Was ist ein Franchise? Erfahren Sie hier, wie Sie sich selbstständig machen können.

26.05.2018 15:30 | Ein Unternehmen gründen

was ist franchise

Franchising wird immer wichtiger für die deutsche Wirtschaft. Allein im letzten Jahr erwirtschaftete die deutsche Franchisewirtschaft in der Bundesrepublik einen Umsatz von sage und schreibe 112,2 Milliarden Euro. Über 700.000 Menschen sind in Franchise-Unternehmen tätig. Deutschlandweit gibt es rund 970 aktive Franchisesysteme, die von 124.000 Franchisenehmern in über 160.000 Franchisebetrieben beschäftigt werden. Das sind ganz schön viele Zahlen, die von steigenden Umsätzen und einem starken Wachstumstrend getrieben werden. Erfahren Sie in diesem Artikel, was genau ein Franchise ist und wie auch Sie mit diesem Erfolgsmodell in Ihre Existenzgründung starten können.

Ein Franchise lässt Träume von der eigenen Selbstständigkeit wahr werden!

Viele Menschen träumen davon, dass sie ihren eigenen Laden, ihr eigenes kleines Café, ihren eigenen Handwerksbetrieb führen würden, allerdings fürchten sie oft die Herausforderungen, die mit einer Existenzgründung einhergehen. Abgesehen von diesen Sorgen und Ängsten sind es zudem oft auch die fehlenden Geschäftsideen, woran eine Selbstständigkeit scheitert.

Franchising setzt genau hier an: Mit einem Franchise können Sie einfacher in ihre Selbstständigkeit einsteigen. Und das Beste daran ist, dass Sie nicht mal eine eigene Geschäftsidee benötigen! Beim Franchising erhalten Sie als Franchisenehmer Zugriff auf eine bereits erprobte Geschäftsidee, so dass sich Ihr unternehmerisches Risiko stark reduziert. Durch Entrichten einer Franchisegebühr und Unterzeichnen des Franchisevertrages erhalten Sie die Nutzungsrechte für eine bereits am Markt etablierte Marke. Das hat zur Folge, dass Ihnen zahlreiche Einstiegshürden aus dem Weg geräumt werden und Sie direkt am Markt durchstarten können. Worauf warten Sie also noch?

Was macht ein Franchise so erfolgreich?

Beim Franchising handelt es sich um eine Win-Win-Situation für den Franchisegeber als auch für den Franchisenehmer.

Der Franchisegeber stellt seinen Franchisenehmern das gesamte Geschäftskonzept zur Verfügung. Hierzu zählen in der Regel das Logo und der Markenname, die Corporate Identity, die Produkte und Services, die Preise, die Geschäftsausstattung, etc. Dies bedeutet für die Franchisenehmer, dass sie von dem Geschäftskonzept profitieren, sie allerdings auch alle Dinge wie Inneneinrichtung, Arbeitskleidung Produkte, Aktionen, Werbung und Preise – wie von ihrem Franchisegeber vorgegeben – anzunehmen und umzusetzen haben. Dies sorgt für einen einheitlichen Auftritt am Markt. Und obwohl eine jede Filiale somit von einem anderen Besitzer, sprich Franchisenehmer, geführt wird, kann der Konsument von außen keinen Unterschied wahrnehmen.

Der Franchisegeber profitiert also insofern davon, dass er seinen Absatzmarkt auf einfache und relativ kostengünstige Art und Weise ausweiten kann. Die Expansion ist insofern kostengünstig, da die Franchisenehmer in ihren eigenen Franchisebetrieb investieren und der Franchisegeber so seine Kosten reduzieren kann. Allerdings bedeutet dies auch, dass ihm so Umsatz flöten geht, da er diesen mit den Franchisenehmern teilen muss. Er erhält lediglich die einmalige Lizenzgebühr sowie monatliche Gebühren, die die Kosten für das Erstellen eines überregionalen Marketingprogramms sowie die Weiterentwicklung des Franchisesystems zu decken beabsichtigen.

Wie steht es um die Selbstständigkeit der Franchisenehmer?

Wenn Sie sich für ein Franchisesystem entscheiden, so sind Sie zwar selbstständig und führen Ihren eigenen Betrieb im eigenen Namen und auf eigener Rechnung, allerdings sind Sie weisungsgebunden, was die Vorgaben des Franchisegebers angeht. Somit wird die unternehmerische Freiheit der Franchisenehmer in der Tat eingeschränkt. Nun muss man dies aber in Relation betrachten: Denn dafür erhalten Franchisenehmer einen Kickstart, was die Aufnahme ihrer Geschäftstätigkeit angeht, ihnen werden Marktbarrieren aus dem Weg geräumt und ihre Selbständigkeit ist weniger risikobehaftet. Beim Franchising handelt es sich um ein Geben und Nehmen. Genau das ist die Besonderheit von Franchisesystemen.

Der einheitliche, gemeinsame Marktauftritt

Dem Franchisegeber ist daran gelegen, dass alle Franchisebetriebe das von ihm vorgegebene Geschäftskonzept eins zu eins umsetzen. Denn genau dieser einheitliche Marktauftritt macht das Franchising aus: Obwohl zahlreiche Franchisenehmer die einzelnen Betriebe führen, ist dies für die Kunden und Außenstehende nicht ersichtlich. Aus diesem Grund sorgt der Franchisegeber für eine intensive Einarbeitung, so dass alle Franchisenehmer über denselben Wissensstand verfügen und das Konzept mit bestem Wissen und Gewissen ausführen können. Darüber hinaus werden nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit Qualitätskontrollen durch den Franchisegeber durchgeführt, um zu überprüfen, ob sich auch wirklich alle Franchisenehmer an die Vorgaben halten.

Welche Formen von Franchising gibt es?

Folgende drei Arten haben sich hier herausgebildet:

  • Das Produktionsfranchising
  • Das Dienstleistungsfranchising
  • Das Vertriebsfranchising

Das Produktionsfranchising:

Diese Art von Franchising nimmt nur einen geringen Anteil in der Franchisewirtschaft ein. Es wird auch als Industrie- oder Herstellerfranchising bezeichnet und hat sich vor allem in der Getränkeindustrie und beim Herstellen von Drucker Verbrauchsmaterial etabliert. Hierbei stellen Franchisenehmer nach Vorgaben oder Rezepten Waren her und vertreiben diese dann unter dem Warennamen des Franchisegebers.

Das Dienstleistungsfranchising:

Diese Art ist in unserer heutigen Dienstleistungsgesellschaft viel häufiger vertreten. Hierbei handelt es sich darum, dass ein Franchisenehmer eine Beratung oder Serviceleistung unter gleicher Marke durchführt. Er bietet seine Services unter gleichem Namen, mit demselben Warenzeichen und unter dergleichen Geschäftsbezeichnung wie der Franchisegeber an.

Diese Art vom Franchising hat sich mittlerweile in nahezu allen Branchen etabliert: Es gibt Hotel Franchises, Gastronomie Franchises, Franchises in der Seniorenbetreuung, im Kosmetikbereich in der Haarentfernung oder als Nagelstudio, Fitnessstudio Franchises – alle erdenklichen Branchen sind hier vertreten. Sogar die Beratung hat das Franchising für sich entdeckt. Es gibt Nachhilfe Franchises, Unternehmensberatungen, Autovermietungen.

So überrascht es nicht, dass dieser Bereich mit Abstand zu den wichtigsten Pfeilern der deutschen Franchisewirtschaft geworden ist.

Das Vertriebsfranchising:

Das Vertriebsfranchising stellt die älteste Form des Franchising dar. Der Franchisenehmer vertreibt in seinem Geschäft bestimmte Waren des Franchisegebers. Diese Art des Franchising nahm seinen Ursprung in den USA des 19. Jahrhunderts: Der Nähmaschinen-Hersteller Singer gestand im 19. Jahrhundert fahrenden Händlern das Recht ein, dass sie auf eigene Rechnung die Singer Nähmaschinen vertreiben konnten. Hier standen lediglich der Vertrieb und der Absatz einer Marke im Vordergrund. So sollte die Bekanntheit der Marke gesteigert werden.

Das Vertriebsfranchising findet heutzutage vor allem als Shop-in-Shop-Lösung Anwendung. Diese ist vor allem für Sportgeschäfte, im Bekleidungseinzelhandel oder Elektro-Geschäften, etc. relevant.

Kommt Franchising für Sie in Frage?

Falls Sie schon länger überlegen, sich selbstständig zu machen, Sie aber an der passenden Geschäftsidee scheitern, dann könnte ein Franchise eine sehr sinnvolle Variante für Sie darstellen. Der Franchisegeber stattet Sie mit allem Wichtigem aus und sorgt dafür, dass Sie möglichst komfortabel Ihre Geschäftstätigkeit aufnehmen können. Finden Sie heraus, ob Sie für das Franchising gemacht sind, und falls ja: Wagen Sie den Schritt in eine aufregende, unternehmerische Zukunft!

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