Unternehmensgründung: Ein Franchise im Ausland eröffnen?

14.04.2018 15:30 | Ein Unternehmen gründen

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Sie denken über eine Unternehmensgründung nach? Wäre hier für Sie das Ausland eine interessante Option? Hierbei gilt es natürlich gewisse Feinheiten zu bedenken. Auch wenn es sich beim Franchising um eine sehr beliebte und risikoärmere Existenzgründung handelt, so sollten Sie sich auch gewisser Herausforderungen bewusst sein. In diesem Artikel lernen Sie, was Sie bei einer Unternehmensgründung im Ausland zu bedenken haben.

So geht eine Unternehmensgründung mit Franchising im Ausland!

Franchising hat sich bei vielen Existenzgründern als eine sehr beliebte Art der Unternehmensgründung bewiesen. Dies trifft sowohl für das In- wie auch das Ausland zu. In beiden Fällen wird eine bewährte Geschäftsidee von dem Jungunternehmer an seinem eigenen Standort umgesetzt. Gegen Entrichtung der einmaligen Lizenzgebühren erhält der Franchisenehmer das Recht, die Marke sowie die Produkte und Services des Franchisegebers in seinem eigenen Betrieb zu vertreiben.

Der große Vorteil am Franchising:

Egal, ob sich der Betrieb im In- und Ausland befindet, eines ist beim Franchising sicher: Der Franchisegeber ist stets an Ihrer Seite und sorgt dafür, dass typische Gründungsfehler vermieden werden und der Vertrieb und die Vermarktung von Anfang an rund läuft. Diese umfassenden Unterstützungsleistungen zeichnen das Franchising schließlich aus!

Unternehmensgründungen im europäischen Ausland – die EU macht’s möglich!

Die Europäische Union hat zum Ziel, dass sich die europäischen Bürger mehr eins fühlen, europäischer werden und gemeinsam das Potential der 28 Mitgliedsstaaten ausschöpfen. Aus diesem Grund wurden die 4 Freiheiten als essentielle Grundsäulen der Staatengemeinschaft für alle EU-Bürger ins Leben gerufen:

I. Freier Personenverkehr

II. Freier Warenverkehr

III. Freier Dienstleistungsverkehr

IV. Freier Kapitalverkehr

Und genau diese 4 Freiheiten machen Ihre Unternehmensgründung im europäischen Ausland möglich. So können sich Existenzgründer mit der bewährten Geschäftsidee eines Franchisegebers innerhalb der EU selbstständig machen. Innerhalb der EU hat jeder EU-Bürger das Recht und die Möglichkeit, eine Firma in einem der Mitgliedsstaaten zu gründen – hierbei kann es sich um eine Zweigniederlassung, ein Franchise oder aber ein komplett neues Business handeln. Bei Niederlassungen ist die wichtigste Voraussetzung, dass das Hauptunternehmen in der EU niedergelassen und registriert ist. Die Europäische Kommission rät an, dass in jedem Fall vor der Unternehmensgründung noch einmal mit einer nationalen Kontaktstelle Kontakt aufgenommen wird. So haben Sie zusätzlich einen kompetenten Ansprechpartner zur Seite und gehen auf Nummer Sicher.

Wenn Sie also die deutsche Staatsbürgerschaft oder aber die eines anderen EU-Staates besitzen und über ausreichende Berufserfahrung sowie kaufmännische Grundkenntnisse verfügen, können Sie Ihr unternehmerisches Können im europäischen Ausland unter Beweis stellen.

Das sind Ihre Varianten für das Franchising im Ausland

Hier gibt es zwei Varianten, die für das Franchising zutreffen.

I. Ein Franchisegeber sucht Geschäftspartner, die Kenntnisse über die lokale Kultur haben und in der Lage sind, sein Konzept erfolgreich an den neuen Markt anzupassen.

II. Ein Franchisegeber sucht primär eine gewisse Personengruppe, um mit ihnen ein bestimmtes Projekt aufzuziehen. Zum Beispiel deutsche Existenzgründer, die in ein anderes Land gehen möchten, um dort etwas typisch Deutsches aufzubauen, zum Beispiel eine deutsche Bierstube oder aber eine Bäckerei.

In beiden Fällen wird der Franchisegeber sein Konzept zunächst über einen Masterfranchisenehmer an den ausländischen Markt anpassen lassen müssen. Hierbei handelt es sich um einen ausländischen Geschäftspartner, der das Konzept des Franchisegebers an seinen nationalen Markt anpasst, da es dort kulturell, steuerlich oder aber rechtlich gesehen Unterschiede gibt. Dieser Masterfranchisenehmer testet das Geschäftsmodell des Franchisegebers und fungiert daraufhin selbst als Franchisegeber, da er in seinem jeweiligen Land weitere Sub-Franchisenehmer sucht, um die Expansion des Franchisesystems voranzutreiben.

Der Franchisegeber greift also auf die Expertise der lokalen Partner zurück, damit sein Geschäftskonzept im Ausland überhaupt zum Tragen kommen kann. Wenn der Rahmen steht, können Sie als deutscher Staatsbürger sich auf Ihre 4 Freiheiten der EU berufen, um auch im Ausland Ihre eigene Unternehmensgründung voranzutreiben, indem Sie das Konzept des Franchisegebers dort für ihn ausführen.

Herausforderungen bei der Unternehmensgründung im Ausland

So weit, so gut. Allerdings gilt es bei einer Unternehmensgründung im Ausland noch einige Feinheiten zu beachten. Denn bei der Erschließung eines ausländischen Marktes gibt es gewisse Herausforderungen zu beachten. Dies können mangelnde Fremdsprachenkenntnisse, kulturelle Unterschiede, andere Rechtsgrundlagen sein. Achten Sie auf folgende Punkte, damit Sie bereit sind, jegliche Hürden zu bewältigen.

  • Lokale Marktkenntnis

Wie bei jeder Existenzgründung ist die Kenntnis des Marktes ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Der Gründer muss wissen, mit welchen Produkten und Services – also mit welchem Angebot – er welche Zielgruppe erreichen möchte. Die Klärung dieser Frage stellt die Basis einer erfolgreichen Selbstständigkeit dar.

Aus diesem Grund nimmt der jeweilige Masterfranchisenehmer eine Schlüsselrolle ein. Er kennt den lokalen Markt, weiß, was nachgefragt wird, hat eine Idee, was auf seinem heimischen Markt funktionieren kann. Diese Expertise ist essentiell. Aus diesem Grund ist es Aufgabe des Masterfranchisenehmers das an den neuen Markt angepasste Franchisekonzept in einem Pilotbetrieb zu testen. Nur so lässt sich in der Praxis herausfinden, ob das Konzept überlebensfähig auf dem neuen Markt ist.

  • Zielgruppe

Wie bereits erwähnt ist die Bestimmung der Zielgruppe eine wichtige Basis für die Tätigkeit im Ausland. Denn es kann sein, dass ein Produkt sehr gut in Deutschland angenommen und vor allem bei Frauen zwischen 25 und 35 Jahren nachgefragt wird. Vielleicht ist es aber der Fall, dass dasselbe Produkt in Frankreich, Polen oder Dänemark bei dieser Zielgruppe keinen Anklang findet, aber überraschenderweise von einer älteren Zielgruppe nachgefragt wird. Hier gilt es zu beachten, dass das Produkt beziehungsweise die Dienstleistungen an die lokale Zielgruppe angepasst werden. Dies bedeutet auch, dass das Marketing, etc. an die neue Zielgruppe angepasst werden muss.

Dies kann zum Beispiel auch an der anderen Kultur liegen. Die kulturellen Unterschiede dürfen bei einer Unternehmensgründung im Ausland nicht unterschätzt werden. Ebenso muss das gesamte Konzept für den Zielmarkt entsprechend übersetzt werden. Aus diesem Grund ist ein nationaler Masterfranchisenehmer so entscheidend: Er kennt die nationalen kulturellen und sprachlichen Feinheiten. Falls Sie als Deutscher also planen, sich im Ausland selbstständig zu machen, ist es wichtig, dass Sie der dort gesprochenen Sprache mächtig sind.

  • Rechtliches

Auch wenn wir von einer europäischen Staatengemeinschaft sprechen, so gibt es nichts desto trotz noch einige rechtliche Unterschiede. Angefangen bei den Verwaltungsgebühren für eine Unternehmensgründung über unterschiedliche Besteuerungssysteme bis hin zu unterschiedlichen Rechtslagen in den einzelnen Mitgliedsstaaten – auch hier gibt es einiges zu beachten. So ist beispielsweise das Franchiserecht in der Bundesrepublik nicht explizit geregelt, allerdings können sich ausländische Franchisegeber auf die EU-weite Gesetzeslage berufen. Zudem kommen je nach Mitgliedsstaat unterschiedliche Besteuerungssysteme zum Tragen. Des Weiteren unterscheiden sich die Anforderungen für eine Unternehmens- oder Franchisegründung sehr stark in den einzelnen Mitgliedsstaaten. Während Gründer lediglich 100 Euro an Verwaltungsgebühren in Estland zahlen müssen, schlagen diese mit stolzen 2.000 Euro in Irland zu Buche. Aus diesem Grund hat die Europäische Kommission im September 2017 eine Resolution verabschiedet, die europaweit einheitliche Regelungen für die Unternehmensgründung via Franchising fordert. Bleibt abzuwarten, wann diese Resolution auch tatsächlich Realität wird!

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