Tragfähigkeitsbescheinigung – Was ist das?

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tragfaehigkeitsbescheinigung

Die Selbstständigkeit ist eine teure Angelegenheit. Und auch wenn das Franchising viele Vorteile bereithält und in den meisten Fällen kostengünstiger ist, als eine unabhängige Gründung, müssen Existenzgründer dennoch so einiges an Geld aufbringen, um in ihre Zukunft zu investieren.

So manch einer ist schon verzweifelt an den Bergen von Kosten, welche die Selbstständigkeit mit sich bringt, doch die Existenzgründer sind nicht unbedingt gezwungenermaßen auf sich alleine gestellt.

Denn es gibt Programme von verschiedenen Trägern, wie beispielsweise Venture Capital Gesellschaften, die KfW oder sogar das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, welche den Existenzgründern unter die Arme greifen wollen.

Aber auch beispielsweise die Bundesagentur für Arbeit unterstützt Existenzgründer finanziell. Welche Voraussetzungen für diesen Zuschuss benötigt werden und was es mit der sogenannten Tragfähigkeitsbescheinigung auf sich hat, wollen wir Ihnen im folgenden Artikel erklären.

1) Die Tragfähigkeitsbescheinigung und der Gründungszuschuss

Die Tragfähigkeitsbescheinigung wird auch fachkundige Stellungnahme genannt und wird unbedingt benötigt, wenn man einen Gründungszuschuss beantragen möchte. Die finanzielle Unterstützung erhalten Sie von der Agentur für Arbeit, wenn Sie sich beruflich umorientieren möchten und ein eigenes Unternehmen gründen möchten.

Außerdem sollten Sie bereits Arbeitslosengeld beziehen. Bevor Sie sich also mit Förderprogrammen und Inkubatoren beschäftigen, sollten Sie sich zunächst auf den Gründungszuschuss fokussieren. Denn dieser ist einfach zu erhalten, wenn man nach Vorschrift vorgeht und die gewünschten Dokumente bereithält.

Den Gründungszuschuss können Sie generell nur beantragen, wenn sie noch einen Restanspruch auf Arbeitslosengeld haben. Dieser Anspruch sollte noch mindestens 150 Tage des ALG 1 betragen. Bürger, welche den ALG 2 beziehen, haben zwar keinen Anspruch auf den Gründungszuschuss, erhalten allerdings auf Anfrage ein Einstiegsgeld.

Der Antrag, der für den Gründungszuschuss benötigt wird, ist in der Agentur für Arbeit erhältlich. Doch dieser ist nicht die einzige Hürde, die es zu überwinden gilt. Denn die Agentur für Arbeit möchte sicher sein, dass Ihre Gründungsidee auch wirklich tragfähig ist und sich das Investment dementsprechend rentiert oder eben nicht.

Dies heißt konkret, dass Sie die Agentur für Arbeit von Ihrer Idee überzeugen müssen:

  • Ist die Gründungsidee realistisch?
  • Kann sich das Konzept langfristig durchsetzen?
  • Wird das Unternehmen konkurrenzfähig sein?
  • Wird das Unternehmen wirtschaftlich rentabel sein?
  • Ist die Idee ausgereift und bereit für die Umsetzung?
  • Kann sich die Idee auf dem Wirtschaftsmarkt etablieren?

Dass Ihre Gründungsidee all diesen und noch viel mehr Fragen standhalten kann, müssen Sie natürlich schriftlich unter Beweis stellen.

Die Agentur für Arbeit hat für diesen Zweck eine ausführliche Liste mit Dokumenten angefertigt, die unbedingt von Nöten sind, um den Gründungszuschuss beantragen zu können. Um der umfassenden Prüfung also standzuhalten, sollten Sie große Vorsicht und Genauigkeit bei der Erstellung folgender Unterlagen walten lassen:

  1. Der Businessplan: Ein elementarer Bestandteil der Existenzgründung ist und bleibt unbestreitbar der Businessplan. Dieser wird nicht nur von der Bundesagentur für Arbeit gefordert, sondern ist auch ein essenzielles Tool zur Beantragung von Krediten und kann Franchisenehmern helfen, ihren zukünftigen Franchisegeber von ihren Fähigkeiten, Qualifikationen und Engagement zu überzeugen. Der Businessplan wird vor allem verwendet, um einen guten ersten Eindruck von der Geschäftsidee und dem geplanten Konzept zu erhalten. Ihn ihm werden die Gründerpersonen gelistet, es wird auf die Geschäftsidee eingegangen, der bestehende Markt und die Wettbewerbssituation analysiert, die angestrebten Marketingstrategien dargelegt und ein gut ausgearbeiteter Finanzplan beigelegt. Somit wird ein guter Einblick in das geplante Unternehmen gewährt.
  2. Vorschau des Umsatzes und der Rentabilität: Um den Gründungszuschuss zu erhalten, wird auch eine Prognose über den zu erwartenden Umsatz und die Rentabilität des Unternehmens erwartet. Der Zeitraum dieser Vorschau sollte sich auf die nächsten zwei Jahre beziehen und sollte ausreichend begründet sein.
  3. Lebenslauf: Wie bei allen geschäftlichen Abwicklungen möchte auch die Bundesagentur für Arbeit einen Blick auf Ihr bisheriges Leben werfen. Sie sollten in Ihrem Lebenslauf hervorheben, warum Sie der Richtige für das unternehmerische Vorhaben sind und welche Eigenschaften und Fähigkeiten Sie dafür qualifizieren. Berufserfahrung und eine passende Ausbildung unterstützen diese Absicht natürlich ungemein.
  4. Die Anmeldung der selbstständigen Tätigkeit: Es ist nicht möglich, den Gründungszuschuss vor der Gründung Ihres Unternehmens zu erhalten. Die Bundesagentur für Arbeit fordert, dass das Unternehmen bereits angemeldet wurde und ein Nachweis über die Gründung vorhanden ist. Dies kann beispielsweise die Gewerbeanmeldung oder der Nachweis des Finanzamtes sein.
  5. Tragfähigkeitsbescheinigung: Zu guter Letzt spielt natürlich auch die Tragfähigkeitsbescheinigung eine entscheidende Rolle. Diese wirkt unterstützend bei der Untermauerung der finanziellen Realisierung und der Funktionalität Ihrer Geschäftsidee.

2) Die Beantragung der Tragfähigkeitsbescheinigung

Da die fachkundige Stellungnahme einen elementaren Bestandteil bei der Beantragung des Gründungszuschusses darstellt, sollten Sie sich rechtzeitig um die Tragfähigkeitsbescheinigung kümmern. Das Formular dafür erhalten Sie nur nach einem persönlichen Gespräch mit einem Mitarbeiter der Agentur für Arbeit.

Sie können allerdings schon einen Blick darauf werfen, da der Vordruck auch online auf der Internetseite der Agentur für Arbeit erhältlich ist. Dieses Formular haben jedoch nicht Sie selbst auszufüllen, sondern dies muss von einer fachkundigen und vom Amt zugelassenen Stelle erfolgen.

Anbieter, welche dafür in Frage kommen, sind unter anderem Industrie-, Handwerks- und Handelskammern, Kreditinstitute, Fachverbände und berufsständische Kammern. Weiterhin sind beispielsweise auch Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Unternehmensberater oder sämtliche Stellen befugt, welche sich intensiv mit Existenzgründungen auseinandersetzen.

Leider ist die Tragfähigkeitsbescheinigung nicht kostengünstig, sondern ganz im Gegenteil sogar mit teilweise hohen Kosten verbunden. Die Höhe der Rechnung hängt allerdings ganz von dem Aussteller der fachkundigen Stellungnahme ab.

Generell kann gesagt werden, dass die Existenzgründer mit einer Summe zwischen 80 und 300 Euro zu rechnen haben. Sollten Sie Ihre Selbstständigkeit allerdings aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen und in den Genuss eines bewilligten Coachings der Bundesagentur für Arbeit gekommen sind, kann es sein, dass die Kosten übernommen werden.

3) Was wird für die Tragfähigkeitsbescheinigung benötigt?

Die Anbieter der fachkundigen Stellungnahme können Ihnen Ihre Tragfähigkeit natürlich nicht ohne entsprechende Nachweise und Bescheinigungen bestätigen, sondern sind auf gewisse Unterlagen angewiesen, welche Ihre Eignung unter Beweis stellen. Dazu zählt unter anderem eine detaillierte Beschreibung ihres Existenzgründungsvorhabens.

Mit inbegriffen sollten natürlich ein Finanzplan, eine Analyse der aktuellen Marktsituation und das Konzept Ihrer Idee sein. Noch besser ist natürlich die Darbietung eines Businessplans. Dieser kann auch mit der Hilfe eines Fachmannes erstellt werden, sollten Sie sich diese Aufgabe nicht alleine zutrauen.

In den meisten Fällen verfügen die Existenzgründer allerdings bereits über einen ausführlichen Businessplan, da dieser zur Beantragung des Kredits benötigt wurde.

Weiterhin benötigen Sie auch einen Lebenslauf inklusive Zeugnisse und Nachweise über Ihre Befähigungen, sowie einen Finanzierungsplan, eine Vorausschau des Umsatzes und der Rentabilität.

Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass die geforderten Dokumente zur Bestätigung der Tragfähigkeit sich mit den Unterlagen für den Gründungszuschuss decken. Wenn Sie sich also auf eins der beiden vorbereitet haben, verfügen Sie bereits über alle nötigen Dokumente.

Es ist angeraten, an einem professionellen, mehrstündigen Coaching teilzunehmen, welches Sie speziell auf die Ausarbeitung der Unterlagen vorbereitet. Denn die meisten Existenzgründer begeben sich nur ein einziges Mal in Ihrem Leben in die Selbstständigkeit und haben dementsprechend keinerlei Erfahrung mit der Durchführung dieses Vorhabens.

Ein Coaching kann Ihnen aus diesem Grund dabei helfen, den Businessplan korrekt und optimal auszuarbeiten und ihr Gründungsvorhaben perfekt darzulegen und zu differenzieren. Der Coach unterstützt Sie dabei mit seinem Fachwissen und seiner Expertise und kann Ihnen zudem noch objektiv seine Meinung mitteilen.

Denn manchen Existenzgründern fällt es schwer, sich aus Ihrer subjektiven Sichtweise zu lösen und Ihr Geschäftskonzept nüchtern und neutral zu betrachten. Somit erhalten Sie möglicherweise wertvolle Tipps, welche Sie später vor bösen Überraschungen bewahren werden.

4) Die Prüfung der Tragfähigkeitsbescheinigung

Die Prüfung Ihrer Tragfähigkeitsbescheinigung kann sich einige Wochen oder sogar Monate hinziehen. Da Sie jedoch daran interessiert sind, dass das Ergebnis dieser Prüfung positiv ausfällt, sollten Sie alles in Ihrer Macht stehende tun, um das Resultat positiv zu beeinflussen. Natürlich reden wir nun nicht von Bestechung oder Manipulation, sondern lediglich von einer korrekten und ausführlichen Bearbeitung der Dokumente.

Achten Sie darauf, dass Sie vor allem in Hinblick auf die Beschreibung Ihrer Person nicht schwafeln und zu allgemeine Aussagen treffen. Alle bereitgestellten Informationen sollten sich ausschließlich auf Ihr Gründungsvorhaben beziehen und sollten dieses begründen und unterstützen.

Ihre fachlichen Kompetenzen sollten also mit der angestrebten Branche verknüpft sein und erklären, warum die Industrie noch einen Gründer wie Sie benötigt. Dies wird vor allem mit unternehmerischen und kaufmännischen Befähigungen unterstrichen.

Bei der Darlegung Ihres Gründungsvorhabens muss in erster Linie begründet werden, warum Ihr Unternehmen keine Eintagsfliege sein wird. Erläutern Sie klar und deutlich, wie sich Ihr Unternehmen von der bestehenden Konkurrenz abheben wird und präsentieren Sie sich somit wettbewerbsfähig mit einem unschlagbaren Alleinstellungsmerkmal.

Die Produkte und Dienstleistungen sollten darüber hinaus nicht nur auf einen aktuellen Trend ausgerichtet sein, der in absehbarer Zeit vom Markt verdrängt wird. Stattdessen sollten Sie eine Idee gefunden haben, welche sich durch Beständigkeit und Langfristigkeit auszeichnet.

Den Ausgang Ihrer Prüfung kann die Beilage einer SWOT-Analyse positiv beeinflussen. Diese stellt die internen Stärken und Schwächen des Unternehmens dar und vergleicht diese mit den externen Chancen und Risiken. Dadurch untermauern Sie Ihr Vorhaben und können schon geeignete Maßnahmen und Strategien entwickeln, welche Ihr Wachstum beflügeln und Hindernissen vorbeugen.

5) Fazit

Die Tragfähigkeitsbescheinigung ist also ein Mittel und ein elementarer Bestandteil, um Ihren Gründungszuschuss für Ihre Selbstständigkeit zu beantragen. Das Prozedere der Genehmigung ist mit intensiver Vorbereitung und viel Arbeit verbunden, führt bei richtiger und gewissenhafter Bearbeitung allerdings zu einem höchst erfreulichen Ergebnis: Der Bewilligung Ihres Gründungszuschusses.

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