Strategische Planung in Franchise-Unternehmen: So läuft’s

04.05.2018 08:00 | Ein Unternehmen gründen

strategische planung

Es ist nicht gut, wenn das Strategiepapier im Franchising umstritten ist. Der eine wird sich ihm wohl fügsam beugen, ein anderer begehrt heimlich dagegen auf, dabei hat es doch schon so viel Zeit und Mühe gekostet, es überhaupt zustande zu bringen und letztendlich absegnen zu lassen. Nicht jeder kann mitreden bei der Erstellung des übergreifenden Plans, muss ihn jedoch im Detail vertreten. Das fällt manchmal schwerer, als es ist.

In Franchise-Unternehmen muss weitgehend Übereinstimmung herrschen

Die Zielrichtung sollte klar sein, kaum ein Franchisegeber würde so weit gehen, über den Kopf seiner Partner hinweg etwas zu verordnen, das allgemein weniger gewollt ist oder sich nur mit großen Schwierigkeiten umsetzen ließe. Es wird immer jemanden geben, der nicht hundertprozentig damit einverstanden ist, doch der überwiegende Teil steht voll und ganz dahinter und tut, was er kann, dafür. Die strategische Planung ist keine Geheimwissenschaft und lässt sich auch nicht immer vollständig rechtfertigen, der Franchisegeber braucht genügend Freiraum, um die Weiterentwicklung der von ihm eingeschlagenen Linie zu bestimmen. Unter Umständen kann es sogar zu einer Kehrtwendung kommen.

Kein Zickzackkurs, aber handlungsfähige Flexibilität im Franchising

Manchmal muss es schnell gehen, etwa wenn auf unvorhergesehene Trends spontan zu reagieren ist. Dann muss der gesamte Apparat wie eine Eins hinter dem Kapitän stehen und ihm blindlings folgen, auch wenn das Magenschmerzen verursachen sollte. Im Normalfall aber werden Strategieänderungen sorgsam vorbereitet und entstehen nicht selten durch Anregungen von Mitarbeitern. Was sich dahinter verbirgt, sollte schon umsichtig kommuniziert werden, allein deswegen, damit sich keine Widerstände auftun. Wenn jedoch die Zeit dafür nicht reicht, ist unverzügliches Handeln angesagt, und die Erklärung dessen wird bei allernächster Gelegenheit nachgeschoben.

Peinlich genau Schritt halten mit selbst definierten Vorgaben

Schließlich soll möglichst alles so laufen wie geplant, Abweichungen davon sind nicht gern gesehen. Um die Alarmglocken rechtzeitig schrillen zu lassen, wird beständig kontrolliert. Dabei ist immer wieder festzustellen, ob das Unternehmen sich seinem Startpunkt gegenüber inzwischen derart entwickelt hat, wie es vorgesehen war. Beim Franchising kommt es besonders darauf an, dass die tatsächliche Expansionsrate dem im Vorfeld bestimmten Maß nicht hinterherhinkt. Nur können sich die Chancen für eine erfolgreiche Eroberung des Marktsektors auch wandeln, das akribisch eingeschätzte Potenzial dafür muss den Berechnungen nicht dauerhaft entsprechen.

Störende Faktoren vorsorglich in den Griff bekommen

Dann ist eine Krisensitzung angesagt, mögliche Ursachen werden ermittelt und baldmöglichst beseitigt, sofern das im Rahmen des Möglichen liegt. Es könnte ja sein, dass sich ein Newcomer in der Szene mittlerweile zu einem ernst zu nehmenden Mitbewerber gemausert hat. Auch nicht auszuschließen ist, dass die anvisierte Zielgruppe sich der Kalkulation entzieht und aus kaum nachvollziehbaren Gründen anders orientiert. Beides wäre in jedem Fall frühzeitig zu bemerken, damit man Maßnahmen ergreifen kann, die das Schlimmste verhindern. Am grünen Tisch begründet vorhergesehenes Wachstum ist nicht notwendigerweise identisch mit dem Vorankommen in der Realität.

Bonusse einheimsen oder den Gürtel enger schnallen

Möglicherweise bedürfen die langfristig festgelegten Ziele einer Korrektur, vielleicht sind auch andere Wege einzuschlagen, um sie trotz aller Schwierigkeiten dennoch zu erreichen. Sind größere Anstrengungen erforderlich als vermutet, muss in der Finanzierung nachgebessert werden. Es könnte fatal sein, an der Qualität der Produkte sparen zu müssen oder die Franchisenehmer über Gebühr zu belasten. Was alle betrifft, sollte auch im Konsens beschlossen werden können oder zumindest um Verständnis für unliebsame Entscheidungen geworben. Das stärkt die Vertrauensbasis und fördert die Bereitschaft dazu, Extraleistungen zu erbringen.

Die Solidarität in der Gemeinschaft zeitig stärken

Transparenz und Praxistauglichkeit sind oberste Gebote für die an den Tag gelegte Strategie im Franchising. Sollte die Entwicklung katastrophale Züge annehmen, muss auch dafür ein Notfallplan vorgehalten werden, den man bei Bedarf schnell aus der Tasche ziehen kann, und wenn die Erwartungen deutlich übertroffen werden, darf sich das durchaus auch bei allen Beteiligten bemerkbar machen.

  • Fordern Sie Loyalität ein, wenn es nötig ist,
  • erkennen Sie außergewöhnliche Leistungen an.

Wer die Fairness seines Franchisegebers zu schätzen gelernt hat, ist eher zu motivieren, auch mal die Zähne zusammenzubeißen.

Richtschnur für das Handeln ohne Ewigkeitswert

Dabei ist der Umsatz nicht allein entscheidend. Er kann zu Kostenexplosionen führen, wenn er ein Übermaß erreicht und auch zu Optimierungen Anlass geben, sofern er schwinden sollte. Näher und weiter entfernt liegende Ziele sind zwar aufeinander abgestimmt, doch nur nachfolgend zu erreichen. Grundsätzlich darf die Perspektive auch bei kurzfristigen Maßnahmen niemals aus den Augen verloren werden, doch manchmal ist die Soforthilfe nicht zu umgehen. Sie könnte sich sogar derart drastisch auswirken, dass man dem ins Auge gefassten vorläufigen Ende der Reise dadurch einen großen Schritt entgegenkommt. Dann muss nicht gleich die Welt aus den Angeln gehoben werden, man sollte lieber seine Lehre daraus ziehen.

Auftretende Lücken im System sicher schließen

Sie kann darin bestehen, dass ein bislang nicht genügend berücksichtigter Umstand künftig mehr ins Gewicht fällt und muss nicht bedeuten, dass man nur unter besonderen Belastungen Erstaunliches zustande bringt. Doch da ist etwas Wahres dran. Reserven müssen aber auch mobilisiert werden können, um sich ihrer zu bedienen; wer permanent hochtourig fährt, gibt sich nur dem Verschleiß preis. Wichtig ist, dass im Ernstfall kein Chaos ausbricht und alle rätseln, was zu unternehmen sei. Der Kopflosigkeit ist durch Frühwarnsysteme auf allen Ebenen vorzubeugen, sie ermöglichen ein gedeihliches Fortkommen, ohne dass man auf dem letzten Loch pfeifend seinem Schicksal ausgeliefert ist. Franchise-Unternehmen zielen auf gesundes Wachsen ab, sie landen keine Raubzüge, die sich nur rächen.

Im Idealfall stimmen Soll und Ist überein

Natürlich ist es besser, vorhersehen zu können, was auf einen zukommt, um ihm zu begegnen. Doch nicht immer ist es möglich, und dann muss man dennoch handlungsfähig sein. Anstatt allein auf weiter Flur zu operieren, kommt man oft ungeschorener davon, wenn man sich auf den Verbund verlassen kann. Sobald es an die Substanz geht, darf kein Wirrwarr der Zuständigkeiten herrschen und auch nicht die kalte Schulter zum Vorschein kommen. Im Franchising hilft einer dem anderen, so gut er kann, ausnahmsweise lassen sich die hierarchischen Strukturen dabei sogar einmal umkehren. Es darf freilich nicht zum Dauerbrenner werden, im Prinzip sind die Kompetenzen klar verteilt. Je leichter sich die strategische Planung umsetzen lässt, desto ausgereifter ist sie.

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