Ulrich Dausien – Unternehmerportrait des Jack Wolfskin Gründers

28.12.2018 08:09 | Ein Unternehmen gründen

jack wolfskin outdoor

Wer kennt sie nicht, die berühmte Wolfstatze? Doch wer steckt hinter der erfolgreichen Marke Jack Wolfskin, und wie kam es überhaupt zu ihrer Gründung?

Die Anfänge

Ulrich Dausien wird 1957 in Hanau, Hessen geboren. Aus einer Buchhändlerfamilie stammend entscheidet er sich für einen anderen Weg als seine Eltern. Er studiert in Frankfurt Betriebswirtschaft. Die Entscheidung gegen eine Tätigkeit im Verlagswesen fällt er, um nicht im Schatten seines politisch engagierten Vaters bleiben zu müssen. Schon während des Studiums verdient er nebenbei auf Flohmärten Geld. Ursprünglich war das für Dausien lediglich ein Weg, sein Studium zu finanzieren.

Am eisernen Steg in Frankfurt verkauft er Antifa Tücher und verdient sich damit 10.000 Mark. Damit kauft er 1977 auf einer Nürnberger Jagdsport-Messe 1000 Rucksäcke von einem taiwanesischen Aussteller. Die Investition rentiert sich, denn der Markt für Outdoor-Artikel ist in Deutschland unerforscht. Dausien trifft mit seinem Produkt ins Schwarze. Er verkauft nun Rucksäcke, Schlafsäcke, wasserfeste Jacken und Zelte. Werbung macht er mit Flyern, die er in Copyshops aufhängt. Mit dieser Verkaufsstrategie verdient er schnell 50.000 Mark.

Dausien ist für die Gründung von verschiedenen Marken und Unternehmen verantwortlich:

  • SINE
  • HOBBYT
  • Jack Wolfskin
  • McTrek

Sine und HOBBYT

1979 eröffnet Dausien sein erstes Geschäft. Er benennt es nach seinem eigenen Pfadfinderspitznamen „Sine“. Auch eine Eigenmarke namens HOBBYT entsteht bald und wird später in Frankfurt zur eigenständigen HOBBYT-Ausrüstung für Draußen GmbH. Das Sine-Unternehmen wird schon bald zu einem Bekleidungs-Franchisesystem erweitert. Bis 1987 werden 12 weitere Standorte von Franchisenehmern eröffnet.

Jack Wolfskin

Der Unternehmer wird bei einer Reise in Alaska von einem Bären am Auge verletzt. Dieser Erfahrung verdankt Jack Wolfskin seinen Namen, den die Marke seit 1981 trägt. Aus der Bärentatze wird die Wolfstatze und dann die Wolfshaut „Wolfskin“.

„Jack“ wird vom Autor Jack London inspiriert, der für seine Abenteuergeschichten, oft von Wölfen begleitet, bekannt ist.

Nach der Gründung der Jack Wolfskin GmbH 1988 trennt sich der Unternehmer von seinen Sine-Franchisepartnern. Die Marke wird somit zu einem eigenständigen Unternehmen.

Eine der Innovationen, die der Marke zum rasanten Erfolg verhelfen, ist die herausnehmbare Innenjacke. Der äußere Teil der Jack Wolfskin-Jacke kann nun mit einem Reißverschluss vom Inlay getrennt werden.

Schon bald ist die Nachfrage nach der Marke so groß, dass das Geld für Investitionen fehlt. Dausien entscheidet sich, zu verkaufen und erhält vom US-amerikanischen Unternehmen Johnson Outdoors 15 Millionen Mark für Jack Wolfskin. Er bleibt als Geschäftsführer für das Unternehmen tätig und ist für seine Marke zuständig, bis er sich 1994 auf eine einsame Insel zurückzieht.

McTrek

1995 steigt er mit der Gründung von McTrek, einem Outdoor-Fachgeschäft in Frankfurt, erneut in das Geschäftsleben ein. Hier wird nicht nur günstige Neuware verkauft, sondern auch Restposten und retournierte Ware. Es ist dem Unternehmer wichtig, dass sich auch Menschen mit begrenzten Mitteln Outdoor-Ausrüstung leisten können. Dausien bleibt weiterhin ein wichtiger Kunde für seine ehemalige Kreation Jack Wolfskin.

2001 wird die McTrek GmbH gemeinsam mit der Sine GmbH und der Our Planet GmbH in die YEAH! AG integriert. Das Unternehmen wird außerdem mit der Bicycles Räder AG fusioniert, bei der Dausien zuvor bereits seit acht Jahren im Aufsichtsrat war. 2001 wechselt er dann in den Vorstand. Die Outdoor-Shops des Unternehmens werden weiterhin unter dem Namen McTrek geführt.

2017 wurden 95% der YEAH! AG vom belgischen Outdoor-Händler A.S. Adventure übernommen.

McTrek Smartshops

McTrek ist früh beim Handel im Internet mit dabei. Dausien eröffnet ab 2013 kleinere Geschäfte, in die sich die Kunden Waren bestellen und dort probieren können. Was nicht passt oder gefällt, kann einfach dort gelassen werden. Er bemerkt, dass die Nachfrage nach dem Onlinehandel zwar groß, aber noch nicht ausreichend für diese Art von Vertrieb ist. Der Zeitpunkt, an dem der Kunde nur noch online bestellen will, ist noch nicht gekommen. Dausien integriert das System also in seine größeren Geschäfte. Dort kann man sich jetzt aussuchen, ob man einfach hingehen und schmökern, oder sich doch gezielt etwas online bestellen möchte. Mit einem Online-Anteil von über 20% ist McTrek vorne dabei, auch wenn die Zeit für reine Smartshops wohl noch nicht gekommen ist.

Qualität der Läden

Für Dausien ist also klar, dass es nicht ausreicht, im Onlinebereich innovativ zu sein. Man muss sich auch um die stationären Geschäfte kümmern. Für den Unternehmer ist es wichtig, das richtige Ambiente zu kreieren. Von einer angenehmen Beleuchtung bis hin zu den richtigen Böden gilt es, mit Sorgfalt auszuwählen.

Personal und Beratung sind ein weiterer wichtiger Punkt. Es lohnt sich laut dem Geschäftsführer, in Personal zu investieren. Gibt es mehr davon, kann dieses eine bessere Beratung bieten. Die Kunden sollen das Gefühl haben, in guten Händen zu sein. Wenn man zu lange im Geschäft warten muss, oder das Gefühl hat, nicht angemessen beraten zu werden, sucht man sich schnell ein anderes Geschäft.

Verkaufsstrategie

Wichtig ist für Ulrich Dausien auch die Verkaufsstrategie. Die Mitarbeiter müssen gut informiert sein, und dem Kunden eine gute Beratung leisten können. Es ist aber nur angebracht, Informationen ausreichen zu vermitteln. Ist ein Kunde an Nachhaltigkeit interessiert, sollte man ihm mehr davon erzählen, man sollte jedoch darauf verzichten allen Kunden alle Informationen aufzudrängen. Effektiv ist, Wissen gezielt nach Nachfrage einzusetzen. Am Ende soll schließlich ein Verkauf abgeschlossen werden.

Richtige Werbung

Um Kunden zu gewinnen und zu behalten ist es wichtig, zu erkennen, wer die Konkurrenz ist. Laut Dausien sind es nicht andere Outdoor-Unternehmen, um die man sich hier kümmern sollte, sondern andere Freizeitgestaltungen. Wenn die Menschen drinnen sitzen und Tee trinken, bleibt die Nachfrage nach Sport- und Outdoor- Artikeln aus. Man sollte also die Menschen mit dem richtigen Image dazu bewegen, nach draußen zu gehen und die Natur zu genießen.

Aus- und Weiterbildung

Die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter ist Dausien ein großes Anliegen. Früher hat er selbst Schulungen durchgeführt, mittlerweile wurde diese Aufgabe von einem professionellen Team übernommen. Die McTrek Akademie wurde erschaffen. Sie bietet unter anderen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für:

  • Anfänger
  • Quereinsteiger
  • Nachwuchsmanager
  • Filialleiter

Franchising

Wer sich ein Franchise im Einzelhandel aufbauen möchte, hat mit der Outdoor-Branche gute Optionen. Es ist ein umfassendes Franchisekonzept, das Franchise im Bereich Bekleidung mit Sportartikeln kombiniert. Franchisegeber können mit der Erweiterung ihres Systems ein breites Spektrum an Outdoor-Bekleidung und anderen Artikeln anbieten, die sich in einen stetig wachsenden Markt integrieren. Als Franchisenehmer findet man zahlreiche Optionen für den Einstieg, denn die Themen Sport und Gesundheit sind für unsere Gesellschaft so wichtig wie nie zuvor.

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