Unternehmensformen im Franchising

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Wenn Sie wissen, dass eine Existenzgründung das Richtige für Sie ist, dann benötigen Sie nicht nur eine zündende Geschäftsidee, sondern Sie müssen im nächsten Schritt auch rechtliche und steuerliche Aspekte bedenken: Und zwar sollten Sie vor Ihrer Existenzgründung gut überlegen, welche Unternehmensform Sie für Ihren Franchisestandort wählen möchten! Wir möchten Ihnen in diesem Artikel unterschiedliche Unternehmensformen vorstellen, zwischen denen Sie als Franchisenehmer in spe wählen können.

Die richtige Rechtsform bei der Existenzgründung: Diese Unternehmensformen gibt es!

Wenn Sie das passende Franchisesystem entdeckt haben, mit dem Sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagen möchten, dann gilt es zu überlegen, mit welcher Rechtsform Sie sich selbstständig machen möchten. Die Wahl der Unternehmensform ist insofern entscheidend, da diese darüber entscheidend, wie der Kapitalbedarf, die Haftung sowie die Art der Geschäftsführung aussieht. So könnten Sie sich als Kleinunternehmer oder Freiberufler selbstständig machen oder aber eine Personengesellschaft oder Kapitalgesellschaft gründen. Der große Vorteil an der Wahl der Rechtsform ist: Die Wahl der Unternehmensform ist nicht bindend! Je nach Geschäftsentwicklung können Sie die Unternehmensform auch noch zu einem späteren Zeitpunkt in eine andere Rechtsform umwandeln und so an Ihr Business anpassen.

Das Wichtigste vorab:

Wer sich als Franchisenehmer selbstständig machen möchte, der kann grundsätzlich auf die unterschiedlichsten Unternehmensformen, die das deutsche Gesellschaftsrecht zu bieten hat, zurückgreifen. Auch im Bereich der Unternehmensformen gibt es zu bedenken, dass jede Rechtsform Vor- und Nachteile mit sich bringt! Manche Unternehmensformen sind relativ simpel und ohne viel Aufwand zu gründen, allerdings haften die Unternehmer teilweise samt Privatvermögen! Andere Unternehmensformen sind komplexer in der Gründung, sie bieten aber mehr Sicherheiten – gerade, wenn der zu erwartende Gewinn hoch ist! Ob Sie sich für eine Personen- oder Kapitalgesellschaftsform entscheiden, hat einen Einfluss darauf, wie sich die Themen Buchführung, Steuern, Haftung und Kapitalbeschaffung gestalten. Wägen Sie hier also eingehend ab, bevor Sie sich für die optimale Rechtsform für Ihr Franchise-Business entscheiden.

Welche Unternehmensformen gibt es für Existenzgründer?

Im Folgenden möchten wir Ihnen die unterschiedlichen Unternehmensformen kurz präsentieren. Diese lassen sich in zwei Untergruppen einordnen: Entweder haben wir es mit einer Personengesellschaft oder aber Kapitalgesellschaft zu tun.

Unternehmensformen als Personengesellschaft:

Wird eine Personengesellschaft gegründet, dann handelt es sich bei den Geschäftsführern um natürliche Personen. Wichtigstes Merkmal einer Personengesellschaft ist, dass die Geschäftsführer mit ihrem Privatvermögen haften!

  • Freiberufler, Kaufmann oder Kleinunternehmer?

Ein Selbstständiger wird als Freiberufler klassifiziert, wenn sich seine Tätigkeit zu den freien Berufen einordnen lässt. Hierunter fallen unter anderem Ärzte, Therapeuten, Rechtsanwälte, Steuerberater, Unternehmensberater, Journalisten, freie Autoren, Künstler sowie Publizisten, etc. Die Aufzählung der freien Berufe befindet sich im Einkommensteuergesetz §18. Da es auch einige Franchisesysteme gibt, die in die Kategorie der freien Berufe fallen, möchten wir auch über diese Rechtsform informieren. Wer sich als Freiberufler selbstständig macht, der benötig kein Mindestkapital, keine Kapitaleinlagen sowie Stammkapital. Freiberufler sind nicht weisungsgebunden, sie müssen keiner Buchführungspflicht nachkommen und reichen bei ihrer Steuererklärung eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung ein. Der Nachteil an den freien Berufen ist, dass sie unbeschränkt mit ihrem Privatvermögen haften.

Wer sich als Gewerbetreibender mit einem eigenen Gewerbe selbstständig macht, der kann gerade am Anfang der Gründung von der attraktiven Kleinunternehmerregelung profitieren. Das bedeutet, dass man von der Umsatzsteuerpflicht befreit ist, solange der Erlös unter 17.500 Euro liegt. Von der Kleinunternehmerregelung können allerdings auch Freiberufler profitieren! Als Einzelunternehmer benötigt der Existenzgründer für sein Gewerbe kein Startkapital und er profitiert zusätzlich von wesentlichen Erleichterungen, was die Buchführungspflichten angeht.

An sich ist jeder Gewerbetreibender auch Kaufmann – jedoch nur, wenn dieser bestimmte Größenmerkmale überschreitet. Für eine genaue Klassifikation müssen gewisse Kriterien für die Beurteilung herangezogen werden: Unter anderem der Umsatz, wobei es hier Unterschiede nach Branche und Art des Gewerbes gibt, die Anzahl der Mitarbeiter, die Art der Geschäfte sowie das Kreditvolumen. Die Eigenschaften, Rechte und Pflichten eines Kaufmanns werden im Handelsgesetzbuch erläutert. Hierzu gehört auch, dass sich der Kaufmann in das Handelsregister eintragen muss.

  • Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR):

Kaufleute, Kleingewerbetreibende und Freiberufler können sich zu einer GbR zusammenschließen, wo sie mit Geschäftspartnern kooperieren, um gemeinsame unternehmerische Ziele zu verfolgen. Für die Gründung einer GbR ist kein Mindestkapital nötig. Der Vorteil an einer GbR ist, dass die kooperierenden Geschäftspartner nicht komplett mit ihrem Privatvermögen haften, da ein Gesellschaftervermögen gebildet werden kann. Die GbR muss nicht ins Handelsregister eingetragen werden.

  • Eine Offene Handelsgesellschaft (OHG):

Die OHG kann von Vollkaufleuten gegründet werden. Auch bei dieser Unternehmensform handelt es sich um eine Vereinigung von Geschäftspartnern, wofür kein Mindestkapital gebildet werden muss. Die Gesellschafter einer OHG haften jedoch mit ihrem Geschäfts- wie auch Privatvermögen! Verglichen mit einer GbR wird von einer OHG mit einem höheren Geschäftsvolumen gerechnet, weshalb OHG-Gesellschafter mit höheren Beträgen haften.

  • Die eingetragene Genossenschaft (eG):

Die eG wird von drei Geschäftspartnern gegründet, die ihren Geschäftsbetrieb gemeinsam führen möchten. Aus diesem Grund werden Genossenschaftseinlagen gebildet, worauf sich die Haftung beschränken lässt. Als Genossenschaft treten sie unter einer gemeinsamen Marke auf und organisieren sich in einer Zentrale. Verglichen mit einem Franchisesystem übernimmt die Zentrale einer eG jedoch nicht dieselben Führungsaufgaben! Bei einer eG wird die Zentrale gemeinschaftlich organisiert und hilft bei administrativen Tätigkeiten wie beim Einkauf oder beim Marketing.

Unternehmensformen von Kapitalgesellschaften:

Kapitalgesellschaften sind juristische Personen. Zur Gründung muss ein Stammkapital eingelegt werden, um das persönliche Haftungsrisiko zu beschränken. Anbei die zwei gängigsten Varianten:

  • Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH):

Für die Gründung einer GmbH ist eine Mindesteinlage von 25.000 Euro nötig, die als Stammkapital gilt. Die Gesellschafter einer GmbH haften nur mit dem eingelegten Gesellschaftsvermögen – es sei denn, es können Verstöße oder Rechtsbrüche nachgewiesen werden!

  • Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) (UG (haftungsbeschränkt)):

Eine UG kann auch als kleine GmbH bezeichnet werden, da hier ähnliche Regeln für die Haftung gelten. Das Besondere an einer UG ist, dass sich diese bereits mit einem Euro als Mindesteinlage gründen lässt. Jedes Jahr muss daraufhin eine Rücklage aus mindestens 25 Prozent des Jahresgewinns gebildet werden, bis 25.000 Euro erreicht sind, so dass die UG in eine GmbH umfirmiert werden kann. Diese Rechtsform wurde 2008 extra ins Leben gerufen, damit Existenzgründungen als Kapitalgesellschaft einfacher zu realisieren sind.

Die richtige Unternehmensform für Ihre Existenzgründung:

Sie sehen also, je nach Unternehmensform kommt es auf andere Aspekte an: Gründen Sie alleine oder mit einem Partner? Haben Sie ausreichend Kapital als Stammeinlage? Schauen Sie, was Ihre Optionen sind und was am besten zu Ihrer Franchisegründung passt! Ihr Franchisegeber in spe kann Ihnen hier sicherlich wertvolle Tipps geben. Darüber hinaus ist nichts in Stein gemeißelt: Je nach Geschäftsentwicklung können Sie schließlich noch umfirmieren und eine andere Gesellschaftsform wählen.

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