SWOT Analyse erstellen: Schritt für Schritt

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swot analyse

Jedes Jahr wird der DIHK Gründerreport erstellt. Dieser sammelt Daten und Informationen der 79 deutschen Industrie- und Handelskammern, um einen Bericht zum Thema Selbstständigkeit zu veröffentlichen. Im Jahr 2019 zeigte der DIHK Gründerreport positive Entwicklungen, denn tatsächlich stieg der Wille, selbstständig zu werden in der letzten Zeit mehr und mehr an. Nahmen beispielsweise 2015 lediglich 20.715 Menschen an IHK-Seminaren teil, um sich über Existenzgründungen zu informieren, sind es im Jahr 2018 immerhin schon 22.351 Menschen gewesen. Dies zeigt deutlich, dass das Interesse zur Unternehmensgründung durchaus vorhanden ist.

Dennoch sind die Gründungen seit dem Jahr 2015 beständig gesunken und liegen aktuell auf einem ungewohnten Tief: 30.929. Dies hängt natürlich mit individuellen Faktoren zusammen, doch einer davon besteht darin, dass immer noch Anträge abgewiesen werden müssen. Denn tatsächlich mangelt es bei 24 Prozent der zukünftigen Existenzgründer an der Fähigkeit, ihre Geschäftsidee ausführlich und überzeugend zu Papier zu bringen. Das A und O einer Unternehmensgründung besteht nämlich immer noch in der erfolgreichen Erstellung des Businessplans. Dieser muss nicht nur der Bank und möglichen Investoren vorgelegt werden, sondern wird gerade auch beim Franchising gefordert, um den Franchisegeber von den eigenen Qualifikationen zu überzeugen. Der Businessplan enthält grob gesagt folgende Inhalte:

• Die Gründer
• Die Geschäftsidee
• Eine Markt- und Wettbewerbsanalyse
• Einen Überblick über die vorhandene Konkurrenz
• Eine Beschreibung des Standortes
• Informationen zum Thema Marketing
• Die Organisation des Unternehmens
• Den Finanzplan
• Die Rechtsform
• Chancen und Risiken

Bei der Erstellung des Businessplans ist es von essenzieller Bedeutung, dass Sie diesen detailgetreu und möglichst ausführlich formulieren. Natürlich ist jeder einzelne Punkt des Businessplans wichtig, weswegen im Vorfeld intensive Analysen und Recherchen durchgeführt werden sollten. In unserem heutigen Artikel möchten wir aber vor allem auf den letzten Punkt eingehen: Die Chancen und Risiken. Im Zusammenhang damit steht die sogenannte SWOT-Analyse, welche eine hervorragende Unternehmensstrategie ist, um die Chancen ihres Unternehmens zu erhöhen und die Risiken weitgehend zu eliminieren.

Die SWOT-Analyse

Diese Unternehmensstrategie ist nicht nur wichtig, damit Sie selbst einen guten Überblick behalten können, sondern wird tatsächlich oftmals von Kapitalgebern angefordert. Es ist also durchaus von Vorteil, wenn Sie sich mit dieser besonderen Analyse vertraut machen. Um Unklarheiten aus dem Weg zu räumen: Die SWOT-Analyse hat nichts mit der amerikanischen Spezialeinheit der Polizei zu tun, stattdessen ist sie die Kurzform für die englischen Begriffe:

  • 1. Strengths: Die Stärken.
  • 2. Weaknesses: Die möglichen Schwächen.
  • 3. Opportunities: Die aktuellen Chancen.
  • 4. Threats: Die bestehenden Risiken.

Auch wenn die SWAT-Analyse häufig vor allem im Zusammenhang mit Existenzgründungen genannt wird, ist sie durchaus auch ein wichtiges Werkzeug für Unternehmer, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu überprüfen. Egal aus welchem Grund, die SWAT-Analyse jedoch durchgeführt wird, es gilt eine bestimmte Reihenfolge einzuhalten.

1. Die Analyse des Umfelds

Die SWOT-Analyse beginnt damit, die Umgebung des Unternehmens und die damit verbundenen relevanten Faktoren zu bestimmen und zu analysieren. Dazu muss der Gründer oder Unternehmer natürlich einen Blick auf die aktuelle Branche werfen. Analysieren Sie die momentane Lage und listen Sie alle Trends auf, welche zur Zeit das Kundenverhalten beeinflussen. Markieren Sie sich im Anschluss daran diejenigen Trends, welche auch für die Zukunft noch relevant sein werden. Wenn Sie noch einen Schritt weitergehen möchten, können Sie sich in diesem Schritt bereits Gedanken darüber machen, wie sich die Marktsituation in den kommenden Monaten und Jahren entwickeln könnte. Faktoren, die Ihre Branche positiv oder negativ beeinflussen könnten, sind beispielsweise der demographische Wandel, gesellschaftliche Strukturen oder ein Wandel des Konsumverhaltens.
Weiterhin gilt es natürlich stets die Konkurrenz im Auge zu behalten. Wird der Markt eher von Ketten und Großkonzernen beeinflusst, oder dominieren vor allem kleine Unternehmen? Wie sieht deren Strategie aus und inwiefern können Sie sich von den Konkurrenten abgrenzen?

2. Ein Stärken-Schwächen-Profil

Daraufhin gehen Sie die Marktanalysen nochmals Schritt für Schritt durch und erstellen darauf basierend ein Stärken-Schwächen-Profil Ihres eigenen Unternehmens. Denn die aktuelle Situation in der Branche und auf dem Markt führt Ihnen vor Augen, woran Sie noch zu arbeiten haben und das Kundenverhalten gibt Ihnen einen kleinen Vorgeschmack auf das, was Sie sich in den nächsten Jahren erwartet. Wichtige Aspekte Ihres Unternehmens, die unter die Lupe genommen werden sollten, sind die Folgenden:

• Die Effizienz des Managements
• Die Führung des Unternehmens
• Die Unternehmenskultur
• Die Mitarbeiter
• Die Qualifikationen und Fähigkeiten des Personals
• Die Produkte oder Dienstleistungen
• Die Serviceangebote
• Die Finanzierungsangebote
• Der Ruf des Unternehmens
• Modernität und Attraktivität
• Unternehmensorganisation
• Standortanalyse
• Logistische Effizienz
• Finanzen
• Umsatz

Stellen Sie ausführliche Vergleiche an und seien Sie vor allem ehrlich zu sich selbst, denn nur dann können Sie wahrlich effektive Maßnahmen ergreifen, um die Stellung Ihres Unternehmens auf dem Markt zu festigen und zu verbessern.

3. Die resultierenden Chancen und Risiken

Im Anschluss daran gilt es die herausgearbeiteten Trends der Branche mit den eigenen Stärken und Schwächen abzugleichen. Beispielsweise nahm der E-Commerce in den letzten Jahren eine immer stärkere Rolle in der internationalen Wirtschaft ein. Dies barg sowohl Chancen als auch Risiken, denn Unternehmen konnten sich einen lukrativen Nebenverdienst zum klassischen Verkauf aufbauen oder konnten dem Trend nicht folgen und nach und nach immer mehr Gewinneinbußen verzeichnen. Für Existenzgründer ergab sich beispielsweise dadurch die Möglichkeit, einen reinen Onlinehandel zu eröffnen und sich Ausgaben für Miete, Personal, etc. zu ersparen.
Wichtig bei diesem Punkt ist, dass Sie die Risiken niemals unterschätzen und die Chancen nicht überschätzen. Informieren Sie sich genau und lernen Sie aus der momentanen Marktsituation und den aktuellen Trends realistische Schlüsse zu ziehen.

 

4. Ziehen Sie Ihre Schlüsse aus den Ergebnissen

In den vorherigen Schritten galt es, Informationen zu sammeln, Analysen durchzuführen und Vergleiche anzustellen. Jetzt ist es allerdings an der Zeit, um geeignete Maßnahmen zu finden und festzulegen, um das eigene Unternehmen optimal auf dem Markt zu positionieren. Picken Sie sich dafür die größten Risiken heraus, welche Sie eliminieren wollen und die profitabelsten Chancen, die Sie ausbauen wollen. Entwickeln Sie mit Ihrem Team Lösungen, die in erster Linie vor allem realisierbar sind und innerhalb Ihres Budgets liegen. Beziehen Sie alle Faktoren mit ein, kann nichts mehr schief gehen!

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