Social Franchising - Was ist das?

02.02.2019 14:30 | Ein Unternehmen grnden

social franchising

Wussten Sie, dass Franchising auch im Non-Profit-Bereich vertreten ist? Das sogenannte Social Franchising nutzt die Techniken des kommerziellen Franchisings, allerdings steht hier nicht der finanzielle im Vordergrund, stattdessen geht es um eine Steigerung des Gemeinwohls. Heute erlutern wir Ihnen die Besonderheiten des Social Franchisings und stellen Ihnen sogar eine gemeinntzige Franchisemarke vor.

Social Franchising hier steht das Gemeinwohl im Vordergrund!

Beim kommerziellen Franchising geht es darum, dass der Franchisegeber seinem Franchisepartner ein Geschftskonzept zur Verfgung stellt, was gut von den Kunden angenommen wird und sich bereits am Markt etablieren konnte. Das herkmmliche Franchising ist von einer Win-Win-Situation beider Vertragspartner gekennzeichnet: Whrend der Franchisegeber von einem greren Absatzgebiet profitiert und mehr Profit erzielen kann, kommt zeitgleich aber auch der Franchisenehmer in den Genuss, dass er sich mit einem ausgereiften Geschftskonzept selbststndig machen kann. Als selbststndiger Unternehmer kann der Franchisenehmer einen wirtschaftlichen Schnellstart hinlegen, ihm werden zahlreiche Markteintrittsbarrieren aus dem Weg gerumt und dank umfassender Untersttzung erreicht er meist zgig seinen Break-Even-Point.

Die soziale Variante des Franchisings

Beim Social Franchising verhlt es sich hnlich: Allerdings steht hier der soziale Aspekt im Vordergrund. Auch die Geschftsmodelle des Social Franchisings lassen sich mithilfe von Franchisepartnern verbreiten, jedoch geht es hier nicht um den kommerziellen Erfolg des Unternehmens. Die sozialen Konzepte setzen sich stattdessen fr das Gemeinwohl ein, hier geht es meist um Integration, Gleichberechtigung und aufklrende Ttigkeiten. Das erfolgreiche Vertriebsmodell Franchising macht es mglich, dass das soziale Vorhaben auf diese Weise an mehreren Standorten umgesetzt und verbreitet werden kann.

Gibt es also ein soziales Projekt aus dem Non-Profit-Bereich, kann dies ber Social Franchising einem anderen sozialen Trger zugnglich gemacht werden. Der Franchisegeber ist oft ein gemeinntziger Verein oder eine Stiftung. Ihm ist daran gelegen, dass das Gemeinwohl davon profitiert und sich das Konzept an mglichst vielen Orten multipliziert.

Was sind die Gemeinsamkeiten mit dem kommerziellen Franchising?

Das Social Franchising nutzt die Vorteile des herkmmlichen, kommerziellen Franchisings, es setzt diese allerdings fr soziale Zwecke ein. So knnen vor allem andere Institutionen im Bereich der sozialen Arbeit ein erfolgreiches Konzept bernehmen, ohne dass aufwndig eine eigene Idee konzipiert werden muss. Daher sind also auch mit Social Franchising Existenzgrndungen mglich selbst wenn dies eher fr soziale Einrichtungen und Organisationen interessant ist.

So startet auch das Social Franchising mit einem Pilotprojekt, wo das Konzept initial getestet wird. Es wird so designt, dass es auch auf andere Standorte multiplizierbar ist. Stellt sich das Pilotprojekt als erfolgreich heraus, findet auch beim Social Franchising eine Expansion des sozialen Projektes statt. Dem System liegt ein Markenname zugrunde und die Franchisenehmer unterzeichnen einen Franchisevertrag. Zudem erhalten sie ein Handbuch und werden geschult.

Wie luft das Social Franchising ab?

Auch das Social Franchising basiert selbstverstndlich auf einem Franchisevertrag. Da es sich um eine Non-Profit-Organisation handelt, werden den Franchisenehmern in der Regel keine Franchisegebhren in Rechnung gestellt. Allerdings werden die Franchisenehmer auch beim Social Franchising von ihrem Franchisegeber aus- und weitergebildet. Auch ein Franchisehandbuch zhlt zu den Untersttzungsleistungen des Franchisegebers. Anstatt dass die Franchisepartner Gebhren an den Franchisegeber zahlen, werden sie meist aufgefordert Datenstze an den Franchisegeber weiterzuleiten, damit dieser das Konzept stetig weiterentwickeln und optimieren kann.

Staatliche Institutionen untersttzen soziale Franchiseprojekte

Wie bereits angemerkt, wird beim Social Franchising keine Gewinnmaximierung angestrebt, stattdessen geht es um die Gemeinntzigkeit des Projektes. Nur wie lassen sich so die Kosten des sozialen Projektes stemmen?

Hier gibt es zwei Mglichkeiten zur Kostendeckung:

  • Zum einen kann es sein, dass die Kunden oder Nutzer die entstehenden Kosten decken.
  • Zum anderen knnen aber auch staatliche Institutionen als Geldgeber hinter dem Projekt stehen.

Wer also als Franchisegeber plant, ein soziales Konzept zu entwerfen, der sollte direkt ber ausreichend Weitblick verfgen, so dass man die Deckung der Projektkosten im Blick hat. Hier sind vor allem staatliche Frdergelder oder Subventionen sowohl fr den Franchisegeber wie auch seine Franchisenehmer interessant. Sobald der Franchisegeber sich einen berblick ber die gesetzlichen Vorschriften und Besonderheiten gemacht hat, kann er sein Wissen und seine Erfahrungen mit seinen Franchisepartnern teilen. So macht er es mglich, dass sich seine Partner auf mglichst unkomplizierte Art und Weise mit dem gemeinsamen sozialen Projekt selbststndig machen knnen.

Kennen Sie schon das soziale Franchisesystem Samocca?

2003 wurde in Aalen der Pilotbetrieb des Samocca Franchise erffnet. Es handelte sich dabei um Coffeeshop-Konzept mit dem Namen Samocca. Das Caf entstand aus der Aalener Behindertenhilfe Ostalp (Samariterstiftung).

Die Idee entwickelte sich ursprnglich aus einer Arbeitsgruppe, die eine Werkstattarbeitsgruppe aus 16 Menschen mit Behinderung bekochte. Und aus dem Caf entwickelte sich letztlich das Samocca-Franchise, bei dem Menschen mit und ohne Handicap zusammenarbeiten. Viele Cafs besitzen auch eine eigene Kaffeersterei. Abgesehen von den Kaffeespezialitten werden den Gsten in einem einladenden Ambiente auch Snacks, Speise und andere Getrnke angeboten. Neben der Rsterei besitzen manche Samocca-Cafs auch eine eigene Chocolaterie, wo Schokoladenprodukte vertrieben werden. Zustzlich werden die Gste auch zum Stbern animiert, da sie im Caf teilweise auch andere Geschenkideen erstehen knnen.

Vom Einzelbetrieb zum Franchisesystem

Die Geschftsidee des Samocca kam so gut bei den Kunden an, dass der Begrnder der Idee sein Konzept franchisierte. So konnte die Samocca-Gemeinschaft auf aktuell 17 deutschlandweite Betriebe heranwachsen. Das Franchisesystem bietet nun speziell im Bereich der Behindertenhilfe seine Services an. Das Tolle an dem Franchisesystem ist, dass sich die einzelnen Franchisepartner gegenseitig bereichern, die Gemeinschaft wchst, was die Entwicklung neuer Ideen und Strategien beflgelt. Und davon profitiert natrlich das gesamte System! Das hat dazu gefhrt, dass neue Partner von gesunkenen Entwicklungskosten und einem geringeren Rechercheaufwand profitieren konnten. Auerdem kommen sie dank des groen Franchisenetzwerkes in den Genuss von finanziell attraktiven Lieferantenkontakten.

Fr wen ist das Samocca Franchise was?

Das Social Franchise Samocca richtet sich an Einrichtungen in der Behindertenhilfe, da nur Werksttten mit Menschen mit Behinderten als Franchisenehmer fr das Samocca qualifizieren.

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