Start up und Franchising: Die grundlegenden Unterschiede auf einen Blick

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Ganz egal, ob Sie sich mit einem Start-up oder mit Franchising selbstständig machen möchten, für beide Formen der Unternehmensgründung kommt es primär darauf an, dass Sie über das sogenannte Gründer-Gen verfügen. Der nötige Unternehmergeist ist es, der eine Existenzgründung überhaupt möglich macht. Im nächsten Schritt geht es darum, die passende Form der Unternehmensgründung auszumachen. Aus diesem Grund erklären wir Ihnen in unserem heutigen Artikel die grundlegenden Unterschiede zwischen einem Start-up und Franchising.

1. Unternehmer werden: Als Start-up oder mit Franchising?

Um sich selbstständig zu machen, ist im ersten Schritt eines notwendig: Eine zündende Geschäftsidee, da diese den Grundstein einer jeden Existenzgründung darstellt. Wird ein Start-up gegründet, so handelt es sich in der Regel um ein junges, frisch gegründetes Unternehmen mit innovativer Geschäftsidee und hohem Wachstumspotential. Die jungen Gründer brennen für ihre Idee und setzen alles daran, diese umzusetzen. Damit das Projekt auch wirklich gelingt, sollten man ein absoluter Freigeist sein, der für seine Idee um jeden Preis kämpft, bereit ist, sehr viel Risiko einzugehen und alles auf die Realisierung der innovativen Geschäftsidee setzt.

Sich ins gemachte Nest setzen: Eine Gründung mit Franchising

Der klare Unterschied zum Start-up ist eine Gründung via Franchising, wo sich die Gründungwilligen mit einem bereits am Markt erprobten Geschäftskonzept inklusive etablierter Marke selbstständig machen. Aus diesem Grund spricht man auch von einer Gründung mit System, die jungen Gründer können sich daher in gewisser Weise ins gemachte Nest setzen: Die Geschäftsidee steht, das Businessmodell läuft und kommt bei der Zielgruppe an, sie erhalten Zugriff auf Marketingmaterialien, um ihren Franchise-Standort wirksam bewerben zu können. Eine Franchisegründung geht deshalb verständlicherweise mit gewissen Vorzügen einher, allerdings muss man auch dafür gemacht sein, Teil eines großen Netzwerks zu werden.

2. Start-up: Das macht eine Gründung als Start-up im Kern aus!

Die Bezeichnung Start-up kommt aus dem Englischen und beschreibt eine Unternehmung, die vor kurzem gegründet wurde. Aus diesem Grund befindet sich das junge Unternehmen in den ersten Phasen des Unternehmenszyklus. Allerdings macht das Alter eines Unternehmens noch kein Start-up aus. So kann man sicherlich von einem Bäcker, der neu in der Nachbarschaft eröffnet hat, nicht von einem Start-up sprechen. Ein wichtiges Merkmal für ein Start-up ist daher der Grad an Innovation: Bei der Start-up-Branche geht es darum, zu überraschen, zu überzeugen und the next big thing auszumachen. Ein gutes Start-up zeichnet sich daher nicht nur durch eine innovative Geschäftsidee aus, es sollte ferner auch über ein hohes Wachstumspotential verfügen, so dass sich die Idee zu einem skalierbaren Geschäftsmodell weiterentwickeln lässt.

Start-up: Eine Existenzgründung aus eigener Hand

Das Gründerteam eines Start-ups besteht meist aus Mitgliedern, die sich durch unterschiedliche Kompetenzen und Fähigkeiten ergänzen: So kommt es vor allem darauf an, dass es einen technisch versierten Gründer gibt, der Techniker- oder Programmierer-Aufgaben übernimmt, einen Kaufmann, der die betriebswirtschaftlichen, administrativen und steuerlichen Aspekte auf dem Schirm hat, und einen Vertriebler, der das Start-up nach außen präsentiert, den Kundenkontakt übernimmt und sich um einen ausgezeichneten Service kümmert. Es ist also förderlich, wenn sich die Gründer aufgrund ihrer Fähigkeiten und Erfahrungen komplementär ergänzen, aber auch in zwischenmenschlicher Hinsicht zueinander passen, da die Gründungsphase hektisch, emotional aufgeladen und nervenaufreibend sein kann. Gerade bei einem Start-up, wo neben dem Erfolg der Geschäftsidee meist auch noch die Kapitalbeschaffung im Raum steht, die sich nicht ohne weiteres auf dem herkömmlichen Wege über Banken realisieren lässt. Denn für viele Banken ist eine Start-up-Gründung zu risikobehaftet, so dass die Kapitalbeschaffung meist über alternative Finanzierungsarten geschehen muss. Zur Stärkung der Kapitalbasis greifen die jungen Start-ups meist auf Venture Capital oder Business Angels zurück, da die Unternehmensgründung meist nicht komplett ohne externe Finanzierung gelingen kann.

Ein Start-up lässt sich in vier Entwicklungsphasen einteilen:

  • Seed-Phase: Dies ist die erste Phase in der Welt der Start-ups. In dieser Phase wird die Geschäftsidee entwickelt und auf das Potential geschaut, ob sich diese am Markt durchsetzen kann. Der Samen der Idee wird gesät, allerdings ist hierzu bereits Kapital notwendig, um die Geschäftsidee zu beurteilen.
  • Start-up-Phase: In dieser Phase findet die Unternehmensgründung des nun marktreifen Produkts oder Service statt. Hier geht es primär um das Bekanntmachen durch Marketingkampagnen und den Vertrieb, damit die Idee des Start-ups nachhaltig ausgerollt werden kann.
  • Emerging Growth: Danach steht das Wachstum an. In dieser Phase dreht sich alles um eine effiziente Marktdurchdringung und den gezielten Vertriebsaufbau.
  • Expansion: Konnte sich das Geschäftsmodell am Markt etablieren, können die Unternehmen nun die weitere Expansion angehen. Hierzu gehören die Weiterentwicklung der Produkte und Services sowie der Aufbau des Vertriebssystems.

3. Die Franchise-Gründung: Die Expansion eines etablierten Geschäftsmodells

Beim Franchising haben wir es mit einer bereits etablierten Geschäftsidee zu tun, die sich am Markt behaupten konnte. Der Franchisegeber, der gründungswilligen Franchisenehmern sein Geschäftskonzept zur Verfügung stellt, hat sein eigenes Unternehmen aus der Traufe gehoben und es zur Marktreife gebracht. Da sich das Konzept einer großen Nachfrage am Markt erfreute, wollte er den nächsten Schritt gehen, sein Businessmodell expandieren und am Markt ausrollen. Aber anstatt, dass er selbst in Eigenregie ein aufwändiges Filialnetz betreibt, ist er den Weg über das Franchising gegangen.

Vom Geschäftsmodell zum Franchisesystem:

Während sich ein Start-up noch am Markt behaupten muss, so hat ein Franchisesystem bereits alle unterschiedlichen Wachstumsphasen durchlaufen. Der Franchisegeber hatte selbst ein erfolgreiches Einzelunternehmen aufgezogen und hegte daraufhin den Wunsch nach einer Expansion in andere Märkte oder Regionen. Aus diesem Grund musste zunächst überprüft werden, ob das Geschäftsmodell überhaupt franchisierbar – sprich standardisierbar und an anderen Standorten reproduzierbar – ist. Aus diesem Grund müssen Herstellungs- und Serviceprozesse standardisiert werden, die daraufhin in einem Franchisesystemhandbuch niedergeschrieben und den interessierten Franchisenehmern in einem umfangreichen Wissenstransfer vermittelt werden. Jedoch sollten Unternehmer, die ihr Geschäftsmodell zum Franchisesystem ausbauen möchten, den Aufwand nicht unterschätzen: Es sollten 15 bis 17 Monate für den Prozess eingeräumt werden! Das Franchisekonzept muss erarbeitet werden und die Franchisierung kostet Geld, da man auch auf die Hilfe externer Franchise-Experten zurückgreifen sollte, damit das Expansionsprojekt gelingt.

Der Vorteil an einer Expansion via Franchising:

Steht das Franchisekonzept, so können interessierte Franchisenehmer das erprobte Geschäftsmodell gegen Zahlung einer Franchisegebühr übernehmen und an ihrem eigenen Standort umsetzen. Beim Franchising handelt es sich um eine vertikal-kooperative Vertriebsform selbstständiger Unternehmer, bei der Franchisegeber und Franchisenehmer partnerschaftlich zusammenarbeiten, wobei ein jeder bestimmte Aufgaben übernimmt. Und zwar setzt das Franchising auf eine arbeitsteilig organisierte Verkaufsförderung: Während der Franchisegeber das Konzept sowie umfassenden Support zur Verfügung stellt und gewisse administrative Aufgaben für das gesamte Netzwerk gebündelt übernimmt, können sich die selbstständigen Franchisenehmer voll und ganz auf den Kundenkontakt an ihrem Standort fokussieren. Das Franchising zielt daher in partnerschaftlicher Zusammenarbeit auf eine Expansion und Verkaufsförderung einer etablierten Marke ab.

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