Vorsicht geboten! 11 Franchise-Fallen im Überblick

26.10.2018 08:00 | Ein Unternehmen gründen

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Wenn man sich allzu sicher ist, tappt man gern in eine Falle, die sich erst im Nachhinein als solche entpuppt. Das kann überall passieren, auch im Franchising. Seien Sie nicht leichtgläubig, handeln Sie keineswegs vorschnell oder täuschen sich darüber hinweg, dass reifliche Überlegung gefragt ist. Wer mit wehenden Fahnen überläuft und die Konsequenzen seines Handelns ignoriert, hat leicht das Nachsehen. Deshalb sollten Sie stets Vorsicht walten lassen, überschätzen Sie Ihre Möglichkeiten nicht.

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste

Schnell gehen die Pferde mit einem durch, sobald man vor Begeisterung nur so strotzt. Die Bereitschaft dazu, weit mehr als bisher zu leisten, ist eine Sache, es tatsächlich zu tun und auch lange durchzuhalten, eine andere. Trauen Sie sich nichts zu, was Sie höchstens mit einem deutlichen Fragezeichen versehen fertigbringen, akzeptieren Sie Belastungen für Franchisenehmer nur bis zu einem gewissen Grade. Sollten Sie darunter zusammenbrechen, haben Sie wenig gewonnen, aber viel verloren: Ihre Aussicht auf eine gedeihliche Existenz. Allein der Glaube daran hilft nicht immer weiter, man muss auch hinreichend abgesichert sein. Und das ist manchmal kaum zu bewerkstelligen, also sondieren Sie die Lage lieber einmal mehr als nötig.

Warnzeichen leiten zu erhöhter Vorsicht

Nicht jeder Franchisegeber verhält sich so offenherzig, wie man es sich wünschen sollte. Dahinter muss keine Arglist stecken, es kann sich auch um eine Prüfung handeln. Wer in der Geschäftswelt bestehen will, der darf sich keinen Bären aufbinden lassen und unbesehen für bare Münze nehmen, was ihm sehr gelegen käme. Es gibt mehr oder weniger deutliche Hinweise dafür, besondere Aufmerksamkeit an den Tag zu legen. Fallstricke existieren nun einmal an dieser und an jener Stelle, Ihre Aufgabe ist es, sie möglichst im Vorfeld schon zu erkennen und dann auch zu umgehen. Dennoch können sie an Stellen lauern, wo man sie nicht vermutet hätte. Bleiben Sie immer wachsam gerade dann, wenn alle Vorkehrungen getroffen scheinen. Im Erfolg macht man die größten Fehler.

1. Verschleierte Adressen

Es fängt bei der Kontaktaufnahme an: Partner, die sich nur unzureichend zu erkennen geben, sollte man links liegen lassen. Es mag noch so verlockend klingen, was sie anzubieten haben, oft verbirgt sich anderes dahinter, als vorgegeben wird. Franchisegeber, die es ehrlich meinen, sind stolz auf ihren Namen und machen keinen Hehl daraus. Lassen Sie sich nicht auf Dubioses ein.

2. Hohe Eintrittsgebühren

Wenn Sie gleich zur Kasse gebeten werden, bevor Sie auch nur annähernd wissen, worum es eigentlich geht, schrillen Ihre Alarmglocken wohl zu Recht. Das gilt besonders für solche Fälle, bei denen viele eingeladen sind, was man gemeinhin daran erkennt, dass ausreichend Plätze vorhanden sind. Hierbei könnte es sich auch um die wirkungsvoll inszenierte Präsentation eines Strukturvertriebs oder Ähnliches handeln.

3. Fehlerhafte Darstellung

Das ist doch klar: Wer sich keine Mühe damit gibt, ein seriöses Bild von sich zu zeichnen, verfolgt wahrscheinlich andere Absichten. Sobald Sie über Zweifelhaftes stolpern, dürfen Sie gewarnt sein. Mancher allerdings versteht es auch, sich in ein edles Gewand zu hüllen, das die Fadenscheinigkeit übertüncht. Lassen Sie sich vom schönen Schein nicht blenden, decken Sie Unzulänglichkeiten auf.

4. Zu viel Geheimhaltung

Wer es verweigert, sich an zentraler Stelle aufsuchen zu lassen, der hat meist etwas zu verbergen. Anstatt mit Ausreden abgespeist zu werden, tun Sie gut daran, auf Distanz zu gehen und die Angelegenheit nicht weiter zu verfolgen. Im Franchising spielt man mit offenen Karten, ein heruntergeklapptes Visier wirkt nicht gerade ermunternd und das durchaus mit Berechtigung.

5. Keine Versprechungen

Werden Sie hellhörig, wenn man Ihnen die Sterne vom Himmel holen möchte. Was Sie tatsächlich verdienen können, hängt nicht zuletzt von Ihrem Einsatz ab und muss auch zu realisieren sein. Sollten die in Aussicht gestellten Summen dafür allzu rosig erscheinen, beschränken sie sich aller Wahrscheinlichkeit nach auf einen Bruchteil davon. Angaben, die Sie motivieren sollen, müssen nachvollziehbar sein.

6. Absolut sichere Sache

Lässt man Sie im Ungewissen darüber, wie viel Sie zu leisten haben, könnte das auch daran liegen, dass man selbst nichts in die Waagschale werfen möchte. Hohe Eintrittsgebühren sind schnell kassiert, und wenn weiter kaum etwas geschieht, spielt es keine Rolle, dass man angeblich null Risiko eingehen musste. Das ganz schöne Geld ist futsch und kann einem nicht mehr nützen!

7. Nachweise verlangen

Erfolg muss glaubhaft zu versichern sein, anstatt ihn vorzugaukeln. Geben Sie Acht darauf, dass Sie nicht leichtfertig mitgerissen werden im Schwange der Begeisterung, prüfen Sie Vorgewiesenes sorgfältig. Dazu können auch andere Quellen dienen wie etwa das Zeugnis derer, die sich bereits eingelassen haben und nicht zuletzt der eigene Eindruck. Schauen Sie doch einfach mal unverbindlich vorbei und überzeugen sich.

8. Finanzen zweitrangig

Scheint Ihre Finanzlage interessanter zu sein als das, was Sie zum Gelingen des Abenteuers beitragen können, sollte einen das unbedingt misstrauisch machen. Es ist nicht auszuschließen, dass er hierbei nur um Provisionen geht und man an einer ernsthaften Zusammenarbeit weniger interessiert ist. In erster Linie kommt es doch auf die Persönlichkeit des zukünftigen Partners an und nicht nur auf sein Portemonnaie.

9. Nicht drängen lassen

Einmalige Chancen sind auch morgen noch akut, vorausgesetzt, sie sind wirklich so außergewöhnlich wie geschildert. Müssen Sie sich sofort entscheiden, um sie zu wahren, dürfte es dabei weniger mit rechten Dingen zugehen. Auch im Franchising wird mit Wasser gekocht, das Glücksspiel soll sich eine andere Bühne suchen. Hüten Sie sich davor, überredet zu werden. Das ist kein reelles Gebaren.

10. Zwischen-Instanzen

Sie dürfen auch dann Ihren gesunden Menschenverstand nicht vor der Türe parken, wenn jemand Sie nur weiterleiten will. Manchmal geht es nicht anders, und die Auswahl ist groß, doch jedes Angebot muss minutiös auf seine Tauglichkeit hin abgeklopft werden. Lassen Sie sich nicht blenden vom Spektrum der Möglichkeiten, das Passende für sich finden können Sie mit ausreichendem Bemühen auch allein.

11. Guten Rat einholen

Bei allem, das Ihnen unüberschaubar erscheint, müssen Sie jemanden fragen, der sich damit auskennt. Eine zweite Meinung kann niemals schaden, und wenn sie stark abweicht, hat das womöglich einen guten Grund. Spielen Sie nicht mit Ihrem Schicksal, Sie wollen schließlich von dem leben, wofür Sie sich entscheiden. Das kann ruhig in mehrfacher Hinsicht fein abgewogen sein.

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