Unternehmen gründen: Wieso Erfolg auch ohne Hochschulabschluss möglich ist

05.03.2019 08:09 | Ein Unternehmen gründen

unternehmer ohne abschluss

Studieren oder nicht studieren, das ist hier die Frage. Viele Franchise Interessenten fragen sich, ob sie eigentlich einen Hochschulabschluss brauchen. Welche Qualifikationen sind eigentlich notwendig, um sich erfolgreich selbstständig zu machen, und ist ein Studium nötig?

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Franchising ohne Hochschulabschluss

Ganz einfach gesagt: Nein, man muss nicht studieren, um Franchisenehmer zu werden. Denn gerade die Franchisewirtschaft richtet sich an ein sehr breites Spektrum von Menschen. Die Vielfalt der Möglichkeiten ist beim Franchising nahezu grenzenlos. Sie können sich zwischen den unterschiedlichsten Systemen entscheiden und mit diesen kommen auch die verschiedensten Anforderungsprofile. Die wenigsten Franchisegeber setzen einen Hochschulabschluss strikt voraus. Es gibt natürlich Qualifikationen, die immer gefragt sind:
• Unternehmerisches Denken
• Guter Umgang mit Menschen
• Talent im Verkauf
• Führungsqualitäten
Darüber hinaus sollten sich Franchisenehmer für den Bereich, in dem sie tätig sind, interessieren und idealerweise Erfahrung darin haben.

Praxiskenntnisse statt Studium

Für viele Franchisegeber ist es viel wichtiger, dass ihre Partner Erfahrungen in der jeweiligen Branche mitbringen, als eine theoretische Hochschulausbildung. Wer etwa bereits in der Gastronomie tätig war, sei es als Manager, Geschäftsführer oder Kellner, kann getrost einen Blick in die Franchisewirtschaft wagen, ohne dafür studiert zu haben, beispielsweise mit einem Gastronomie Franchise. Denn das Qualifikationsprofil vieler Franchisesysteme orientiert sich viel mehr an Praxiswissen, als an Studiengängen. Wer bereits aktiv in einem Restaurant gearbeitet hat, besitzt Kenntnisse in der Gastronomiebranche, die sich grundlegend von denen eines Studenten unterschieden. Wer sich also mit einem Gastronomie Franchise selbstständig machen möchte, und bereits in der Branche tätig war, findet viele mögliche Franchisesysteme, die keinen Hochschulabschluss fordern. Natürlich ist es aber wichtig, dass neben dem branchenspezifischen Wissen auch Verkaufstalent, unternehmerisches Denken und einige Soft-Skills mitgebracht werden.

Franchising mit Hochschulabschluss

Das soll jetzt nicht heißen, dass ein Studium vollkommen sinnlos ist. Natürlich sehen Franchisegeber auch gerne Bewerber mit einem Abschluss in BWL, einem anderen wirtschaftlichen Studium oder der Branche des Franchisesystems. Diese bringen immerhin eine Menge an gebündeltem Wissen mit, wovon das gesamte System profitieren kann. Vorteile, die viele Franchisenehmer an Kandidaten mit Abschluss sehen, können unter anderem sein:
• Viel theoretisches Wissen
• Überblick über den Fachbereich
• Disziplin
• Interesse an der Branche

Absolventen bringen nicht nur gebündeltes Wissen mit, sondern auch den Vorteil, dass sie eine andere Perspektive über den Fachbereich des Franchisesystems haben. Im Studium lernt man immerhin viele verschiedene Bereiche einer Thematik kennen und bekommt demnach einen anderen Überblick als Gründer, die von Praxiswissen profitieren. Auch ein gewisses Maß an Disziplin muss für ein Studium gegeben sein und es zeugt von einem Maß an Interesse an dem Bereich des Franchisesystems. Die wenigsten schließen ein Studium in einer Branche ab, für die sie sich absolut nicht interessieren. Doch gibt es auch viele Franchisegeber, die Nachteile an einer Zusammenarbeit mit Hochschulabsolventen sehen. Diese können zum Beispiel sein:
• Kein Praxiswissen
• Theoretisch verankerte Denkweise
• Zu hohe Ansprüche und Forderungen
• Falsche Erwartungen

Den Vorteil, den sich Franchisegeber von Franchisepartnern mit Praxiserfahrung erhoffen ist, dass diese ein Maß an praktisches Wissen mitbringen, das nützlich für den Betrieb ist. Absolventen können diese Art von Kenntnissen nur begrenzt mitbringen. Ihre Denkweise ist oft eher theoretischer Natur. Durch das Lernen mit Büchern kann man sich zwar viel Wissen aneignen, merkt aber schnell, dass ein Franchisesystem auf Papier in der Uniseifenblase ganz anders funktioniert, als im echten Leben. Franchisenehmer, die ein Studium hinter sich haben, haben außerdem oft auch die falschen Anforderungen an die Existenzgründung. Sie haben immerhin Jahre ihres Lebens und viel Energie in eine Thematik gesteckt und dabei kein Geld verdient. Nun möchten sie nach dem Abschluss auch, dem entsprechend entlohnt werden. Für ein Franchisesystem und den Gewinn, der erzielt wird, macht es aber keinen finanziellen Unterschied, ob studiert wurde oder nicht. Dadurch, dass die Selbstständigkeit oft in der Praxis anders aussieht, als in den Erwartungen von jungen Studenten, können Überforderung und Enttäuschung entstehen.

Ein gutes Gleichgewicht

Im Grunde haben aus der Sicht eines Franchisegebers die Franchisenehmer sowohl mit als auch ohne Abschluss Vor- und Nachteile. Franchisezentralen arbeiten daher oft gerne mit beiden zusammen. So kann ein gutes Gleichgewicht zwischen praktischer Erfahrung und theoretischem Wissen entstehen. Durch die Kombination von diesen beiden Komponenten kann wiederum ein umfangreiches Know-how für die Franchisezentrale aufgebaut werden. Dies ist einer der Gründe, warum sich so viele Franchisesysteme darüber hinaus auch an Quereinsteiger wenden. Wenn die Franchisepartner viele verschiedene berufliche Hintergründe mitbringen, kann das System stark von dem vielfältigen Know-how der Partner profitieren.
Durch einen offenen Dialog im Unternehmen und einen Austausch zwischen den Franchisenehmern, zum Beispiel in Form von Franchisepartnertagungen, sorgen viele Franchisegeber dann dafür, dass auch die Partner von der Diversität ihrer beruflichen Laufbahn profitieren können. Somit kann voneinander gelernt werden und die Vorteile aller beteiligten können untereinander weitergegeben werden.

Schulung und Weiterbildung

Darüber hinaus bieten Franchisesysteme ihren Partnern heute viele verschiedene Möglichkeiten, sich Qualifikationen anzueignen, darunter:
• Schulungen
• Seminare
• Tagungen
• Workshops
Dadurch können die Franchisegeber genau festlegen, welche Qualifikationen und Kenntnisse tatsächlich für ihre Partner notwendig sind. Das Maß an Weiterbildungsmöglichkeiten unterscheidet sich natürlich von System zu System, doch Sie werden kaum eines finden, dass gar keine anbietet. Viele Unternehmen bevorzugen es, ihre Partner selbst sehr umfangreich zu schulen und bilden, zum Beispiel mit E-Learning. Damit können sie auf der einen Seite die Kompetenzen der Franchisenehmer besser überprüfen, und sorgen auf der anderen dafür, dass das Erscheinungsbild und die Umsetzung der Marke einheitlich bleiben.

Die Vielfältigkeit der Franchisewirtschaft

Dadurch, dass kein Franchisesystem dem anderen völlig gleicht und sich die verschiedensten Konzepte, Ideen und Ideale wiederfinden, gibt es kein einheitliches Anforderungsprofil an Franchisenehmer. Die Voraussetzungen sind so divers wie die Ideen und die Gründer hinter ihnen. Es ist also vollkommen unnötig sich als Gründungsinteressierter den Kopf über einen Hochschulabschluss zu zerbrechen. Erfolg ist gerade hier auf jeden Fall auch ohne Studium möglich. Natürlich kann es vorkommen, dass Sie das eine oder andere System finden, dass einen Abschluss voraussetzt, bei dem großen und noch größer werdenden Angebot an Franchisesystemen sollte das aber für niemanden ein Problem darstellen. Es wird sich im Nu das nächste Unternehmen finden, das auch für Gründer ohne Abschluss geeignet ist. Die Franchisenehmer eines Systems mögen aus den unterschiedlichsten beruflichen Umfeldern kommen, gehen jedoch im Endeffekt alle den gleichen Weg – den in die Selbstständigkeit.

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