Anleitung: Wie die Wirtschaftlichkeit eines Franchise berechnen?

21.08.2018 14:00 | Ein Unternehmen gründen

wirtschaftlichkeit berechnen

Einen Franchisebetrieb zu eröffnen ist sicherlich die eine Sache, es geht allerdings dann auch darum, diesen finanziell erfolgreich zu führen. Dieser Artikel zeigt Ihnen auf, was Sie zu beachten haben, wenn Sie die Wirtschaftlichkeit beim Franchising berechnen möchten.

Wenn selbstständig mit Franchising, dann wirtschaftlich erfolgreich...

Nicht jeder weiß genau, wie das gesamtwirtschaftliche Gefüge funktioniert. Dies gilt jedoch als Basiswissen für zukünftige Franchisenehmer. Wenn Sie also ein Quereinsteiger sein sollten und darüber nachdenken, sich mit Franchising selbstständig zu machen, dann dürfte dieser Artikel sehr hilfreich für Sie sein.

Folgende Aspekte sollten Sie bedenken, wenn Sie Ihren eigenen Franchisestandort erfolgreich eröffnen möchten: In der Wirtschaft dreht sich alles immer um Einnahmen, Kosten und Kapitalaufwand. Auf genau diese drei Komponenten kommt es an, wenn Sie einen gewissen Cash-Flow generieren möchten.

1. Die Sache mit den Einnahmen

Die Einnahmen – auch bekannt als Bruttoumsatz, ist die Anzahl an Verkäufen, die in Ihrem Geschäft getätigt wurden. Die Gesamteinnahmen, die Sie in Ihrem Franchisestandort generieren, bestimmen zu einem Großteil den langfristigen Cash-Flow Ihrer Unternehmung.

So gibt es manche Franchisesysteme, die zahlreiche Produkte und Services anbieten, andere verfügen über ein beschränkteres Produktsortiment. An sich lässt sich festhalten, dass mehr Auswahl und mehr Optionen für den Verkauf auch mehr Umsatz bedeuten. Allerdings sollte hier die richtige Balance gefunden werden und man sollte nicht zu diverse Dinge anbieten, nur um so überhaupt eine größere Auswahl präsentieren zu können.

Ebenso kommt es auf das richtige Marketing an. Ein gutes Franchisesystem bietet in der Regel einen ausgeklügelten Marketingplan für seine Geschäftspartner an. Darüber hinaus sollten der Franchisegeber auch unterstützend zur Seite stehen, wenn es um die Umsetzung der Marketingstrategien geht.

So steigern Sie Ihre Umsatzzahlen:

Als Franchisegeber sowie als Franchisenehmer müssen Sie wissen, worauf es ankommt, um die Umsatzzahlen anzukurbeln. Stellen Sie sich dazu folgende Fragen:

  • Wo liegen die jährlichen Verkaufszahlen der einzelnen Franchisenehmer?
  • Wie lange haben sie gebraucht, um solch hohe Verkaufszahlen zu erreichen?
  • Was sind die Key Performance Indicators – auch als Leistungskennzahlen KPI bekannt – des Franchisesystems?
  • Wie einfach/schwierig sind diese KPIs zu managen?
  • Inwieweit stand der Franchisegeber zur Seite, damit Verkaufsziele besser erreicht werden konnten?

Die Antworten auf die Fragen bezeugen Ihnen die Qualität Ihres zukünftigen Franchisesystems und die des Franchisegebers.

2. Die Kostenstruktur Ihres Franchisebetriebes

Als Kosten sind die Barauslagen zu verstehen, die anfallen, um Ihren Betrieb zu führen und auszuweiten. Diese Kosten umfassen das Personal, das Marketing und Werbeaktionen, Produktkosten, die Miete, Lizenzgebühren und die Ausgaben für Strom und Gas.

Viele diese Kosten sind markt-bezogen: So werden die Mieten beispielweise von der Gegend bestimmt, wo sich der Standort befindet. Sie sollten als Franchisenehmer also in Erfahrung bringen, was angemessene Ausgaben für Mieten in der Region sind, wo die Personalkosten üblicherweise liegen und mit welchen Ausgaben Sie für Strom und Gas rechnen sollten.

Andere Kostenpunkte werden vom Franchisegeber vorgeschrieben, diese umfassen beispielsweise die Lizenz- sowie Marketinggebühren und richten sich in der Regel prozentual gesehen an Ihren Bruttoumsatz. Diese Gebühren sind für Sie verpflichtet, da der Franchisegeber so seine Unterstützung und die Weiterentwicklung des Franchisesystems finanziert. Abgesehen von den regulären Lizenzgebühren fordern viele Franchisegeber auch Marketinggebühren ein. Diese Gebühren decken seine Ausgaben, die er für das Erstellen einer bundesweiten Marketingstrategie zu zahlen hat. Und zwar ist dies notwendig, um einen einheitlichen Marktauftritt garantieren zu können und die Kunden auf die Marke aufmerksam zu machen.

Je besser Sie Ihre Kosten im Griff haben, umso einen höheren Cash Flow können Sie generieren. Behalten Sie nur im Hinterkopf, dass die meisten Betriebe in einem angemessenen Rahmen einer gewissen Gewinnmarge operieren, die vergleichbar mit der Marge anderer ähnlicher Betriebe ist.

Das liegt auch ganz einfach daran, weil der Markt stark umkämpft ist, und Kunden zum Wettbewerber gehen, wenn Sie als Betrieb zu viel für ein Produkt verlangen. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie eine typische Kostenstruktur für einen Betrieb des Franchisesystems aussieht, hilft es, Benchmarks zu nutzen, um die Lage am Markt mit dem gesamten Franchisesystem zu vergleichen.

3. Sie müssen auch sich selbst auszahlen!

Wenn Sie eine Vorstellung davon haben, was die angemessenen Einnahmen und Ausgaben Ihres zukünftigen Franchisebetriebes wären, können Sie nun ermitteln, was Sie an Verdienst machen würden. Ihr Gehalt richtet sich an die Profite, die Ihnen als Eigentümer des Betriebes zustehen.

Wenn Sie selbst in Ihrem Franchisebetrieb arbeiten, dann wären Sie der Manager und müssten nicht extra wen einstellen, der an Ihrer statt den Betrieb für Sie führen würde – und den Sie dafür auch entlohnen müssten.

Als Geschäftsführer in Teilzeit bräuchten Sie allerdings einen Manager, der das Tagesgeschäft, das Personal und den Betrieb im Blick behält. Allerdings müssten Sie dafür auch ein Managergehalt einplanen – Sie selbst hätten dafür jedoch mehr Freizeit.

Und darauf kommt es auch noch an…

Und ein weiterer Faktor, der beim Cash Flow gerne mal übersehen wird, ist der Kapitalaufwand. Dieser ist nötig, um Arbeiten am Betrieb vorzunehmen, um diesen gut in Schuss zu halten und zu pflegen.

Für viele Franchisesysteme können diese Kapitalausgaben alle drei bis fünf Jahre zu Buche schlagen. Folglich können sie ziemlich groß sein und drei bis zu fünf Prozent des gesamten Jahresumsatzes ausmachen. Stellen Sie also sicher, dass Sie dies in Ihrer langfristigen Business-Planung durchaus mit einkalkulieren.

Handelt es sich bei dem Franchisesystem tatsächlich um ein gutes Franchisesystem?

Nachdem Sie sich jetzt ein Bild über den Cash Flow Ihres zukünftigen Franchisebetriebes gemacht haben, können Sie sich überlegen, inwieweit die Investition in das Franchisesystem wirtschaftlich sinnvoll ist.

Einnahmen minus Kosten minus Investitionen

Überlegen Sie sich, wie der Cash Flow der nächsten drei oder fünf Jahre aussehen könnte und dividieren Sie diesen durch die direkten Kosten, die bei der Investition in das Franchisesystem anfallen.

Schauen Sie auch, wie es um die Kapitalrendite – also der Return on Investment, den ROI – steht. Der ROI gibt an, wie viel Cash Sie für eine gewisse Summe zurückbekommen, die Sie anfangs investiert haben.

Haben Sie noch Fragen?

Das Wichtigste, wenn Sie ernsthaft überlegen in ein Franchisesystem zu investieren, ist immer noch, dass Sie vorab alle wichtigen offenen Fragen klären, die Ihnen noch unter den Nägeln brennen. Das gilt nicht nur für Franchising, sondern für jegliche Investition, die Sie überlegen zu tätig! Zögern Sie niemals, Fragen zu stellen und alle Unklarheiten aus dem Weg zu räumen!

Dafür müssen Sie sich auch nicht schämen! Hauptsache, Sie räumen alle Unklarheiten und Missverständnisse aus dem Weg, damit Sie wissen, worauf Sie sich eigentlich einlassen. Hier kann es auch helfen, sich einen Experten zur Seite zu holen. Wer erfolgreich Geschäfte machen möchte, für den gilt folgende Daumenregel: Es gibt keine dummen Fragen! Die einzige dumme Frage ist die, die man nicht stellt!

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