Vorsicht geboten! 11 Franchise-Fallen im Überblick

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Das Franchising ist ein Lizenzsystem, welches nun doch schon seit geraumer Zeit in Deutschland verbreitet ist. Im mittelalterlichen Frankreich entstanden, entwickelte sich das Franchising im Laufe der Jahrhunderte zu dem Begriff, den wir heute unter dem Wort Franchising verstehen. Das erste Unternehmen, welches auf eine frühe Form des Franchisings zurückgegriffen hat, war die „Singer Sewing Machine Company“, die fahrende Händler engagierte, um beim Vertrieb und Marketing zu helfen.

Weiterhin prägte vor allem der heutige Fast Food-Gigant McDonald‘s die Evolution des Franchisings. In Deutschland kam das Lizenzsystem dann letztendlich in den 1970er Jahren an. Zunächst noch misstrauisch beäugt, wurde das Franchising bald schon adaptiert und freudig angewandt, denn die Resultate sprachen für sich selbst. Heutzutage ist das Lizenzsystem schon gang und gäbe.

Unzählige Unternehmen verwenden das Franchising tatsächlich schon seit mehreren Jahren oder sogar Jahrzehnten, doch auch immer mehr Start-ups gründen sich und integrieren das Lizenzsystem bereits seit Beginn ihrer Entstehung in den geschäftlichen Ablauf. Dadurch hat sich eine florierende Wirtschaft in Deutschland etabliert, an welcher unzählige Deutsche nun auch teilhaben möchten.

Durch die Vielzahl der Franchiseunternehmen stehen die interessierten Existenzgründer vor der Qual der Wahl. Dies birgt jede Menge Vorteile, kann jedoch auch mit einer bösen Überraschung enden. Denn die Wahl des passenden Franchisegebers ist entscheidend.

Die gängigsten Franchise-Fallen

Die Wahl des Franchisegebers ist eine Entscheidung, welche mit viel Vorsicht und Achtsamkeit getroffen werden sollte. Denn die Franchisenehmer investieren nicht nur eine große Menge an Geld, was entscheidende Einschnitte für das Privatleben bedeuten könnte. Sondern zusätzlich wird auch der Alltag stark beeinflusst.

Eine Partnerschaft ist ja bekanntlich immer durch eine Zusammenarbeit geprägt, das heißt, dass viele Kompromisse getroffen werden müssen. Da man sich in der Regel für mindestens fünf Jahre an seinen Franchisegeber bindet, sollte man deswegen darauf achten, dass man den richtigen Partner gewählt hat.

1) Anonymität

Heutzutage ist es kaum noch gängig, dass geschäftliche Anzeigen in Tageszeitungen veröffentlicht werden. Denn unsere aktuelle Gesellschaft ist vor allem von Modernisierungsprozessen und der Digitalisierung geprägt. Die meisten Unternehmen verfügen also über eine ausgeklügelte Marketingabteilung, welche sicherstellt, dass die Kunden auf das Unternehmen aufmerksam werden.

Trotzdem greift der ein oder andere immer noch auf Anzeigen in Zeitungen zurück, da die Tageszeitung immer noch ein fester Bestandteil des morgendlichen Rituals ist. Hier können die Leser auf offene Annoncen stoßen, aber es gibt auch anonyme Anzeigen. Diese sogenannten Chiffre-Anzeigen werden in Tageszeitungen verwendet, um die Identität des Verfassers zu verstecken. Dieser möchte nicht namentlich genannt werden und auch persönliche Angaben, wie Telefonnummer, Adresse oder E-Mail-Adresse werden nicht veröffentlicht. Dem Auftraggeber der Annonce wird dafür ein Code zugeteilt, der für ein anonymes Postfach steht, an welches die Leser anschließend ihre Nachrichten schicken können.

Dies ist eine gängige Methode, die auch heute noch sehr oft verwendet wird. Trotzdem sollten Sie sich lieber auf Unternehmen konzentrieren, die offen mit Ihrem Namen werben. Denn wer ein professionelles Unternehmen betreibt, verkündet seinen Namen normalerweise mit Stolz und hofft durch seine Reputation Fortschritte in der Partnerakquise zu verzeichnen.

Franchiseunternehmen, welche solche Chiffre-Anzeigen verwenden, sind oftmals noch in der Startphase und gerade dabei ihr Konzept zu entwickeln. Für Existenzgründer, die neu in diesem Business sind, ist es dementsprechend besser, auf einen Franchisegeber zu setzen, dessen Prozesse und Unternehmensstrukturen schon ausgereift sind und die sich bereits bewährt haben.

2) Unprofessionalität

Dies bringt uns direkt zu unserem zweiten Punkt. Sollten Sie beispielsweise auf Broschüren stoßen, welche mit Rechtschreibfehlern, einem plumpen Schreibstil und schlechter Grammatik versehen sind, ist dies häufig ein Zeichen für Unprofessionalität. Denn in die Anwerbung und Betreuung der Franchisenehmer wird in der Regel die meiste Arbeit gesteckt und viel Geld investiert.

Sie sind die Säulen, die ein Franchiseunternehmen auf den Beinen halten und bekanntlich zählt ja vor allem der erste Eindruck. Legen Sie solche Broschüren also lieber schnell beiseite und gehen auf die Seite des Deutschen Franchiseverbandes. Dieser hat eine Liste mit all seinen Partnern erstellt und wir sind uns sicher, dass Sie hier definitiv fündig werden.

3) Geldmacherei

Unternehmen, welche aktiv auf der Suche nach Franchisenehmern sind, um ihr Franchisenetzwerk zu vergrößern, bieten oftmals Informationsveranstaltungen im großen Stil an. Dadurch erhoffen sich die Unternehmen, dass sie das Interesse bei einigen Teilnehmern wecken. Im Anschluss an diese Informationsveranstaltungen können die Interessenten dann ein Einzelgespräch vereinbaren.

Diese Veranstaltungen und Seminare sollten immer kostenfrei sein. Wer dennoch eine Eintrittsgebühr erhebt, befindet sich möglicherweise in finanzieller Not.

4) Übertriebene Selbstdarstellung

Bei einem Einzelgespräch mit Ihrem potenziellen Franchiseunternehmen sollten Sie das Gesagte stets kritisch hinterfragen. Kommen Ihnen die dargelegten Erfolgsaussichten zu positiv vor oder haben Sie generell das Gefühl, dass das vom Franchisegeber gezeichnete Bild sehr beschönigt wurde, dann erkundigen Sie sich lieber nochmals. Denn was zu gut klingt, um wahr zu sein, ist im Regelfall leider falsch. Ein seriöses Unternehmen zeichnet sich nämlich vor allem dadurch aus, dass es ein realistisches Bild von den zu erwartenden Chancen und Risiken zeichnet.

Tatsächlich existieren sogar Verhaltensregeln, die festlegen, dass der Franchisegeber klare Auskünfte über die geschäftlichen Abläufe geben muss, die für einen potenziellen Existenzgründer relevant sein könnten und seine Entscheidung der Vertragsunterzeichnung positiv oder negativ beeinflussen könnten.

Man nennt dies die vorvertragliche Aufklärungspflicht. Haben Sie dies im Hinterkopf und lassen Sie sich eine umfassende Auskunft geben. Vorteilhaft ist vor allem auch immer, wenn Sie sich vor dem Termin alle relevanten Fragen notiert haben, dann laufen Sie nicht Gefahr, etwas Wichtiges auszulassen.

5) Druck und Bedrängung

Damit zusammenhängt auch die Vertragsunterzeichnung an sich. Denn durch die vorvertragliche Aufklärungspflicht hat der Existenzgründer nicht nur das Recht Einsicht in alle Daten, Informationen und Fakten zu erhalten, die mit seiner Partnerschaft in Verbindung stehen, sondern er kann sich auch durchaus Zeit nehmen, um sich das Angebot des Franchiseunternehmens durch den Kopf gehen zu lassen.

Laut Verhaltenskodex des Deutschen Franchiseverbandes hat der Franchisenehmer ausdrücklich das Recht, den Vertrag genauestens zu überprüfen. Er kann dafür Anwälte oder Experten kontaktieren und hat dementsprechend auch rund zehn Tage Zeit, bevor er sich endgültig entscheiden sollte. Lassen Sie sich also nicht drängen, sondern nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen.

6) Verweigerung

Ein weiterer Punkt, der zu diesem Recht dazu gezählt werden kann, ist der Besuch der Systemzentrale, des Pilotbetriebs oder das Gespräch mit anderen Franchisenehmern. Dadurch ist es den Existenzgründern nämlich möglich, sich selbst einen Eindruck von dem geschäftlichen Alltag zu machen, der auf sie zukommt.

Weiterhin können sie mit langjährigen Franchisenehmern des Unternehmens diskutieren und sich deren Meinung einholen. Wenn ein Unternehmen sich also weigert, den Kontakt mit anderen Franchisepartnern herzustellen, sollten Sie sich vielleicht lieber anderweitig umschauen.

7) Vermittlung

Sollten Sie durch einen Vermittler auf das Franchiseunternehmen aufmerksam geworden sein, sollten Sie nicht blind den Vertrag unterschreiben. Denn solche Vermittler erhalten oftmals eine saftige Provision, wenn sie dem Franchisegeber eine neue Partnerschaft an Land ziehen. Führen Sie also unabhängig von den Worten und Versprechungen des Vermittlers eine eigene Prüfung des Franchiseunternehmens durch. Nur so können Sie sich sicher sein, dass Sie einen für sich geeigneten Partner finden.

8) Der Franchisevertrag

Da die meisten Existenzgründer noch keine vergleichbare Situation kennen, ist es immer von Vorteil einen Spezialisten zurate zu ziehen. Sobald Sie also den Franchisevertrag in die Finger bekommen, sollten Sie einen Experten kontaktieren. Dieser wird Ihnen klar und deutlich sagen, ob Ihr Vertrag Konditionen beinhaltet, die so nicht gängig sind. Somit entgehen Sie Verpflichtungen, die Sie später womöglich bereuen könnten.

9) Persönliche Eigenschaften

Ein seriöses Franchiseunternehmen ist zwar offensichtlich daran interessiert, so viele Franchisenehmer wie möglich anzuwerben, doch sollte es auch immer darauf achten, dass die zukünftigen Partner auch für diese Arbeit geeignet sind. Bei Ihrem Erstgespräch sollten Sie also ein Auge darauf werfen, ob der zuständige Mitarbeiter sich auch nach Ihren Kompetenzen und Fähigkeiten erkundigt.

Sollten Sie merken, dass hauptsächlich der finanzielle Status erfragt wird, legt das Unternehmen wohl mehr Wert auf Quantität, als auf Qualität. In unserer heutigen Zeit sollte es jedoch wichtiger sein, dass sich die Franchisenehmer mit der Unternehmensphilosophie und der Corporate Culture identifizieren können. Nur so kann schließlich ein Produkt oder eine Dienstleistung mit Leidenschaft vermarktet werden. Suchen Sie sich also lieber einen Partner, bei dem auch Ihre Fähigkeiten und Interessen eine Rolle spielen.

10) Beweise

Sollten Sie sich für einen Franchisegeber entschieden haben, vergessen Sie nicht, sich auch Nachweise über die Zahlen und Daten geben zu lassen. So versichern Sie sich, dass die dargelegten Informationen auch der Wahrheit entsprechen.

11) Die persönliche Ebene

Zu guter Letzt wollen wir noch auf einen ganz entscheidenden Punkt eingehen: Die Kompatibilität. Ein Franchiseunternehmen kann noch so hohe Umsätze verzeichnen und einen ausgezeichneten Ruf besitzen, doch falls Sie keinen Spaß an der Arbeit haben, oder sich mit den vertretenen Werten des Franchisegebers nicht identifizieren können, macht eine Zusammenarbeit keinen Sinn. Suchen Sie sich einen Partner, der zu Ihnen passt, der Rest kommt ganz von alleine.

Sie haben nun einen Überblick bekommen, auf was man achten sollte, wenn man auf der Suche nach einem passenden Franchisegeber ist. Die dargelegten Probleme sind heutzutage sehr rar und treten kaum noch auf. Denn durch die Vorgaben des Deutschen Franchise Verbands haben die Franchisegeber eine eindeutige Richtlinie, an der sich sich zu orientieren haben. Haben Sie den richtigen Partner erst gefunden, können Sie sich sicher sein, dass Ihnen eine blühende Zukunft mit dem Franchising bevorsteht.

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