Das Warten auf die Entscheidung des Franchisegebers

25.11.2018 14:30 | Ein Unternehmen gründen

warten auf entscheidung

Auch wenn man sich beim Franchising mit einem eigenen Betrieb selbstständig macht, so müssen zukünftige Franchisenehmer einen umfassenden Bewerbungsprozess durchlaufen. Jede Franchisemarke designt hier ihre eigene Auswahlprozesse, um die geeignetsten Kandidaten für ihr Franchisesystem zu gewinnen. Manche Franchisesysteme beginnen ihren Rekrutierungsprozess mit einem Telefoninterview, andere laden interessierte Kandidaten zu einer Informationsveranstaltung ein und wiederum andere Marken setzen ausschließlich auf das berühmt berüchtigte Interview. Allerdings haben alle Auswahlprozesse eines gemein: Am Ende steht die Entscheidung des Franchisegebers an. Der Begründer des unternehmerischen Konzeptes ist es letztlich, der eine Entscheidung zu treffen hat.

Das Ende der Rekrutierung: Der Franchisegeber hat eine endgültige Entscheidung zu treffen!

Letzten Endes kommt es auf die Entscheidung des Franchisegebers an: Er hat das unternehmerische Konzept entworfen und weiß, auf welche Fähigkeiten und Skills es bei der Ausführung ankommt. Aus diesem Grund nutzt er meist Interviews und Gespräche, Informationsveranstaltungen oder aber einen Discovery Day, um sich ein voll umfassendes Bild von den interessierten Kandidaten zu machen. Bringt dieser das Skillset mit, worauf es ankommt? Aus diesem Grund ist letztlich die Persönlichkeit des potentiellen Franchisenehmers auch entscheidender als vorherige berufliche Erfahrungen. Folglich nutzt der Franchisegeber zahlreiche Möglichkeiten und Events, um die einzelnen Kandidaten zu analysieren und auf Tuchfühlung mit ihnen zu gehen.

Eine Entscheidung, die von enormer Bedeutung ist!

Nur wer diesen meist intensiven Bewerbungsprozess erfolgreich absolviert, der hat auch das Zeug zum Franchisenehmer. Sollte der Franchisegeber das Gefühl haben, dass sich jemand nicht eignet, dann kann es auch durchaus vorkommen, dass der Kandidat abgelehnt wird. Eine Absage klingt natürlich im ersten Moment hart, allerdings ist dies für beide Parteien je nach Einzelfall die beste Entscheidung, da der potentielle Franchisenehmer so eventuell vor einem finanziellen Ruin bewahrt wird. Denn schließlich kann es der Fall sein, dass er nicht über die notwendigen Fähigkeiten verfügt und er letztlich sehr unglücklich in seiner Position als Franchisenehmer wäre. Jedoch binden sich Franchisenehmer je nach Marke zwischen fünf bis zu zehn Jahre an eine Marke. Zudem müssen zukünftige Franchisenehmer oft größere Summen an Kapital in die Hand nehmen, um in eine Marke zu investieren. Aus diesem Grund sollten diejenigen, die eine Absage von einem Franchisenehmer erhalten, sich nicht zu sehr auf den Schlips getreten fühlen: Denn sie werden so letztlich vor einem größeren finanziellen Schaden bewahrt!

Die endgültige Entscheidung wird meist von einem Experten-Team getroffen!

In Regel nimmt ein Team das Treffen einer endgültigen Entscheidung vor. Das ermöglichst es, dass möglichst viele Perspektiven und Eindrücke bei der Entscheidung zum Tragen kommen. Lediglich bei kleineren oder noch sehr jungen Franchisesystemen kann es vorkommen, dass der Franchisegeber die Entscheidung alleine trifft.

Das Entscheidungskomitee besteht meist aus folgendem Personenkreis:

  • Dem Franchisegeber selbst
  • Technischen Managern wie Buchhaltern, Personalmanagern oder Rechtsanwälten, etc.
  • Dem Franchisenehmer des Betriebes, wo der Kandidat seinen Discovery Day absolviert hat

Ein jedes Mitglied dieses Entscheidungskomitees nimmt eine wichtige Rolle ein, wenn es um den zukünftigen Erfolg des Franchisesystems geht. Aus diesem Grund können sie auch gut abschätzen, wie sich der Kandidat im Gespräch mit ihnen geschlagen hat und ob sie seiner Aufnahme in das Netzwerk positiv gegenüber gestellt sind. Schließlich liegt ihnen selbst auch ein weiterer Erfolg der Marke am Herzen. Deshalb werden all diese Personen auch in die Entscheidungsfindung mit eingeschlossen.

In der Regel überzeugen die meisten Kandidaten das Entscheidungskomitee während ihres Bewerbungsprozesses, so dass es meist zu einer Aufnahme in das Franchisesystem kommt. Allerdings stellt auch genau aus diesem Grund ein umfassendes Bewerbungsprozedere eine so entscheidende Rolle: Am Ende gilt es die Entscheidung aller Entscheidungen zu treffen: Eignet sich der Kandidat für eine Aufnahme in das Franchisenetzwerk?

Der seltene Fall wird Realität: Die Ablehnung des Franchisegebers!

Allerdings kann es auch vorkommen, dass am Ende des Bewerbungsprozesses eine negative Entscheidung gefällt wird und der Kandidat von der Franchisemarke abgelehnt wird.

Was sind die gängigsten Hauptgründe, die zu einer Ablehung eines Kandidaten führen?

Fall 1: In praktischer Hinsicht gescheitert

Der Kandidat hat eine schlechte Performance beim Discovery Day abgeliefert. Der Praktikumstag in einem bestehenden Franchisebetrieb dient dazu, um herausfinden, inwieweit sich der Kandidat in praktischer Hinsicht für die Franchisemarke eignet. Es kann sein, dass es ihm hier an der notwendigen Motivation gefehlt hat, er in zwischenmenschlicher Hinsicht mit Kunden und Mitarbeitern zugleich gescheitert ist oder aber er der Stresssituation nicht standhalten konnte. All diese Aspekte würden dafür sprechen, dass sich der Kandidat aller Voraussicht nach nicht als Franchisenehmer eignet.

Fall 2: Aufgrund unzureichender Planung oder Skills abgelehnt

Die Manager in der Systemzentrale fanden, dass das Gründungsprojekt des Kandidaten in wirtschaftlicher oder finanzieller Hinsicht große Schwäche aufweist. Oder aber der Kandidat ist negativ im Vorstellungsgespräch aufgefallen: So kann es sein, dass er in persönlicher Hinsicht nicht geeignet ist, da er nicht über die nötigen Management- oder Führungsfähigkeiten verfügt.

Was nun?

Gerade im ersten Fall ist es sicherlich relativ sinnfrei, erneut das Gespräch mit dem Franchisegeber zu suchen. Wer auf der praktischen Ebene scheitert, der ist offensichtlich nicht für das Dasein als Franchisenehmer gemacht. Wer eine Absage vom Franchisegeber erhält, der kann diese enttäuschende Entscheidung nutzen, um an sich selbst zu arbeiten. Zu einem späteren Zeitpunkt ist man eventuell reifer für das Projekt Gründung. Oder aber man sucht sich ein neues Franchisesystem und versucht dort sein Glück?

Im zweiten Fall können Sie Beratungsangebote in Anspruch nehmen, um die Lücken in Ihrem Gründungsplan zu schließen. Hier bieten die regionalen Industrie- und Handelskammern stets umfassende Hilfen an, um ein Gründungsprojekt auf Spur zu bringen. Hier bietet es sich an, Beratungen wahrzunehmen, um seinem Projekt den letzten Schliff zu verpassen. Sobald die Planungslücken vollkommen ausgebügelt sind, könnten Sie erneut dem Franchisegeber um ein Gespräch bitten und vorstellig werden.

Das gilt es zu beachten!

  • Wer über einen durchdachten und soliden Projektplan verfügt, der kann an sich davon ausgehen, dass die Entscheidung des Franchisegebers positiv ausfallen wird.
  • Das Entscheidungskomitee setzt sich aus verschiedensten Personengruppen zusammen. Versuchen Sie stets bei allen einen guten Eindruck zu hinterlassen.
  • Sollte Ihr Projektantrag abgelehnt werden, dann geschieht dies meist aus einem guten Grund. Regen Sie sich darüber nicht auf, sondern akzeptieren Sie die Entscheidung des Franchisegebers. Nutzen Sie die Chance, um Ihre Gründungsidee generell zu hinterfragen!
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