Anleitung: Woran einen guten Franchisegeber erkennen?

09.07.2018 16:00 | Ein Unternehmen gründen

guter franchisegeber

Sie haben das passende Franchisesystem entdeckt, sind sich aber nicht sicher, ob der Franchisegeber tatsächlich Ihren Vorstellungen entsprechen wird? Wie stellen Sie sicher, dass der Franchisegeber Ihnen auch weiterhin nach der Unterzeichnung des Franchisevertrages mit Rat und Tat zur Seite stehen wird? Eine gute, vertrauensvolle Beziehung zwischen Franchisenehmer und Franchisegeber ist der Schlüssel für eine erfolgreiche, geschäftliche Partnerschaft. Hier klären wir Sie auf, welche Eigenschaften Ihr zukünftiger Franchisegeber haben sollte.

1. Schauen Sie sich die Vergangenheit des Franchisegebers genau an!

So finden Sie heraus, ob Sie Ihrem zukünftigen Geschäftspartner auch wirklich vertrauen können. Wenn Sie in ein Franchisesystem investieren wollen, dann sollten Sie sich sicher sein, dass der zukünftige Franchisegeber auch wirklich sein Geld wert ist. Sie sollten vorab intensiv recherchieren, wie es um die Vergangenheit des Franchisesystems und die des Franchisegebers steht. Finden Sie heraus, wo die zwei herkommen, was sie bisher so getan haben und welchen Zukunftskurs sie eingeschlagen haben. Natürlich werden Sie bei dem ersten persönlichen Kennenlernen viel über den Franchisegeber erfahren, allerdings sollten Sie die Dinge, die zweifelhaft klingen, im Nachgang noch einmal genauer recherchieren. Seien Sie sich sicher, dass er auch zu 100 Prozent die Wahrheit sagt.

Im Zuge der geschäftlichen Annäherung muss der Franchisegeber seinen vorvertraglichen Aufklärungspflichten nachkommen und Ihnen Einblick in Zahlen und Daten gewähren. Es kann sein, dass Sie hierfür ein sogenanntes Non-Disclosure Agreement unterzeichnen müssen, womit Sie einwilligen, dass Sie diese Informationen vertraulich behandeln. Studieren Sie diese Unterlagen akribisch und seien Sie nicht zu schüchtern, um genauer nachzufragen, wenn Sie konkretere Rückfragen haben. Stellen Sie sicher, dass der Franchisegeber keine Insolvenz angemeldet hat oder in gerichtlichen Verfahren verwickelt ist. Führen Sie einen sorgfältigen Check durch und gehen Sie auf Nummer sicher, so dass auch wirklich keine bösen Überraschungen vor Ihnen versteckt werden.

2. Lernen Sie das Team in der Franchisezentrale kennen!

Ein gutes Franchisesystem kann nur erfolgreich sein, wenn es von guten Mitarbeitern gemanagt wird. Lernen Sie also die Mitarbeiter der Franchisezentrale kennen! Schließlich würden Sie mit denen sehr viel Zeit verbringen und mit diesem Team zusammen arbeiten. In den meisten Franchisesystemen sind es die Mitarbeiter der Franchisezentrale, die den Franchisenehmern bei dem initialen Geschäftsaufbau intensiv zur Seite stehen würden. Es ist also wichtig, dass Sie sich wohl in deren Umgebung fühlen und glauben, dass sie die entsprechenden Skills mitbringen, um Ihr Business aufzubauen.

Zunächst einmal werden Sie das Management Team kennenlernen. Dies geschieht meist vor Ort in der Zentrale. Nutzen Sie das persönliche Gespräch, um sich mit Ihren zukünftigen Kollegen näher zu beschnuppern. Schauen Sie in einem nächsten Schritt, wie es um deren Arbeitserfahrung steht. Was meinen Sie, bringen sie die entsprechende Erfahrung mit, um Ihren Traum von der Selbstständigkeit wahr werden zu lassen?

3. Kontaktieren Sie bereits existierende Franchisenehmer

Es empfiehlt sich, mit bereits bestehenden Franchisenehmern Kontakt aufzunehmen, um ein gutes Gespür für ein Franchisesystem zu bekommen. Wenn ein Franchisegeber nichts zu verheimlichen hat, dann hat er in der Regel auch nichts darum bei, Kontaktdaten von Franchisenehmern auszuhändigen. Das ist schließlich auch im Interesse des Franchisegebers, wenn Sie ernsthaftes Interesse an einer Geschäftspartnerschaft mit ihm bekunden. Sollte der Franchisegeber eher widerwillig die Kontaktdaten herausgeben wollen, dann sollten Sie vielleicht besser noch einmal überdenken, ob Sie tatsächlich in das Franchisesystem investieren wollen.

Falls Ihnen nur ein einzelner Kontakt gegeben wird, dann handelt es sich hierbei meist um einen Geschäftspartner, der ohnehin vom Franchisegeber begeistert ist. Von daher sollten Sie auf Nummer sicher gehen, dass dieser Ihnen auch die Wahrheit sagt. Wenn der Franchisegeber Ihnen freien Zugang zu sämtlichen Kontaktdaten des Franchisenetzwerkes gibt, so können Sie sich sicher sein, dass er nichts zu verheimlichen hat!

Ebenso sollten Sie verbitterte Franchisenehmer mit Vorsicht genießen! Denn egal, wie professionell und engagiert ein Franchisegeber seine Geschäftspartner managt, so gibt es sicherlich einen Franchisepartner, der es sich mit ihm verkracht hat. Das passiert hin und wieder im Leben nun einmal und sollte nicht als generelle Franchise-Erfahrung verstanden werden. Auch hier sollte der frustrierte Geschäftspartner mit Vorsicht genossen werden!

4. Sprechen Sie mit Gleichgesinnten in der Franchisewirtschaft

Die Franchisewelt ist relativ überschaubar und genau aus diesem Grund ist ein intensives Netzwerken zwischen Franchisenehmern und Franchisegebern auch so wichtig. Hierzu sollten Sie Expos und Franchisemessen besuchen, Franchiseliteratur und Newsletter abonnieren und lesen. In einer kleinen Franchise-Community sprechen sich die neusten Infos schnell rum. Bereits existierende Franchisenehmer kennen die Branche, sie wissen welche Systeme gerade auf Erfolgskurs stehen und bei welchen es gerade nicht so rund läuft. Sie wissen, welche Franchisegeber in einem Skandal involviert waren und welchen einen schlechten Ruf genießen.

Natürlich sollte auch solch ein Gerede mit Vorsicht genossen werden. Der Grat zwischen Klatsch und Tratsch und Wahrheit ist manchmal sehr fein. Es kann jedoch helfen, sich mit anderen in der Franchisewirtschaft auszutauschen, um zu erfahren, wer ein hohes Ansehen genießt und wer sich selbst zu wichtig nimmt. Behalten Sie hierbei nur im Hinterkopf, dass direkte Wettbewerber sicherlich schlecht aiufeinander zu sprechen sind oder aber ein Ex-Franchisenehmer eher ein schlechtes Wort über seinen vorherigen Boss verlieren wird. Aber an sich ist es eine gute Möglichkeit, um eine generelle Idee davon zu bekommen, wie es um ein Franchisesystem steht und wie es von anderen wahrgenommen wird.

5. Der Deutsche Franchiseverband – die seriöse Quelle für Informationen!

Der Deutsche Franchiseverband repräsentiert die deutsche Franchisewirtschaft auf politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene. Sie können den Franchisesystemen, die Mitglied des Deutschen Franchiseverbandes sind, in jedem Fall vertrauen, da diese einen strengen Aufnahmetest bestanden haben. Sie können solchen Franchisesystemen, die auf der Website des Deutschen Franchiseverbandes aufgeführt werden, also durchaus Vertrauen schenken.

Allerdings gibt es auch abgesehen von den gelisteten Mitgliedern des Deutschen Franchiseverbandes gute Franchisesysteme da draußen. Jedoch kann es auch sein, dass gewisse Unternehmen nicht mit dem Franchiseverband zusammenarbeiten möchten, da sie Dinge zu verheimlichen haben. Allerdings muss dies nicht der Grund sein, warum sie sich nicht für eine Mitgliedschaft entschieden haben. So kann es sich beispielsweise um ein junges Franchisesystem handeln, was die Aufnahmekriterien noch nicht erfüllt hat oder aber mit der Bewerbung auf eine Mitgliedschaft noch wartet. Oder aber es handelt sich womöglich um ein internationales Franchisesystem, was bei einem anderen nationalen Franchiseverband gelistet ist. Ziehen Sie also keine voreiligen Schlüsse!

6. Fazit

Wenn Sie einen erfolgreichen Franchisebetrieb aufbauen wollen, dann kommt es auf den richtigen Franchisegeber an. Es kann sich als durchaus schwierig gestalten, herauszufinden, ob Sie zwei tatsächlich zusammenpassen und harmonieren. Versuchen Sie sich an unseren 5 Tipps entlang zu hangeln, um ein besseres Gefühl für Ihren zukünftigen Franchisegeber zu bekommen. Und hören Sie wie immer auf Ihr Bauchgefühl!

Andere aktuelle Artikel

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Übrige Zeichen: 250