Unternehmenskennzahlen: Diese sollten Sie als Franchisepartner überwachen

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Welche Unternehmenskennzahlen sollten Franchisenehmer kennen?

In einem Franchisesystem arbeiten Franchisegeber und Franchisenehmer zusammen, wie in einem Netzwerk. Als Franchisenehmer steigt man in dieses System ein und vertritt die Idee und das Konzept des Franchisegebers.

Man sollte voll und ganz hinter diesem Konzept stehen, da man es in seinem eigenen Unternehmen umsetzen muss und die Vorgaben des Franchisegebers befolgen muss. Denn nur so kann das Netzwerk als eine Einheit auftreten. Der Franchisenehmer ist ein eigenständiger Unternehmer mit einem eigenen Unternehmen, welches allerdings die Geschäftsidee des Franchisegebers repräsentiert.

Als Franchisenehmer hat man bei der Gründung in einem Franchisesystem ein geringeres finanzielles Risiko und kann sich ständig Tipps von den anderen Franchisenehmern oder dem Franchisegeber holen. Das Risiko ist also geringer, weshalb sich viele für die Gründung in einem Franchiseunternehmen entscheiden.

Dennoch muss man sich hier aufeinander verlassen. Der Franchisegeber muss einen guten Businessplan haben und auch ein gutes Controlling, um die wichtigsten Unternehmenskennzahlen im Blick zu haben. Aber auch als Franchisenehmer sollte man die Unternehmenskennzahlen in seinem eigenen Unternehmen, aber auch teilweise im ganzen Netzwerk im Blick haben und kontrollieren.

Die wichtigsten Unternehmenskennzahlen

Die Unternehmenskennzahlen werden aus der Bilanz und Erfolgsrechnung errechnet. Anhand der Unternehmenskennzahlen kann man sehen, ob das Unternehmen auf einem guten Weg ist und sich Zahlen verbessert oder verschlechtert haben.

Das gibt wiederum Anweisungen zu handeln. Zunächst sollte man sich überlegen, welche Unternehmenskennzahlen eine wichtige Rolle für das Unternehmen spielen. Das kann in Teilen von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich sein.

  • Falls das Unternehmen hauptsächlich eigenfinanziert ist, ist eine Finanzierungsstruktur nicht sinnvoll
  • Unternehmen ohne Anlagen brauchen keine Anlagedeckung
  • Das Unternehmen wächst schnell und die Kunden zahlen eher schlecht: Dann ist es wichtig die Liquidität zu beobachten
  • Umsatz ist noch kein Gewinn. Ein Unternehmen sollte sich Gedanken über die Steigerung der Rentabilität machen und nicht sein Augenmerk auf den Umsatz legen

Folgende Unternehmenskennzahlen gehören zu den wichtigsten in einem Unternehmen. Natürlich kann es von Unternehmen zu Unternehmen variieren, aber grundsätzlich sind diese Kennzahlen interessant:

  • Liquidität
  • Finanzierung
  • Anlageintensität
  • Anlagedeckung
  • Rentabilität
  • Return on Investment
  • Cashflow
  • Betriebsergebnis (EBIT)

Auf eine kurze Zeit gesehen, ist die Liquidität mit die wichtigste Kennzahl. Einem Unternehmen darf das Geld nicht ausgehen und es muss in der Lage sein, Rechnungen zu bezahlen. Ansonsten sind auch viele Aufträge nicht hilfreich.

Außerdem macht es einen schlechten Eindruck, wenn Unternehmen Zahlungsfristen nicht einhalten, was dazu führen kann, dass Lieferanten eine Vorauszahlung erwarten. Dann befindet man sich in einem Kreislauf, aus dem man so schnell nicht mehr herauskommt.

Denn in so einer Situation gibt es auch keine Banken und Investoren, die Geld in das Unternehmen investieren. Deshalb ist es wichtig, die Liquidität im Auge zu behalten. Als Franchisenehmer sollte man die eigene Liquidität, aber auch die des gesamten Netzwerkes im Auge haben, da man mit dem System steht und fällt.

Bei der Liquidität ist noch zu beachten, dass sie in starken Wachstumsphasen eingeschränkt ist. Durch das Auffüllen der Lager und Einstellen weiterer Mitarbeiter, muss Geld investiert werden oder ist gebunden.

Bei der Finanzierungsstruktur erhält man Einblick in das Verhältnis der Finanzierung. Wenn der Eigenfinanzierungsgrad ausreichend hoch ist, hat das Unternehmen viele Vorteile:

  • Entscheidungsfreiheit
  • Unabhängigkeit von Kapitalgebern
  • Gesicherte Liquidität
  • Basis für Selbstfinanzierung bei Investitionen
  • Sicherheit bei Konjunkturschwankungen
  • Tiefe Zinskosten

Zwar verleiten niedrige Zinsen dazu, dass man mehr Fremdkapital einsetzt, allerdings muss man hier schauen, wie die Banken die Kredite vergeben und was für das Unternehmen das Beste ist. Fremdkapital ist teuer und bei Eigenkapital hat man mehr Freiheiten und eventuell geringere finanzielle Schwierigkeiten.

Anlagen in einem Unternehmen

An der Anlageintensität kann man ablesen, wie hoch der Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen ist. Je höher die Anlageintensität ist, desto weniger flexibel ist das Unternehmen und kann auf Schwankungen nicht reagieren.

Das Kapital ist im Anlagevermögen gebunden, weshalb das Unternehmen schlechter auf Veränderungen reagieren kann. Deshalb sollte man als Franchisenehmer und natürlich auch als Franchisegeber auf diese Kennzahl achten.

Im Anlagedeckungsgrad erkennt man, inwieweit das Anlagevermögen durch langfristiges Kapital gedeckt ist. Langfristige Anlagen sollten durch unkündbares Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital finanziert werden. Dennoch sollte man auch über alternative Finanzierungsmöglichkeiten nachdenken, wie zum Beispiel Leasing.

Rentabilität und Return on Investment

Die Rentabilität ist auch eine wichtige Kennzahl für ein Unternehmen und sollte kontrolliert werden. Diese Kennzahl zeigt dem Franchisenehmer, wie das Unternehmen wirtschaftet, zum Beispiel wie das Eigenkapital verzinst ist. Für die Eigenkapitalrendite kann man sich an dem Kapitalmarktzins orientieren. Es ist wichtig, dass man auf eine gute Eigenkapitalrendite achtet. Dennoch sollte man seine Renditeziele nicht zu hoch setzen, da man sonst ein hohes Risiko eingeht.

Auch der Return on Investment, der ROI, spielt für Unternehmen eine wichtige Rolle. Eigentlich gehört er zu den bekanntesten Kennzahlen. Hier ist die Rendite des Gesamtkapitals zu erkennen. Man kann aber auch den ROI auf eine Investition oder ein Projekt anwenden und dort die Rentabilität überprüfen.

Erwartete Gewinne aus einer Investition sollten immer realistisch sein und man sollte bei der Berechnung alle Kosten beachten. Wenn der ROI über 100 ist, sollte man investieren. Wenn er unter 100 ist, dann ist die Investition nicht rentabel und man sollte sich eine andere Investition suchen.

Am Cashflow kann man die Sicherung der Existenz eines Unternehmens ablesen. Hier kann man die Finanz- und Ertragskraft eines Unternehmens sehr gut sehen und beurteilen. In den Cashflow fließen die selbst erarbeiteten Mittel ein und zeigen, ob diese ausreichen, um die Existenz des Unternehmens langfristig zu sichern. Folgende Fähigkeiten des Unternehmens können am Cashflow abgelesen werden:

Man kann den Cashflow mit folgenden zwei Methoden errechnen:

  • Direkte Methode: Hierbei werden alle liquiditätswirksamen Aufwände von den liquiditätswirksamen Erträgen subtrahiert
  • Indirekte Methode: Jahresgewinn und nicht liquiditätswirksame Aufwände werden addiert und nicht liquiditätswirksame Erträge subtrahiert

Der Cashflow beinhaltet also alle Einzahlungen abzüglich aller Auszahlungen.

Für ein Franchiseunternehmen ist die Information über die Erwirtschaftung nachhaltiger Erträge sehr wichtig. Diese sollte bei der Bewertung des Franchiseunternehmens eine Rolle spielen. Das Unternehmen ist nur so lange rentabel, wie es auch seine Gründer sind. Deshalb sollte nicht nur der Franchisegeber die Kennzahlen im Blick haben, sondern auch der Franchisenehmer. Er ist immerhin auch ein eigenständiger Unternehmer.

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