Teil III - Wie kann Private Equity dem deutschen Franchising helfen?

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12.07.2018 17:30 | Franchise-Experte

Basierend auf den Erfahrungen, die Roark Cpaital Group gemacht hat, hat Teil II der Reihe ber Private Equity (PE) im Franchising aufgezeigt, dass Franchisemarken nicht unbedingt schneller wachsen, nur weil sie von der Expertise einer PE Firma profitieren. Allerdings kann man im Roark Markenportfolio einen Trend erkennen, der vermutlich noch wichtiger ist: im Schnitt sind die Einnahmen der Franchisenehmer gefhrten Geschfte nach einer Investition von Roark angestiegen.

Mehr PE mehr Umsatz?

Es braucht nur einen Blick auf die Grafik unten, um zu verdeutlichen, dass die Marken, die Roark akquiriert hat, eine Verbesserung in Sachen Umsatz erlebt haben.

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Im Schnitt sind die Umstze dieser Konzepte in den drei Jahren bevor Roark investierte um eine jhrliche Rate von 1.9% gestiegen. In den drei Folgejahren wuchsen die Umstze schneller, im Schnitt um eine jhrliche Rate von 3.4%, also ein Anstieg von 1.5 Prozentpunkten. Natrlich gibt es eine Spannbreite, denn nicht alle Marken haben gleich profitiert. Vier Marken hatten in der Tat eine langsamere Wachstumsrate und bei den kleinen Modellen der Primrose School Kette sanken die Einnahmen sogar, nachdem Roark die Marke gekauft hat.

Einige Systeme stechen heraus wie z.B. Arbys und Schlotzskys. Arbys verlor Franchisenehmer gefhrte Geschfte auch nachdem Roark es akquiriert hatte. Aber die Durchschnittseinnahmen wuchsen um eine jhrliche Rate von 5% nachdem Roark eingestiegen war. Schlotzskys musste ebenfalls weitere Geschftsschlieungen in Kauf nehmen nachdem Roark bernahm, allerdings um eine erheblich langsamere Rate whrend die Durchschnittseinnahmen drastisch anstiegen. In beiden Fllen kann man daraus schlieen, dass der Durchschnitt anstieg, weil schlecht gefhrte oder unprofitable Geschfte dicht machten und die berlebenden es schafften, mehr Geschft zu machen.

Man kann sich Roarks Performance als Manager verschiedener Marken auch auf einer Rangliste anschauen, indem man das Wachstum der Franchisenehmer gefhrten Geschfte vis--vis des Gesamtmarkt und ansteigender Umsatzzahlen analysiert. Nach diesen Vorgaben sind Auntie Annes und Corner Bakery die klaren Gewinner. Beide Marken schafften es, die Anzahl ihrer Franchisenehmer gefhrten Geschfte vor, sowie nach Roarks Investition schneller als der Durchschnitt steigen zu lassen. Weiterhin gelang es ihnen den Durchschnittsumsatz der Geschfte zu steigern. Das lsst darauf schlieen, dass Roark einfach in gut gefhrte Franchisemarken investierte und dies ausbaute. Arbys, McAlisters Deli, Moes Southwest Grill und Money Mailer sind die Schlusslichter.


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Dies ist zugegebenermaen eine recht simple Rangordnung. Sie zeigt jedoch auf, dass Marken, die von Roark akquiriert werden, es weiterhin schaffen, schneller als der Franchisemarkt zu wachsen. Da die meisten Marken, die bereits vor Roarks Investition schneller als der Schnitt im Franchisemarkt wuchsen, dies auch weiterhin taten, lsst sich sagen, dass die PE Firma ihnen zumindest keinen Schaden zugefgt hat. Wie bereits gesagt, tendierten einige von Roarks Akquisitionen ohnehin schon zu einem schnellen Wachstum in den Jahren vor der Investition. Roark konnte demnach auf einem soliden Fundament aufbauen.

Weniger als die Hlfte der Roark Marken weisen steigende Umsatzzahlen auf, aber die Anzahl ist vermutlich hher, da nur 11 der 29 Marken solche Informationen in ihren Franchise Disclosure Documents verffentlichen.

Was kann eine Marke erwarten, wenn Roark an ihre Tr klopft? Nur weil die PE Firma ein neues System ins Portfolio aufnimmt, heit es noch lange nicht, dass die Anzahl der Franchisenehmer gefhrten Geschfte in Krze rasant ansteigen wird. Die Franchisenehmer haben jedoch die Aussicht, von Roarks Investition und Expertiese durch steigende Umsatzzahlen zu profitieren. Nachhaltiger Wachstum gepaart mit steigenden Umsatzzahlen ist wichtiger fr ein System als schnelles Wachstum. Schlielich profitieren davon Franchisenehmer und -geber.

Wann ist es Zeit fr eine PE Firma zu verkaufen?

Investoren suchen nach einer klaren Exitstrategie. Roark unterscheidet sich von vielen anderen PE Firmen, in dem es langfristig involviert bleibt. Zwischen 2001 und 2018 hat Roark lediglich drei Marken (FASTSIGNS, Wingstop und Batteries Plus Bulbs) wieder verkauft.

Im Jahr 2014, konnte Roark FASTSIGNS zehn Jahre nach seiner Akquisition verkaufen. Laut den damaligen Pressemitteilungen hatte Roark $15 Millionen in FASTSIGNS investiert und konnte durch zwei Rekapitalisierungen $30 Millionen realisieren. Die PE Firma erwartete Multiples von 10x EBITDA, was 2013 bei knapp unter $10 Millionen war.

Noch lukrativer war der Verkauf von Wingstop. Als Roark die Marke im Jahr 2010 fr geschtzte $80 - $90 Million kaufte, konnte Wingstop bereits berdurchschnittlich schnelles Wachstum der Franchisenehmer gefhrten Geschfte aufweisen. Das Wachstum hielt an, unter Roarks Fhrung gelang es den Wingstop Franchisenehmern, ihre Umstze erheblich zu steigern und als Resultat konnte die PE Firma ihre Marke fr $555 Millionen verkaufen.

Am Ende scheint derjenige, der am meisten reingesteckt hat, auch das Meiste wieder herauszuholen also die PE Firma. Dann folgen die Franchisenehmer und das das System. Basierend auf der Analyse, so wie sie in den Teilen I III vorgenommen wurde, scheint Roark sich weniger um schnelles Wachstum zu scheren als um langfristig steigenden und nachhaltigen Umsatz. Es geht um profitable Stabilitt.

Ein letztes Wort: es wird interessant zu sehen, wie es Roarks neuste Marken in ein paar Jahren gehen wird. Die PE Firma hat gerade erst in Culvers, Buffalo Wild Wings und Jimmy Johns investiert. Sollte beispielsweise Buffalo Wild Wings den bisherigen Trends folgen, knnten die Umstze der Franchisenehmer gefhrten Geschfte auf durchschnittlich $3.4 Millionen ansteigen. Auerdem sollten Analysten Marken wie Drybar, R Taco, Take 5 und Waxing the City eng im Visier behalten. Denn im Gegensatz zu Roarks bisherigen Akquisitionen, waren dies alles recht kleine Fische als die PE Firma ihr Geld auf den Tisch legte.

Es bleibt zu fragen: werden mehr heimische PE Firmen in deutsche Marken investieren oder werden Firmen wie Roark ein Auge auf den deutschen Markt richten?

Autor: Peter Schwarzer ist Managing Director von LeOS Franchise Consulting. ©

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