Unternehmerin unter der Lupe: Die selbstständige Frau von Heute

15.09.2018 08:00 | Ein Unternehmen gründen

unternehmerin von heute

Frauen wollen nicht immer gern unter die Lupe genommen werden, doch wenn sie als Unternehmerinnen öffentlich in Erscheinung treten, müssen sie es sich wohl oder übel gefallen lassen. Gibt es überhaupt einen Unterschied zwischen den Vorbildern vergangener Zeiten und dem Heutigen? Man könnte wohl mit Fug und Recht behaupten, dass es in verschiedenen Bereichen, zum Beispiel im Franchising, leichter geworden ist. Anderswo herrschen scheint’s nach wie vor restriktive Verhältnisse, die abzuschaffen wären.

Zur Unternehmerin muss man nicht geboren sein

Doch es kann ungeheuer helfen. Wenn der Vater schon mit gutem Beispiel vorangegangen ist, treten auch Töchter oft gern in seine Fußstapfen, in die sie hineingewachsen sind und aus denen sie manchmal deutlich hervorstechen.

  • Andersherum ist die Generationenfolge natürlich ebenso möglich,
  • doch irgendwie seltener.

Vielleicht fällt es ja nur nicht so deutlich auf. Zur Unternehmerin wird eine Frau heutzutage auch dann, wenn ihre Eltern lohnabhängig waren oder sind, und: wenn sie keinen Mann verloren hat. Mehr oder weniger Ererbtes ist die eine Geschichte, Erarbeitetes eine andere. Als Frau muss man sich wie jeder Franchisenehmer behaupten, und das fällt gelegentlich schwer, macht jedoch den Reiz der Sache aus.

Oft gesucht: eine entschlossene Unternehmerin

Franchisegeber legen manchmal großen Wert darauf, dass sich Frauen melden, doch sie lassen auch Ausnahmen zu. Im asiatischen Raum ist es mitunter gang und gäbe, dass junge Männer Nägel feilen, ebenso wie Frauen verstärkt in Uniformen auftreten oder in Latzhosen zur Arbeit erscheinen. Das muss die angehende Unternehmerin sich jedoch nicht zwangsläufig geben, es reicht vollkommen aus, wenn sie weiß, wie der Hase zu laufen hat und es ihm notfalls verdeutlichen kann. Dabei wirft sie sich höchstens ausnahmsweise einmal so martialisch ins Gewand wie jene, die vorwiegend hemdsärmelig gekleidet sind. Das hat mit Erziehung zu tun und nicht zuletzt mit Überlegenheit.

Ungestört von männlichem Stolz und sonstigen Befindlichkeiten

Manchmal bleibt man ja auch lieber unter sich. Wenn Frauen Netzwerke gründen und Geschlechtsgenossinnen zur Partnerschaft erwählen, gelten dort meist andere Regeln als in der gemischten Welt. Männern gegenüber zeichnen sie sich nicht selten durch den Vorteil aus, dass sie den Aufwand für Familie und Beruf besser koordinieren können. Oder liegt es etwa daran, dass sie dazu gezwungen sind? Im Vergleich schneiden sie in der Summe eindeutig schlechter ab: Nur etwa halb so viele profilieren sich überhaupt durch ihre Selbstständigkeit im Arbeitsleben. Eventuell finden sie den Ausgleich dazu ja eher in anderen Bereichen, Selbstbewusstsein muss sich nicht auszahlen.

Zweifel nagen und begünstigen eine freiere Entwicklung nicht

Oft scheint es jedoch eine gewisse Schüchternheit zu sein, die sie davon abhält. Womöglich machen sie sich einfach zu häufig Gedanken und erwägen den glücklichen Ausgang des zu wagenden Abenteuers aus jeder erdenklichen Perspektive, anstatt drauflos zu gehen. Sollte da etwa ein eigentlich überkommenes Rollenbild immer noch vorhanden sein und sie nicht aus seinen Fängen lassen? Wenn Frauen Karriere machen, dann tun sie es richtig, aber eben weniger oft. Und suchen sich in der Regel auch solche Felder aus, die man ihnen aus Gewohnheit zuschreiben würde. Anscheinend trauen sie sich nicht so recht.

Eher ausgleichend als mutig veränderte Maßstäbe setzend

Anstatt es der Männerwelt mal ordentlich zu zeigen, bleiben sie doch lieber in den ihnen zugeschriebenen Bereichen, wo sie aber Erstaunliches vollbringen. Die Bedachtsamkeit ist offensichtlich eher weiblich und das Bedürfnis nach Sicherheit wohl auch. Wenn es allerdings an die Risikobereitschaft geht, wird es leicht auch gleich spektakulär: Als würde etwas mit aller Macht durchbrechen wollen, das zu lange unter dem Deckel gehalten worden ist. Verkäuferin, Kosmetikerin – Gegenbeispiele gibt es, doch sie sind rar gesät. Frauen beißen sich mit Anmut durch, und das bewährt sich gerade dort, wo man mit Konfrontation nicht weiterkommt.

Wenn ein seit Langem brodelnder Vulkan ausbricht

Dennoch können sie einen auch kaltlächelnd fallen lassen, ohne wortreiche Erklärungen dafür abzugeben. Dann hält man sich als Frau eben bedeckt und wartet, was passiert. Bloß kein Getöse veranstalten, wenn die Nerven auch geschont werden können. Doch wehe dem, der einen echten Wutanfall erleben darf. Dabei drängt sich ebenfalls der Eindruck auf, dass lange Angestautes schlagartig aus seiner Versenkung hervorgeholt wird, und dann ist es auch wieder gut. Reizen Sie die Löwin nicht, das kann sich übel rächen. An sich ist sie ja gutmütig und versucht, immer verbindlich zu bleiben, doch wenn es ihr reicht, dann kennt sie kein Erbarmen.

Mit scharfen Krallen blitzartig für Ordnung sorgen

Das trifft besonders auf Mütter zu. Schon von Natur aus sind sie einiges gewöhnt und stets bemüht, den Überblick nicht zu verlieren, doch wenn alles durcheinander tobt, wird gründlich aufgeräumt. Dabei geht dann auch schon mal etwas zu Bruch, grundsätzlich aber wären Frauen kaum so belastbar und würden im Chaos erst richtig aufblühen, wenn sie nicht Verschiedenes gleichzeitig erledigen könnten. Das ist eine Eigenschaft, die Männer neidvoll erblassen lässt und gelegentlich den Anschein erweckt, als würden Frauen in Rätseln sprechen. Dem ist jedoch nicht so, man muss es nur verstehen können.

Weniger gefährdet für die Selbstüberschätzung

Die moderne Unternehmerin ist konsequent und resolut, diplomatisch in ihrem Zielstreben. Sie schätzt die Unabhängigkeit und kann auf persönliche Vorlieben nicht immer Rücksicht nehmen, wenn sie sich an die Spitze setzen will. Manchmal steht bei ihr der Trend zur Selbstverwirklichung über dem Unternehmenszweck, der sich diesem Bedürfnis anpassen muss. Das klappt nicht immer, doch ein eigenes Reich kann auch überschaubar und gemütlich sein. Wenn der Funken überspringt, gibt es oft kein Halten mehr; was andere bereits geschafft haben, das lässt sich doch auch nachvollziehen. Beispielhaftes prägt sich ein.

Sorgsamer Nestbau mit Führungsanspruch

Zur Selbstständigkeit verführt werden manche, andere richten sich in Vorgegebenem ein. Der Führungsstil indes kann davon profitieren. Wo es eher um die Verstärkung kooperativen Verhaltens geht als darum, Druck auszuüben, steigt der Spaß an der Arbeit, und das macht sich im Zusammenhalt des Teams bemerkbar. Anstelle der riskanten Finanzierung regiert eine solide Grundlage für kommende Unternehmungen; wenn etwas gut vorbereitet worden ist, zeichnet es sich durch die dabei an den Tag gelegte Sorgfalt aus. Das lassen auch Männer sich gern gefallen, die sich dadurch ganz gut aufgehoben fühlen mögen.

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