Wie funktioniert Franchising?

14.10.2018 15:00 | Ein Unternehmen grnden

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Beim Franchising handelt es sich um eine partnerschaftliche Kooperation zwischen Franchisenehmer und Franchisegeber. Der Franchisegeber stellt interessierten Franchisenehmern sein unternehmerisches Konzept zur Verfgung, so dass diese sich damit selbststndig machen knnen. Fr beide Geschftspartner ergibt sich so eine Win-Win-Situation: Der Franchisenehmer kann sich mit einem am Markt etablierten Geschftskonzept selbststndig machen, whrend der Franchisegeber von der Expansion seiner Marke profitiert. Franchising eine erfolgreiche Kooperationsform!

Historischer Exkurs: Wie hat sich Franchising entwickelt?

Diese Geschftspartnerschaft blickt bereits auf eine lange Tradition zurck. Sie nahm ihren Ursprung im mittelalterlichen Frankreich, als Feudalherren mit Steuereintreibern Vereinbarungen trafen, so dass diese einen Prozentsatz ihrer Einnahmen in die eigene Tasche stecken durften. Spter bezeichnete Franchising die Befreiung von Zllen und Steuern. Schlielich kommt der Begriff Franchising auch aus dem Franzsischen von dem Wort franchise und bedeutet Befreiung von Abgaben und Gebhren.

Im 17. und 18. Jahrhundert wurde der Begriff dann ausgeweitet und umfasste die staatliche Vergabe von Privilegien an einzelne Personen. Ein Jahrhundert spter wurde dann unter dem Begriff Franchising das Recht zur kommerziellen Nutzung von Markenrechten und Vertriebskonzepten verstanden. In der zweiten Hlfte des 20. Jahrhunderts machte das moderne Format das Franchising dann Schule und es erstreckt sich mittlerweile um den ganzen Erdball.

Erste Anfnge eines erfolgreichen Kooperationsmodells

Das moderne Unternehmensformat Franchising nahm vor allem in der Zeit der Industrialisierung Form an. Das US-amerikanische Nhmaschinen Unternehmen, die Singer Sewing Maschine Company, nutzte das Modell, um mittels fahrender Hndler expandieren zu knnen. Dies spielte sich in 1860 ab. Das Unternehmen engagierte fahrende Hndler, die die Nhmaschinen des Unternehmens auf eigene Rechnung und im eigenen Namen vertrieben. Dies gilt als die erste, moderne Form des Franchising. Auch andere Unternehmen lieen sich von diesem Businessmodell inspirieren und nutzen es fortan fr ihre Expansionszwecke. So fasste Franchising in der Mitte des 20. Jahrhunderts letztlich auch in der Automobil- und Getrnkeindustrie Fu.

Von den USA in die Welt: Die Erfolgsgeschichte des Geschftsmodells Franchising

Die Vereinigten Staaten sind das Ursprungsland des Franchising. Hier nahm das Erfolgsmodell zum ersten Mal Form an und wurde stndig weiter entwickelt. Zudem zhlt das goldene M auch als Fast-Food-Kette McDonalds bekannt zu dem Franchisesystem weltweit. Mittlerweile umfasst es ein globales Netzwerk aus mehr als 31.000 Geschftspartnern. Diese Kette gilt als Erfinder des Business Formats und symbolisches Beispiel fr die Franchise-Industrie.

Wie funktioniert Franchising heutzutage?

Heutzutage handelt es sich beim Franchising um eine partnerschaftliche Kooperation zwischen zwei Personen, dem Franchisegeber und dem Franchisenehmer. Beide sind rechtlich und finanziell eigenstndig, whrend sie ein gemeinsames Ziel verfolgen: Die Expansion der Franchisemarke und die Einnahme weiterer Marktanteile.

Mit der Unterzeichnung des Franchisevertrages und dem Entrichten der einmaligen Franchiselizenzgebhr erhlt der Franchisenehmer die Markenrechte des Franchisegebers. Das ermchtigt ihn dazu, das am Markt erfolgreich erprobte Geschftsmodell des Franchisegebers zu nutzen. Mit dem Erhalt der Markenrechte und die Einfhrung in alle Betriebs- und Vertriebsgeheimnisse sowie in das relevante Know-How der Marke werden dem Franchisenehmer zahlreiche Markteintrittsbarrieren aus dem Weg gerumt. Allerdings hat sich Franchisenehmer an die Vorgaben und Standards aus der Franchisesystemzentrale zu halten. Dies sorgt dafr, dass ein einheitlicher Markenauftritt am Markt gewhrt wird. Denn genau das ist das Besondere am Franchising: Auch wenn es sich bei der Kooperationsform um rechtlich eigenstndig Unternehmen handelt, wirken die einzelnen Franchisebetriebe auf Kunden und Auenstehende identisch. Der Kunde erhlt in jedem Betrieb dieselben Waren und Dienstleistungen, so dass er keinen Unterschied bemerkt. Fr ihn sind die einzelnen Betriebe Teil eines groen Filialnetzes allerdings handelt es sich hierbei um ein Filialnetz, was der Franchisegeber nicht aufwndig in Eigenregie betreiben muss. Denn dies machen seine Geschftspartner, die Franchisenehmer, mglich.

Heie Fakten zum Franchising auf einen Blick:

Franchising wird daher als eine bereinkunft zweier Parteien definiert, die rechtlich und finanziell unabhngig voneinander sind. Die Kooperation besteht aus folgenden Bestandteilen:

  • Der Franchisegeber vergibt Rechte zur Markennutzung und zum Vertrieb bestimmter Waren und Dienstleistungen an den Franchisenehmer
  • Der Franchisenehmer unterzeichnet den Franchisevertrag und bindet sich fr eine (meist) langjhrige Laufzeit an das Franchisesystem
  • Nach Entrichtung der einmaligen Lizenzgebhr erhlt der Franchisenehmer die Erlaubnis, die erprobten Geschftsablufe und das Konzept des Franchisegebers an seinem eigenen Standort auszufhren
  • Die Geschftsbeziehung umfasst fr beide Seiten Rechte und Pflichten!
  • Der Franchisenehmer zahlt neben der einmaligen Gebhr auch monatliche Lizenzgebhren und hat sich an die Vorgaben aus der Systemzentrale zu halten
  • Der Franchisegeber tritt die Markenrechte an seinen neuen Geschftspartner ab und hilft diesem beim Aufbau seiner Geschftsttigkeit

Was ist im Leistungspaket des Franchisegebers enthalten?

Der Franchisegeber hat dafr zu sorgen, dass seine Geschftspartner einen Kick-Start bei ihrer Existenzgrndung absolvieren knnen. Aus diesem Grund schnren Franchisegeber umfangreiche Leistungspakete, die jedem Franchisenehmer beste Startvoraussetzungen ermglichen. Dank der Untersttzung durch den Franchisegeber und seiner Systemzentrale knnen die Geschftspartner das Geschftskonzept der Franchisemarke erfolgreich und auf unkomplizierte Weise vervielfltigen. Die Franchisesystemzentrale ist die Sammelstelle des Know-How und smtlicher Ressourcen der Franchisemarke, sie stattet die Geschftspartner mit dem notwendigen Wissen aus, whrend die Franchisenehmer ihre Arbeitskraft, regionale Marktkenntnisse und das notwendige Kapital dazu beisteuern.

Im Zuge einer intensiven Einarbeitung erhalten die Franchisenehmer eine Einfhrung in alle relevanten Geschftsprozesse sowie in das Tagesgeschft, so dass sie die Franchisettigkeiten problemlos an ihrem eigenen Standort durchfhren knnen. Das Training und die Grundausbildung dienen dazu, die Franchisenehmer zudem in betriebswirtschaftlichen und administrativen Themen auszubilden. Ein detailliertes Franchisesystemhandbuch dient als hilfreiche Bedienungsanleitung, so dass Franchisenehmer auch in Eigenregie Herausforderungen und kleinere Notflle im Geschftsalltag meistern knnen.

All diese Untersttzungen sorgen dafr, dass die Qualitt und Einheitlichkeit der Franchisemarke aufrecht erhalten werden. Fr die Dauer der Zusammenarbeit knnen die Franchisenehmer stets auf die Untersttzung der Zentrale setzen. Diese sorgt ebenso dafr, dass die Franchisenehmer mit Marketingmaterialien ausgestattet werden. So hilft die Zentrale bei der Durchfhrung von berregionalen Werbekampagnen, die zur Gewinnung neuer Kunden und der Bindung bereits bestehender Kunden dienen. Je nach Franchisesystem profitieren die Franchisenehmer auerdem von finanziellen Einkaufsvorteilen, sollte die Zentrale einen gebndelten Einkauf fr das gesamte System vornehmen. Hiervon profitieren letztlich alle das bezeugt schlielich auch der Slogan: Gemeinsam sind wir stark! Denn dies ist die gelebte Realitt im Franchising. Man kann sich stets auf den Support und die Hilfe des Franchisenetzwerkes verlassen. Das macht das berleben als Existenzgrnder um einiges einfacher! Gemeinsam als Team ist man erfolgreicher und strker als es als Einzelkmpfer der Fall ist!

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