissen ab. Soziale Belange müssen jedoch nicht außen vor bleiben, sie können auch explizit angesprochen werden auf eine raffinierte Weise. Hauptsache, man kommt ins Gespräch – wie auch immer.

Aus den Verlusten Gewinne machen

Was der eine als geschäftsschädigend betrachtet, zerren andere ganz bewusst auf den Tisch, damit Zaungäste ordentlich draufhauen. Sein Image darf man ruhig aufs Spiel setzen, wenn man es sich leisten kann. Jemand, der sich auf eine bestimmte Richtung festlegen lässt, tut unter Umständen gut daran, auch mal Zweifel zu säen. Umstrittenes bewegt die Menschen mehr als Eindimensionales, das auf Dauer nur zu gähnender Langeweile führt. Dabei sollte man natürlich darauf achten, dass die Grundlage nicht zu leiden hat.

Drastisches distanzierter betrachten

Howard Schultz lebt immer noch da, wo seine Karriere begonnen hat, mit der er gehörigen Abstand gewinnen konnte von seiner Herkunft. Manchem steht es hervorragend zu Gesicht, Problemlagen ungeschminkt aufzugreifen, ohne sich dabei die Finger schmutzig machen zu müssen. Unternehmer sind doch keine Sozialarbeiter, können ihnen aber großzügig unter die Arme greifen. Wenn etwas plötzlich wie von selbst läuft, in das man viel Arbeit gesteckt hat, treibt es einen gern an neue Ufer.

Was macht man mit einem Vermögen, das kaum zu beziffern ist? Man kann sich auch dafür revanchieren, dass man es anderen ein Stück weit weggenommen hat. Deshalb braucht man keine Skrupel zu entwickeln, kann aber der Welt ein zweites Mal seinen Stempel aufdrücken. Wer an der Spitze steht, findet wenig Freunde, denn dort ist es naturgemäß einsam. Anstatt sich jedoch ins Nirgendwo zurückzuziehen, mischt man sich erneut unters Volk, um zu sehen, ob das nach wie vor Spaß bereitet.

Den haben viele, wenn sie sich einen Kaffee bei Starbucks gönnen, sie haben sich derart daran gewöhnt, dass sie kaum noch darauf verzichten mögen. Währenddessen können sie anschaulich davon träumen, einen Aufsehen erregenden Coup zu landen, wenn es auch immer wieder solche geben wird, die ihnen dabei zuvorkommen. Darum geht es nicht; es kommt auf den Kitzel an, den man sich wechselseitig verschafft.

Kaffee an sich ist gemeinhin ja weniger aufregend als manches andere, doch er reizt dazu, über ein normales Maß hinauszuwachsen. Mancher nimmt ihn auf die Schnelle, um übermäßige Kräfte zu entwickeln, nicht jedem bekommt es lange Zeit. Die Wirkung jedoch ist entfaltet, und damit lässt sich mitunter einiges erreichen. Das kann ein Trost sein, auch eine Illusion, wichtig ist der untrügliche Geschmack.

Niemand erfrischt sich mit Abgestandenem, es sei denn in der Art, dass es ihm zu einem neuen Anstoß verhilft. Wenn der Kaffee kalt wird, fehlt es ihm an Wärme.

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