Weiterbildung: Training für Franchisenehmer

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Das Franchising ist ein Lizenzsystem, das seinen Weg in den 1970er Jahren über die Weiten des Ozeans bis nach Deutschland gefunden hat. Auch wenn die Deutschen und vor allem die Unternehmer das Lizenzsystem zunächst mit argwöhnischen Augen begutachtet haben und nicht so wirklich Vertrauen in das Geschäftsmodell fassen konnten, überzeugte es letztendlich doch den deutschen Wirtschaftsmarkt im Laufe der Jahre.

Das Besondere am Franchising ist, dass es zwar durchaus Franchisegeber gibt, die vor allem Partner mit Praxiserfahrung und fachlichen und kaufmännischen Kenntnissen suchen, doch auf der anderen Seite existieren auch so einige Franchiseunternehmen, welche Quereinsteiger mit offenen Armen begrüßen.

Denn durch Schulungen zu Beginn der Existenzgründung und Fort- und Weiterbildungen während des weiteren Verlaufs der Zusammenarbeit werden die Franchisepartner perfekt auf den geschäftlichen Alltag vorbereitet und können das Gelernte sogleich in die Tat umsetzen. Im folgenden Artikel wollen wir nun einen genaueren Blick auf die Schulungen und Weiterbildungen der Franchisenehmer werfen.

1) Gute Schulungen zum Einstieg sind unerlässlich

Der wichtigste Punkt, welcher das Franchising von einer herkömmlichen Gründung abgrenzt, besteht eindeutig in der Unterstützung, welche die Franchisenehmer von ihrem Franchisegeber erfahren. Zu Beginn der Kooperation wird ihnen die Systemzentrale zur Seite gestellt, welche sich um alle Belange kümmert. Der Franchisenehmer wird bei der Suche seines zukünftigen Standortes unterstützt, erhält Tipps und Tricks bei der Auswahl der passenden Mitarbeiter für seinen eigenen Betrieb und wird durch erste Schulungen an das Unternehmertum herangeführt.

Diese Schulungen sind eine Pflicht, welche die EU-Kommission und der Europäische Verhaltenskodex für Franchising den Franchiseunternehmen auferlegt hat. So soll sichergestellt werden, dass die Franchisenehmer eine faire Chance erhalten, um sich ihren laufenden Betrieb aufzubauen und nicht völlig planlos auf weite Flur geschickt werden.

Diese Schulungen stellen den Grundstein dar, wodurch den Franchisenehmern das Know-how und das Praxiswissen des Franchisegebers vermittelt wird. Dieser hat schließlich nicht nur bereits mehrere Franchisepartner unter seine Fittiche genommen, sondern hat sein Geschäftsmodell und -konzept auch schon selbst durch einen Pilotbetrieb mindestens zwei Jahre lang ausprobiert.

Im Laufe dieser Schulungen, die ganz individuell gestaltet sein können, sollen die Franchisenehmer natürlich zuallererst an die Geschäftsinterna herangeführt werden. Welche betrieblichen Prozesse und Abläufe im geschäftlichen Alltag beispielsweise unerlässlich sind und garantiert zum Erfolg im Tagesgeschäft führen. Dabei kann es sich um die Positionierung der Produkte handeln, sodass diese der Kundschaft besser ins Auge stechen, oder um bestimmte Kaufstrategien. Weiterhin werden die Franchisenehmer in die Kundenakquise eingeführt.

Dies ist ein wesentlicher Bestandteil im Unternehmertum, dem sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte. Denn alle Handlungen und Projekte sind im Endeffekt auf den Kunden ausgerichtet. Können wir diesen nicht von unseren Produkten oder Dienstleistungen überzeugen, wird kein Umsatz generiert.

Die Schulungen beinhalten also vor allem erfolgreich erprobte Maßnahmen des Marketings, welche natürlich auf den lokalen Markt ausgerichtet sind. Das können bestimmte Aktionen und Events sein, welche die Kunden anlocken, oder eine Anpassung des Sortiments an die regionalen Vorlieben. Denn im Laufe der Jahre hat sich gezeigt, dass die Kundschaft verschiedene Vorlieben und Wünsche hat, die sich regional, aber vor allem auch auf nationaler und internationaler Ebene stark voneinander unterscheiden.

Franchiseunternehmen passen aus diesem Grund ihr Angebot durch kleine Anpassungen an die lokalen Bedürfnisse an und erhalten somit mehr Gewinn. Außerdem spielt im Marketing die Werbung immer eine entscheidende Rolle, um sich von der Konkurrenz abzugrenzen und zu betonen wie besonders das eigene Unternehmen im Vergleich ist.

Damit einhergeht auch immer die Personalführung. Den Franchisenehmern wird ans Herz gelegt, stets fair und professionell mit ihren Mitarbeitern umzugehen und ihnen werden Problemlösestrategien mit auf den Weg gegeben.

Ein Unternehmen ist dennoch stets Regeln und Auflagen des Staats verpflichtet, deren Einhaltung unabdinglich ist. So müssen sich die Franchisenehmer dementsprechend auch mit dem Arbeitsrecht, Steuerrecht und dem Franchiserecht beschäftigen. Denn Verstöße gegen die staatlichen Vorgaben können dem Unternehmen unter Umständen teuer zu stehen kommen.

Gleiches gilt natürlich auch für die Einhaltung der Hygiene- und Qualitätsstandards und die ordnungsgemäße Handhabung und Ausführung der Buchhaltung. Da diese Punkte jedoch enorm wichtig sind und die Franchiseunternehmen unter allen Umständen hohe Strafen und Sanktionen des Staates vermeiden wollen, schickt der Franchisegeber regelmäßig Vertreter seiner Systemzentrale in die Franchisebetriebe um die vorgegebenen Regularien und deren Einhaltung zu kontrollieren.

Der Umfang dieser Schulungen variiert je nach Franchiseunternehmen. Wenn Sie sich also gerade mit der Idee tragen, ins Franchising einzusteigen, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Ihr zukünftiger Franchisegeber viel in die Schulung seiner Partner investiert und darauf großen Wert legt.

Das BackWerk ist zum Beispiel ein Unternehmen, welches sehr viele Quereinsteiger in seinen Reihen aufnimmt. Dies ist nur möglich, da das BackWerk über zwei eigene Schulungszentren verfügt, welche sich ausschließlich mit der Vorbereitung der Franchisenehmer auf ihren zukünftigen Beruf beschäftigt.

Neben der kaufmännischen Seite des Franchisings, achtet das BackWerk darauf, dass die baldigen Partner jede Arbeit im Betrieb verrichten können. So stehen die Franchisenehmer dann zunächst einige Wochen hinter der Kasse, putzen die Glasvitrinen der Auslagefläche oder bedienen den Backofen. So haben Sie mehr Respekt für die Arbeit ihrer Angestellten, entwickeln sich jedoch auch gleichzeitig zum optimalen Ansprechpartner des Personals bei Fragen und Problemen, denn die Franchisenehmer stecken nun selbst tief in der Materie.

Die Schulungen zu Beginn der Zusammenarbeit finden also zumeist zentralisiert in einem Klassenraum statt. Hier sind mehrere Franchisenehmer versammelt, welche sich alle am gleichen Punkt ihrer Karriere befinden: Nämlich ganz am Anfang. Durch dieses Konzept können die Existenzgründer sich nun untereinander kennenlernen und vielleicht sogar Freundschaften schließen.

Dies ermöglicht es ihnen, den Kontakt zu Gleichgesinnten zu halten und sich aneinander zu orientieren. Es können Zahlen und Fakten ausgetauscht werden, um Vergleiche anzustellen und sich gegenseitig zu motivieren. Gleichzeitig haben die Franchisenehmer nun allerdings auch Kontakte geknüpft, welche sie anrufen können, um Rat und Hilfe zu erbitten. Manchmal ist es angenehmer, die Probleme mit Kollegen zu besprechen, als sich sofort an die Systemzentrale oder den Franchisegeber zu wenden.

Die Schulungen haben also zwar in erster Linie einen edukativen Zweck, in zweiter Linie soll durch die entstehenden Beziehungen allerdings auch der Zusammenhalt des Franchisenetzwerkes gestärkt werden.

2) Fortbildungen und Weiterbildung im geschäftlichen Alltag

Auch wenn Sie durch die hoffentlich umfassenden Schulungen Ihres Franchiseunternehmens nun auf einem guten Stand sind und sich auf einem guten Weg befinden, um den Anforderungen im Franchisealltag gerecht zu werden, sollte es mit den Schulungen zu Beginn Ihrer Tätigkeit noch nicht getan sein. Denn ein professionelles und qualitativ hochwertiges Franchiseunternehmen zeichnet sich vor allem durch die beständige Hilfe und Unterstützung aus, welche sie ihren Franchisepartnern anbietet.

Denn nicht umsonst gibt es den Spruch: Im Leben ist man niemals ausgelernt. Und gerade in der Wirtschaft ist es wichtig, stets mit dem Lauf der Zeit zu gehen. Unsere Gesellschaft befindet sich im ständigen Wandel und wird niemals damit aufhören, sich weiterzuentwickeln. Der Franchisegeber sollte also dafür sorgen, dass seine Franchisenehmer über die neusten Innovationen und Marketingkniffe stets informiert werden und somit eine Chance haben, um sich dauerhaft zwischen den Konkurrenten zu halten.

Darüber hinaus ist allerdings logisch, dass nach der Darlegung und Sicherung der Basics, nun mehr in die Tiefe der Problematik eingetaucht wird. Es sollten nun Seminare und Kurse angeboten werden, welche sich vor allem mit der Perfektionierung der Führungsqualitäten beschäftigen.

Denn nur, wem es gelingt, seine Mitarbeiter dauerhaft zu motivieren, wird einen erfolgreichen Betrieb leiten können. Gleichzeitig nimmt aber auch das Marketing eine präsente und wesentliche Rolle ein. Diese ist nämlich dafür verantwortlich, die Kunden in den eigenen Betrieb zu locken und sie davon zu überzeugen, dass dieser die richtige Wahl für deren Besorgungen ist.

Zu diesem Zweck ist es üblich, dass die Franchisenehmer eine Werbegebühr an ihren Franchisegeber abtreten. Im Gegenzug dafür stattet dieser seine Partner mit Materialien wie Flyer und Prospekte aus und inkludiert den Betrieb in virtuelle Werbemaßnahmen.

3) Fazit

Bevor Sie sich zur Unterzeichnung des Franchisevertrags überreden und drängen lassen, lesen Sie diesen genau durch und werfen Sie einen besonders intensiven Blick auf den Punkt Schulung und Weiterbildungen.

Werden Sie sich über den Umfang und das Ausmaß des Schulungsangebots Ihres Franchisegebers klar und entscheiden Sie für sich selbst, ob Ihnen die angebotenen Leistungen ausreichen oder nicht. Das sollten Sie von Ihren eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten abhängig machen. Überschätzen Sie sich allerdings nicht, sondern bleiben Sie realistisch.

Es ist besser, wenn man Unsicherheiten nochmals aufarbeitet und bereits Gelerntes nochmals wiederholt, als dann im geschäftlichen Alltag im Dunkeln zu tappen. Denn alle betriebswirtschaftlichen und fachlichen Kenntnisse, welche Ihnen dann später fehlen werden, müssen Sie dann aus eigener Tasche zahlen und sich mit erheblichem Aufwand aneignen.

Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob die Maßnahmen, welche das Franchiseunternehmen Ihnen anbietet, ausreichend sind, dann erkundigen Sie sich, ob sogenannte Schnuppertage angeboten werden. Nehmen Sie an diesen auf jeden Fall teil und überzeugen Sie sich somit dann auch gleich selbst von der Qualität des Unterrichts.

Weiterhin sollten Sie sich absichern, dass die Schulungen und Fortbildungsmaßnahmen in den laufenden Gebühren mit inbegriffen sind und Ihr Franchisegeber nicht zusätzliche Gebühren verlangt. Manche Franchiseunternehmen machen es sich nun auch einfach und greifen auf die Hilfe von Online Schulungskonzepten zurück. Die Inhalte werden in Videos auf YouTube, Skype-Konferenzen oder Webinaren vermittelt. Wenn dies nichts für Sie ist, sollten Sie einen Kompromiss mit Ihrem Franchisegeber ausarbeiten, oder sich ein anderes Unternehmen suchen.

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