Studium ja oder nein: Im Franchising nicht unbedingt nötig…

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Ist ein Studium für den Einstieg ins Franchising nötig?

Wer hoch hinaus möchte, benötigt ein Studium. Dies war schon immer so und wird sich auch nicht ändern. Denn schließlich investieren Studenten eine Menge Geld in ihre Ausbildung und haben aus diesem Grund Zugang zu besser bezahlten Jobs und qualifizieren sich im Regelfall allein durch ihren Abschluss automatisch für die Chefetage! Falsch!

Dies ist nicht wahr, denn auch wenn dies früher gang und gäbe waren, haben sich die Zeiten nun extrem gewandelt. Denn Deutschland ist ein Sozialstaat, welcher es Schülern ermöglicht von der Mittelschule auf das Gymnasium zu wechseln, sein Abitur nach mehreren Jahren noch nachzuholen und selbst ohne Abitur ist es nun möglich den Hochschulabschluss zu machen.

Deutschland entwickelt sich eben immer mehr und mehr zum Land der unzähligen Möglichkeiten. Da wäre es doch wahrlich verwunderlich, wenn man nun für das Franchising unbedingt einen Studienabschluss in der Tasche haben muss, oder nicht?

1) Das Franchising

Das Franchising gelang in den 1970er Jahren in unsere deutschen Gefilde. Das Wort ist zwar durchaus bekannt, doch viele wissen überhaupt nicht, was sich wirklich hinter diesem Begriff versteckt. Im Endeffekt haben Unternehmer nach einer Möglichkeit gesucht, um die Größe ihres Unternehmens zu erweitern.

Dies gelingt natürlich durch mehrere Niederlassungen, welche sich auf dem nationalen Boden etablieren, die jedoch auch international angesiedelt werden können. Da ein Unternehmer sich leider nicht aufteilen kann und sich nicht um eine große Anzahl an Betrieben gleichzeitig kümmern kann, wurde das Franchising erfunden.

Der Franchisegeber gibt das Lizenzrecht an Franchisenehmer. Das heißt, dass die Existenzgründer eine Einstiegsgebühr zahlen und jeden Monat einen Teil ihres Gewinns an den Franchisegeber abgeben müssen. Dafür dürfen sie allerdings in seinem Namen einen Betrieb eröffnen, der nach Vorbild des Pilotbetriebs des Franchisegebers konstruiert wird.

Diese gleichen sich jedoch nicht nur im Aufbau und der Inneneinrichtung, sondern das gesamte Konzept wird vom Franchisegeber kopiert. Somit kann sich der Franchisenehmer sicher sein, dass seine Niederlassung sich ebenso gut auf dem Markt etablieren wird, da er bereits automatisch über einen Kundenstamm verfügt und der Franchisegeber ihm außerdem beständig den Rücken stärkt. Der Franchisegeber verpflichtet sich durch den Franchisevertrag nämlich dazu, den Franchisenehmer in allen Belangen zu unterstützen.

Der Franchisegeber zieht auch mehrere Vorteile aus der gemeinsamen Zusammenarbeit. Anstatt Geschäftsführer einzusetzen, schließt er einen Vertrag mit Franchisenehmern ab.

Diese zahlen für den Betrieb mit ihrem privaten Einkommen und sind deswegen natürlich sehr viel motivierter, als ein Angestellter, welcher die Leitung übernimmt. Sie stecken Geld, Zeit und Arbeit in den Betrieb und ihr gesamtes Bestreben ist darauf ausgerichtet, einen tollen Umsatz zu schaffen.

Von dieser Motivation und dem Engagement profitiert dann natürlich wiederum der Franchisegeber. Außerdem gelingt es ihm nun durch die Franchisenehmer, seine Expansionspläne zu verwirklichen und die Präsenz seines Unternehmens auf den internationalen Märkten zu verstärken.

2) Franchising ohne Studium

Bevor wir nun lange um den heißen Brei herumreden, bringen wir es lieber gleich auf den Punkt: Um ein Franchise zu eröffnen, ist es nicht nötig, dass man studiert hat. Ganz im Gegenteil sogar! Wirft man einen Blick auf die Anforderungen, welche die Franchisegeber an die interessierten Franchisenehmer stellen, wird man nur in den seltensten Fällen auf das Wort Studium stoßen.

Sollten Sie trotzdem mal auf einen Franchisegeber treffen, welcher dies als unbedingte Qualifikation ansieht, werfen Sie die Flinte nicht gleich ins Korn. Denn das Besondere am Franchising besteht darin, dass es sich durch seine unglaubliche Vielfalt auszeichnet. Das Franchising ist nicht nur in sämtlichen Branchen vertreten, sondern auch eine unglaubliche Anzahl an Unternehmen hat sich auf das Lizenzsystem spezialisiert.

Tatsächlich gibt es heutzutage nämlich rund 1000 Franchisegeber, die sich auf dem deutschen Wirtschaftsmarkt etabliert haben. Sie vereinen mehr als 162.000 Franchisebetriebe, die von ungefähr 121.000 Franchisenehmern erfolgreich betrieben werden.

Sie sehen also, dass die Auswahl keineswegs begrenzt ist! Sollten Ihre persönlichen, fachlichen und finanziellen Voraussetzung dem einen Franchisegeber mal nicht ausreichend erscheinen, werden Sie in der gleichen Industrie noch unzählige Franchisegeber finden, welche Sie mit offen Armen empfangen werden. Halten Sie also die Augen offen und finden Sie den passenden Partner für sich.

Eine Kompetenz, welche sich allerdings als äußerst beliebt herausgestellt hat, ist Berufserfahrung. Die Franchisegeber sehen es gerne, wenn ihre zukünftigen Partner in der gleichen Branche bereits Praxiswissen aufbauen konnten und dieses Know-how dann aktiv in den unternehmerischen Alltag mit einfließen lassen können.

Natürlich ist dies nicht immer eine Voraussetzung, doch gerade bei manchen Berufen stellt die Berufserfahrung einen essenziellen Vorteil dar. Gerade in der Kosmetikindustrie ist es oftmals sinnvoll, wenn man selbst eine Ausbildung zum Kosmetiker, Friseur oder Visagist absolviert hat.

Man kann den Angestellten somit wichtige Tipps und Tricks mit auf dem Weg geben und bei fehlendem Wissen unter die Arme greifen. Fachwissen schafft ja außerdem auch immer einen gewissen Respekt und unterstützt somit die Autorität des Franchisenehmers. Gleichzeitig ist es Franchisenehmer, die bereits fachliche Einblicke in das Spezialgebiet ihres Franchise hatten, möglich, den Franchisegeber durch Verbesserungsvorschläge oder Innovationen zu unterstützen.

Denn letzten Endes ist und bleibt das Franchising eine Partnerschaft, in welcher beide Parteien das Wachstum und die Perfektionierung des Systems im Blick haben sollten. Sollten Sie nun allerdings nicht über eine Ausbildung oder Berufserfahrung verfügen, brauchen Sie sich überhaupt keine Sorgen zu machen.

Das Franchising ist nämlich vor allem bekannt dafür, auch Quereinsteigern und Berufsanfängern tolle Möglichkeiten zu offerieren. Beim Franchising findet wirklich jeder den passenden Deckel zu seinem Topf!

Eine Qualifikation, welche beim Franchising allerdings nicht fehlen darf, ist ein gewisses Grundverständnis kaufmännischer Prozesse. Denn letztendlich ist und bleibt ein Franchise ein eigenes Unternehmen, für welches man betriebliche Strukturen und Abläufe verstehen sollte.

Doch auch hier gilt: Zerbrechen Sie sich nicht gleich den Kopf und suchen Sie nach Möglichkeiten, sich die fehlenden Kenntnisse anzueignen, wenn Sie zuvor noch nie mit Begriffen wie Marketing, Buchhaltung und Steuerwesen in Berührung gekommen sind. Ein Franchisegeber ist nämlich gesetzlich dazu verpflichtet, seine Franchisenehmer optimal auf die Führung des eigenen Betriebs vorzubereiten.

Und grundsätzlich gehen die Franchisegeber dieser Pflicht nach, indem sie noch vor der Eröffnung des eigenen Standortes, die Franchisenehmer dazu bringen, Schulungen zu besuchen. Die Länge dieser Fortbildungen variiert je nach Unternehmen und auch die Inhalte sind stark abhängig vom jeweiligen Franchisegeber.

Sicher ist jedoch, dass beim Kennenlernen klar definiert wird, welche Voraussetzungen der Franchisenehmer mit in die zukünftige Partnerschaft bringen sollte. Und alles andere kann gelernt werden!

3) Kompetenzen eines guten Franchisenehmers

Auch wenn es keine Definition des perfekten Unternehmers oder Franchisenehmers gibt, haben sich im Laufe der Zeit dennoch einige Eigenschaften hervorgehoben, welche den Erfolg eines Unternehmens positiv beeinflussen können.

Zu aller erst ist es wichtig, dass die zukünftigen Franchisenehmer in der Lage sind ihr Personal anzuleiten und zu führen. Denn diese brauchen klare Anweisungen und es darf niemals Zweifel aufkommen, wer im Betrieb das Sagen hat.

Man sollte sich als Franchisenehmer vor allem auch darauf vorbereiten, nicht immer Überbringer positiver Botschaften zu sein. Als Franchisenehmer sollte man auch in solchen Situationen die Nerven bewahren und stets seriös auftreten können. Außerdem sollte sich der Franchisenehmer vor allem auch durch ein hervorragendes Organisationstalent auszeichnen. In einem Betrieb fallen nämlich sehr viele verschieden Aufgaben an, die alle gut koordiniert werden müssen.

Weiterhin zeichnet sich der Alltag des Franchisenehmers gerade am Anfang der Zusammenarbeit durch einen hohen Zeit- und Arbeitsaufwand aus. Die internen Abläufe müssen nämlich erst automatisiert werden, die Kunden müssen in den Betrieb gelockt werden und dauerhaft gebunden werden und zudem muss man sich als Besitzer eines solchen Standorts daran gewöhnen, dass man niemals nur eine normale 40-Stunden-Woche haben wird.

Aus diesem Grund sollte auch die Familie hinter der Entscheidung des Franchisenehmers stehen und diesen stets unterstützen. Sollte dieser nämlich noch Stress und Probleme im Privaten zu lösen haben, wird sich dies bald schon negativ auf die Arbeit auswirken. Weil gerade auch ein hohes Arbeitspensum gefordert ist, sollte der Franchisenehmer Spaß an seiner Arbeit haben und jeden Tag mit Motivation und Tatendrang starten. Das Engagement wird sich auf lange Sicht gesehen mehr als auszahlen.

Da das Franchising ja bekanntlich eine Partnerschaft ist, sollte man auch in der Lage sein, sich unterzuordnen. Denn letzten Endes fällt der Franchisegeber die wichtigen Entscheidungen und bestimmt ob Innovationen umgesetzt werden und Verbesserungsvorschläge angenommen werden. Mit dieser Tatsache muss man klarkommen.

Fazit

Letztendlich kann gesagt werden, dass ein Hochschulabschluss nur in äußerst seltenen Fällen gefordert wird. Viel wichtiger sind persönliche Kompetenzen, eine finanzielle Rücklage und gegebenenfalls Praxiswissen in Form einer kaufmännischen Ausbildung oder Berufserfahrung. Trotzdem ist es natürlich auch kein Nachteil, wenn man ein Studium abgeschlossen hat, das sich im besten Fall noch mit der Thematik der angestrebten Branche beschäftigt hat.

Die meisten Franchisegeber nehmen allerdings gerne eine bunte Mischung an Existenzgründern in ihr Franchisenetzwerk auf. Quereinsteiger und Fachpersonal sind ebenso willkommen wie Hochschulabsolventen und alle zusammen bilden eine wunderbare Basis, um ein Franchisenetzwerk zu füllen.

Denn das Franchiseunternehmen profitiert somit von der Vielfalt der verschiedenen Kompetenzen und Fähigkeiten seiner Franchisenehmer. Diese können durch ihr spezifisches Wissen, verschiedene Aspekte der Unternehmensstruktur optimieren und somit zur Verbesserung des Konzepts beitragen.

Wer also mit dem Gedanken spielt, sich mit der Hilfe eines Franchisegebers selbstständig zu machen, sollte sich durch das Fehlen eines Hochschulabschlusses nicht davon abhalten lassen. Jeder kann seinen Teil zum Gelingen eines gemeinsamen Projekts beitragen.

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