Blockchain im Franchise-Glossar

Was ist Blockchain?

Eine Blockchain kann als dezentrale Datenbank verstanden werden, die chronologisch linear wie eine Kette kontinuierlich erweitert wird. Daher auch der Name: Blockchain bedeutet Blockkette. Es ist eine Software, die Daten speichert und diese Datensätze durch kryptographische Verfahren miteinander verkettet. Blockchain stellt eine der größten Innovationen im wirtschaftlichen Bereich der letzten Jahrzehnte dar.

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Was ist das Besondere an einer Blockchain?

Man kann sich die Blockchain wie eine Liste vorstellen, die zahlreiche Transaktionsdatensätze enthält und kontinuierlich weiter wächst. Wie bei einer Kette werden am unteren Ende neue Elemente beziehungsweise Informationen hinzugefügt. Sobald ein Block vollständig ist, wird der nächste erzeugt, wobei jeder neue Block eine Prüfsumme des vorhergehenden Blocks enthält. In diesen Daten sind ein Zeitstempel sowie sämtliche Transaktionsdaten enthalten.

Das Besondere an der Blockchain ist, dass es sich um eine verteilte, dezentrale Datenbank handelt, wobei jedem Nutzer eine eigene Kopie vorliegt. Diese dient als gemeinsames Buch für alle Nutzer. Man kann sie sich wie eine große Excel-Datei vorstellen, wo nur neue Einträge hinzugefügt werden können, während ältere Informationen nicht verändert oder gelöscht werden können. Die kontinuierliche Liste an Datensätzen bei der Blockchain wird auch als Blocks bezeichnet und ist kryptographisch miteinander verkettet. Genau aus diesem Grund ist die Blockchain auch fälschungssicher: Denn jeder Block ist mit dem vorhergehenden Block verbunden und enthält dessen Historie in Form einer Prüfsumme. Jeder Block ist somit unveränderlich und echt, so dass die Beglaubigungen und extra Verwaltungen nicht notwendig sind. Es sind daher keine zentralen Prüfstellen oder Mittelsmänner nötig.

Eine weitere Besonderheit an der Blockchain ist die Tatsache, dass sämtliche Daten verschlüsselt gespeichert werden, um Manipulation und Korruption zu unterbinden. Die User selbst stehen im Mittelpunkt, sie legitimieren sich gegenseitig und stehen mit einer Peer-to-Peer-Kommunikation im Austausch.

Wo ist die Blockchain gespeichert?

Bei der Blockchain handelt es sich um ein digitales Kontobuch beziehungsweise eine Datenbank. Dies stellt für sich betrachtet noch keine Innovation dar, denn solche Datenbanksysteme gibt es bereits seit der Etablierung des Online-Bankings. Der feine Unterschied liegt darin, dass die Blockchain eine öffentlich einsehbare Datenbank ist, in der Daten gespeichert, verarbeitet und geteilt werden. Anstatt dass alle Informationen zentral auf einem Server gespeichert werden, werden sie in einem dezentralen Computer-Netzwerk abgelegt. So sind mehrere Computer über das Internet miteinander verbunden, wobei jeder dieser Computer Zugriff auf sämtliche Informationen der Blockchain hat. Um diese Informationen vor Missbrauch zu schützen, werden sie verschlüsselt. Folglich ist die Blockchain-Technologie für Dezentralität, Sicherheit und Anonymität bekannt.

Wer hat die Blockchain erfunden?

Vor über zehn Jahren wurde unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto das Konzept der Blockchain als ein dezentrales Datenbanksystem in seinem White Paper zur Kryptowährung Bitcoin beschrieben. Im Januar 2009 veröffentlichte Nakamoto den ersten Block der Bitcoin-Blockchain und erschuf damit die disruptive, innovative Krytowährung. Denn diese zwei Phänomene sind eng miteinander verbunden. Der allererste Block ist als der sogenannter Genesis-Block bekannt.

Auch wenn verschiedene Personen oder Personengruppen für Nakamoto gehalten werden und manche sogar die Identität für sich beansprucht haben, ist bis heute nicht geklärt, wer sich hinter diesem Pseudonym verbirgt.

In seinem White Paper beschreibt Nakamoto die Probleme, die zentrale Institutionen wie Banken, Regierungen und Versicherungen mit monetären Werten haben. Schließlich nutzen die Banken das Geld, was die Kunden ihnen anvertrauen, um selbst Geschäfte damit zu betreiben. Ein wichtiger Auslöser war hier vor allem die Finanzkrise von 2008, die durch die geplatzte Immobilienblase in den USA ausgelöst wurde, und weltweit negative Auswirkungen auf die Wirtschaftssysteme hatten. Die Blockchain-Technologie setzt genau hier an: Sie soll einen Vertrauens- und Datenmissbrauch unterbinden und mehr Kontrolle bieten. Aus diesem Grund ist diese Technologie auch so wichtig für die digitale Währung Bitcoin.

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In welcher Verbindung stehen die Blockchain und die Kryptowährung Bitcoin?

Die Blockchain stellt die Basis für Bitcoin und andere sogenannte Kryptowährungen dar. Die Blockchain kann als gesamte Plattform verglichen werden, während Bitcoin lediglich eine konkrete Anwendung ist. Allerdings könnte Bitcoin ohne den technischen Unterbau der Blockchain nicht funktionieren.

Wie funktioniert Blockchain?

An sich erhält ein Block immer die Informationen der Vorgänger-Blöcke, so dass alle Blöcke miteinander verkettet sind. Das Besondere an dieser Art von Verkettung ist, dass sie rückwärts gerichtet ist: Denn jeder Block enthält die Referenz des vorangeganenen Blocks. Dies geschieht mithilfe von einem sogenannten Hash beziehungsweise Hashwert, der vor allem in der Mathematik und Informatik Anwendung findet. Das Wort stammt vom englischen Verb to hash ab und bedeutet etwas zerhacken, etwas verstreuen. Mithilfe eines Hashwertes lassen sich komplexe Informationen über eine Hashfunktion zuordnen – diese kann beliebig lange Zeichenabfolgen enthalten. Der Hashwert enthält also zahlreiche Informationen und kann bei der Blockchain wie ein Fingerabdruck verstanden werden. Aus diesem Grund ist es primär der Hashwert, der die Blockchain fälschungssicher macht: Sollte auch nur eine einzige Information im vorangegangenen Block geändert werden, ergibt dies somit einen anderen Hashwert. Die Referenz ist nicht mehr deckungsgleich mit den Informationen des Nachfolge-Blocks, so dass die Fälschung aufgedeckt werden kann.

Die Nutzung von Hashwerten sorgt für eine sichere Verkettung. Es ist daher möglich, dass es mehrere Blöcke mit derselben Blocknummer hat, die allerdings über unterschiedliche Fingerabdrücke verfügen.

Was hat es mit dem Genesis-Block auf sich?

Den Beginn der Blockchain stellt der sogenannte Genesis-Block dar, der von Satoshi Nakamoto manuell erzeugt wurde. Aus diesem Grund bricht Nakamoto mit den Regeln für die Blockchain: Denn der erste Block hat keinen Vorgänger und kann sich nicht selbst referenzieren, so dass der Hashwert aus Nullen besteht.

Seit der Veröffentlichung der Blockchain wird diese im Schnitt im 10-Minuten-Takt um einen weiteren Block erweitert. Dadurch dass die Blockchain-Datenbank skalierbar ist, können pro Sekunde bis zu einer Millionen Schreibvorgänge verwaltet werden. Obwohl die Datenbank dezentral verwaltet wird, zeugt sie von höchster Datenintegrität und lässt sogar Petabytes an Daten speichern.

Was sind die Ursprünge der Blockchain-Technologie?

Das erste Aufkommen im theoretischen und wissenschaftlichen Bereich reicht sogar in eine Zeit zurück, wo das Internet in seiner aktuellen Form noch nicht existierte. Denn in 1979 begründete Ralph Merkle das sogenannte Merkle-Tree-Prinzip. Dieses Prinzip ist die Grundlage des Konzeptes der Hashwerte, welche später dazu benutzt wurden, um mithilfe einer digitalen Signatur eine Nachricht authentifizieren zu können.

Bereits in 1983 wurde erste wissenschaftliche Diskurse zum Thema elektronische Währungen verfasst. Und gut zehn Jahre später beschrieben W. Scott Stornetta und Stuart Haber, worauf es ankommt, um eine kryptographische Verkettung vornehmen zu können. Und letztlich kam im Jahr 1997 die Grundlage des Algorithmus hinzu, der die digitalen Bitcoin Währungen überhaupt möglich machte. All diese wissenschaftlichen Konzepte dienten Satoshi Nakamoto als Basis, um die Blockchain-Technologie als wesentlichen Bestandteil der Kryptowährung Bitcoin zu begründen.

Die Bedeutung von Blockchain

Diese neuartige Technologie hat unseren Umgang mit sensiblen Daten und monetären Werten definitiv stark beeinflusst und revolutioniert. Dank Blockchain sind Informationsflüsse nun schneller, zuverlässiger und sicherer. Auch wenn die Technologie noch relativ am Anfang steht, birgt sie großes Potential und wird unsere Gesellschaft und das wirtschaftliche Gefüge noch weiter beeinflussen.

Eva Tegeder, Punkt Franchise ©

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