SWOT Analyse: Tipps für Existenzgründer

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Wie erstellen Franchisenehmer eine SWOT-Analyse?

Wer sich den Traum von der eigenen Selbstständigkeit verwirklichen möchte, hat nun durch das Franchising das Glück, dies mit erleichterten Bedingungen umsetzen zu können.

Denn der Franchisegeber hat im Regelfall sehr viel Erfahrung im Aufbau von Standorten und wird sein gesamtes Wissen und Know-how mehr als bereitwillig mit Ihnen teilen. Schließlich profitiert er ja auch von Ihrem Erfolg. Doch trotz den Vorteilen des Franchisings, wie zum Beispiel das geringere Startkapital, die Unterstützung des Franchiseunternehmens und dem bereits bestehenden Kundenstamm, gibt es einige Dinge, welche trotzdem nicht umgangen werden können.

Dazu gehört vor allem auch der Businessplan, welcher gleich mehrere Funktionen hat. Denn zum einen fordert vor allem die Bank einen Businessplan, um sicherzustellen, dass Sie kreditfähig sind und dass Sie Ihr Vorhaben gut und realistisch durchgeplant haben.

Zum anderen zeigt eine ausführliche und gründliche Ausarbeitung des Businessplans aber auch ihrem Franchisegeber, dass Sie motiviert und bestrebt sind, während der Zusammenarbeit 100 Prozent zu geben. Ein Bestandteil des Businessplans ist häufig auch die sogenannte SWOT-Analyse. Was sich hinter diesem Begriff verbirgt, möchten wir Ihnen im folgenden Artikel darlegen.

1) Die SWOT-Analyse – Was ist das?

Doch was versteht man denn nun unter dieser SWOT-Analyse? Der Begriff wurde im Rahmen des Business-Developments entwickelt und man verwendet ihn vor allem im strategischen Marketing Management. SWOT ist die Kurzform für die englischen Wörter Strengths (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Chancen) und Threats (Risiken). Wie diese Übersetzung also schon erklärt, wird die SWOT-Analyse vor allem benutzt, um die internen Stärken und Schwächen eines Unternehmens und dessen externe Chancen und Risiken festzustellen.

Hat man diese ermittelt, können gezielte Maßnahmen und Strategien entwickelt werden, welche die Verbesserung der unternehmerischen Prozesse und Methoden zum Ziel haben. Die SWOT-Analyse ist also ein Mittel um ein Unternehmen aufzubauen, oder weiterzuentwickeln.

Wer diese Analyse allerdings nicht gründlich und gewissenhaft durchführt, wird keine ernst zunehmenden Resultate erzielen können, aus denen eine Strategie für die kommenden Jahre gezogen werden kann. Es ist also ratsam, sich bei der Erstellung der SWOT-Analyse viel Zeit zu lassen und diese so detailliert und gewissenhaft wie möglich zu machen.

Hilfreich ist diese besondere Methode des Business Developments vor allem bei folgenden Fragen:

  • Wie stellt sich die Ausgangssituation des Unternehmens dar? Und durch welche Schwächen und Stärken zeichnet sich das Unternehmen aus?
  • Mit welchen Herausforderungen muss das Unternehmen rechnen?
  • Welche Strategien könnten bei der aktuellen und zukünftigen Marktsituation von Vorteil sein?
  • Wie können unsere Stärken zu unserem Vorteil eingesetzt werden?
  • Wodurch können unsere Schwächen vermindert, beziehungsweise kompensiert werden?

2) Die Durchführung der SWOT-Analyse

Zunächst einmal sollte das Unternehmen selbst analysiert werden, um eine realistische Ausgangssituation zu erhalten. Dadurch können dann auch später die Stärken und Schwächen des eigenen Unternehmens abgeleitet werden.

Zunächst jedoch zurück zur internen Analyse des Unternehmens. In dieser sollten alle Faktoren gelistet sein, welche für die Weiterentwicklung des Unternehmens von ausschlagender Bedeutung sind. Dazu gehören unter anderem:

  • Die Kundenbeziehungen
  • Die Kernkompetenzen des Unternehmens
  • Die gebotenen Serviceleistungen
  • Die Partnerschaften und Geschäftsbeziehungen
  • etc.

Außer den Aspekten, welche das Unternehmen auszeichnen, sollten allerdings auch noch die externen Faktoren gelistet und analysiert werden:

  • Die gesellschaftlichen Trends und Vorlieben
  • Die wirtschaftliche Entwicklungen
  • Der Einfluss der Politik
  • Die technologischen Innovationen
  • Die aktuelle Marktsituation
  • Die bestehende Konkurrenz

Weiter geht es mit den internen Stärken und Schwächen, was auch als SW-Analyse bezeichnet wird. Darunter versteht man alle Merkmale und Eigenschaften, welche dem Unternehmen helfen, sich positiv von der Konkurrenz abzugrenzen.

Die Unternehmen sollten zu diesem Zweck überlegen, welche besonderen Fähigkeiten der Mitarbeiter, Eigenschaften der Produkte oder Besonderheiten und Eigentümlichkeiten des Unternehmens den geschäftlichen Erfolg fördern. Dabei darf allerdings nicht die unternehmerische Zielsetzung außer Acht gelassen werden, auf die stets ein großer Fokus gelegt werden sollte.

Im Zusammenhang mit den Stärken müssen dann natürlich auch die Schwächen des eigenen Unternehmens identifiziert werden. Werfen Sie dafür einen Blick auf die Konkurrenz und stellen sie objektiv fest, was diese Ihnen voraushaben. Vielleicht weisen Sie gewisse Defizite auf, welche Sie weniger attraktiv für die Kundschaft machen und die somit für Misserfolg oder Fehlkalkulationen verantwortlich sind.

Versuchen Sie hierbei, sich nichts einzureden, sondern listen Sie klar und deutlich die Fakten auf. Denn Sie müssen mit der SWOT-Analyse niemanden beeindrucken, nichts kaschieren und niemandem etwas vormachen. Schließlich hilft die SWOT-Analyse der Weiterentwicklung Ihres Unternehmens. Aufrichtigkeit und knallharte Fakten sind deswegen von herausragender Wichtigkeit.

Ratsam ist allerdings nicht nur grob zu überlegen, durch welche Stärken und Schwächen sich Ihr Unternehmen auszeichnet, sondern die Analyse sollte weit darüber hinausgehen. Folgende Fragen könnten Ihnen hierbei behilflich sein:

  • Wie schneiden wir im Vergleich zu unseren Konkurrenten ab?
  • Welche Erfolge konnten wir in den letzten Jahren erzielen?
  • Bei welcher Art von Aufträgen bevorzugt die Kundschaft im Allgemeinen unsere Konkurrenz?
  • Welche Bereiche unserer Branche liegen uns nicht?
  • Wie unterscheidet sich unser Betrieb von anderen Standorten des Franchiseunternehmens?
  • Wie nutzen diese ihr Potenzial besser?
  • Wie bewältigen andere Unternehmen unserer Branche Ihre Probleme und Schwächen?
  • Wie agieren internationale Unternehmen (unserer Branche)?

Kommen wir nun zur OT-Analyse. Die externen Chancen und Risiken spielen eine große Rolle für die Entwicklung und Entfaltung Ihres Unternehmens und sollten aus diesem Grund große Beachtung finden.

Denn durch diese Faktoren kann Ihr Unternehmen wachsen, stagnieren oder zugrunde gehen. Denn Fakt ist nun einmal, dass unsere Gesellschaft ein Konstrukt ist, das ständigen Veränderungen unterworfen ist. Diese Neuerungen können Chancen bedeuten, welche Sie erkennen und für sich nutzen müssen.

Dazu gehören beispielsweise die Veränderung des Kundenverhaltens oder der Vorlieben. Auf der Gegenseite finden wir die Risiken wieder. Diese sind Entwicklungen, welche negative Auswirkungen auf das Bestehen und das Wachstum Ihres Unternehmens haben könnten.

So kann sich direkte Konkurrenz nun plötzlich in Ihrer unmittelbaren Umgebung niederlassen, neue Gesetze erlassen werden, welche eine grundlegende Umstrukturierung erfordern oder das Land, der Wirtschaftsmarkt oder Ihre Branche können von Wirtschaftskrisen bedroht werden.

3) Die Ausarbeitung des SWOT-Portfolios

Mit der bloßen Analyse all der Faktoren, die Einfluss auf Ihr Unternehmen nehmen, ist es natürlich nicht getan. Sie müssen nun überlegen, wie Sie mit in den Ergebnissen umgehen können und inwieweit Sie diese nutzen können, um Ihr volles Potenzial auszuschöpfen.

Der nächste logische Schritt wäre, die verschiedenen Resultate miteinander zu verknüpfen, um darauf basierenden Strategien und Maßnahmen zur Verbesserung Ihres Unternehmens zu entwickeln. So werden nun die Stärken und Chancen gegenübergestellt, um förderliche Prozesse für das Wachstum herauszuarbeiten.

Hierbei fragen Sie sich, welche Stärken Ihres Unternehmens zu potenziellen Chancen führen könnten.

Davon ausgehend können Sie sich überlegen, ob beispielsweise durch die Einführung neuer Produkte nicht sogar neue Geschäftsfelder erschlossen werden können. Dadurch ergeben sich wiederum neue Zielgruppen, welche sich anschließend wieder positiv auf den Umsatz auswirken.

Gleiches gilt für Schwächen, denn sobald sie diese eliminieren und aus dem Weg schaffen, haben Sie freie Bahn, um die Chancen Ihres Unternehmens zu nutzen.

Weiterhin sollten Ihre Stärken mit den möglichen Risiken kombiniert werden, um darauf basierend möglichen negativen Folgen vorzubeugen. Zu guter Letzt sollten Sie daran arbeiten, Ihre Schwächen zu minimieren und auszugleichen, denn wenn sich diese mit externen Risiken verbinden, kann dies enorme Auswirkungen auf den unternehmerischen Erfolg haben.

Versuchen Sie also, nicht nur den Schaden so gering wie möglich zu halten, sondern überlegen Sie lieber, welche Produkte oder Geschäftsfelder nicht mehr rentabel sind. Nach einigen Jahren muss gelegentlich das Konzept des Unternehmens neu überdacht und überarbeitet werden.

Die Ergebnisse, welche aus der Analyse und der Ausarbeitung des SWOT-Portfolios gewonnen wurden, sollten im nächsten Schritt in Normstrategien umgewandelt werden. Diese sind stets auf ein Unternehmen zugeschnitten und stellen die optimale Vorgehensweise dar. Die Normstrategien sind also nicht übertragbar.

4) Die SWOT-Analyse im Marketing

Da für die SWOT-Analyse viele Faktoren betrachtet werden und genauestens unter die Lupe genommen werden, ist die SWOT-Analyse vielseitig einsetzbar. Beispielsweise ist sie auch das optimale Tool für die Marketingabteilung. Diese Abteilung arbeitet beständig daran, die Produkte und Dienstleistungen attraktiver für die Kundschaft zu gestalten.

Dieser Prozess beginnt bei der Herstellung, geht über die Gestaltung der Verpackung bis hin zur Vermarktung. Denn für all diese Prozesse müssen mehrere Faktoren miteinbezogen werden, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Im Grunde geht es also darum, die Vorlieben der Kundschaft herauszufinden, um das Unternehmen dementsprechend anzupassen.

Dies wird vollbracht, indem man die Marktsituation analysiert, die gesellschaftlichen Trends identifiziert und relevante Umweltfaktoren mit den Kernkompetenzen des Unternehmens kombiniert. All diese Elemente müssen jedoch nicht ermittelt werden, wenn man bereits eine SWOT-Analyse durchgeführt hat. Diese kann herangezogen werden und in sinnvolle Kommunikationsstrategien oder Wettbewerbsanalysen umgewandelt werden.

5) Zu vermeidende Fehler

Häufig vergessen die Unternehmen, sich an einem zuvor festgelegten Ziel zu orientieren, während sie die SWOT-Analyse ausarbeiten und durchführen. Dies ist jedoch ein grober Fehler, da die Ergebnisse der Analyse sonst zu allgemein und generell gehalten sind.

Achten Sie also unbedingt darauf, dass Sie zu Beginn der SWOT-Analyse ein Ziel formulieren, auf welches Sie Ihre Forschungen beziehen können. Somit werden die herausgearbeiteten Maßnahmen bessere Erfolge verbuchen und die Stellung Ihres Unternehmens auf dem Wirtschaftsmarkt wird gestärkt.

Weiterhin passiert es oft, dass die Unternehmen die internen und externen Faktoren vermischen und als Folge dessen eine schlechte SWOT-Analyse entsteht. Außerdem sollten die einzelnen Elemente der SWOT-Analyse nicht nur aufgelistet und zusammengetragen werden, sondern vor allem durchleuchtet werden. Spielen Sie mehrere Szenarien durch, um anschließend passende Maßnahmen definieren zu können.

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