Überblick: Die Besonderheiten bei Franchisegründungen

07.06.2018 07:30 | Ein Unternehmen gründen

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Das Franchising hat mehr Vorteile als Nachteiliges für sich zu verbuchen, so viel ist klar – doch wo liegen sie? Man kann zwar ein pauschales Resümee ziehen, vor allem im Vergleich zu anderen Gründungsarten, für den Einzelnen jedoch mag gerade das ausschlaggebend sein, was für die breite Masse eher hintan steht. Richten Sie Ihre persönlichen Vorlieben nicht nach dem aus, was Ihnen am meisten entgegenkommt, bemühen Sie sich um Objektivität im Gesamteindruck und klammern sich nicht an Einzelheiten, die Ihnen verlockender erscheinen mögen, als sie es vielleicht tatsächlich sind.

Wer ein Franchise gründen will, setzt auf eher kalkulierbare Risiken

Wenn Sie sich ganz und gar auf Ihr eigenes Können und Ihren Einfallsreichtum verlassen wollen, haben Sie vieles aufzuholen. Eine Menge anderer Bewerber um den größtmöglichen Gewinn sind Ihnen schon ein paar Schritte voraus, und Sie können eigentlich nur hinterherhinken, wenn Sie kein Überflieger sind. Oder ein Genie. Manche glauben das von sich selbst, bis sie empfindlich auf der Nase landen und sich kaum noch aufrappeln können, um es erneut unter Beweis zu stellen. Im Franchising sind Sie vor solcherlei Erfahrungen weitgehend bewahrt; wenn man Ihnen die nötigen Fähigkeiten abspricht, kommen Sie gar nicht erst zum Zuge. Ansonsten erhalten Sie eine Art Bestätigung dafür, dass Sie es schaffen könnten.

Nur mithilfe von absolut seriösen Anbietern ein Franchise gründen

Natürlich muss man auch in diesem Sektor Edelmetalle von Blech zu unterscheiden lernen. Dabei helfen fundierte Analysen kundiger Beobachter der illustren Szene, letztendlich aber nur Ihr eigener untrüglicher Blick für das, was Zukunft hat. Grundsätzlich gilt dies für jeden, der sich schon seit geraumer Zeit am Markt behauptet, doch auch hierbei gibt es Ausnahmen. Jemand, der selbst schon ziemlich genau weiß, dass er sich auf dem absteigenden Ast bewegt, wird es kaum an die große Glocke hängen. Newcomer dagegen können sehr verheißungsvoll agieren, doch ein schlüssiger Beweis für ihre Behauptungen findet sich nur schwer. Es kann auch in die Irre führen, auf das Vergangene zu bauen, ebenso wie eine durchaus berechtigte Hoffnung auf Kommendes trügen mag.

Gegebenenfalls sollten Sie in letzter Minute noch abspringen

Setzen Sie nicht nur auf Ihren Riecher, wenn Sie ein Franchise gründen wollen und überlegen, mit wem Sie das am besten tun, recherchieren Sie akribisch. Es stehen Ihnen unzählige Quellen der Information zur Verfügung, beschränken Sie sich nicht auf das, was aus dem Inneren eines Franchisesystems zu Ihnen vordringt. Konfrontieren Sie Ihren auserkorenen Franchisegeber mit anderswo in Erfahrung Gebrachtem und schauen Sie genau hin, wie er reagiert. Daran können Sie eine Menge Aufschlussreiches ablesen, notfalls kommt es dadurch zum Scheitern des Termins. Das ist aber immer noch besser als ein spätes Erwachen, nachdem Sie sich derart verpflichtet haben, dass Sie sich kaum noch lösen können. Bleiben Sie wachsam, besonders dann, wenn die schönsten Farben schillern.

Angepriesenes auf seine Bestandsfähigkeit abklopfen

Überzeugen Sie sich davon, wie etabliert ein Markenname wirklich ist, und überprüfen Sie offerierte Schulungsangebote auf ihren wahren Gehalt. In dieser Hinsicht brauchen Sie im Grunde nur jemanden zu befragen, dessen Urteil Sie vertrauen, weil es aus erlebter Praxis entstanden ist. Sollte der gesamte Apparat in seinen wesentlichen Teilen bereits ein wenig Moos angesetzt haben, könnten Sie als Einzelunternehmer beweglicher bleiben, wenn der ganze Schwall möglicher Hindernisse anderer Art nicht wäre. Sie sind eventuell sogar wesentlich freier in Ihrem Entscheidungsspielraum als nach Ihrem Eintritt in ein Franchisesystem, es fragt sich nur, ob Sie damit auch weiterkommen.

Keine Schnellschüsse statt sorgfältiger Vorbereitung

Im Franchising jongliert man nur so lange mit verschiedenen Möglichkeiten, wie man sich noch nicht wirklich festgelegt hat. Ist der Zug erst abgefahren, gibt es kein Halten mehr und nur eine Richtung: geradeaus.

  • Legen Sie sich vorher einen Abzweig zurecht,
  • halten Sie ruhig zwei oder mehr Eisen im Feuer,
  • damit Sie bei berechtigterweise aufkommenden Zweifeln nicht von vorn beginnen müssen.

Achten Sie aber darauf, dass Sie in kein selbstgemachtes Chaos geraten und am Ende nicht mehr wissen, wovon eigentlich die Rede war. Es ist zweifellos ein Wagnis, seine Existenz auf sicherem Boden gründen zu wollen, doch der Mühe wert. Sie wollen ja schließlich lange davon leben, und umso gründlicher sollten Sie Ihre Entscheidung überdenken. Geben Sie dabei nicht zuletzt der Spontaneität eine Chance, aber übertreiben Sie es nicht damit.

Hier und da sind kleine Extras auszuhandeln

Man kann mit Fug und Recht von so etwas wie einem gemachten Nest sprechen, wenn man die Startbedingungen im Franchising katalogartig aufgeführt betrachtet. Im Grunde sind sämtliche Zutaten für einen bekömmlichen Mix bereitgestellt, die Standortwahl nach Expertise ist nur eine davon. Gelegentlich wird eine ordentliche Anschubfinanzierung gewährt, in welcher Form auch immer, der laufende Betrieb steht unter beständiger Ägide, und selbst die Aufstiegschancen scheinen vorprogrammiert zu sein. Das kommt einem mitunter geradezu märchenhaft vor, es handelt sich dabei jedoch nur um die Standards, die allgemein erwartet werden können. Prüfen Sie im Detail, wie es im Einzelnen darum bestellt ist, und stellen Sie möglichst vorab fest, wie Sie damit zurechtkommen werden.

Was ist zu tun, wenn es bedrohlich wird?

Trotz aller Vorkehrungen können die regelmäßig abzuführenden Gebühren ein junges Unternehmen stark belasten. Für den Fall, dass sich ein Engpass ergeben sollte, ist tunlichst Vorsorge zu treffen – auf die eine oder andere Weise. Solange Kapitalreserven noch anzuzapfen sind, braucht niemand seinen Franchisegeber um Unterstützung anzugehen. Es sollte aber rechtzeitig zu klären sein, wie in einer solchen Situation verfahren werden kann. Lassen Sie sich nicht in die Ecke drängen, vor allem nicht durch ihr eigenes ungestümes Vorgehen. Besonnenheit zählt im Franchisegeschäft, nicht nur der Wagemut.

Von der Pike auf lernen

Es kommt in erster Linie darauf an, zunächst die Basics zu beherrschen, bevor man sich in größere Höhen aufschwingen kann. Das Franchising ist weniger gemacht für Hasardeure, eher für solide Arbeiter. Die Freiheit des Unternehmers ist dabei eine Frage der Auslegung. Man kann es durchaus so verstehen, dass man von Zwängen verschont bleibt, doch um den Preis, sich den selbst auferlegten Verpflichtungen unterordnen zu müssen. Wer das als Beschneidung seiner Möglichkeiten empfindet, sollte sich reiflich überlegen, ob er für dieses Business geeignet ist. Nicht jeder gehört gleichermaßen dazu.

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