Lizenzvergabe: Wie funktioniert das?

02.09.2018 17:00 | Ein Unternehmen gründen

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Sie interessieren sich für Franchising und haben im Zuge Ihrer Recherchen bereits häufig von unterschiedlichen Lizenzsystemen erfahren? Damit Sie als Existenzgründer bestens informiert sind, was für verschiedene Systeme es da draußen gibt, klärt dieser Artikel über den Unterschied von Franchise- und Lizenzsystemen auf. Erfahren Sie hier, wie eine Lizenzvergabe vonstatten geht.

Die Lizenzvergabe beim Franchising – darauf sollten Sie achten!

Oft werden die Begriffe Franchise- und Lizenzsystem nahezu synonym verwendet. In beiden Fällen handelt es sich schließlich um die Vergabe einer Lizenz, bei der ein Lizenznehmer die Rechte zu Nutzung von gewerblichen Schutzrechten berechtigt wird. Dies ist sowohl für Franchising als auch bei einer regulären Lizenzvergabe der Fall. Allerdings werben zahlreiche Lizenzsysteme mit finanziellen Vorteilen und geringeren Gebühren als es bei regulären Franchisesystemen der Fall ist. Wo genau liegt der Unterschied zwischen Franchising und einem Lizenzsystem? Hier klären wir Sie auf!

Was macht ein Lizenzsystem aus?

Bei einem Lizenzsystem ersteht ein Lizenznehmer die Rechte zur Nutzung einer Marke. Der Lizenzgeber stellt im Rahmen dessen seine – meist patentgeschützte – Erfindung oder aber als Warenzeichen geschützte Marke zur Verfügung. Der Lizenznehmer kann die Produkte und Dienstleistungen in sein reguläres Produktsortiment aufnehmen, er tritt allerdings weiterhin unter eigenem Namen auf und nutzt die Lizenzen nur in seinen unterschiedlichen Geschäftsbereichen.

Bei den meisten Lizenzsystemen findet lediglich eine Lizenzvergabe statt, ohne dass dem Lizenzpartner darüber hinaus noch weitere Dienstleistungs- oder Marketingkonzepte zur Verfügung gestellt werden. Die Lizenznehmer werden meist nur in den Bereichen, die mit der Lizenzvergabe zu tun haben, geschult. Darüber hinaus erhalten sie keinen weiteren Support. Aus diesem Grund hält sich der Einfluss der Lizenzgeber auf seine Geschäftspartner bei einer reinen Lizenzvergabe sehr im Rahmen.

Was ist der Unterschied zum Franchising?

Franchisesysteme zeichnen sich vor allem durch zwei Eigenschaften aus: Zum einen erhalten Franchisenehmer nach der Lizenzvergabe umfassende Unterstützungsleistungen durch den Franchisegeber, so dass Sie sich als Geschäftspartner auf einen intensiven Support inklusiver Einarbeitung verlassen können. Zum anderen sind Franchisesysteme dafür bekannt, dass alle Franchisenehmer mit ihren Betrieben einheitlich auftreten. Sprich: Sie repräsentieren dieselbe Marke durch ein identisches Shopkonzept, was sich sowohl durch ein gleiches Interior Design als auch von standardisierten Arbeitsschritten auszeichnet, so dass die Kunden in jedem einzelnen Franchisebetrieb denselben Service und exakt die gleiche Kauferfahrung machen können. Das sorgt für eine höhere Identifikation der Kunden mit der Marke.

Der einheitliche Marktauftritt ist deshalb möglich, da den Franchisenehmern vom Franchisegeber ein einheitliches Marketingkonzept zur Verfügung gestellt wird, so dass alle Beteiligten nach außen identisch auftreten können. Gleichzeitig trägt dies zu einer starken Bindung an das System und das Netzwerk bei. Der einheitliche Marktauftritt ist somit Pflicht!

Jedoch sorgt der Franchisegeber im Gegenzug dafür, dass seine Geschäftspartner in den besten Händen sind, indem seine Systemzentrale einen vollumfassenden Support bietet: So unterstützen die meisten Franchisegeber ihre zukünftigen Geschäftspartner bereits vor der Gründung, so dass die Geschäftseröffnung ein voller Erfolg wird. Aus diesem Grund wird das systemspezifische Wissen in Schulungen vermittelt und ein aufwändig erstelltes Franchisesystemhandbuch erstellt. Dieses Werk gibt den Geschäftspartnern umfangreiche Informationen zum Franchisesystem und kann als Nachschlagewerk verstanden werden, so dass keine offenen Fragen bleiben. Durch die zahlreichen Unterstützungsmaßnahmen stellt der Franchisegeber sicher, dass alle Geschäftspartner einheitlich unter seinem Namen und seiner Marke auftreten. Je bekannter die Marke, desto wichtiger ein einheitlicher Auftritt! Jedoch haben die Franchisenehmer für das Mehr an Leistungen und Unterstützungen natürlich auch höhere Franchisegebühren zu zahlen.

Die Lizenzvergabe im Franchising: Recht und Pflicht zugleich!

Beim Franchising nimmt die Lizenzvergabe eine wichtige Rolle ein, denn sie geht mit zahlreichen Rechten und Pflichten einher. So erwirbt ein Franchisenehmer die Lizenz eines Franchisesystems und er erhält damit das Recht zur Nutzung der gewerblichen Schutzrechte des Franchisegebers. Von nun an, darf er unter demselben Namen am Markt auftreten, er darf das Markenlogo nutzen und verkörpert die Corporate Identity.

Zeitgleich geht damit aber auch die große Pflicht einher, den Vorgaben des Franchisegebers nachzukommen. Schließlich agiert der Franchisenehmer unter dem Markennamen des Franchisegebers und er hat somit den Anweisungen und Qualitätsstandards zu folgen, die sicherstellen, dass das System nach außen einheitlich auftritt.

Der Unterschied zwischen Lizenzsystem und Franchising auf den Punkt gebracht:

  • Lizenznehmer tritt unter eigenem Namen am Markt auf
  • Keine Unterstützung oder umfassende Einarbeitung durch den Lizenzgeber
  • Lizenznehmer erhält lediglich Schulungen im Bereich, der das Produkt oder die Dienstleistung betrifft
  • Lizenznehmer können verschiedene Lizenzen kombinieren und großes Produktportfolio aus unterschiedlichen Geschäftsbereichen anbieten
  • Lizenzgeber hat kaum Einfluss auf seine Lizenznehmer

Bei der reinen Lizenzvergabe vergibt der Lizenzgeber also lediglich die gewerblichen Schutzrechte. Darüber hinaus erhalten die Lizenznehmer nur das spezielle Know-How, um die Produkte oder Dienstleistungen entsprechend einsetzen zu können. Verglichen zum Franchising findet also nur ein beschränkter Wissenstransfer statt, ebenso werden weniger Hilfestellungen gegeben.

Was beinhaltet eine einfache Lizenzvergabe?

Bei einer reinen Lizenzvergabe erhalten die Lizenznehmer also tatsächlich nur das Recht zur Nutzung bestimmter Schutzrechte. Je nach Art des Lizenzvertrages beinhaltet die Lizenz verschiedene Dinge: So kann es sich um die Nutzung einer Marke, einer Software, von Patenten oder eines Gebrauchsmusters handeln. Darüber hinaus kann es auch eher „geistiger Natur“ sein, wenn es sich lediglich um Know-How handelt. Je nach Vertrag finden vorab oder aber im Anschluss an die Lizenzvergabe noch Schulungen statt. Werden darüber hinaus keine weiteren Unterstützungen vereinbart, dann handelt es sich in diesem Fall lediglich um die reine Lizenzvergabe.

Die nächste Stufe: Von der reinen Lizenzvergabe zu einem umfassenderen Lizenzsystem!

Findet abgesehen von der Lizenzvergabe auch darüber hinaus in begrenztem Umfang ein Wissenstransfer statt und wird Hilfe bei der Umsetzung geboten, dann kann man schon eher von einem Lizenzsystem sprechen. In diesem Fall erhält der Lizenznehmer schließlich mehr als nur die reine Lizenz!

Verglichen mit dem regulären Franchising findet die Betreuung hier nur in sehr reduzierter Form statt. Je nach Lizenzsystem erhalten die Partner Unterstützung beim Controlling und der Qualitätssicherung. Gerade in der Startphase oder beim Vertrieb wird den Lizenznehmern in diesem Fall unter die Arme gegriffen.

Lizenzsystem vs. Franchisesystem: Gibt es einen rechtlichen Unterschied?

Rechtlich gesehen handelt es sich bei beiden Kooperationsformen um eine Lizenzvergabe. Aus diesem Grund werden die Begriffe auch meist synonym benutzt, denn schließlich wird ja auch in beiden Fällen eine Lizenz vergeben. Letztlich ist der Inhalt des Kooperationsvertrages entscheidend. Dieser umfasst letztlich zahlreiche Rechte und Pflichten für die Franchisenehmer und kann umso schlanker bei einer reinen Lizenzvergabe gehalten werden.

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