Szenarioanalyse: Ein wirkungsvolles Managementtool für Franchisepartner?

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Ein Unternehmen ist immer abhängig von den Entwicklungen und Trends auf dem Markt. Man stellt als Unternehmer einen Plan auf, auf was sich das Unternehmen einstellen kann und wie es reagiert. In einem Businessplan werden die organisatorischen und finanziellen Punkte festgehalten. Allerdings ist es nicht immer möglich, die Zukunft exakt vorauszusagen. Dies ist solange kein Problem, wenn sich die Planung und der tatsächliche Zustand nicht zu sehr unterscheiden. Ist dies jedoch der Fall, können bereits kleinere Unterschiede eine große Auswirkung auf das Unternehmen haben. Die Szenarioanalyse ist ein Instrument aus der Betriebswirtschaft und ist eine Methode, mit deren Hilfe mögliche Entwicklungen in der Zukunft und auch die Auswirkungen auf das Unternehmen dargestellt und analysiert werden können.

Was ist eine Szenarioanalyse?

Mit der klassischen Szenarioanalyse werden mögliche Entwicklungen in der Zukunft dargestellt und auch die Auswirkungen auf das Unternehmen entwickelt. Es ist wichtig, dass man sich als Unternehmen nicht nur auf die Entwicklungen zum Zeitpunkt der Erstellung des Plans einstellt, sondern mehrere Pläne in der Hinterhand hat. Es ist ratsam, dass man mindestens noch zwei weitere Entwicklungen bereithält. Eine, die schlechter ist als die Aktuelle und eine, die besser ist. So ist man auf jede Eventualität eingestellt. Bei der Szenarioanalyse werden die spezifischen Risiken und Chancen berücksichtigt und dann Abbilder der Zukunft erstellt. Dabei gibt es drei typische Abbilder:

  • Real-Case oder Basisszenario
  • Worst Case oder Pessismismusszenario
  • Best-Case oder Positivszenario

Beim Basisszenario handelt es sich um die zum Zeitpunkt der Planung wahrscheinlichste Entwicklung. Dabei wird davon ausgegangen, dass sich die Chancen und Risiken nicht groß unterscheiden. Deshalb gibt es weder einen großen Ausschlag in die eine noch in die andere Richtung. Als Ausgangspunkt beim Worst Case Szenario werden die Daten des Basisszenarios gewählt. Jedoch werden hier alle gravierenden Risiken beachtet und mit einberechnet. Es wird also gezeigt, was passiert, wenn tatsächlich alle Risiken eintreten. Auch beim Best-Case Szenario werden die Daten des Basisszenarios genutzt. Hierbei werden dann allerdings nicht alle Risiken eingerechnet, sondern in diesem Fall die Chancen. Es wird also vom positiven Fall ausgegangen und mit welchen Auswirkungen das Unternehmen dann rechnen kann.
Mit der Szenarioanalyse kann ein Unternehmen sich auf die volle Bandbreite der Möglichkeiten einstellen und einen Plan erstellen, wie man im jeweiligen Fall reagiert. Die wichtigste Rolle hierbei nimmt die Erstellung und Analyse des Worst Case Szenario ein. Denn zunächst ist es wichtig, dass nicht alle Risiken in vollem Umfang eintreten. Dies sollte verhindert werden. Falls es doch der Fall ist, braucht ein Unternehmen aber auch schon einen Plan und Maßnahmen, wie man auf diese Situation reagiert. Auf den positiven Fall zu reagieren ist natürlich wesentlich einfacher.
Dann kommt es noch darauf an, welchen Bereich das Unternehmen für eine Szenarioanalyse wählt. Denn auch hier gibt es bestimmte Aspekte, die man analysieren kann:

  • Das ganze Unternehmen
  • Einzelne Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsangebote
  • Die Branche
  • Technologien im Unternehmen
  • Die globale Wirtschaft oder Gesellschaft

Hierbei muss man dann auch noch einen Zeithorizont festlegen, in welchem Zeitraum die Szenarioanalyse stattfinden soll. Das hängt wiederum stark mit dem Aspekt zusammen, den man analysieren möchte. Beispielsweise können Felder der globalen Wirtschaft oder Gesellschaft ruhig 20 oder sogar 30 Jahre in der Zukunft liegen. Aspekte, die sich auf ein Produkt oder die Branche beziehen, sollte hingegen eher 10 oder 15 Jahre in der Zukunft liegen. Des Weiteren muss man für eine Szenarioanalyse auch die Einflussfaktoren festlegen. Folgende Punkte könnten Einflussfaktoren sein:

  • Wirtschaft
  • Gesellschaft
  • Technologie
  • Energie und Ressourcen
  • Staat und Politik
  • Recht
  • Natur und Klima
  • Infrastruktur

All diese Faktoren können die Szenarien beeinflussen. Aber natürlich nicht gleichermaßen. Auch hier muss man bewerten, welche Faktoren auf das gewählte Szenariofeld einen Einfluss haben und welche eher keine wichtige Rolle spielen.

Szenarioanalyse im Franchise

Als Franchisenehmer steigt man in ein Unternehmensnetzwerk ein. Der Franchisegeber hatte eine Geschäftsidee und hat diese bereits in einem Pilotbetrieb getestet und Abläufe und Kriterien festgelegt. Die Marke ist am Markt bereits bekannt und etabliert. Es gibt schon weitere Franchisenehmer, die auch ihr eigenes Unternehmen führen.

Man übernimmt als Franchisenehmer das Geschäftskonzept des Franchisegebers und setzt es in seinem eigenen Unternehmen um. Man ist zwar ein eigenständiger Unternehmer und Franchising ist eine Art Partnerschaft. Natürlich muss sich aber der Franchisenehmer an die Vorgaben des Franchisegebers halten. Denn das Unternehmen muss geschlossen am Markt auftreten. Das geht von Marketing über die Preise bis hin zum Design. Für einen Franchisenehmer ist die Gründung in einem Franchiseunternehmen eine risikofreiere Variante. Man geht ein geringeres finanzielles Risiko ein. Auf der anderen Seite muss man sich aber auch voll und ganz mit dem Franchiseunternehmen identifizieren, da man die Geschäftsidee übernimmt und mit voller Überzeugung auch vertreten muss. Man gründet zwar sein eigenes Unternehmen, allerdings muss man sich auch hier vorher Gedanken machen, in welcher Branche man gerne tätig wäre und welches Feld für die Zukunft positiv ist.

Auch ein Franchisenehmer muss einen Businessplan aufstellen, um die Gründung und die weiteren Abläufe im Unternehmen gut und fundiert planen zu können. Der Franchisegeber steht dem Franchisenehmer während des ganzen Prozesses mit Rat und Tat zur Seite. Auch das ist ein positiver Aspekt beim Franchising. Man kann als Franchisenehmer von dem Know-how des Franchisegebers und von den Erfahrungen der anderen Franchisenehmer profitieren. Trotzdem muss man auch eigene Überlegungen und Planungen anstellen, um sicher in die Zukunft gehen zu können. Deshalb ist es auch für einen Franchisenehmer zum Zeitpunkt der Gründung, aber auch später, ratsam Szenarioanalysen durchzuführen. Zu Beginn ist es für den Franchisenehmer eine gute Orientierung, auf was er sich in der jeweiligen Branche einstellen kann. Im Laufe der Zeit ist es aber auch für das bereits gegründete Unternehmen eine optimale Methode, um auf Trends und eintretende Entwicklungen zu reagieren. Natürlich ist zunächst das Unternehmensnetzwerk als Ganzes zu betrachten.

Viele Entscheidungen werden vom Franchisegeber getroffen. Allerdings führt man als Franchisenehmer sein Unternehmen auch als eigenständiger Unternehmer und ist somit dafür verantwortlich. Deshalb muss man sich auch als Franchisenehmer für die Zukunft wappnen und sich klar machen, welche Entwicklungen auf das Unternehmen zukommen können. Es ist also auch beim Franchising eine hilfreiche Methode, Szenarioanalysen durchzuführen und damit auf die Zukunft eingestellt zu sein.

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