Was ist Produktfranchising?

12.03.2018 17:50 | Ein Unternehmen gründen

Der eine hat eine Erfindung gemacht, der andere möchte sie vermarkten. Dafür muss er ihre Eigenheiten kennen und über geeignete Gerätschaften verfügen. Die Herstellung im besonderen Auftrag kennzeichnet das Produktfranchising, weswegen es auch danach benannt werden kann. Zusammenstellung und Vorgehensweise sind festgelegt; um sich der Anwendung einer bewährten Rezeptur bedienen zu können, braucht es eine entsprechende Lizenz, die nicht umsonst zu haben ist.

Pflicht zur Geheimhaltung im Produktfranchising

Gerade, weil er die Zusammenhänge und alle Einzelheiten bestens kennt, darf der Franchisenehmer Außenstehenden gegenüber kein Wort darüber verlieren. Das gilt ebenso für Mitwirkende, die in die Geheimnisse der Produktwerdung eingeweiht sind. Auch sie müssen zum Stillschweigen verpflichtet werden, wobei das nicht immer einfach ist. Nur zu leicht rutscht in einem unbedachten Augenblick oder in gelöster Stimmung etwas heraus, besonders dann, wenn andere es darauf anlegen. Man tut als Lizenzierter gut daran, möglichst viel für sich zu behalten oder für den Fall des Plauderns hohe Strafen anzudrohen. Dennoch kann man vor Nachahmern nie ganz sicher sein, daran Schuldige zu finden, fällt meist sehr schwer. Umso mehr Sorgfalt ist an den Tag zu legen.

Beim Franchising von Markentradition profitieren

Trotz aller Schwierigkeiten kann es gelingen, einzigartiges Know-how auf Dauer in den Händen seines Urhebers zu bewahren. Cola beispielsweise ist mittlerweile in zahlreichen Abwandlungen am Markt vertreten, doch die eine Wahre noch immer unverwechselbar, obwohl es viele Varianten davon gibt. Der Zucker darin kann ihren Wert nicht ausmachen, auch schmeckt sie mal so, mal anders, ist aber immer echt. Und das liegt in erster Linie an ihrem Erkennungszeichen und dem damit verbundenen Image, das im Laufe der Jahrzehnte wechselhafte Züge angenommen hat und dennoch nicht verwässert wird. Niemand würde von Gepanschtem reden, wenn Vertreter einer neuen Generation deutlich unterscheidbare Geschmackszüge aufweisen.

Auf die Ingredienzien kommt es nur bedingt an

Der Urstoff ist und bleibt derselbe, viele rätseln seit Langem, woraus er bestehen mag. Etliche Theorien darüber und auch Gerüchte kursieren, doch niemand außer den Insidern weiß bis heute, worum es sich wirklich handelt. Manche haben sich mehr oder weniger gelungen an Imitaten versucht, aber ein geschütztes Original ist nun mal nicht kopierbar. Für den Franchisegeber hat das Konzept den Vorteil, dass er seine Ware nicht um den halben Erdball transportieren muss, damit Verbraucher ihrer bequem habhaft werden können. Der nächstgelegene Produktionsort befindet sich innerhalb der Reichweite, Geliefertes kommt immer frisch auf den Tisch. Dabei wäre das mitunter gar nicht nötig. Restbestände aus vergangenen Tagen könnten sogar sehr wertvoll sein.

Geniales verbreitet sich auf der ganzen Welt

Doch der Urvater der Idee verdient ja auch mit dem Vergeben der Erlaubnis, davon Gebrauch zu machen. Hat er damit erst einmal angefangen, entsteht schon bald ein regelrechter Wettbewerb. Nicht nur einer möchte ebenfalls in den bewährten Genuss kommen, auch andere wollen ihr Stück vom Kuchen haben. Fast jeder versucht, Gleichgesinnte auszustechen, von Mal zu Mal steigt der Wert einer neuen Konzession. Dafür war natürlich erhebliche Vorarbeit zu leisten. Niemand interessiert sich für etwas, das keiner begehrt. Doch alle wollen es, nachdem es sich genügend herumgesprochen hat. Selbst im kleinsten Dorf ist irgendwann zu erhalten, was auf den Parketten glänzender Metropolen ordentlich Eindruck gemacht hat.

In erster und zweiter Linie zählt das Logo

Mit Etikettenschwindel hat es nichts zu tun, wenn vermeintlich vor Ort Produziertes in Wirklichkeit aus fernen Gegenden stammt. Man kann doch immer sicher sein, dass man auch bekommt, was man in der Hand halten möchte, und wenn am Stammplatz gerade nichts verfügbar war, kann Ebenbürtiges durchaus von weiter weg herkommen. Hauptsache, man muss auf das gewohnte Erlebnis nicht verzichten. Mit dem Produkt erwirbt man eben eine Idee, die dahintersteckt. Dabei liegt es ja nahe, dass in der Region Erstelltes auch dort angeboten wird, mitunter aber treten Engpässe auf, die überwunden werden müssen, damit kein Schaden entsteht. Was gefragt ist, muss immer da sein, ganz egal, ob es gerade regnet oder schneit.

Ständige Verfügbarkeit nicht verzichtbar

Für Schwierigkeiten des Händlers bringen verwöhnte Kunden in aller Regel kein Verständnis auf. Was sollten die Leute denken, wenn

  • Begehrtes ausverkauft ist,
  • stattdessen ein prinzipiell nicht akzeptabler Ersatz bereitgestellt wurde, oder
  • ein beliebter Begleiter plötzlich so aussieht, als käme er aus dem verstaubten Keller?

Es sollte schon angemessen herausgeputzt sein, was seinen Spitzenplatz behaupten will, wer da nicht mitzieht, bleibt nur auf der Strecke. Deswegen wäre es auch müßig, Erfolgsmodelle in den Schatten stellen zu wollen, aussichtsreicher ist es, sich rechtzeitig einen festen Platz zu sichern und ihn daraufhin konsequent auszubauen.

Warenwert den Umständen entsprechend

Dass ein und dasselbe in unvergleichbarem Umfeld ein Mehrfaches als gewöhnlich beanspruchen kann, nimmt man schon eher in Kauf, es muss dann auch nicht unbedingt gut gekühlt sein. Stattdessen freut man sich, selbst in erlesenem Rahmen und auf dem silbernen Tablett serviert genießen zu können, was aus dem Alltagsleben nicht mehr wegzudenken ist. Man sollte sich nur allein einmal vorstellen, welche Menge an Transportkosten einzusparen ist, wenn statt Abgefülltem das Prinzip dafür exportiert wird, um zu ermessen, wie viel Gebühr dafür verlangt werden kann. Den Spediteuren nützt das freilich nichts, doch sie dürfen sich nicht darüber beklagen.

Eigene Aktionen im zugeteilten Raum

Grund zur Klage hätte vielleicht jemand, der sich übervorteilt fühlen könnte, doch dem schlägt wiederum die Geheimniskrämerei ein Schnippchen. Was bezahlt worden ist, damit ein nach Absprache hergestelltes Produkt im Franchising innerhalb eines bestimmten Gebiets vertrieben werden kann, steht nicht zur Diskussion, damit wird das Modell aber zum Teilbereich einer anderen Sparte, dem Vertriebsfranchising. Kaum vorstellbar ist, dass Produziertes nicht auch veräußert werden könnte, beides liegt oft in der gleichen Hand. Reine Produkt-Franchisenehmer dürfte es nur äußerst selten geben, Vertriebswege sind nicht immer vorgezeichnet.

Was lange währt, wird immer besser

Das Produktfranchising stammt wie so vieles aus den USA, wo es bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts bekanntgeworden ist, und zwar, abgesehen von der Getränkeindustrie, im Sektor des Automobilvertriebs. Etwa 50 Jahre später erlebte es eine Renaissance, die schon moderner angehaucht war und das Format eines Geschäftsmodells in den Mittelpunkt der Verhandlungen rückte. Sich daran zu orientieren kann davon abhalten, Fehlentwicklungen der Vergangenheit in Zukunft zu wiederholen.

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